New Game Plus ist für mich so überflüssig wie Rosinen im Apfelstrudel

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    • New Game Plus ist für mich so überflüssig wie Rosinen im Apfelstrudel

      Gut, über die Rosinen im Apfelstrudel lässt sich streiten, da sie einfach dazugehören. Aber der New-Game-Plus-Modus ist für mich kein selbstverständlicher Modus, der in jedes Spiel gehört. Vielmehr noch: Für mich ist er überflüssig!

      Versteht mich nicht falsch: Leben und leben lassen. Mich stört es nicht, wenn ein New-Game-Plus-Modus im Spiel enthalten ist, ich nutze ihn eben einfach nur nie und es ist für mich kein Kritikpunkt, wenn er fehlt.

      Doch offenbar finden einige Stimmen der Fachpresse, dass es für ein fehlendes New-Game-Plus-Feature Abzüge in der Endwertung geben sollte. Ein großes Spielemagazin hat The Callisto Protocol eine eher durchschnittliche Wertung verpasst, aber dennoch negativ angemerkt, dass es keinen New-Game-Plus-Modus gibt. Die Kritik wurde offenbar so laut, dass dieses Feature nun nachgereicht wird.

      Doch wieso sollte man ein eher durchschnittlich bewertetes Spiel nochmal durchzocken wollen? Ich verrate euch, wieso ich den New-Game-Plus-Modus generell völlig überflüssig finde und wieso ein Fehlen für mich keine Kritik darstellt.

      New Game Plus verfälschen den Spielgeschmack

      Erinnert ihr euch noch an die überraschendsten Momente, die euch im Laufe eurer Videospiel-Karriere begegnet sind? Zum Beispiel die Story-Twists in God of War Ragnarök oder The Last of Us Part II? Wer sich vorher nicht gespoilert hat, wird in solchen storylastigen Spielen meist ab der Hälfte ganz schön überrascht oder erlebt ein dramatisches Finale. Und auch der Tod einer wichtigen Figur lässt nur die wenigsten kalt. Die besten Storys sind eben eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle.

      Für mich zünden solche Storys tatsächlich nur beim ersten Mal. Wenn die Credits über den Bildschirm flimmern, liege ich entweder zerbrochen in einer Tränenpfütze am Boden oder befinde mich himmelhoch jauchzend in ganz anderen Hemisphären. Ich lasse das Spiel noch einmal Revue passieren und denke über das Geschehene nach. Bei einem New-Game-Plus-Durchlauf würden solche Gefühle für mich nicht nochmal transportiert werden können.

      Vom Spiel einfach sattgesehen

      Besonders unnötig finde ich New Game Plus bei Spielen, die sowieso schon eine extrem lange Spielzeit haben. Aktuell leben wir in Zeiten, in denen Crunchtime zum Alltag gehört und ein Spielekracher vom nächsten gejagt wird. Dadurch ist es sowieso schon schwer, all die Spiele zu zocken, die man sich vornimmt.

      Was ist New Game Plus überhaupt? New Game Plus, oft kurz NG+, ist ein Modus, in dem die Story und die Spielwelt nach dem erstmaligen Durchspielen nochmal auf Anfang zurückgesetzt werden. Doch anders als beim eigentlichen Neustart eines Spiels behalten wir hier meistens einige Ausrüstungsgegenstände und Fähigkeiten aus unserem ersten Durchlauf. Im Gegenzug wird oft der Schwierigkeitsgrad angehoben.

      Bei Persona 5 Royal ergibt es für mich z. B. überhaupt keinen Sinn, einen New-Game-Plus-Modus einzuführen. Die Spielzeit für die reine Hauptgeschichte beträgt hier 102 Stunden. EINHUNDERTUNDZWEI STUNDEN! Bei einer Spielzeit von 12 Stunden pro Woche ergibt das eine Zeit von 8,5 Wochen, also etwas über zwei Monate. Wieso sollte ich das Spiel also noch einmal komplett durchspielen wollen und weitere zwei Monate investieren, nur um den Titel nochmal zu zocken?

      Sammeln der einzelnen Collectibles-Zutaten

      Auch vom Gameplay her würde mich kein Spiel so weit reizen, dass ich es noch einmal durchspielen muss. Oft ist das Gameplay nur Mittel zum Zweck, um die Story bis zum Schluss erleben zu können. Ich erinnere da viele an Death Stranding, das viele scherzhaft als Paketboten-Simulator abgestempelt haben. Stellt euch mal vor, so ein Spiel hätte einen New-Game-Plus-Modus. Würdet ihr den Titel ernsthaft noch einmal spielen wollen?

      Der einzige Grund, der für mich annähernd legitimiert, ein Spiel ein zweites Mal zu erleben, ist das Sammeln von Collectibles. Doch auch hier würde ich ungern das komplette Spiel noch einmal durchnehmen wollen, nur um einige verpasste Gegenstände zu sammeln. Eine gute Alternative ist es hier, einzelne Kapitel nochmal zum Durchspielen anzubieten, damit nicht erneut wochenlange Arbeit in das gleiche Spiel gesteckt werden muss.

      Deshalb verratet mir: Wie seht ihr das? Findet ihr den New-Game-Plus-Modus genauso überflüssig oder nutzt ihr ihn regelmäßig? Könnt ihr diese Faszination nachvollziehen? Was sind eure Gründe hierfür?

      Bildmaterial: God of War Ragnarök, Sony, Sony Santa Monica

    • Für mich hängt das vom jeweiligen Spiel ab. Ein New Game Plus ist letztlich eine Erleichterung, eine Zeitersparnis gerade bei Spielen die unterschiedliche Routen haben, mehre Enden oder veränderte durchläufe.

      Nier ist denke ich hier ein promininentes Beispiel wo ein New Game Plus Sinn macht. In Persona hat es für mich wiederum Sinn gemacht, so unterschiedliche Entscheidungen im Spiel durchlaufen zu können ohne dabei mein Team nochmals zu leveln und alle Personas zu sammeln. Von daher macht es eigentlich überall in den Spielen Sinn wo ein erneuter Durchlauf auch Möglichkeiten bietet das Spiel anders anzugehen ohne dabei nochmal denselben "Zeitdruck" verspüren zu müssen.

      Letztlich ist es aber auch nur für Spieler wichtig die generell Spiele nicht nur einmal spielen und dann weiter veräußern. Für die anderen ist ein New Game Plus schon aus dem Grund uninteressant weil sie nicht die Zielgruppe sind und lieber direkt zum nächsten Spiel gehen, vollkommen legitim.


      Brandybuck schrieb:

      eso sollte ich das Spiel also noch einmal komplett durchspielen wollen und weitere zwei Monate investieren, nur um den Titel nochmal zu zocken?
      Vermutlich weil der Teil gut war und man beim ersten mal nicht alles entdecken konnte. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Fayt ()

    • Die Kolumne fängt wunderschön an, biegt dann aber in eine für mich völlig falsche Richtung ab und gipfelt schließlich in einer indirekten "Ode an den Fließbandkonsum von Videospielen" (mir fällt grad keine charmantere Formulierung ein :D ).
      Es ist völlig richtig: Die Welt braucht kein NG+ und wirklich cool war das ohnehin nur so lange, wie es nur einzelne Marken anboten. Sobald es zum Standard wurde, wurde es auch langweilig.
      Wenn ich ein Spiel ein zweites, drittes, viertes Mal durchspiele, tue ich das entweder aus Eigenmotivation oder gar nicht.
      Und hier sind wir auch schon an dem Punkt, wo ich der Kolumne am vehementesten Widersprechen muss: Jedes Spiel, das sich beim ersten Run für einen selbst als solide oder besser herausstellt, ist einen zweiten Run wert. Nicht selten öffnet der zweite Durchlauf den Geist und lässt das betreffende Spiel in einem anderen Licht erscheinen. Die Mär von der Wichtigkeit des ersten Eindrucks zählt Dank solcher Erfahrungen für mich mittlerweile zu den größten Lebenslügen der Menschheitsgeschichte.
      Mein Empfehlung an alle: Konsumiert nicht nur sondern genießt wieder mehr! Kann sein, dass man damit unterm Strich weniger Spiele besitzt/durchspielt, aber man kann sich gründlicher mit den erworbenen Spielen befassen und hat nicht nach wenigen Monaten schon wieder vergessen, worum es in den jeweiligen Titeln eigentlich ging.
      "Death and loss - those calling to me
      Funeral life is my endless agony"
      (F. Blanc)

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • Schöne Kolumne. Ich persönlich stimme den geschriebenen eher weniger zu. Ich bin zwar auch der Meinung das ein fehlender ng+ Modus kein Minuspunkt für mich ist (gilt auch für Post Game Content). Aber wenn dieser enthalten ist finde ich ihn meistens schon gut.Ich mag ihn vor allem wenn er entweder im erneuten Durchgang das Spieleverhalten ändert (Schwierigkeit oder neue regeln aller ff7r) oder wenn ich dadurch einfach nochmal die Story genießen kann ohne much jetzt nochmal mit dem gameplay auseinander setzen zu müssen. Was ich aber zum Beispiel gar nicht mag ist wenn neuer Story Inhalt hinter dem ng+ Modus versteckt ist. Wenn das kein Spiel ist wo es zur Gameplaymechanik dazu gehört dann will ich auch in einem Durchgang alles vom Spiel sehen und nich nochmal mich durch das Spiel zwingen um ein bisschen neues zu sehen. Spiele sollten man nur dann nochmal spielen wenn man auch wirklich Lust drauf hat und nicht vom Entwickler dazu gezwungen werden.
    • EDIT: Lieben Dank erstmal für eure Kommentare! :3 Das zeigt mir ja auch, dass das Thema nicht uninteressant ist!

      Fayt schrieb:

      Für mich hängt das vom jeweiligen Spiel ab. Ein New Game Plus ist letztlich eine Erleichterung, eine Zeitersparnis gerade bei Spielen die unterschiedliche Routen haben, mehre Enden oder veränderte durchläufe.

      Nier ist denke ich hier ein promininentes Beispiel wo ein New Game Plus Sinn macht. In Persona hat es für mich wiederum Sinn gemacht, so unterschiedliche Entscheidungen im Spiel durchlaufen zu können ohne dabei mein Team nochmals zu leveln und alle Personas zu sammeln. Von daher macht es eigentlich überall in den Spielen Sinn wo ein erneuter Durchlauf auch Möglichkeiten bietet das Spiel anders anzugehen ohne dabei nochmal denselben "Zeitdruck" verspüren zu müssen.

      Letztlich ist es aber auch nur für Spieler wichtig die generell Spiele nicht nur einmal spielen und dann weiter veräußern. Für die anderen ist ein New Game Plus schon aus dem Grund uninteressant weil sie nicht die Zielgruppe sind und lieber direkt zum nächsten Spiel gehen, vollkommen legitim.


      Brandybuck schrieb:

      eso sollte ich das Spiel also noch einmal komplett durchspielen wollen und weitere zwei Monate investieren, nur um den Titel nochmal zu zocken?
      Vermutlich weil der Teil gut war und man beim ersten mal nicht alles entdecken konnte. :D
      Aber würde eine Kapitelauswahl nicht die bessere Alternative sein? Die Dialoge usw. überspringt man ja eh nur, wieso dann also nochmal durch das komplette Spiel durchquälen? ^^

      Also wenn sich ein Spiel beim zweiten Durchlauf ändert, so wie bei Nier, ist das für mich auch kein klassisches NG+. Da macht es natürlich Sinn :) Ich rede hier von Spielen, die exakt gleich aufgebaut sind und man nur stärkere Waffen und mehr Fähigkeiten von Beginn an hat.

      Und wenn das Spiel doch so gut ist, wieso nimmt man sich dann beim ersten Mal nicht die Zeit, das Spiel komplett zu erleben? Du hast dir auch bei Xenoblade Chronicles 3 viel Zeit gelassen und alles erkundet, braucht es da wirklich nochmal nen zweiten Run? ^^ Aber ich stimme dir zu, dass ich absolut nicht die Zielgruppe dafür bin :)

      Kelesis schrieb:

      Die Kolumne fängt wunderschön an, biegt dann aber in eine für mich völlig falsche Richtung ab und gipfelt dann in einer indirekten "Ode an den Fließbandkonsum von Videospielen" (mir fällt grad keine charmantere Formulierung ein :D ).
      Es ist völlig richtig: Die Welt braucht kein NG+ und wirklich cool war das ohnehin nur so lange, wie es nur einzelne Marken anboten. Sobald es zum Standard wurde, wurde es auch langweilig.
      Wenn ich ein Spiel ein zweites, drittes, viertes Mal durchspiele, tue ich das entweder aus Eigenmotivation oder gar nicht.
      Und hier sind wir auch schon an dem Punkt, wo ich der Kolumne am vehementesten Widersprechen muss: Jedes Spiel, das sich beim ersten Run für einen selbst als solide oder besser herausstellt, ist einen zweiten Run wert. Nicht selten öffnet der zweite Durchlauf den Geist und lässt das betreffende Spiel in einem anderen Licht erscheinen. Die Mär von der Wichtigkeit des ersten Eindrucks zählt Dank solcher Erfahrung für mich mittlerweile zu den größten Lebenslügen der Menschheitsgeschichte.
      Mein Empfehlung an alle: Konsumiert nicht nur sondern genießt wieder mehr! Kann sein, dass man damit unterm Strich weniger Spiele besitzt/durchspielt, aber man kann sich gründlicher mit den erworbenen Spielen befassen und hat nicht nach wenigen Monaten schon wieder vergessen, worum es in den jeweiligen Titeln eigentlich ging.
      Ach alles gut, ich wusste schon im Vorfeld, dass nicht jeder meine Meinung teilen wird :D
      Mein Artikel sollte keinesfalls Werbung für Fließbandarbeit sein! Im Gegenteil, mir sind das aktuell viel zu viele Spiele, aber das wäre eine neue Kolumne wert xD
      Ok, verrückt, also ich habe oft nach dem ersten Run schon alles gesehen und mein Geist ist dann gesättigt vom Spiel ^^ Ich bin nur der Auffassung, dass man schon im ersten Run alles sehen kann, wenn man es nicht gerushed spielt. Im zweiten Run würde es sich für mich dann eher wie ein rushen anfühlen, weil man stärker ist und vieles im Schnelldurchgang abfrühstückt, nur um zu bestimmten Stellen zu kommen. Welche Spiele hattest du dabei denn im Sinn, die du im zweiten Durchgang in einem völlig anderen Licht gesehen hast? :)


      ElPsy schrieb:

      Was ich aber zum Beispiel gar nicht mag ist wenn neuer Story Inhalt hinter dem ng+ Modus versteckt ist. Wenn das kein Spiel ist wo es zur Gameplaymechanik dazu gehört dann will ich auch in einem Durchgang alles vom Spiel sehen und nich nochmal mich durch das Spiel zwingen um ein bisschen neues zu sehen. Spiele sollten man nur dann nochmal spielen wenn man auch wirklich Lust drauf hat und nicht vom Entwickler dazu gezwungen werden.
      Hier stimme ich dir voll zu, das ist für mich auch ein Grund gewesen, nicht die komplette Story von Nier zu erleben. Ist super schade, aber nunje.
      Zum Rest: Ich denke das ist dann wirklich der Punkt der Geschmackssache. Filme schaue ich mir gerne noch ein zweites Mal an, da sitze ich einfach nur und lasse mich berieseln. Bei Videospielen steckt aber noch Arbeit dahinter, weil ich mich zu den einzelnen Dialogen hinbegeben muss und wenn das mit Jump'n'Run-Passagen verbunden ist, bin ich raus :D Wenn einem das Gameplay zusagt, fände ich das sogar noch vollkommen legitim ^^


      *~*~*~*~*~*~*~*Preisträgerin der IVALICE-Awards 2020 für "Beliebtester Teamler" und "Bestes Review"*~*~*~*~*~*~*~*
      *~*~*~*~*~*~*~*Preisträgerin der IVALICE-Awards 2021 für "Beliebtester Teamler" und "Bestes Review"*~*~*~*~*~*~*~*
    • Ich brauche auch kein New Game+, bei Spielen, von denen ich weiß, dass ich sie in ein Paar Jahren noch einmal spielen werde, finde ich es aber ganz gut, wenn es so einen Modus gibt.
      Zum Beispiel weiß ich schon, dass ich in ein Paar Jahren Yakuza Like a Dragon noch einmal durch zocken werde. Da ist mir der New Game+ Modus, der mir einiges an Grind erspart schon sehr willkommen.

      Abzuwerten weil es kein New Game+ gibt ist für mich aber komplett affig.
      Stattdessen würde ich mir wünschen, man würde abwerten bei unnötigen Open Worlds. Also welche, die entweder komplett leer sind oder einfach nur gefüllt sind mit dem gleichen Copy and Paste Content. Also alle Open Worlds, die keinen spielerischen Mehrwert bieten, sondern einfach nur existieren um die Spielzeit zu strecken.
      Oder generell bei Spielen, die die Zeit der Spieler nicht respektieren. Wenn ich ein Spiel bewerten müsste, würde ich prozentual abwerten, für das Padding, das im Spiel enthalten ist.
      Sagen wir ein 40 Stunden Spiel kommt auf eine Wertung von 80%. Dabei ist aber die Hälfte dieser 40 Stunden einfach nur Padding. Dann würde ich auch die Endwertung um die Hälfte abwerten, so dass es nur noch auf 40% kommt.
      In meinen Augen gibt es nichts schlimmeres in Spielen, als wenn sie meine Zeit für sinnlose Dinge verschwenden, die keinen spielerischen Mehrwert bieten.

      Oder Abwertungen wären meiner Meinung nach auch angebracht bei fehlenden Zugänglichkeitsoptionen oder zu kleinen Bildschirmtexte oder HUDs, die sich dann auch nicht oder nur unzureichend vergrößern lassen. Star Ocean habe ich kürzlich abgebrochen, weil ich direkt im Tutorial schon mit Textboxen konfrontiert wurde, für die ich näher an den Fernseher ran musste um sie zu lesen. Der Platz für eine größere Schrift wäre da gewesen. Es war einfach eine dumme Design Entscheidung.

      Pluspunkte würde ich verteilen für jedes Spiel, dass mir viele Einstellmöglichkeiten bietet, um das Spielerlebnis an meine Bedürfnisse und Vorlieben anzupassen. Das sehe ich bei Indietiteln immer wieder und hoffe, dass das auch bei den großen Studios langsam Schule macht. In Forspoken gab es zum Beispiel schon einiges an Einstellmöglichkeiten.

      Kurz gesagt würde ich mir eher wünschen, dass Spiele, die meine Zeit nicht respektieren und sie verschwenden, einfach um mit einer langen Spielzeit werben zu können, stark abgewertet werden. Genauso wie Spiele, denen Einstellmöglichkeiten fehlen, die heutzutage eigentlich zu den Best Practices gehören sollten. Und ohne die manche Leute komplett vom spielen ausgeschlossen werden.
      Für Spiele, die mir aber erlauben mein Spielerlebnis komplett anzupassen, sollte es aber einen Bonus in der Wertung geben.
    • Kerona schrieb:

      Ich bin nur der Auffassung, dass man schon im ersten Run alles sehen kann, wenn man es nicht gerushed spielt. Im zweiten Run würde es sich für mich dann eher wie ein rushen anfühlen, weil man stärker ist und vieles im Schnelldurchgang abfrühstückt
      Man kann es auch umdrehen: Im ersten Run bewusst manches liegenlassen und damit die Motivation für einen zweiten füttern - in diesem kann man dann (im Bewusstsein, das Spiel bereits geschafft zu haben) seelenruhig alles abklappern. :D
      Eigentlich sehe ich somit nahezu jedes Spiel nach dem zweiten Run anders als nach dem ersten. Zwei Extrembeispiele, die mir jetzt spontan einfallen sind Suikoden 5 und Tales of Zestiria, die ich beide nach dem ersten Durchspielen gar nicht mal so gut fand und mir dann im zweiten Run "schöngespielt" habe.
      Es gibt ja auch Musikalben, die nicht gleich beim ersten Mal, sondern erst nach 2-3 Durchläufen zünden - in bestimmten Genres sogar recht regelmäßig. Manchmal muss man einfach etwas länger in den Abgrund blicken, ehe der Abgrund in einen selbst zurückschaut, um mit Friedrich Nietzsche zu sprechen. :thumbsup:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • krutoj schrieb:

      Ich brauche auch kein New Game+, bei Spielen, von denen ich weiß, dass ich sie in ein Paar Jahren noch einmal spielen werde, finde ich es aber ganz gut, wenn es so einen Modus gibt.
      Zum Beispiel weiß ich schon, dass ich in ein Paar Jahren Yakuza Like a Dragon noch einmal durch zocken werde. Da ist mir der New Game+ Modus, der mir einiges an Grind erspart schon sehr willkommen.

      Abzuwerten weil es kein New Game+ gibt ist für mich aber komplett affig.

      Kurz gesagt würde ich mir eher wünschen, dass Spiele, die meine Zeit nicht respektieren und sie verschwenden, einfach um mit einer langen Spielzeit werben zu können, stark abgewertet werden. Genauso wie Spiele, denen Einstellmöglichkeiten fehlen, die heutzutage eigentlich zu den Best Practices gehören sollten. Und ohne die manche Leute komplett vom spielen ausgeschlossen werden.
      Für Spiele, die mir aber erlauben mein Spielerlebnis komplett anzupassen, sollte es aber einen Bonus in der Wertung geben.
      Stimmt, wenn man sowieso weiß, dass man ein Spiel nochmal zocken will, dann ist das Grindersparnis Gold wert :) Ist bei mir leider nicht der Fall, keine Zeit, zu viele neue gute Spiele, die erscheinen ;;

      Den Abzug in der Wertung habe ich auch überhaupt nicht nachvollziehen können. Deshalb bin ich froh, dass wir uns hier dazu entschlossen haben, keine Punktzahl als Wertung zu nehmen. Es ist super schwierig, Spiele so miteinander zu vergleichen. Aber AUCH DAS wäre eine extra Kolumne wert :D

      Kelesis schrieb:

      Kerona schrieb:

      Ich bin nur der Auffassung, dass man schon im ersten Run alles sehen kann, wenn man es nicht gerushed spielt. Im zweiten Run würde es sich für mich dann eher wie ein rushen anfühlen, weil man stärker ist und vieles im Schnelldurchgang abfrühstückt
      Man kann es auch umdrehen: Im ersten Run bewusst manches liegenlassen und damit die Motivation für einen zweiten füttern - in diesem kann man dann (im Bewusstsein, das Spiel bereits geschafft zu haben) seelenruhig alles abklappern. :D Eigentlich sehe ich somit nahezu jedes Spiel nach dem zweiten Run anders als nach dem ersten. Zwei Extrembeispiele, die mir jetzt spontan einfallen sind Suikoden 5 und Tales of Zestiria, die ich beide nach dem ersten Durchspielen gar nicht mal so gut fand und mir dann im zweiten Run "schöngespielt" habe.
      Es gibt ja auch Musikalben, die nicht gleich beim ersten Mal, sondern erst nach 2-3 Durchläufen zünden - in bestimmten Genres sogar recht regelmäßig. Manchmal muss man einfach etwas länger in den Abgrund blicken, ehe der Abgrund in eine selbst zurückschaut, um mit Friedrich Nietzsche zu sprechen. :thumbsup:
      Bei den Musikalben stimme ich dir VOLL zu, die kosten mich aber meistens auch keine 30 h meines Lebens beim ersten Hören :P
      Ui oki, ist auch ne interessante Vorgehensweise ^^ Ist interessant zu hören, dass der zweite Durchlauf deinen Eindruck sogar noch verbessert haben :D


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kerona ()

    • Ich wünschte, viele alte FFs hätten NG+, weil sie so dermaßen viele Dinge eingebaut haben, die man komplett verpassen und dann nie wieder nachholen kann. Ich glaube, erst ab Teil 12 hat man das letztendlich verändert.
      Aber an sich benutze ich das heutzutage so gut wie gar nicht. Es gibt einfach zu viele Gründe dafür
      -Spiele sind dafür oft nicht designt worden
      -Der zweite Durchlauf ist deutlich langweiliger
      -Es gibt zu viele neue und gute Spiele

      Ich habe sogar oft lieber einen sauberen neues Spiel, als ng+. Sogar bei Monster Hunter World, wo ich über 600Stunden reingebuttert habe, wurde irgendwann neu angefangen. Oder wenn ein Spiel auf einer anderen Platform erscheint, fange ich auch ohne meckern bei 0 an.
      Das einzige positive Beispiel für ng+ ist für mich BoF Dragon Quarter. Einfach weil das komplette Spiel darauf ausgelegt wurde und man sowohl mehr Areale zum erkunden bekommt, als auch neue Zwischensequenzen. Außerdem ist das Spiel vielleicht gerade Mal 10 Stunden lang und man kann es trotz allem beim ersten Versuch durch schaffen, was ja viele fälschlicherweise kritisieren.
    • Ich habe nichts gegen NG+ und habe selbst oft genug davon gebrauch gemacht. Letztendlich kommt es aber darauf an, ob es Sinn macht oder Content erst im NG+ verfügbar wird.

      Bei Lighnting Returns z.B. schafft man die Story im 1. Durchgang, aber für ingame 100% braucht man 3 Durchgänge. Allerdings ist das Spiel mit seinem Zeitmanagement auch anders konzipiert, so dass manche auch schon NG+ beginnen können/müssen noch bevor sie das Spiel durch haben.
      Dazu kommen variierende Gegner abhängig davon zu welchem Zeitpunkt man sie bekämpft. Daher gibt es mehrere Möglichkeiten.

      Auch bei Type-0 sind mehrere Durchgänge notwendig, allerdings benötigt man 2 für die Story bzw Ergänzungen für den Aha Effekt. Hier gibt es allerdings alternative Missionen, also durchaus einen Mehrwert, wenn auch eben Content versperrt in einem weiteren Durchlauf.

      Insgesamt betrachte ich NG+ als die Möglichkeit sich im 1. Durchlauf voll auf die Story zu konzentrieren und im 2. Durchlauf die 100% anzusteuern. oder wer Herausforderungen liebt, das ganze nochmal in einem schweren Modus zu spielen. Letzteres fällt für mich in der Regel raus und daher bin ich persönlich auch nicht happy wenn Content in schweren Modi gelockt ist, auch wenn das natürlich einen Anreiz darstellt (z.B. FFVIIR, Schwer hab ich aber auf Eis gelegt)

      Sicherlich wird es noch andere Spiele geben und ich habe letztendlich nur einen Teil der Reihe gespielt, aber ich denke die Infamous Reihe hat das mit am besten hinbekommen, da es "Gut" oder "Böse" gibt und 2 verschiedene Erlebnisse bringen mit anderen Szenen, Dialogen usw.
      Letztendlich ist es aber nicht wirklich NG+ sondern einfach 2 verschiedene Art und Weisen es durchzuspielen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lulu ()

    • Ich nutze es auch selten, nach einem Durchlauf habe ich erstmal genug. Ich muss ein Spiel schon sehr mögen, um mich direkt nochmal reinzustürzen.
      Dann ist ein NewGame+ Modus der mir im zweiten Durchgang Dinge erleichtert aber durchaus willkommen.

      Größte Frechheit ist immer noch Tales of Xillia 2 das für den New Game+ mit: "Der Protagonist spricht nun" angetrabt kam O.o
    • Finde NG Plus auch nicht so wichtig, dennoch muss man sagen, es gibt Titel die es wirklich gut umsetzen und bei denen es auch irgendwie Spaß macht.
      Bei den Souls-Titeln beispielsweise kann man bestimmte Items nur im NGP erhalten und die Bosse werden auch stärker.
      Für viele ist das ein neuer Anreiz und Grund genug, den jeweiligen Titel erneut zu spielen.

      Generell würde ich also sagen, ist NGP wirklich abhängig vom eigenen Spielverhalten.
      Für manche ist ein Spiel nach einem Durchgang abgehakt und andere möchten das Erlebnis, sofern es gefallen hat, wiederholen.
      Bei für mich besonderen Titeln wie beispielsweise Ghost of Tsushima oder der Metal-Gear-Reihe, mache ich auch gerne einen weiteren Durchgang..oder mehrere ^^
      MGS1 auf der PS1 habe ich z.B. ca. 13 Mal durchgespielt. :D :rolleyes:
    • Hab da eine sehr ähnliche Meinung zu wie im Bericht beschrieben.

      Wenn mich ein Spiel so dermaßen packt das ich es noch einmal Spielen will dann tatsächlich von ganz vorne ohne zum Beispiel overpowered zu sein vom vorherigen Durchgang und es muss was Zeit ins Land verstreichen. Bestes Equip, Max level und was weiß ich schon direkt von Anfang zu haben is einfach langweilig.
      Von daher war ein NG+ schon seit angesicht der Zeit überflüssig für mich.

      Gutes Beispiel war Persona 5. Hängt mich an den Pranger aber ich habe bewusst von Anfang an mit einem Guide gespielt um das meiste aus dem Spiel rauszukitzel und das True End zu bekommen im einem Run. Ich liebe das Game aber es ist echt lang und sehr Dialog lastig, da wurde der Gedanke an nen NG+ zum Graus.


      Kelesis schrieb:

      Zwei Extrembeispiele, die mir jetzt spontan einfallen sind Suikoden 5 und Tales of Zestiria, die ich beide nach dem ersten Durchspielen gar nicht mal so gut fand und mir dann im zweiten Run "schöngespielt" habe
      Mein spontanes Beispiel wäre da Xeno X. Beim ersten Durchspielen dachte ich mir nur. "Damn, das hat so gar nix mit den Vorgänger zu tun und irgendiwe fühlt sich es teilweise wie nen offline MMO an. Ach ja und eigentlich interessieren mich Mechs so null".
      Aber irgendwann hats geklickt und habe sehr liebevolle Erinnerungen an das Game.


      Unter anderen gehört da auch post game content zu finde ich. Dabei is für mich das ganz große Problem das wenn ich ein Spiel beendet habe, sprich ich habe die Credits gesehen, ist es für mich durch und legs erstmal zur Seite.

      Optionale Sachen sollten im Spiel so vorhanden sein das alles vorm Finale zu machen ist.
      "Stand in the ashes of a trillion dead souls and ask the ghosts if honor matters. Their silence is your answer."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von lucratio ()

    • lucratio schrieb:

      Gutes Beispiel war Persona 5. Hängt mich an den Pranger aber ich habe bewusst von Anfang an mit einem Guide gespielt um das meiste aus dem Spiel rauszukitzel und das True End zu bekommen im einem Run.
      Hätte ich auch mal machen sollen. Ich habe Royal einfach so gespielt und damit die Zusatzinhalte zielsicher verpasst und durfte einen dritten Durchlauf machen. Das war ein sehr unfreiwilliges NewGame+ :D
    • Die Kolumne trifft da bei mir einen Nerv. Erstmal die kurze und knappe Antwort: New Game + ist für mich eines der wichtigsten Features die ein Spiel haben sollte.

      Die lange Antwort: mich überrascht die Aussage nicht, dass NG+ in der heutigen Zeit überflüssig sein soll. Wir haben uns (leider) mit der Industrie in eine Richtung entwickelt, die eher lange unnötig durchgestreckte Spielzeiten, Story und eine "One-and-Done" Mentalität priorisiert. Dabei sollten Spiele absolut nicht so angesehen werden. Was man für sich selbst am wichtigsten schätzt kann man gerne für sich bestimmen. Ich finde aber Story sollte wirklich nicht der Hauptantrieb für ein Spiel sein und NG+ sollte nicht deswegen obsolet werden, nur weil man die Handlung und die Twists schon kennt. Das impliziert schon prinzipiell, dass mit dem Gameplay sehr stiefmütterlich (sowohl von der Entwicklerseite als auch von dem Konsumenten) umgegangen wurde. Genauso habe ich nie verstanden, wieso laute Ausrufezeichen auf der Map oder ein unvervollständigter Sidequest Katalog einem zum Weiterspielen motivieren soll.

      Ich bin ja hier jemand der schon ziemlich lautstark damit ist, wie sehr er Open Worlds hasst. Und das liegt auch unter anderen einfach daran, dass allein der erste Durchlauf in solchen Konstellationen keinen Spaß macht. Da verstehe ich auch schon, dass man keinen zweiten Durchlauf haben möchte. Spiele dieser Art sind leider auch omnipräsent geworden. Japan ist heute auch der einzige im Markt, der viel Wert auf Wiederspielwert legt. Tales schaltet im Endgame noch so viele Features frei, es wäre regelrecht eine Verschwendung sie nicht auch mal am ersten Boss auszutesten. Crisis Core hat mit dem Remaster viel an Wiederspielwert zugewonnen und ich erfreue mich aktuell sehr an einem NG+. Was wäre dann mit sowas wie Resident Evil? Oder Parasite Eve 2, welches ein flottes Spiel mit 5 unterschiedlichen Modi's ist, die immer das ganze Spiel auf den Kopf stellen? All meine Lieblingsspiele sind Spiele, die auf dieser Art und Weise einen (für mich unbezahlbaren) Mehrwert bieten.

      Heutzutage habe ich einfach festgestellt, dass mehr Fokus auf einzelne Spiele viel wertvoller ist, als sich durch den Jahreskatalog durchzuspielen. Man kann auch einfach nochmal besser und besser in diesen Spielen werden, so lange das Gameplay es zulässt. Ich kann einfach keine dummen Sidequests und Open World Strecker mehr sehen. Ich ertrage es nicht einmal mehr, von einer Cutscene unterbrochen zu werden. Ich will spielen! Und das am besten so oft wie es geht, für das Spiel wird schon 60+€ gezahlt, da sollte das Ding zumindest den Anstand haben, auch in einem 5. oder 6. Durchlauf noch spaß zu machen und gefälligst nicht ohne NG+ anzutanzen. Ein Persona 5 ist daher einfach uninteressant für mich. Vieles von Sony's Bibliothek fliegen daher auch bei mir raus, inklusive God of War Ragnarok. An Death Stranding habe ich auch relativ früh während der PR Kampagnen die Interesse verloren.

      Jedem das seine, versteht mich also nicht falsch. Aber Videospiele sind für mich keine Handtücher die man einmal benutzt und dann wegwirft. Sie sind eher eine Bereicherung fürs Leben. Mir kommt kein Spiel ins Haus, dass sich in Zukunft in Sachen Spaßfaktor nicht bewährt. Wieso sonst soll ich das Stück Plastik ins Regal stellen? Ich bin kein Sammler und will es auch nicht werden.
      ICH BIN IM INTERNET BABY LETS GOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO
    • Persönlich spiele ich Spiele nur äußerst selten ein zweites mal durch. Aber wenn, dann kann die Möglichkeit für ein New Game Plus nicht schaden. Es ist halt ein Quality of Life Feature, das ein Spiel bereichern kann, aber nicht zwingend muss. Ist ja eh nur Optional. Es sollten halt nur keine Features dahinter versteckt werden, die eigentlich von Anfang an in das Spiel gehören.

      Ob man Spiele wegen dem fehlen einer solchen Option in der Wertung abstrafen sollte, ist aber natürlich wieder eine andere Geschichte. Klingt für mich auch etwas überhart und wenig nachvollziehbar.
    • New Game Plus würde ich auf jeden Fall immer dabei haben wollen. Genauso wie einige andere Post Content Modes wie zb. einen Boss Rush Mode.

      Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man gameplaytechnisch / post-game-technisch viel mehr mit Spielen machen kann, als tatsächlich gemacht wird.

      Find ich immer wieder enttäuschend, dass Dinge, auf die jeder von selbst kommt, in Spielen nicht berücksichtigt werden.
    • Phew, also hätte die Autorin sich jetzt nicht in den Kommentaren zu zeigen gegeben, wäre ich glaube ich nicht drauf gekommen, dass Kerona die Kolumne geschrieben hätte :D (der ihre Artikel/Reviews ich normalerweise hier immer sehr schätze). Aber hier, bei dieser Kolumne, die Idee dahinter will bei mir jetzt nicht so ganz zünden. Klar, es soll ein wenig provokativ Gedankenanstöße liefern, was auch funktioniert (immerhin poste ich hier ja). Was für mich aber nicht funktioniert ist das Thema an sich. Es könnte auch ein Forum-Post im "Was nervt euch" Thread sein (hier vermutlich "Der Aufreg Thread" im Forum) wo OP in wenigen Worten erklärt, wieso er kein New Game+ mag. Was mir fehlt ist eine richtige Message hinter der Kolumne. Ein abschließendes Fazit. So ist die Kolumne für mich eher ein Kommentar, wo mir wirklich überzeugende Argumente gegen New Game+ und Post Content Inhalte fehlen.


      Brandybuck schrieb:

      EINHUNDERTUNDZWEI STUNDEN! Bei einer Spielzeit von 12 Stunden pro Woche ergibt das eine Zeit von 8,5 Wochen, also etwas über zwei Monate. Wieso sollte ich das Spiel also noch einmal komplett durchspielen wollen und weitere zwei Monate investieren, nur um den Titel nochmal zu zocken?

      Brandybuck schrieb:

      Ich erinnere da viele an Death Stranding, das viele scherzhaft als Paketboten-Simulator abgestempelt haben. Stellt euch mal vor, so ein Spiel hätte einen New-Game-Plus-Modus. Würdet ihr den Titel ernsthaft noch einmal spielen wollen?

      Hiermit habe ich tatsächlich die meisten Probleme. Man kann nämlich genau, ohne irgendwelche Angabe von Gründen, die Gegenfrage stellen: Wenn man Spaß mit den Spielen hatte, wieso sollte man sie nicht noch einmal durchspielen wollen und dann auch noch mit Extra-Modi, die das Prozedere verkürzen oder man seine Stats in einem neuen Durchgang eines solch langen Spiels übernehmen kann. Ich kenne zum Beispiel einige Leute, die Persona 5 Royal mehrmals durchgespielt haben und bei Elden Ring immer wieder nen neuen New Game+ Durchgang starten, wo man einfach seinen Charakter in den neuen Playthrough mit übernimmt. Gerade bei solch üppigen Spielen wird so ein Modus ja gefordert.

      Obwohl ich Spiele selten mehrmals durchspiele, kann ich aber dennoch die Kritik verstehen, wenn solche Modi halt nicht dabei sind. Trek to Yomi ist so ein Beispiel. Nach dem durchspielen landest du einfach wieder im Hauptmenü. Kein New Game+ und nicht einmal ne Kapitelauswahl wo du anschließend die Sammelbaren Lore-Gegenstände und die verschiedenen Enden freispielen kannst, ohne jedes mal wieder von 0 an ein komplett neues Spiel zu starten.

      Features wie New Game+ und Kapitelauswahl gehören einfach zum guten Standard der heutigen Videospielwelt. Ob man so etwas persönlich nutzt oder komplett drauf verzichten kann, ist ja ne andere Geschichte. Aber die Mehrheit nutzt solche Features und wenn du ein Spiel als Studio entwickelst, sollte so ein Post-Game Content in der Überlegung und Planung mit drin stecken. Für mich, als einfacher Konsument, ist es finde ich ein absolut legitimer Kritikpunkt heute so etwas in Reviews zu kritisieren, wenn in Spielen so ein Modus fehlt.

      Ist jetzt etwas harsche Kritik die sich eigentlich nur harscht liest, will aber lediglich damit ausdrücken, obwohl ich selbst zu der Spate "One and Done" gehöre, solche Modi für essentiell wichtig halte. Was mir wirklich fehlt in der Kolumne ist halt dieser Punch, der mir nochmal ganz klar zeigt, wieso so etwas unnötig ist und nicht zum Standardequipment neuer Spiele gehören sollte.

      "Are you afraid of other people? I know that by keeping others at a distance you avoid a betrayal of your trust, for while you may not be hurt that way, you mustn't forget that you must endure the loneliness." - Kaworu Nagisa


      Zuletzt durchgespielt:

      Return to Monkey Island 8,5/10
      As Dusk Falls 8/10