Final Fantasy VII Rebirth (PS5) - [Thread]

  • Mittlerweile habe ich das Spiel auch abgeschlossen und fange demnächst den hard mode an. Deshalb nochmal ne volle Review.



    Story:


    An der Story gefällt mir, dass man insgesamt sehr viel mehr Fokus auf Cloud und Tifa legt. Da bin ich einfach Tifa Fanboy.


    Was mir nicht gefällt ist diese ganze Zeitlinien Sache, die Neu-Interpretationen diverser OG Szenen sowie auch das sich Aerith zeitweise wie ein drittes Rad am Wagen anfühlt. Da haben sie in Remake eine deutlich bessere Balance hinbekommen. Schade ist auch, dass man kaum etwas aus der Compilation gemacht hat und dass man sehr viele Dinge, die in Remake angeteased wurden, kaum weitergeführt hat.


    Kann ich noch am Besten drüber hinwegsehen. Aber es wundert mich nicht, wenn das Spiel schlechte Verkaufszahlen hat, denn für die meisten ist die Story ja das Wichtigste. Und diese Timeline-Sache in der jetzigen Form ist wohl so ziemlich der größte Bockmist, den ich in einem FF Spiel bisher gesehen habe. Da muss man doch schon hardcore Nomura Fan sein, um dem noch folgen zu wollen, oder?


    Das hat mit dem Spirit von FF7 und auch mit der Compilation für mich eigentlich nicht mehr viel zutun.




    Kampfsystem:


    Das Kampfsystem gefällt mir grundsätzlich. Das erste Problem ist hier: Was nützt mir ein spaßiges Kampfsystem, wenn ich jedesmal minutenlang nach einem Gegner suchen muss? Dieses Kampfsystem fühlt sich für mich nach etwas an, dass erst beim Grinding so richtig in Fahrt kommen würde.


    Entweder man macht große Zonen, mit vielen Monstergruppen durch die man sich nach und nach durchschnitzen könnte. Und Wege dazwischen, die weniger Monster haben für die Storyspieler.


    Oder man gibt uns eine Option in den Einstellungen, die Respawn Punkte deutlich zu erhöhen oder zu verkleinern. Sodass jeder zu jeder Zeit selbst einstellen kann, wieviel er kämpfen will. Die Antwort auf diese Kritik ist natürlich der Kampfsimulator. Jedoch empfinde ich das Durchstreifen der Landschaften und das Genießen ihrer Musik eigentlich als einen wichtigen Teil des Grindens. Die optische Langweiligkeit und auch diese langen Ladezeiten des Kampfsimulators, kann man sich auf Dauer auch nicht antun.


    Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass man die Synergie-Fähigkeiten weggelassen hätte (die Synchro-Angriffe haben mir vollkommen gereicht) und das ganze Gameplay und Skill System etwas geordneter und übersichtlicher gestaltet hätte.




    Level- und Loredesign


    Die besten Regionen in Sachen Level- und Loredesign waren für mich Gongaga (insbesondere der Reaktor), Cosmo Canyon (insbesondere die Höhle der Gi) und der Tempel der Cetra. Die haben mir viel Spaß gemacht.


    Die größten Enttäuschungen waren für mich Junon und die Stadt der Cetra. Da habe ich mir viel viel mehr erhofft als einfach nur Minispiele bzw. einen Boss Rush.


    Was mich aber viel mehr immer wieder richtig ärgert, ist der Drang von Square in vielen athmosphärischen Momenten oder tatsächlich auch Cutscenes nervige QTEs, aufgezwungene Minigames oder auch diese Slowdowns von Cloud einzubauen. Es ist der Punkt, der mich im ganzen Spiel am Meisten frustriert. Das hat leider echt viele Momente kaputt gemacht.



    Sidecontent:


    Optionaler Sidecontent ist für mich son zweischneidiges Schwert.


    Ich finde es im Nachhinein toll, dass sich die Summon-Steine im Rahmen der Protosubstanzen doch noch als lohnend herausgestellt haben. Generell fand ich die Proto Quests ziemlich gut. Und das Ende hat sich für mich auch voll gelohnt. Ist wahrscheinlich der beste Teil des ganzen Spiels für mich.


    Mit Queens Blood, Chocobo Racing, Fort Condor und Gears & Gambit haben sie außerdem die für mich spaßigsten Minigames bisher erschaffen. Ich habe sogar richtig Spaß am Moogle House, obwohl das garnicht meine Art von Minispielen ist. Aber ich habe für alles maximal 3 Versuche gebraucht und der JRPG/Moogle Charme kicked hier für mich voll rein.


    Ich bin auch mit der Vielfalt der Minigames grundsätzlich einverstanden. Auch wenn es sich am Anfang nach etwas sehr viel anfühlt.


    Trotzdem ist es bedauerlich, dass man in so einer großen Karte mit so vielen Ruinen und verlassenen Orten keine ausgewachsenen Dungeons einbaut. Und sämtliche optionale Lore in Chadley Dialogen verpackt statt in (in engine) Cutscenes. "Show, don't tell" - heisst die Devise.


    Dann bekomm ich immer zu hören, dass würde ja zuviel Geld kosten. Ja dann macht die Maps eben kleiner oder wählt einen anderen visuellen Stil, der nicht soviel Geld verschlingt. Sorry aber dafür habe ich einfach kein Verständnis.


    Genau sowas wie die Protos oder auch die Höhle der Gi habe ich mir gewünscht. Aber vieeeel meeeeehr davon.



    Musik:


    Leider bin ich auch von der Musik größtenteils enttäuscht und das auf mehreren Ebenen.


    Erstens hat man den Nostalgiefaktor viel zu stark reduziert. Man spielt immer mal wieder Ansätze von bekannten Melodien ein, macht dann aber etwas beinahe völlig eigenes draus. Das ist genau die Vorgehensweise, die mir überhaupt nicht gefällt. Ich mag es viel lieber, wenn man die originalen Melodien geil remixed und dann für neue Sachen eben auch komplett eigenständige Songs macht. Sowie das Remake größtenteils auch gemacht hat.


    Zweitens haben mir besonders Story Boss Themes überhaupt kein Spaß gemacht. Es war größtenteils nur noch ein hektisches Durcheinander von Streichern und Chor, bei dem man wohl dachte, dass das irgendwie episch wäre. Solche Banger wie Airbuster oder die Turks fehlen leider komplett, es sei denn man hat halt direkt auf diese Songs aus dem Remake zurückgegriffen. Das waren dann aber halt auch besten Momente.


    Ich wills aber auch nicht komplett schlecht reden. Ich mochte die meisten Field Themes und auch im Kampfsimulator hab ich nen paar gute Sachen gehört. Ganz besonders die Guz Musik ist vllt das beste im ganzen Franchise. Insgesamt aber leider eher schwach.


    Der dritte Punkt ist der generelle Audiomix. Das ist echt der Horror. Manchmal ist die Musik zu leise. Manchmal zu laut. Manchmal dasselbe mit dem Effekten oder den Stimmen. Ich weiß, dass man das in den Einstellungen ändern kann, aber das hilft kaum, wenn die Dynamiken und Lautstärken derart hoch und runter gehen. Ich hab noch bei keinem Spiel so oft an den Boxen drehen müssen. Wenn man dann noch die grafischen Probleme hinzunimmt, merkt man leider, dass dem Spiel ein halbes Jahr Verschiebung echt gut getan hätte.




    Unterm Strich ist es für mich ein mittelmäßiges Spiel. Und ich hoffe, dass Hamaguchi seine Finger von einem FF8 oder FF9 Remake lässt. Während ich weniger Probleme damit hätte, wenn er was mit FF10 macht, denn die Spiele gingen ja eh schon immer diese Richtung. Sicherlich besser als FF13, FF15 und FF16. Aber leider auch nicht viel mehr.

  • Das Problem wegen Aerith am Ende und das hin und her und die Wasserszene das die fehlte, störte mich auch am meisten, davor war das Spiel ja ziemlich gut. Vor allem, auch wenn Cloud Aerith auch im Film sehen konnte, das hat mich ja nicht gestört, aber wieso schon sofort?


  • Ach das störte mich garnicht mehr. Das fand ich schon eher wieder lustig. Die Tatsache, dass



    Und das ist einfach albern. Kann ich nicht ernst nehmen.

  • Die Antwort auf diese Kritik ist natürlich der Kampfsimulator. Jedoch empfinde ich das Durchstreifen der Landschaften und das Genießen ihrer Musik eigentlich als einen wichtigen Teil des Grindens. Die optische Langweiligkeit und auch diese langen Ladezeiten des Kampfsimulators, kann man sich auf Dauer auch nicht antun.

    Das war schon einer meiner größten Kritikpunkte am Remake. Wenn man das Kampfsystem wirklich auskosten möchte muss man zwangsweise in die Arena oder den scheiß Simulator.

    Du willst den Schlauch nochmal zurücklaufen und paar Kämpfe mitnehmen? Sucks to be you, warte ne halbe Stunde fürn Respawn oder geh in die Arena.


    Schade, dass sich für Rebirth da nichts dran geändert hat.

    "Stand in the ashes of a trillion dead souls and ask the ghosts if honor matters. Their silence is your answer."

  • Tja, da wünscht man sich fast den guten alten Random Encounter zurück. ^^


    Ich fand das in FF13-2 immer am Besten gelöst. Es hatte nen Random Encounter aber die Monster tauchen per Blitz relativ vor einem auf, sodass man ihnen immernoch ausweichen konnte.

  • Ich kann es kaum glaube, ich habe endlich alle Simulationskämpfe geschafft. Dafür habe ich fast 3 Wochen gebraucht und habe jetzt auch PDST gegen Bahamut und Odin. Auch wenn es manchmal ein bisschen frustrierend war, habe ich glaub ich noch nie so viel spaß gehabt so zu taktieren und kreativ zu werden um mich durch die Kämpfe durchzubeißen. Das lag vor allem daran weil das Kampfsystem/Materia/Ausrüstung so viel Raum zum experimentieren und besser werden lässt, sodass ich immer mehr gemerkt habe wie ich immer besser voran kam. Jetzt am Ende hatte ich das für mich beste Build und konnte die meisten Gegner schon fast blind besiegen ( es ist einfach verrückt das man mit de richtigen Kombos Espers im Hardmode in Sekunden auseinander nehmen kann).


    Jedenfalls war das Gefühl es geschafft zu haben unglaublich (sogar noch besser als bei den Souls Games, da das hier um einiges Schwerer und taktischer war). Auch wenn man die Kämpfe an sich hätte ein bisschen kreativer umsetzen können, haben sie mir bewiesen das die Remake Trilogie für mich das beste Rpg Kampfsystem hat was ich je gesehen habe.


    Jetzt kann ich mich jedenfalls in Ruhe an einen erneute Durchgang im schweren Modus setzen.

    Gespielt 2024 Part 1

  • Hat jemand evtl. Erfahrungen bzgl. „Gametoys“ ? Hab das auf youtube gegunden das es da wohl auch scheinbar ziemlich gute Fuguren von Final fantasy gibt, aber keinen offiziellen online shop o.ä. ?

    „Look up at the Sky, there must be a Fantasy“

  • Hat jemand evtl. Erfahrungen bzgl. „Gametoys“ ? Hab das auf youtube gegunden das es da wohl auch scheinbar ziemlich gute Fuguren von Final fantasy gibt, aber keinen offiziellen online shop o.ä. ?

    Für FF gibt es doch den:

    Figuren


    Ich besitze nur eine von FF, Red XIII/ Nanaki und fand die damals super, sieht super aus und ist sehr beweglich.

    Allerdings waren das damals auch NUR 30€.


    Du kannst auch hier bestellen:

    https://figuya.com/de/taxons/final-fantasy

  • Okay, nach gut 85 Stunden bin ich jetzt auch durch mit dem Spiel. Ich will meine Erfahrungen teilen, aber mich ausnahmsweise mal WIRKLICH kurz halten, weil das ein Spiel ist, dass jedermanns Kätzchen hier schon gespielt und seine Meinung geteilt hat, also kann ich eh nicht so viel zur Konversation beitragen.

    Also... Final Fantasy 7 Rebirth ist für mich ein sehr gutes JRPG mit einer Top-Inszenierung, tollen Charakteren und viel Abwechslung, aber gewisse Dinge halten es davon ab, dass es zu einem meiner Favoriten wird.


    Fangen wir aber mit den positiven Aspekten an. Die Final Fantasy-Reihe war natürlich immer schon für ihre opulente Inszenierung bekannt, aber hier ist es geradezu absurd, wie viel Liebe zum Detail selbst in den kleinsten Momenten steckt. Jede Sidequest bekommt komplett eigene Animationen statt denselben fünf abgespulten Animationen, die man sonst so vorfindet. Die sind teils auf höherem Niveau als die Hauptquest vieler anderer JRPGs. Die Hauptquest ist dagegen gerade für ihre Länge von vorne bis hinten auf einem absurd hohen Niveau. Mir fällt selten die Kinnlade herunter, aber hier hab ich sie teils kaum mehr hochbekommen.


    Vor allem aber war ich überrascht, wie sehr mir die Charaktere ans Herz gewachsen sind. Ich finde die Charaktere im Original... okay, schätze ich, aber gerade wegen dem für mich ziemlich unbeholfenen Writing fühlten sie sich weniger als Charaktere für mich an, sondern mehr als Vehikel für die Story. Hier aber mag ich jeden der Charaktere. Cloud, Aerith, Tifa und natürlich der beste Mann Barrett hatte ich ja schon in Remake ins Herz geschlossen, aber die mochte ich ja schon im Original. Yuffie war für mich auch ein No-Brainer, ich hab ne Menge Potential darin gesehen, sie zu einem festen, nicht-optionalen Teil der Gruppe zu machen und ja, es hat für sie Wunder gewirkt.

    Aber ich mag auch... Red XIII und Cait Sith??? Das war ne Überraschung. Beide Charaktere waren mir im Original besonders schnuppe, vor allem Red XIII fand ich immer irgendwie... öde. Hier war es so, dass seine "Weiser Mann"-Attitüde teils auf seine wilden Instinkte traf, was sehr amüsant war. In Kapitel 5 hatte er einen irre witzigen Moment, bei dem ich breit grinsen musste. Und dann, beim Cosmo Canyon, haben sie seinen Charakter in eine Richtung genommen, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte und ihn wirklich in mein Herz katapultiert hat. Ich weiß nicht, ob das im Original auch so gedacht war, zumindest für mich kam das nie so rüber, aber seit er diese Veränderung durchgemacht hat, mag ich ihn sehr.

    Mein Favorit ist aber Cait Sith. Er ist einfach die ganze Zeit so ein Wonneproppen an Freude und Posititvität, dass ich ihn einfach mögen MUSS! Unironisch jetzt mein liebster Charakter in dem Spiel, was die Persönlichkeit angeht! Größte Überraschung für mich!

    tenor.gif


    Und dann die Abwechslung... ich bin beeindruckt, wie groß die spielerische Vielfalt in dem Spiel ist. Überall gibt es neue Minispiele zu entdecken, die das Geschehen immer mal wieder auflockern, egal, ob in der Hauptquest oder diversen Sidequests. Es ist regelrecht erstaunlich, wie viel man sich ausgedacht hat, obwohl einige Spieler sich nicht einmal darauf einlassen werden. Ich liebe Abwechslung in Spielen und das ist genau das, was ich mir wünsche. Ehrlich, manche der Sachen sind dann plötzlich so over-the-top inszeniert, dass ich mich fast in eines der Like A Dragon-Spiele versetzt fühle, herrlich!

    Nur hätte es für meinen Geschmack mehr Puzzls geben dürfen. Minispiele sind ne feine Sache, noch mehr freue ich mich aber, wenn ich zwischendurch mal meinen Denkapparat anschmeißen darf. Wenn Spieler schon teils neue Gameplaymechaniken auch in der Hauptquest lernen müssen, dann sollten wir auch nicht scheuen, sie ein wenig nachdenken lassen zu müssen. Gerade in den Dungeons hat mir das doch gefehlt. Das wäre noch das Sahnehäubchen auf dem Kuchen gewesen.


    So, das sind die Dinge, die ich vor allem mochte. Die Inszenierung, obwohl wirklich beeindruckend, ist allerdings nicht das, was ich wirklich in nem JRPG suche. Tolle Charaktere sind mir aber wirklich wichtig und gerade bei der Heldentruppe und sogar einiger Nebencharaktere konnte Teil VII hier glänzen und mir einen Trupp präsentieren, dem ich gerne gefolgt bin.

    Einziger Negativpunkt war für mich wie in Remake schon Sephiroth. Crisis Core hatte einen sehr guten Job gemacht, mir den Mann hinter dem Mythos näher zu bringen und ihn symphatisch darstellen zu lassen, daher ist es enttäuschend, dass er hier wieder n wandelnder Tumblr-Account ist. Mit pseudodeepem, prätentiösem Geblubber, dass ihn mehr lächerlich als imposant darstellen lässt.

    Aber okay, bis auf Crisis Core mochte ich Sephiroth nie sonderlich. Manche Dinge ändern sich schlicht nicht, aber es ist schade, dass er nicht ähnlich interessant dargestellt wurde wie der Hauptcast.

    Schließlich aber nicht zuletzt, während ich mir mehr Puzzles gewünscht hätte, habe ich mich dennoch über die vielen Minispiele und die spielerische Vielfalt gefreut.


    Und obwohl das alles sehr positiv ist, gibt es einige Dinge, die das Spiel für mich zurück halten, um in den spielerischen Olymp zu kommen.

    Und der Hauptgrund ist... es fühlt sich schon alles sehr aufgebläht an, oder?

    Das fängt schon mit dem "Open Zone"-Design an. Klar, die Sidequests sind schön, gerade die Protorelics sind teils wirklich cool... aber der Rest ist echt typische Ubisoft Tretmühle. Türme, Lebensquellen, Kampfherausforderungen, Göttliche Altare... ganz ehrlich, den Mist hätte es nicht gebraucht. Zwar habe ich persönlich nicht unbedingt was gegen diese Formel und teils ist es auch schön entspannend, aber es sticht halt sehr negativ hervor in einem Spiel, dass sich so sehr um spielerische Abwechslung bemüht. Zwar finde ich es super, dass sich jede Zone nicht nur optisch, sondern auch strukturell und durch die Chocobos mit ihren verschiedenen Fähigkeiten sehr andes anfühlt, aber das kaschiert die einsetzende Langeweile, denselben Kram wieder und wieder und wieder zu machen nur bedingt.

    Tatsächlich würde ich soweit gehen, dass ein Spiel wie Horizon Forbidden West das bessere Open World-Design hat. Dort sind die Sidequests nicht so gut, aber der Standardkram hat wenigstens einen eigenen Twist, der ihn frisch hält (wie die wandenden Langhälse als Türme) oder ist allgemein besser designt (ich finde, so ausgelutscht Banditencamps auch sind, wegen der verschiedenen Möglichkeiten finde ich sie spannender als Kampfherausforderungen, bei der man sehr spezifisch kämpfen muss).

    Also ist es für mich selbst innerhalb der Formel eher ein gemischtes Gefühl.


    Dann ist da die Story... man merkt teils wirklich stark, dass es hier der Mittelteil einer Geschichte ist, aufgebläht auf ein ganzes Spiel. Die Entwickler machen einen respektablen Job, es zu kaschieren mit der Inszenierung, tollen Charaktermomenten und dem Hinzufügen neuer Ereignisse... aber es gibt nur so viel, was man damit machen kann. Am Ende des Tages hat man eben nur eine Handvoll der Highlight-Momente des Originals zur Verfügung, die man immer mal wieder einstreuen kann, aber das Gesamterlebnis nicht unbedingt tragen kann. Und ja, diese Highlight-Momente GIBT es, sie machen aber im Vergleich einen zu kleinen Teil des Erlebnisses aus.

    Zumal die Erweiterungen in der Geschichte das Pacing auch negativ beeinflussen kann. Gerade in Kapitel 4 wurde der eher als spaßige kleine Abwechslung gemeinte Moment doch stark in die Länge gezogen, während in Kapitel 5 und 6 neue Downtimes eingefügt wurden, die das Spiel für einen Moment fast wie ein Urlaub für die Truppe wirken lassen, gelegentlich unterbrochen von dramatischen Momenten, speziell der Moment in der Cost del Sol wirkt hier echt wie ein Pace Breaker und untergräbt die Dringlichkeit der Situation enorm. Im Original war es einfach ein Ort, durch den man schnell durchlaufen konnte, hier war es quasie die Beach Episode. Und ich mag diese Momente in einem Vakuum, es sind die Momente, durch die ich die Charaktere wirklich zu lieben gelernt habe. Aber rückblickend betrachtet waren sie doch zu lang. Fügt dann noch die teils ereignislosen Open Zone-Elemente hinzu und teils verliert man dann schonmal aus den Augen, was storytechnisch eigentlich abgeht.

    Ehrlich, fast habe ich wirklich das Gefühl, dass das ein Urlaubs-RPG ist, ähnlich entspannend wie Mario Odyssey, bei der ich auf einer entspannenden Weltreise bin und der Plot in den Hintergrund rückt. Ein ETWAS anderer Ton als das Original, dass für mich teils sogar regelrechte Horror-Elemente hatte.


    Der Soundtrack ist in Ordnung, hat einige wirklich tolle Melodien, aber oftmals vermischt sich für mich alles auch in einem einzigen Brei für mich im Kopf. Gerade in der Oberwelt nervt es mich enorm, dass gefühlt jede Minute sich die Musik ändert, weil ich auf nem Chocobo bin oder jetzt in einen neuen Abschnitt der Oberwelt komme oder weil ich jetzt in einem Kampfareal bin. So kann sich die Musik nicht richtig in meinem Kopf festsetzen und die Atmosphäre der Zone nicht richtig unterstreichen. Ich hätte mir gewünscht, dass man wirklich ein einheitliches Theme für jede Zone genommen hätte und dabei geblieben wäre. Aber na ja.

    Es gibt neue Musik, die ich sehr mag. Mt. Corel ist regelrechter Ohrgasmus und auch das Theme der Gongaga Region ist fantastisch, aber vieles ist mir auch nicht wirklich in Erinnerung geblieben.

    Ein guter Soundtrack, der darunter leidet, dass er sehr unbeständig ist.


    Und das sind so die größten Enttäuschungen des Spiels, die es für mich zurück halten und ihm den Status "Meisterwerk" verwehrt halten.

    Storytechnisch kommt es für mich nicht an die besten Tales-Spiele dran, spielerisch hinkt es CrossCode hinterher.

    Als Gesamtpaket ist es dennoch ein tolles Spiel, dass man sich als Fan gerade von Remake definitiv anschauen sollte.


    Ich kann aber jeden Fan des Originals verstehen, den die Änderungen der Story zu weit gehen. Gerade das Finale... ich meine, ich finde es jetzt nicht superkacke wie viele anderen, ich mochte es für das, was es war, recht gern, aber es war doch zu konfus und hat den emotionalen Aspekt des Originals direkt wieder rausgerissen. Ich finde, dass die Richtung Potential hat und mag, was man so mit Cloud und Aerith am Ende noch angestellt hat, bin mal gespannt, ob da was bei rumkommt. Aber ich finde trotzdem, es wäre besser gewesen, man hätte sich mehr an die Vorlage gehalten und diese einfach erweitert, so wie man es zu 90% des Spiels auch getan hat.

    Es war nicht nötig, die Geschichte in eine gänzlich neue Richtung zu schubsen, ich glaube, die Geschichte einfach neu und erweitert zu präsentieren, hätte Fans wie Neulinge schon sehr zufrieden gestellt.

    Es fühlt sich wie eine Verschwendung an, dass die originale Geschichte nie die fantastische Neuerzählung bekommt, bei der die Remake-Trilogie doch so nah dran war.

    Ich selbst bin gespannt auf Teil 3, das bin ich wirklich. Aber dennoch... ein Remake, dass mir die originale Geschichte endlich nah gebracht hätte und das weniger aufgebläht... das wäre für mich ein echter Hit geworden.

    So schwankt das Spiel für mich zwischen "fantastisch" und "enttäuschend" und reiht sich so in das Label "sehr gut" ein.


    Mann, jetzt ist es schon wieder ein halber Roman geworden, ich hab nichtmal über das Kampfsystem gesprochen... kurz gesagt, gutes Kampfsystem, schön, wie abwechslungsreich auch die Gegnerriege ist, aber teilweise sind Gegner sehr nervig zu bekämpfen mit stark spezifischen Schwächen oder teils einem Stun Lock der Hölle.

    Echt spaßig, kommt für mich nicht an die besten Tales-Teile ran.


    So, das war´s jetzt wirklich. Lass mich in Ruhe!

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    Das Leben ist wie ein Roguelike mit Permadeath-Mechanik.

    Wer hat sich diesen Schwachsinn eigentlich ausgedacht?

  • Und der Hauptgrund ist... es fühlt sich schon alles sehr aufgebläht an, oder?

    How we made Monty Python's The Meaning of Life | Comedy films | The Guardian



    Wobei das eigentlich Fluch und Segen jedes Open World Spiel ist. Ich spiele z.B. grade Ghost of Tsushima und das Gefühl stellt sich auch da ein.

    Auf der anderen Seite hat ja meist auch die Möglichkeit zu sagen: Nein, das ist doof/hab keine Lust. Ich mach Hauptstory.

  • Tsuki


    Ja bei den beiden Shops hatte ich schonmal bestellt. Ich meine tatsächlich „Gametoys“ als eigenmarke (guck mal unter gametoys GT003 (oder andere Nummer) in google. Nicht mal sicher ob die offiziell lizenziert sind. Die haben halt scheinbar keinen eigenen Vertrieb. Sieht schon ziemlich gut aus, jedoch aufgrund von fake shops, Zoll etc. Dachte ich das hier evtl. Jemand dabei ist der sowas mal bestellt hat :).

    „Look up at the Sky, there must be a Fantasy“

  • Wobei das eigentlich Fluch und Segen jedes Open World Spiel ist. Ich spiele z.B. grade Ghost of Tsushima und das Gefühl stellt sich auch da ein.


    Im Großen und Ganzen geht es dabei um leere oder langweilie Welt vs. interessante oder interaktive Welt und hat eigentlich wenig mit Open World an sich zutun.


    Diesen Fluch und Segen kann man ja auch bei linearen Games finden, wenn man zum Beispiel FF10 mit FF13 vergleicht.


    Und auch wenn man die alten FFs nicht gerade als Open World bezeichnen kann, hatten sie ja trotzdem eine große Welt, die man untersuchen konnte. Und die hatten dieses Problem nicht, weil es pro Abschnitt halt eine Hand voll von Sachen gab, die aber dann auch ziemlich einzigartig und meistens auch wirklich belohnend waren. Und auch ein FF12 hatte dieses Problem nicht.

    Es ist klar, dass nicht jede Sidequest super spannend sein kann. Aber das Gesamtbild würde bedeutend positiver ausfallen, wenn man hier nach dem Motto weniger ist mehr oder Klasse statt Masse vorgehen würde. Ein paar Sachen, die wirklich spaßig und lohnend sind, anstelle eine lange Liste von Sachen, die einem eigentlich garnichts bringen und die eigene Zeit zu verschwenden.

    Alle hacken auf die Minigames rum. Aber ich glaube, da würde sich garkeiner drüber beschweren, wenn man einfach auch was interessantes mit der Welt gemacht hätte, wogegen die Minigames dann wirklich nur wie Minigames wirken. Denn wozu braucht man eine so große Welt, wenn es dort eh nichts spannendes zu finden gibt? Wie gesagt, beispielsweise für jeden Ort eine ausgewachsene Dungeon mit optionalem Summon, Bossen, Puzzles und in-engine cutscenes statt immer nur chadley.


    Und ein paar interessante Character challenges um sich näher mit deren individuellen Kampfstil anzufreunden. statt Katzen, Hühnern und Hunden hinterher zu jagen.


    Und dann noch die Minigames dazu. Das ergäbe einen guten abwechslungsreichen Mix.


    Auf der anderen Seite hat ja meist auch die Möglichkeit zu sagen: Nein, das ist doof/hab keine Lust. Ich mach Hauptstory.


    Technisch kann man das. Aber eine zufriedenstellende Spielerfahrung ist es in dieser Form nicht. Listen triggern nunmal den Komplettierer in einen.


    Und dann hat man die Wahl. Entweder lässt man sich durch eine gefühlt endlose Kette an Aufgaben aus dem Pacing reißen, oder man lässt sich durch ein Gefühl des Unterdrückens des inneren Komplettierers und damit auch ein Gefühl der inneren Unzufriedenheit aus der Immersion reißen. Beides fühlt sich jedoch perse scheisse an.


    Desweiteren nehmen diese Listen oder Marker dann auch jede Spannung raus. Zu einer guten RPG Erfahrung gehört es einfach, Dinge selbst herausfinden zu müssen. Welten und Systeme selbst zu erkunden. Und dafür auch ausreichend belohnt zu werden.

    Sodass man nicht mit der Story weitermacht, weil einem das Spiel sagt, dass jetzt alles erledigt ist. Sondern dass man mit der Story weitermacht, weil man innerlich in Punkto Erkundung erstmal zufriedengestellt ist.

    Und man sich nicht mehr für später aufheben will, weil man von der schiere Masse genervt ist, sondern weil man möchte, dass man auch nach dem Ende des Spiels noch einen Grund hat, nochmal zurückzukehren.

    Also es mag technisch gesehen, nicht der größte Unterschied sein. Aber psychologisch gesehen funktioniert die Art der Präsentation sehr anders.

  • Psycake

    Gut geschriebenes Review, sehr Konstruktiv. Ich lese gerne was du schreibst. :thumbup:

    Signatur fängt hier an...


    Currently Playing:

    Shadow Hearts(Playstation 2)



    Abandoned/Paused:

    Resident Evil 5(Playstation 5)


    Terminated:

    Koudelka(PSX Mini)

    Rise of the Ronin(Playstation 5)

  • Technisch kann man das. Aber eine zufriedenstellende Spielerfahrung ist es in dieser Form nicht. Listen triggern nunmal den Komplettierer in einen.

    Stück weit ja, aber ich bin echt froh dass ich bei Sachen die mir zu doof sind einfach sage: Leck mich, Spiel!

  • aber ich bin echt froh dass ich bei Sachen die mir zu doof sind einfach sage: Leck mich, Spiel!


    Klar, da tickt auch jeder ein bisschen anders.


    Ich bin zum Beispiel damit in Ordnung, wenn ich zu der Erkenntnis gelange, dass ich ansonsten zuviel Wiederholung und Frustration ohne irgendeinen Fortschritt erwarten würde. Die meisten Minigames spiele ich daher nur ein bis zwei Mal. Oder die super harten Challenges lass ich auch aus, weil ich einfach nicht so gut in Action Games bin und auch nicht werden will.


    Beim Listen abarbeiten ist das bei mir ein wenig anders. Es ist nicht frustrierend, weil es hart wäre. Es ist frustrierend, weil ich Side-Content liebe. Besonders dungeon-lastigen Sidecontent. Und ich überall sehe, was man aus der Welt hätte man können. Was ich mir auch im Vorfeld erhofft hatte.


    Wir haben die großen Maps. Wir haben überall diese verlassenen Orte und Ruinen. Dann diese Lifesprings und Summon-Stones. Die Summons und diese Mini-Bosse für Chadley. Die richtigen Zutaten sind also eigentlich schon da. Man müsste es nur besser in ein großes Ganzes verbinden, dass einen für diesen Zeitaufwand mehr gibt als nur das Gefühl fertig zu sein.

  • So jetzt habe ich auch den Hard Mode Durchgang geschafft und dieser hat den Namen meiner Meinung nach auch wirklich verdient, da es wirklich verdammt schwer war. Dafür hat es wieder extrem viel spaß gemacht mit den Builds herum zu experimentieren, da hier im Gegensatz zum 1. Teil weniger das Mana oder das nicht benutzen der Gegenständen sondern die Bosse die Schwierigkeit waren. Dadurch hat mir der der Modus in dem Teil auch um einiges besser gefallen als im 1. Teil (besonders der aller letzte Boss war auf Hard einfach wild mit den vielen Phasen und Charakteren).


    Durch den Hard Mode hat sich für mich aber auch der größte Kritikpunkt an dem Spiel für mich herauskristallisiert und zwar das fehlen von speicherbaren Materiasets. Ich liebe das Kampfsystem wirklich und für mich ist es das beste was ich in einem Rpg gesehen habe, da es sowohl die Vorteile der Echtzeit benutzt (flott, mit skill kann man viel rausholen, dynamisch) als auch die extreme taktische tiefe eines Rundenbasierten Kampfsystems besitzt (meiner Meinung nach ist es sogar taktischer als die meisten rundenbasierten). Es ist extrem geil das man sich bei jeden Boss eine Strategie zurechtlegen muss wie man ihn jetzt am besten besiegt, aber wie zur Hölle soll dies Spaß machen wenn man vor jeden verficketen Boss oder bei jeden Charaktere wechsel (und davon gab es viele) erstmal 10 min Materia umstellen muss. Die ersten paar mal ist es noch ok aber spätestens ab der Mitte des Spiel geht einen das so auf die nerven. Für mich war eher das hier der Grund warum ich fast abgebrochen habe und nicht die Schwierigkeit. Dies muss unbedingt beim nächsten Teil geändert werden vor allem wenn da noch 2 Charaktere dazu kommen, denn wenn nicht kotze ich echt im strahl. Abgesehen davon aber große Empfehlung für den Hard Mode da er nochmal eine schöne Challenge ist und nochmal alles aus dem Kampfsystem rausholt, man braucht nur ein bisschen Geduld für die Materia ^^ .


    Ansonsten muss ich jetzt nach ein paar Sachen machen um das Spiel komplett auf 100% zu bekommen, aber das schwerste habe ich wohl hinter mir.

    Gespielt 2024 Part 1

  • Ich musste den Hard mode leider abbrechen da ich einfach dieses bescheuerte Dämonentor nicht schaffe. Weiß nicht mehr welche Taktik ich noch bei dem beutzen soll. Sobald beide erscheinen macht mir das Vieh Probleme, meist hab ich dann einen geschafft aber der zweite machte mich dann kalt.

  • Ich musste den Hard mode leider abbrechen da ich einfach dieses bescheuerte Dämonentor nicht schaffe. Weiß nicht mehr welche Taktik ich noch bei dem beutzen soll. Sobald beide erscheinen macht mir das Vieh Probleme, meist hab ich dann einen geschafft aber der zweite machte mich dann kalt.

    Für mich war da eher der rote Drache das Problem da im Hard Mode aus was auch immer für einen Grund die Mechanik von ihm nicht funktionierte. Aber für das Dämonentor habe ich meine Standardstrategie benutzt. Also mit Aerith 4 mal feuer koppeln (magieverstäkung, mp absotion, tp absortion, schnell zauber) und dann noch magie plus, atb boost und genji armschutz. Dann halt versuchen schnell den magiekreis zu legen und atb zu sammeln (durch zb atb boost) um feuga zu spammen. Die anderen charaktere sind dann eher fürs tanken, Ener auf aerith und wall auf die Gruppe zaubern oder für limit mit götterdämmerung da. Wichtig ist halt das aerith nicht so schnell umgehauen wird. Dann müsste man es in relativ wenig versuchen schaffen.

    Gespielt 2024 Part 1