NieR: Replicant ver.1.22474487139

  • Und leider sind die Wiederholungen bei den Enden ja nicht das Einzige, was das Spiel künstlich streckt. Schon vorher und im Rahmen der Haupthandlung muss man ja ewig zwischen den Orten hin-und herlaufen, bei Sidequests auch nochmal wahnsinnig viele Stopps machen und die Schnellreisefunktion ist ja auch eher rudimentär. Das potenziert sich dann bei mehrerem Durchspielen nochmal alles. Ich habe bis Ending E durchgehalten, aber war schon echt froh, als ich endlich durch war.
    Auch wenn das Spiel einige Stärken hat, ist die Spielerfahrung doch arg "sperrig" - wenn auch verbessert, durch das neue Kampfsystem.


    Kleiner Witz am Rande: Ich hatte so nebenbei versucht die Lunar Tear zu züchten, ohne dafür jetzt extra Zeit zu verschwenden. Immer wenn ich im Dorf war, habe ich halt neue Blumen gepflanzt. Als ich vor dem Point of no Return von Ending D war, waren theoretisch gerade neue Blumen der letzten Züchtungsreihe gewachsen, aber ich hatte keine Lust wieder zurückzulaufen (den Palast konnte ich sowas von nicht mehr sehen, nachdem ich da jetzt bestimmt 8 Mal durch musste :S ), um nachzugucken, ob jetzt eine Lunar Tear gewachsen ist.
    Also habe ich durchgespielt und bin dann [Spoiler Ending E]

  • Scarlet Nexus braucht man aber nur zwei mal zocken, wobei muss man ja gar nicht wirklich da das Ende gleich bleibt.
    Und es ist schon vieles anders (andere Bosse, Gebiete) und nicht so wie bei Nier wo alles gleich war bis auf das Ende

  • Scarlet Nexus braucht man aber nur zwei mal zocken, wobei muss man ja gar nicht wirklich da das Ende gleich bleibt.
    Und es ist schon vieles anders (andere Bosse, Gebiete) und nicht so wie bei Nier wo alles gleich war bis auf das Ende

    Trotzdem hätte man die neuen Gebiete auch einfach mit in einen einzelnen Lauf mit einbauen können...

  • Trotzdem hätte man die neuen Gebiete auch einfach mit in einen einzelnen Lauf mit einbauen können...


    Und was für ein Sinn hätte das gebracht wenn der Charakter dieses Gebiet im Laufe der Story nie betritt? Mit welcher Begründung sollte man nen Charakter in ein Gebiet schicken das für dessen Story keine Relevanz hat?

    ~Nimm das leben nicht zu ernst du kommst eh nicht lebend raus~

  • Und was für ein Sinn hätte das gebracht wenn der Charakter dieses Gebiet im Laufe der Story nie betritt? Mit welcher Begründung sollte man nen Charakter in ein Gebiet schicken das für dessen Story keine Relevanz hat?

    Natürlich muss man ja aus den zwei Storys dann eine machen.


    Wenn ich schreibe, dass man die Gebiete ja in einen Durchlauf mit einbaut, dann bedeutet das natürlich auch, dass die Story entsprechend zu einer umgewandelt wird und die Gebiete in dieser Story ihre Relevanz haben.

  • Nachdem ich letztendlich ja noch an zwei Karten für das Nier Konzert vor kurzem kommen konnte, ist bei mir auf alle Fälle endgültig wieder der Nier-Damm gebrochen. Das wäre fast schon bei der Tür/Kirchen Aktion zu Nier: Automata passiert, aber nach der Konzert-Meldung wollte ich dann doch endlich mal wieder selbst die Hand an den Controller legen. Das sage ich in dem Wissen, weil ich kurz zuvor schon den Anime zu Automata angefangen habe (da sitze ich aktuell noch dran).


    Klar, irgendwo musste ich mich wirklich durchringen, weil ich Gestalt halt praktisch schon in- und auswendig kannte. Und das Remaster hat halt noch mehr Inhalt, soll heißen, alleine durch die recht üppige neue Main-Quest wird jeder Spieldurchgang nochmal länger. Denn für mich gab es hier nur eine Option: Diesmal erstmals alle Waffen sammeln und das neue Ende dann auch selbst spielen. Und diesmal muss man ja auch die Waffen aus dem DLC sammeln, um Zugang zu Ende C und D zu erhalten um letztendlich dann Ende E auch spielen zu können. Da muss ich halt sagen, hat sich teilweise schon gezogen wie Kaugummi und da hätte man sich wirklich ein gutes Beispiel an die Wind Waker und Twilight Princess Remasters nehmen können, die wirklich den Extraschritt gegangen sind und einige nervige Aufgaben verkürzt haben.


    Bei Nier Replicant ging es dann halt in die entgegengesetzte Richtung. Das Spiel ist noch länger nun. Für alle Waffen und das damalige True Ending (Ende D) hat mich dann auch wieder 40 Stunden gekostet. Dazu kommen halt aber noch den Aufwand, um Ende E zu erreichen (man muss erstmal 2 Stunden Spielen um nämlich dahin zu kommen) und die knapp 2 Stunden, die dieser neue Epilog zum durchspielen beansprucht.


    Und ganz ehrlich, die Plackerei hat sich gelohnt. Es hat mich einfach sehr an die ganze Modding-Geschichte aus dem vergangenem Jahr erinnert wo auf einmal bei Automata in der Copied City diese Tür auftaucht und zu dieser Kirche führt. Bei Nier Replicant ändert eine Cutscene auf einmal alles und in dem Moment, wenn man auf einmal Kaine spielt, spielt praktisch auf einmal das komplette Spiel verrückt und man sieht halt Orte, die nie zum Originalspiel gehörten.


    Dabei ist der neue Inhalt in Replicant gar nicht so neu. Die neue Main-Quest und Ending E basieren beide auf zwei Kurzgeschichten. Während man die Geschichte mit der kleinen Meerjungfrau nahezu 1:1 umgesetzt hat, geht Ende E später drastisch andere Wege als die Kurzgeschichte. Was natürlich daran liegt, dass Nier: Automata noch nicht existierte als die Kurzgeschichte geschrieben wurde.


    Ich war diesem Remaster (oder was auch immer es ist) damals sehr skeptisch eingestellt. Aber nachdem ich alles gesehen habe, muss ich sagen, es ist die ultimative Nier-Erfahrung, ohne dass das Original seine Bedeutung verliert. Das Original hat das flottere Pacing und den bessere Soundtrack und eigentlich noch immer den bessere Protagonisten. Mittlerweile aber habe ich auch bemerkt, die komplette Story ist einfach auf den jungen Nier zugeschnitten. Und das sage ich, obwohl der Timeskip-Nier mir ziemlich auf die Nerven geht. Man fragt sich halt irgendwann, wie aus so einem lebensfrohen, hilfsbereiten Jungen so ein verbitterter Erwachsener werden konnte, der spätestens nach 2 Stunden nur noch damit nervt, dass er gerne alle Schatten umbringen möchte. Dagegen ist Jack mit seinem Chaos-Fetisch aus Stranger of Paradise eigentlich noch völlig gemütlich gegen. Aber irgendwann wäre dann auch mal gut gewesen, immerhin ist er eigentlich noch einer der wenigen gewesen, der durch die Schatten etwas lediglich temporär, und nicht für immer verloren hat.


    Da fand ich den alten Nier, den Vater, teilweise deutlich glaubhafter als den Bruder. Und dann halt später noch dieser subtile Inzest, der da immer wieder durchkommt. Aber das ist eben nur die halbe Wahrheit. Ich habe mir etliche Szenen mit Daddy-Nier nochmal angeschaut und war schockiert darüber, wie schlecht und unpassend etliche Cutscenes einfach sind. Ich bin kein großer Fan von Bruder-Nier, aber die komplette Story ist nun einmal auf ihn ausgelegt. Da kommt vieles zusammen, es passt einfach. Und da Nier letztendlich auch ne Lovestory ist, passt der junge Protagonist einfach besser. Er hat mit Kaine und Emil gleich zwei Love-Interests (ich werde Yonah nun nicht dazuzählen) und das funktioniert beim Daddy einfach nicht.


    Beim neuen Soundtrack hatte ich anfangs viele Probleme, liebe den mittlerweile aber auch. Würde aber trotzdem noch den Original OST bevorzugen. Wie ich es mal sagte, "God Bounds by Rules" gehört zu meinen All-Time Favorites an Videospiel-Tracks (was immer noch kurios ist da ich das Lied mehr mit Dark Souls in Verbindung bringe). Und die Remaster-Version klingt einfach so verdammt anders. Dabei ist die neue Version einfach vielseitiger, es kommen mehr Instrumente vor und ist allgemein Abwechslungsreicher während das Original einfach dieses brachiale Musikstück ist, simpel gehalten und sich wiederholend. Aber für mich ist es und bleibt es mehr On-Point als die neue Version. Dafür läuft kurz vorher mit der neuen Version von "Temple of the Drifting Sands" eine Version des Songs, die ich hier nun deutlich schöner finde. Insgesamt aber schade, dass man nicht zwischen dem alten und neuen Soundtrack wechseln kann.


    Womit man sich aber richtig übertroffen hat, ist, dass man nach dem ersten durchspielen den Soundtrack von Automata auswählen kann. Und da hat man nicht einfach nur wahllos Songs aus dem Spiel geschnitten und in Replicant eingefügt, nein, man hat einfach die richtigen Songs ausgewählt und untermalt jede einzelne Kulisse und Cutscene sorgsam mit dem Automata-OST. Und baut da auch immer mal noch so kleinere Spielereien mit ein, die eigentlich gar nicht im Automata-OST vorkommen. Da hat das Sound-Team richtig großartige Arbeit geleistet.


    Ich hatte damals einige Zeit die japanische PlayStation 3 Version gespielt, kam da aber schnell an meine Grenzen, besonders durch die Visual-Novel Parts (von denen es ja nun noch mehr gibt). Hab also meinen ersten Durchgang erstmals komplett mit den japanischen Stimmen gespielt. Und auch wenn die japanischen Stimmen, wenig überraschend, stark sind, so bevorzuge ich die englischen Stimmen. Und muss auch noch anmerken, finde die japanische Stimme von Yonah so furchtbar, ich kann keine Sekunde hinhören wenn sie den Mund aufmacht. Großes Lob geht an Square Enix die glaube ich alle alten Sprecher für die neue Version zurückgeholt haben (Ausnahmen sind hier die beiden Sprecher für den jungen Nier sowie die beiden neuen Charaktere aus Ende E, deren Sprecher man aber auch aus Automata kennen dürfte). Liam O'Brien als Grimoire Weiss war praktisch schon damals Tyrion Lannister, noch bevor Tyrion Lannister als Serienfigur existierte (ich fand ihn auch in XIII-2 als Caius einfach super). Laura Bailey als Kaine ist immer noch super. Das ist nicht zu vergleichen mit zum Beispiel mit John DiMaggio im neuen FFX Audio-Drama wo er anscheinend komplett vergessen hat, dass er jemals Wakka gesprochen hat).


    Ich muss hier nun auch mal zum Ende kommen, könnte sonst ewig weitergehen. Obwohl es alles so vertraut war, war es für mich teilweise doch so, als würde ich ein anderes Spiel spielen. Und diese neue Version liefert dann auch noch genug Gründe, um den Vollpreis zu rechtfertigen. Hier ist mehr Arbeit reingeflossen, als ich es mir jemals gedacht hätte. Das Spiel ist mit seiner Thematik rund um Existenz, Menschlichkeit und Lebenssinn immer noch genau so gut, wie es damals schon war (dass es hier einen homosexuellen Charakter sowie einen weiteren speziellen Charakter gibt in einer Zeit, wo das nie ein Thema war, findet auch viel zu selten eine Erwähnung). Die vielen Neuerungen in der neuen Version was das Kampfsystem angeht und die neuen Inhalte, krönen das Gesamtpaket nochmal.


    Nier Replicant/Gestalt war damals das letzte Werk von Cavia und ich hätte mich enorm gefreut, wenn unter ihnen noch Cry-On (eingestampftes Mistwalker-Spiel) entstanden wäre. Cavia war schwankend, was Qualität angeht (siehe Drakengard), aber man hatte immer auch Ausreißer. Wenn ich mir ansehe, in welch miserabler Qualität Drakengard 3 erschienen ist, denke ich mir, hätte Cavia hier wohl das eindeutig bessere Spiel abgeliefert (wobei da natürlich auch andere Probleme hinzukamen).


    Ich hab nun Automata auf der Switch gestartet (mein zweiter Durchgang von dem Spiel) und hab mir jetzt endlich auch mal die Bücher aus dem Schrank geholt, die hier schon so lange bei mir liegen (jetzt im September erscheint ja endlich Grimoire Nier und die Roman-Umsetzung zu Replicant). Ich hab die Hoffnung mittlerweile schon leicht aufgegeben, in absehbarer Zeit was neues von der Reihe zu sehen, von daher gebe ich mir nun das, was verfügbar ist.


    Das Remaster, Remake, neue Version oder wie immer man es auch nennen mag bekommt von mir eine 9,5/10.

    “I have this strange feeling that I'm not myself anymore. It's hard to put into words, but I guess it's like I was fast asleep, and someone came, disassembled me, and hurriedly put me back together again. That sort of feeling.”



    Zuletzt durchgespielt:


    Resident Evil 3: Nemesis 9/10

    Silent Hill: The Short Message (Unscored)

    Like a Dragon Gaiden 9/10

    Einmal editiert, zuletzt von Somnium ()