Im Test! Uncharted: Legacy of Thieves Collection

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Im Test! Uncharted: Legacy of Thieves Collection

      Titel Uncharted: Legacy of Thieves Collection
      Japan 28. Januar 2022
      Sony Interactive Entertainment
      Nordamerika 28. Januar 2022
      Sony Interactive Entertainment
      Europa 28. Januar 2022
      Sony Interactive Entertainment
      System PlayStation 5, PC (2022)
      Getestet für PlayStation 5
      Entwickler Naughty Dog
      Genres Action-Adventure
      Texte
      Deutschland Nordamerika 
      Vertonung Deutschland Nordamerika 

      Nach einer Handvoll enttäuschenden JRPGs, einem Kartenspiel für Kinder und einer gigantischen Weltraum-Oper war es wirklich mal wieder an der Zeit, meiner virtuellen Mordlust zu frönen. Und wie könnte das besser gehen, als mit einem der beliebtesten Massenmörder, der Zeit seines Lebens durch die Weltgeschichte streift und jede ethnische Gruppe eigenhändig, mit fast schon chirurgischer Präzision, dezimiert?

      Die Rede ist natürlich von keinem anderen als Nathan Drake, der mit seinem Schicksal auf PlayStation 3 vor 14 (!) Jahren sein Debüt feierte. Mit der neuen „Legacy of Thieves“-Collection bekommt Nathans letztes Abenteuer einen neuen Anstrich und, damit dem Namen „Collection“ alle Ehre gemacht wird, gibt es den preisgekrönten DLC, The Lost Legacy, noch obendrauf.

      Ein großes Update?

      Somit erhalten zwei der heute noch schönsten Spiele aller Zeiten fünf beziehungsweise vier Jahre nach Release eine Neuauflage für die aktuell immer noch schwer zu fassende Konsole PlayStation 5. Doch was bringt die neue Hardware bei bereits derart polierten Spielen überhaupt? Die Antwort erfahrt ihr in den folgenden Absätzen.

      Damit Leser mit schwachen Herzen nicht vor Spannung in Ohnmacht fallen, folgt gleich die Antwort auf diese Frage. Kurz: nicht viel. Von den vielen Verbesserungen, die groß beworben werden, sind es hauptsächlich drei, die einen größeren Impakt auf das Spielerlebnis haben. Erstere ist die wie heutzutage übliche Auswahl zwischen den bevorzugten Grafik-Modi: Leistung, Leistung+ und Optik.

      Die Wahl fällt also zwischen einer Auflösung von 4K mit einer Framerate von 30 fps (Optik) oder 1440p und 60 fps (Leistung). Besitzt man einen Bildschirm mit 120 Hz, dann steht einem zudem mit 1080p und ganzen 120 fps der Leistung+-Modus zur Verfügung. Zu dieser glücklichen Minderheit konnte ich mich leider nicht zählen.

      Ein Fest für die Augen

      Glücklicherweise kann man zu jeder Zeit im Menü den gewünschten Modus wechseln und so ein wenig ausprobieren, welcher den eigenen Geschmack am besten trifft.

      Mich persönlich konnten die butterweichen 60 fps weitaus mehr überzeugen als die 4K-Auflösung, die im Vergleich zu meiner Erinnerung von Uncharted 4: A Thief’s End und The Lost Legacy keinerlei merklichen Unterschied machte. Die verdoppelte Bildrate macht sich jedoch zu jeder Sekunde bemerkbar und sorgt für ein wesentlich angenehmeres Spielerlebnis.

      Vor einigen Jahren hatte ich bereits das Vergnügen, Uncharted 4: A Thief’s End für diese Seite zu testen. Damals konnte ich nicht genug Superlative finden, um meiner Begeisterung für die optische Qualität die richtigen Worte zu verleihen. Und wer hätte gedacht, dass zwei der schönsten Spiele aller Zeiten nicht mal sechs Jahre nach ihrem Release noch auf ganzer Linie überzeugen.

      Guckt man sich nun die beiden Veröffentlichungen im direkten Vergleich an, welchen man online auf diversen Plattformen bestaunen kann, fällt somit allenfalls nur ein kleiner Unterschied auf. Das ist eindeutig der Tatsache geschuldet, dass beide Spiele bereits zu ihrem Release optisch über jede Kritik erhaben waren.

      Die Kraft der 5

      Nun aber zu den anderen wichtigen Updates, die beide weniger mit der Kollektion selbst, als mit der neuen Hardware zusammenhängen. Zum einen wäre da der DualSense-Controller. Die adaptiven Trigger fühlen sich dank passender Reaktion zu den vielen Waffen so viel besser und intensiver an als die alten Schultertasten des DualShock 4 und beweisen einmal mehr, dass es tatsächlich so kleine, kreative Ideen sind, die von der spielerischen Seite her wesentlich wichtiger sind als ein paar Pixel mehr auf dem Bildschirm. Die überarbeitete Vibration ist noch ein kleines, durchaus willkommenes Extra.

      »Die adaptiven Trigger fühlen sich dank passender Reaktion zu den vielen Waffen so viel besser und intensiver an als die alten Schultertasten des DualShock 4.«

      Was mich jedoch am meisten überzeugen konnte, ist die SSD-Festplatte der Konsole. Nach einem unfreiwilligen Tod oder vor Start der Software dauert es keine drei Sekunden, bis man wieder mitten im Geschehen ist. Vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden macht das einen enormen Unterschied, der den Spielfluss verbessert und dadurch den Spielspaß erhöht.

      So, was kann man jetzt noch zur Story und zum Gameplay sagen, das vor gar nicht so langer Zeit schon zur Genüge durchgekaut wurde? Nichts. Inhaltlich hat sich bei den beiden Spielen nichts getan. Aber großartig viel Potenzial für Verbesserungen war ehrlicherweise auch nicht vorhanden, da beide Spiele auch mit ihrer Erzählung, den Dialogen und den interessanten Charakteren komplett überzeugen konnten. Nathans letzte Reise ist nach wie vor seine persönlichste und mit Nadine Ross und Chloe Frazer nehmen danach noch zwei richtig starke Damen das Ruder in die Hand.

      Das Gute und das weniger Gute

      Getragen werden beide spannenden Reisen von nahezu perfekten Darbietungen der Motion-Darsteller und Synchronsprecher. Und auch wenn der Soundtrack bei der ganzen Action zu oft in den Hintergrund rückt, so sorgt er in den richtigen Momenten stets für eine optimale Atmosphäre.

      Glücklicherweise kann man seinen alten Spielstand auch auf die Legacy of Thieves Collection übertragen, sofern man überhaupt einen hat und sofern die Speicherstände von PlayStation 4 auf die Cloud oder per USB-Stick auf PlayStation 5 übertragen wurden.

      Leider hat man sich meines Erachtens beim Preis für die Kollektion etwas vergriffen. Zumindest wenn man plant sich diese als Standalone-Variante zu holen. Besitzt man jedoch eines der beiden beinhalteten Spiele für PlayStation 4 (oder holt sie sich für einen deutlich günstigeren Preis), dann zahlt man nur einen geringen Aufpreis für das Update und sogar den anderen Teil der Collection, der noch nicht im Besitz war. Das wiederum erscheint mir durchaus fair.

      Keine schwere Entscheidung

      Und jetzt zum Schluss noch die vielleicht wichtigste Frage: War nach knapp fünf Jahren ein Remaster dieser beiden Spiele für PlayStation 5 wirklich nötig gewesen? Es mag sich hart anhören, aber nein, nicht wirklich. Zumal da die Konsole eine kostenlose Abwärtskompatibilität zu Spielen des Vorgängermodells erlaubt.

      Warum also hat man bei Sony das Geld in die Hand genommen für diese Kollektion? Die Antwort ist so simpel, wie sie unspektakulär ist: Uncharted: Legacy of Thieves Collection ist nicht nur ein simples Remaster für die aktuelle Konsolengeneration, sondern (etwas später) auch der erste große Auftritt der Uncharted-Reihe für PCs.

      Und wenn man dafür schon Arbeit in eine Überarbeitung investiert, dann kann man sie auch gleich für PlayStation 5 erscheinen lassen. Und warum auch nicht? Während die optischen Updates eher in der Framerate zu sehen beziehungsweise zu spüren sind, so machen der DualSense-Controller und die SSD-Festplatte einen doch nicht irrelevanten Unterschied, was das Spielgefühl angeht.

      Und jetzt bleibt nur einmal mehr zu sagen, dass herausragende Spiele, die mit Leidenschaft und Talent entwickelt wurden, auch Jahre nach ihrem Release überraschenderweise nichts von ihrer Pracht verlieren.

       

      Story

      Damals wie heute zwei spannende Abenteuergeschichten getragen von überzeugenden Dialogen und fantastischen Darstellern.

      Gameplay

      Damals wie heute geht die Kugel aus dem einen Ende raus und in das fleischige andere Ende rein. Zwischen den Gefechten gibt es die üblichen simplen Rätsel und teils zu langen Kletterpassagen.

      Grafik

      Damals wie heute zwei der schönsten Spiele, die jemals veröffentlicht wurden mit atemberaubenden Landschaften und fast schon zu realistischen Charaktermodellen.

      Sound

      Damals wie heute phänomenale Synchronsprecher und ein treibender Soundtrack, der etwas zu oft im Hintergrund verschwindet.

      Sonstiges

      Der DualSense-Controller und die SSD-Festplatte machen das Spielen wesentlich angenehmer und intensiver und mit drei unterschiedlichen Performance-Modi sollte für jeden was dabei sein. Leider wurde für das Remaster der Multiplayer komplett gestrichen.

      Bildmaterial: Uncharted: Legacy of Thieves Collection, Sony, Naughty Dog

    • Leider hat mich der Vita-Teil von dem Franchise Abstand nehmen lassen. Offenbar war’s keine gute Idee, mit dem Handheld-Spinoff anzufangen. Das Gameplay der großen Vorbilder sieht zwar immer noch sehr gescriptet, allerdings nicht ganz so schlauchig aus, wie auf Sonys Kleinstem. Ich sollte der Reihe noch mal eine Chance geben. Irgendwann. Sobald die PS5 unter normalen Bedingungen verfügbar ist. Also, in zwei Jahren, vielleicht…
    • Also wenn ich nochmal vorhabe die Spiele durchzuspielen, werde ich mir definitiv das Upgrade kaufen. Es ist aber immer noch beeindruckend wie gut die Spiele für Ps4 Spiele aussehen, da sieht man einfach wie viel Arbeit und liebe Naughty Dog da reingesteckt haben. Echt schade das sie aktuell an einem Multiplayer Titel oder Remake arbeiten (was auch immer für ein Gerücht stimmt), ich hätte so gerne ein neues Spiel von ihnen.