Im Test! Nexomon: Extinction

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    • Im Test! Nexomon: Extinction

      Titel Nexomon: Extinction
      Japan 28. August 2020
      PQube
      Nordamerika 28. August 2020
      PQube
      Europa 28. August 2020
      PQube
      System PCs, PS4, Nintendo Switch, Xbox One
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler VEWO Interactive Inc.
      Genres RPG
      Texte
      Deutschland Nordamerika 
      Vertonung Nordamerika 

      Auch wenn dieses Jahr mit vielen negativen Nachrichten zu Buche schlug, gab es doch auch Lichtblicke. Das Monstersammel-Genre beispielsweise konnte dieses Jahr einen starken Aufschwung feiern. Neben bekannten Gesichtern wie Pokémon Schwert und Schild, die mit zwei DLCs zu neuen Abenteuern einladen, stiegen auch völlig neue Kontrahenten in den Ring. Darunter unter anderem „Monster Sanctuary“, „Temtem“ und „Nexomon: Extinction“.

      Die Nexomon konnten sich bereits 2019 auf mobilen Geräten einen Namen machen und haben im Sommer 2020 auch auf Steam Einzug gehalten. Mit Nexomon: Extinction wagt Entwickler VEWO Interactive Inc. auch den Sprung auf die heimischen Konsolen und verspricht ein episches Abenteuer mit über 300 Kreaturen. Doch wird dieses Versprechen auch gehalten? Ich habe mir meine Nexotraps geschnappt und bin für euch auf die Pirsch gegangen.

      Der Erbe des Monsterkönigs

      Vor hunderten von Jahren besiegte eine Gruppe Helden den legendären Omnicron, Herrscher der Nexomon und rettete die Menschheit vor der Vernichtung durch die feindlich gesinnten Monster. Doch das Gesetz der Nexomon will es, dass ein neuer Herrscher auf den Thron steigt, da sonst Chaos und blinde Zerstörungswut unter den Nexomon ausbricht.

      Riesige Skelette gefallener Tyranten sind überall zu finden.

      Dieses von Chaos geprägte Zeitalter bringt mächtige Nexomon hervor, bekannt als Tyranten, die um die Vorherrschaft und den Titel als König der Monster kämpfen. In ihrem Weg lassen sie nichts als Zerstörung zurück, was die Menschheit dazu gezwungen hat, in wenige verbliebene Siedlungen zu flüchten.

      Unsere Reise beginnt in einem Waisenhaus, an dem Tag, an dem wir offiziell in die Gilde der Tamer aufgenommen werden. Als Tamer haben wir die Erlaubnis, Nexomon zu fangen und zu zähmen sowie den Menschen überall in ganz Parum zu helfen. Was als ganz normaler Tag beginnt, entwickelt sich schon bald in ein wildes Abenteuer voller Drachen, Tyranten, mächtiger Tamer… und zahlreicher Plot-Twists!

      Auf dem Weg zum Meister-Tamer

      Wie in jedem Monstersammelspiel stellt mich Nexomon: Extinction vor die schwere Wahl, mich für einen Starter zu entscheiden. Mich zu entscheiden fiel mir sogar noch schwerer als sonst, da man genreuntypisch nicht zwischen drei, sondern ganzen neun Startermonster wählen kann! Diese Zahl ist nicht zufällig gewählt, sondern entspricht der Anzahl an Elementtypen im Spiel.

      Anders als in Pokémon kann jedes Nexomon nur ein Element haben. Komplexere Wechselwirkungen, die durch zwei Typen ausgelöst werden, gibt es also nicht. Mein neuer Partner darf sein Können dann auch direkt in einem Kampf erproben. Der Kampfbildschirm ist übersichtlich und leicht zugänglich. Jeder Menüpunkt wie Angriff, Items wählen oder Flucht ist direkt einem der vier Knöpfe auf dem Controller zugewiesen.

      Jedes Nexomon kann über maximal vier Attacken gleichzeitig verfügen, die unterschiedlich viele Ausdauerpunkte kosten. Ist die Ausdauer aufgebraucht, muss sich das Nexomon erst ausruhen oder mit einem Äther wieder fit gemacht werden, damit es weiterkämpfen kann. Die Wechselwirkungen zwischen den Typen ist in Nexomon wichtiger denn je, denn das Spiel hat durchaus fordernde Kämpfe. Mit nur einem Nexomon oder einem Team, das nur aus einem Typ besteht, kommt man nicht weit.

      Angriff ist die beste Verteidigung

      »Es gibt zwar hinderliche Statuseffekte und Attacken, die die Fähigkeiten eines Nexomon kurzzeitig steigern. Allerdings ist es in den meisten Fällen besser, einfach draufzukloppen.«

      Doch selbst mit einem ausgeglichenen Team musste ich gelegentlich ein paar Grindrunden einlegen. Zu viel leveln darf ich allerdings auch nicht, da die Gegner abhängig von meinem höchsten Level und dem Fortschritt innerhalb der Geschichte mitleveln. Um die Kämpfe etwas leichter zu machen, kann ich meine Nexomon mit bis zu vier Nexocores ausrüsten. Diese Kristalle bringen Bonuseffekte wie erhöhten Angriff, mehr Verteidigung, Ausdauer, Erfahrungspunkte und Ähnliches mit sich.

      An dieser Stelle möchte ich jedoch einmal erwähnen, dass das Spiel zu Release wirklich zäh war, da der Schwierigkeitsgrad sehr unausgeglichen war und die eigenen Monster viel zu langsam Erfahrungspunkte sammelten. Nachdem sich genug Spieler beschwerten, passten die Entwickler den Schwierigkeitsgrad an und platzierten am Anfang des Spiels Heilkristalle und nützliche Items, mit denen der Start ins Abenteuer nun wesentlich angenehmer ist.

      Häufige Besuche beim Heiler lassen sich nicht vermeiden.

      Wer jetzt denkt, dass ich einfach strategischer hätte spielen sollen, ist leider komplett auf dem Holzweg. Nexomon: Extinction bietet nämlich nur wenig strategischen Tiefgang. Es gibt zwar hinderliche Statuseffekte und Attacken, die die Fähigkeiten eines Nexomon kurzzeitig steigern, allerdings sind die Auswirkungen so gering, dass es in den meisten Fällen besser ist, einfach draufzukloppen. Am weitesten kam ich tatsächlich, indem ich so viele Typen abgedeckt habe wie möglich und dann der Situation entsprechend das passende Monster eingewechselt habe.

      So viele neue Freunde

      Aber wie kam ich denn überhaupt an neue Nexomon? Indem ich sie in meinen coolen Nexotraps gefangen habe! Diese eckigen kleinen Wurfobjekte gibt es in verschiedenen Ausführungen, die je nach Modell auf bestimmte Typen einen stärkeren Effekt haben. Mit Wasser-Nexotraps bekomme ich beispielsweise einen Fangbonus auf Wasser-Nexomon. Um die Fangchancen noch weiter zu verbessern, kann ich den Nexomon Futter zuwerfen. Jedes Monster hat hier seine eigenen Vorlieben, die die Fangrate unterschiedlich stark in die Höhe treiben. Auch die verbleibenden KP, Ausdauer und Statuseffekte beeinflussen die Fangrate.

      Ein kleines Minispiel, bei dem man in einer vorgegebenen Zeit Knöpfe in einer bestimmten Reihenfolge drücken muss, rundet das Fangerlebnis ab. Mir gefällt dieses Fangsystem definitiv besser als in Pokémon, da ich viel mehr in den Prozess involviert bin. So entsteht direkt eine Bindung zum Monster meiner Wahl und die Freude ist umso größer, wenn ich es endlich gefangen habe. Meine Sammelsucht wird auch voll und ganz befriedigt, denn Nexomon: Extinction beheimatet über 380 Monster, die es zu entdecken gilt. Das sind so viele wie die ersten drei Pokémon-Generationen zusammen!

      RPG oder Sitcom?

      »Die Charaktere versprühen viel Charme und heben sich durch die unterschiedlichsten Wesenszüge voneinander ab. So gelingt es dem Spiel, mich direkt in seinen Bann zu ziehen.«

      Nexomon: Extinction ist eines der Spiele, die sich selbst nicht ernst nehmen und dadurch für viele unterhaltsame Momente sorgen. Seien es die Charaktere, die sich gegenseitig aufs Korn nehmen, oder der freche Begleiter Coco, der die vierte Wand bricht und sich über das „schlechte“ Writing beschwert.

      Dies ist allerdings alles andere als schlecht, denn zwischen all dem Sarkasmus und der Slapstick-Comedy gibt es auch ernste Momente, die unser Handeln als Spieler in Frage stellen. Die Charaktere versprühen viel Charme und heben sich durch die unterschiedlichsten Wesenszüge voneinander ab. So gelingt es dem Spiel, mich direkt in seinen Bann zu ziehen. Einzig die deutsche Übersetzung sorgt gelegentlich für ein unsanftes Erwachen.

      Die Entwickler nehmen Kritik mit Humor und sind sich nicht für Selbstironie zu schade.

      Über Tippfehler könnte ich noch hinwegsehen, auch wenn diese nicht gerade rar gesät sind. Aber teilweise enthalten die Texte komplett falsch übersetzte Passagen, die selbst der Google-Übersetzer nicht besser hätte verpatzen können. Eins meiner Lieblingsbeispiele hierfür ist die Datenbankbeschreibung eines der Nexomon: Hier wird beschrieben, wie es gefährliche Angriffe mit seinem Labyrinth austeilt… wie viel ein einziger Buchstabe ausmachen kann, zeigen die englischen Wörter „maze“ und „mace“.

      Ersteres eben Labyrinth und letzteres Keule, was in diesem Fall die korrekte Übersetzung gewesen wäre. Ab und zu finden sich sogar noch Überbleibsel von Codebefehlen, die den Text animieren oder fett markieren sollten. Auch scheint sich das Spiel nicht entscheiden zu können, welche Anrede passend ist, obwohl ich mich zu Beginn zwischen einem weiblichen und einem männlichen Protagonisten entschieden habe.

      So schön können 2D-Spiele sein

      Gezeichnete Zwischensequenzen bereichern die Geschichte des Spiels.

      Die Wahl fiel mir auch gar nicht so leicht, da die Entwickler eine große Auswahl an Charaktermodellen zur Verfügung stellen. Es ist sogar möglich, während des gesamten Spielverlaufs den gewählten Charakter zu wechseln. Leider hat die Charakterauswahl keinen Einfluss auf die gezeichneten Zwischensequenzen, hier werden stets die vom Entwickler gewählten Standardmodelle gezeigt. Dies tut den Szenen allerdings keinen Abbruch, da diese wahre Hingucker sind, es wäre nur ein schönes Detail gewesen.

      Ebenso schön wie die Zwischensequenzen gestaltet sich die gesamte zweidimensionale Spielwelt. Die Grafiken sprühen vor Leben. Überall bewegt sich etwas und alles ist in kräftige Farben getaucht. Die Welt ist in viele Gebiete unterteilt, die sich alle durch ihre individuelle Farbpalette voneinander abheben. Auch die Kampfhintergründe sind an das jeweilige Gebiet angepasst und ebenfalls teilweise animiert. Egal wo ich hinschaue, überall entdecke ich etwas, an dem sich meine Augen erfreuen können.

      »Ebenso schön wie die Zwischensequenzen gestaltet sich die gesamte zweidimensionale Spielwelt. Die Grafiken sprühen vor Leben.«

      All das wird noch mit toller Musik untermalt, die immer gut in die Szene passt. Geisterhafte Melodien im gruseligen Spukwald, rockige Klänge im feurigen Vulkan und sanfte Töne, die die klirrende Kälte der Tundra perfekt einfangen. An manchen Stellen habe ich sogar Musik aus dem ersten Teil wiedererkannt. Allgemein enthält das Spiel viele Anspielungen auf seinen Vorgänger. Ich denke aber, dass man Nexomon: Extinction auch genießen kann, ohne den ersten Teil zu kennen. Mit über 30 Stunden Spielzeit und einem Postgame bekommt man ein Abenteuer zum besten Preis geboten, das ich nur wärmstens empfehlen kann.

      Ein neuer König der Monster erhebt sich

      Ich hatte mich sehr auf Nexomon: Extinction gefreut, da ich den Vorgänger bereits auf iPad gespielt habe und mir dieser sehr gut gefallen hat. Die Designs der Nexomon lassen keine Wünsche offen, für jeden Geschmack ist etwas dabei und auch die Spielwelt ist wunderschön. Zu Release habe ich aber erst einmal eine herbe Enttäuschung erlebt. Wo der erste Teil locker flockig von der Hand ging, fühlte sich der Nachfolger zäh und träge an. Ich musste mich teilweise sehr zum Weiterspielen motivieren. Doch dann kam das Update! Ohne das Update hätte ich Nexomon: Extinction nur den grindfreudigsten Spielern empfohlen, aber mit dem Update wurden so gut wie alle Mankos ausgemerzt, die mich gestört haben.

      Der Schwierigkeitsgrad wurde auf ein flüssig spielbares Niveau gesenkt. Die Attackenwahl bleibt jetzt auf dem Angriff stehen, den man zuletzt ausgewählt hat; vorher ist es immer wieder auf die erste Attacke gesprungen. In der Datenbank lässt sich, wie im ersten Teil, einsehen, auf welchem Level sich Nexomon entwickeln. Nun ist es auch wesentlich leichter, das eigene Team auf ein vernünftiges Level hochzutrainieren.

      Einzig die gelegentlich auftretenden Spielabstürze lassen einen negativen Beigeschmack zurück. Aber Autosave sei Dank fallen diese meist nicht allzu sehr ins Gewicht. Es fehlt nicht mehr viel, dann könnte Nexomon tatsächlich ein ernstzunehmender Konkurrent für Pokémon werden. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterhin gespannt verfolgen und hoffe, dass der am Ende des Spiels angeteaserte dritte Teil tatsächlich Realität wird.

       

      Story

      Spannende Action und Slapstick-Comedy reichen sich die Hand für ein durchweg spaßiges Abenteuer.

      Gameplay

      Klassisch rundenbasiertes Rollenspielprinzip nach Pokémon-Formel.

      Grafik

      Die zweidimensionale bunte Spielwelt voller Animationen und Zwischensequenzen ist eine wahre Freude fürs Auge.

      Sound

      Die Musik erzeugt eine durchweg stimmige Atmosphäre, wenn auch viele Stücke nicht sehr einprägsam sind.

      Sonstiges

      Gelegentliche Spielabstürze, die dank Autosave-Funktion nicht zu stark ins Gewicht fallen. Für mehr Spielspaß auf jeden Fall das Update installieren!

      Bildmaterial: Nexomon: Extinction, PQube Games, VEWO Interactive Inc.

    • Nach dem Review fühle ich mich in meiner Entscheidung, die englische Sprachausgabe auszuwählen, sehr bestärkt haha. Ich hatte irgendwie gleich in der Eingangssequenz einen Tippfehler gesehen und dachte mir gleich: "Oh Gott, das geht schief." Und wie es aussieht, habe ich da leider Recht behalten ^^' Man kann es sicherlich auch auf Deutsch spielen - so schlimm ist es dann vielleicht nicht -, aber da zeichnet sich dann wahrscheinlich auch einfach das begrenzte Budget ab. Na ja.

      Insgesamt stimme ich dem Review wirklich durchweg zu :) Ich fand das Spiel auch grandios. So anstrengend fand ich den Einstieg auch ohne Update zwar nicht - das mag aber auch damit zusammenhängen, dass ich ähnliches von Shin Megami Tensei-Spielen schon gewohnt bin -, aber ich habe mich auch sehr über die Updates gefreut. Das hat vieles angenehmer gemacht und es dauerte ja auch wirklich nicht lange, bis die Entwickler die Updates ausgerollt hatten. Tatsächlich hatte ich nach dem letzten Update auch keine Crashes mehr (ebenfalls auf der Switch).
    • Sehr schöner Test!
      Bin auch ganz begeistert von dem Spiel! Fand den Einstieg am Anfang zwar sehr fordernd, aber nicht so schlimm. Das Update, was den Schwierigkeitsgrad senkt hatte ich dann doch erst mal noch nicht mitbekommen, da ich es dann doch erst mal zur Seite gelegt hatte. ( und vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin hatte ich ja schon über 20 Stunden rein gesteckt, da war dann das day one update mit Umstellung des Kampfanzeige schon ungewohnt) Aber dann werde ich wohl doch mal wieder weiter spielen, wenn der Fortschritt jetzt ein wenig schneller geht. Crashes hatte ich glücklicherweise gar keine. Und die deutsche Übersetzung fand ich eher witzig, mit den Fehlern.