Im Test! Alone in the Dark

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    Titel Alone in the Dark
    Japan 20. März 2024
    THQ Nordic
    Nordamerika 20. März 2024
    THQ Nordic
    Europa 20. März 2024
    THQ Nordic
    System PlayStation 5, Xbox Series, PCs
    Getestet für Xbox Series X
    Entwickler Pieces Interactive
    Genres Survival-Horror
    Texte
    Deutschland Nordamerika
    Vertonung Deutschland Nordamerika

    Der erste Ableger der Kult-Horror-Reihe „Alone in the Dark“ erschien erstmals im Jahre 1992 für Microsoft DOS und später im Jahre 1994 auch für 3DO. Die Geschichte des Horror-Überraschungshits basierte auf dem von H.P. Lovecraft erdachten Cthulhu-Mythos und trieb die SpielerInnen bis an ihre mentalen Grenzen und konfrontierte sie mit einem bis dato noch nie dagewesenen und äußerst grotesken Monsterdesign.

    Die beiden Nachfolger Alone in the Dark 2 und Alone in the Dark 3 fanden seinerzeit ebenfalls großen Anklang bei der geneigten Spielerschaft und der Presse und hoben die Alone-in-the-Dark-Reihe damit endgültig in den Olymp der Horror-Ikonen im Gaming-Segment. Für Alone in the Dark 2 erschien mit „Jack in the Dark“ sogar ein Teaser, welcher als Kurzspiel im Jahre 1993 veröffentlicht wurde.

    Mit Alone in the Dark: The New Nightmare, welches im Jahre 2001 erschien, stießen die Entwickler dann endgültig auch in Konsolen-Gefilde vor und veröffentlichten den Titel neben dem PC auch für PS1, PS2, Dreamcast und sogar auf Game Boy Color. Auch dieser Titel fand relativ hohen Anklang bei der Alone-in-the-Dark-Fangemeinde und auch der Presse.

    Im Jahre 2008 wollte es der Publisher Atari dann nochmal wissen und veröffentlichte ein Reboot der Marke, welches schlicht den Titel „Alone in the Dark“ trug. Das Reboot kam allerdings deutlich schlechter an als die vorherigen Ableger der Reihe und konnte sowohl technisch als auch spielerisch keinesfalls überzeugen.

    Doch als wäre dieser Ausrutscher noch nicht deutlich genug gewesen, veröffentlichte Atari mit „Alone in the Dark: Illumination“ einen Third-Person-Shooter exklusiv für PCs, welcher die Marke dann endgültig begrub. Nach diesen beiden finanziellen Flops war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Marke im Anschluss erst einmal brachlag.

    Ein weiteres Reboot soll die Kultmarke retten

    Im September 2018 veräußerte der Publisher Atari die Marke schließlich an THQ Nordic. Im darauffolgenden Jahr begann dann auch schon die Entwicklung eines neuen Alone-in-the-Dark-Reboots beim in Schweden ansässigen Entwickler Pieces Interactive. Das neue Reboot soll Charaktere aus den ersten drei Teilen beinhalten und der mittlerweile doch recht angestaubten Marke einen modernen Touch verleihen. Inspiration fanden die Entwickler laut eigenen Angaben vor allem bei den beiden fantastischen Remakes von Resident Evil 2 und 3.

    Am 20. März ist es dann endlich so weit und Alone in the Dark erscheint für PS5, Xbox Series und PCs und in unserem ausführlichen Test verraten wir euch natürlich auch, ob es sich endlich wieder lohnt, in die Haut des kultigen Detektivs Edward Carnby zu schlüpfen und bis an seine mentalen Grenzen zu gehen.

    Paranormale Ereignisse überschatten sich

    In Alone in the Dark begleiten wir den Privatdetektiv Edward Carnby, gespielt von David Harbour (bekannt aus Stranger Things), und Emily Hartwood, gespielt von Jodie Comer, auf ihrer Reise zum Derceto Manor, einem Heim für geistig überforderte, beziehungsweise geistig verwirrte Menschen. Jeremy Hartwood, der Onkel von Emily, wird vermisst und dieses mysteriöse Verschwinden soll der erfahrene Detektiv Edward Carnby nun aufklären.

    »Man kann wahlweise die Rolle von Edward Carnby oder auch die der Emily Hartwood übernehmen und das Spiel so aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln erleben.«

    Die Geschichte von Alone in the Dark spielt in den 1920er-Jahren und die Location ist in den Südstaaten der Vereinigten Staaten, genauer New Orleans, angesiedelt. Als SpielerIn kann man wahlweise die Rolle von Edward Carnby oder auch die der Emily Hartwood übernehmen und das Spiel so aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln erleben. Ganz wie beim großen Vorbild Resident Evil 2 quasi. Das Spielgeschehen unterscheidet sich dabei drastisch und auch die Zwischensequenzen und Dialoge sind individuell. Ebenso gibt es diverse Orte und Schauplätze, die in der jeweils anderen Kampagne teilweise fehlen oder völlig unterschiedlich sind. Um die Geschichte in ihrer Gänze zu verstehen, muss man die Kampagne daher mit beiden Charakteren beenden, um auch jedes noch so kleine Detail der Story zu verstehen und nichts zu verpassen.

    Survival-Horror mit großen Vorbildern

    »Alone in the Dark spielt sich im Endeffekt wie ein weiterer Ableger der Resident-Evil-Reihe. Die Action steht hier jedoch eher an zweiter Stelle.«

    Dass sich die Entwickler von Alone in the Dark die Remakes von Resident Evil 2 und 3 als große Vorbilder genommen haben, merkt man dem Spiel in jeder Sekunde an. Denn Alone in the Dark spielt sich im Endeffekt wie ein weiterer Ableger der Resident-Evil-Reihe. Die Action steht hier jedoch eher an zweiter Stelle.

    Mit einer Über-die-Schulter-Kamera steuert man seinen Charakter durch die bedrohlichen und unheimlichen Gänge von Derceto Manor und auch das Umland der Einrichtung und muss sich dabei allerlei grotesker Gegner erwehren. Speziell die Monsterdesigns sind wunderbar eklig und verstörend.

    Neben klassischen Waffen wie dem Revolver, einer Schrotflinte und einem Maschinengewehr, stehen unseren Helden auch allerlei Nahkampfwaffen wie beispielsweise Stahlrohr, Schaufel oder Hammer zur Verfügung. Ebenso gibt es die Möglichkeit, diverse mit Alkohol befüllte Gefäße auf die Gegner zu werfen, um diese anschließend mit einem Schuss aus der Feuerwaffe in Flammen aufgehen zu lassen. Effektiv und munitionssparend zugleich. Waffentechnisch hält sich die Vielfalt also in Grenzen, da die Action aber auch nicht die oberste Priorität des Titels ist, ist das verkraftbar.

    Dichte und beklemmende Atmosphäre

    »Das große Highlight von Alone in the Dark ist jedoch ganz klar die dichte und beklemmende Atmosphäre.«

    Das große Highlight von Alone in the Dark ist jedoch ganz klar die dichte und beklemmende Atmosphäre. Man weiß speziell im späteren Spielverlauf nie so richtig, ob das, was man da gerade sieht, überhaupt real ist oder nur eine geschickte Täuschung, um uns wieder in die Falle zu locken. Auch die Übergänge zwischen der realen und der nicht-realen Welt sind meist ansprechend und oft auch erschreckend gestaltet. Speziell diese Übergänge sind es aber auch, die mich teilweise massiv gestört haben.

    Es gibt Spielsituationen, in denen der Übergang in die Anderswelt passend gestaltet ist, und dann gibt es solche, in denen der Übergang wie mit dem Lichtschalter aktiviert wirkt. Hier hätte man sich an der ein oder anderen Stelle im Spiel etwas mehr Mühe geben müssen, damit sich dieser Übergang nicht wie mit der Brechstange umgesetzt und plump anfühlt.

    Auch die serientypischen Rätsel dürfen nicht fehlen

    Natürlich dürfen auch die für die Alone-in-the-Dark-Reihe typischen, kleineren Rätsel nicht fehlen. Man findet während des Spielverlaufs dutzende Schlüssel und Puzzleteile, welche es in mal mehr und mal weniger anspruchsvollen, kleineren Rätseln einzusetzen gilt. So richtig fordernd wirken diese Rätsel zwar nicht, ganz wie auch bei der Resident-Evil-Reihe schaffen es diese jedoch gekonnt, das Spielgeschehen etwas aufzulockern und etwas Fahrt herauszunehmen. Man wird sozusagen entschleunigt, was der Atmosphäre am Ende wieder zugutekommt.

    Typisch für das Survival-Horror-Genre ist natürlich auch die Flut an Notizen, Tagebüchern und anderen Briefen, die man im Spielverlauf finden kann. Ganz wie auch bei der Resident-Evil-Reihe enthalten diese mal wichtigere und mal unwichtigere Informationen und treiben so auch die Story voran. Zu entdecken gibt es bei Alone in the Dark also genug.

    Optisch ordentlich, aber mit Makeln

    Unsere Testversion lief weitestgehend flüssig auf Xbox Series X mit 60 Frames im Performance-Modus. Hin und wieder, speziell wenn viele Gegner auf dem Bildschirm waren, brechen die Frames auch schon mal etwas ein. So richtig tragisch fühlte sich das jedoch zu keiner Zeit an und dieses Problem könnte in der finalen Version zum Release vielleicht sogar schon behoben sein. Wahlweise hat man außerdem die Möglichkeit, das Spiel in voller 4K-Auflösung mit 30 Frames zu spielen.

    Ein weiteres Manko sind außerdem die immer wieder auftretenden grafischen Artefakte, speziell wenn man die Kamera schneller um den Charakter dreht. Auch hier könnte es sich um ein Problem der recht frühen Testversion handeln.

    Die Texturen wirken allerdings durchweg ordentlich und speziell die schönen und stets perfekt umgesetzten Lichteffekte erschaffen eine unheimlich beklemmende Atmosphäre. Aus grafischer Sicht ist Alone in the Dark also auf jeden Fall sehr ordentlich umgesetzt und braucht sich nicht vor der Survival-Horror-Konkurrenz zu verstecken. Auch die Charaktermodelle sehen toll aus und lassen speziell die Dialoge zwischen den Charakteren so noch immersiver wirken.

    Soundtrack top, Soundeffekte flop

    Soundtracktechnisch ist Alone in the Dark über jeden Zweifel erhaben. Der toll ausgesuchte Soundtrack vermittelt das Flair der 1920er-Jahre und speziell das Südstaaten-Flair wird mit dem Jazz-Soundtrack, für den gerade die Gegend rund um New Orleans ja so bekannt ist, wunderschön vermittelt. Volle Punktzahl in Sachen Soundtrack also.

    Auf Seiten der Soundeffekte sieht es da leider schon etwas anders aus. Auch wenn die Effekte an sich wirklich ordentlich umgesetzt sind, so hatte ich mit unserer Testversion das Problem, dass beispielsweise die Schussgeräusche meiner Waffe 1–2 Sekunden später abgespielt wurden, als ich den Schuss ausgelöst hatte. In der Klasse, in der Alone in the Dark mitspielen will, ist so ein unnötiges technisches Problem absolut untragbar und hoffentlich wird dieser Bug bis zur finalen Version behoben.

    Horror in Reinform

    Das Reboot von Alone in the Dark macht im Prinzip alles richtig und verhilft der mittlerweile doch sehr angestaubten Reihe damit zu neuem Leben. Speziell die toll umgesetzte und beklemmende Atmosphäre schafft es, eine wirklich unheimliche Geschichte auf den heimischen Bildschirm zu zaubern. Mit toll geschriebenen Charakteren und Dialogen, schönen Monsterdesigns und einer interessanten Spielwelt bietet Alone in the Dark alles, was man sich von einem modernen Survival-Horror-Titel wünschen könnte.

    Auch grafisch macht der Titel einiges her und kann mit schönen Texturen, tollen Lichteffekten und sauber umgesetzten Charaktermodellen glänzen. Hin und wieder sind mir störende grafische Artefakte aufgefallen und auch die 60 Frames werden im Performance-Modus nicht immer gehalten, das sind aber kleinere Probleme, die vielleicht bis zum Launch sogar schon per Day-One-Patch behoben sein könnten.

    Soundtechnisch macht speziell der perfekt ausgesuchte Soundtrack einiges her. Der jazzige Südstaaten-Sound passt perfekt zum Setting und transportiert einen geradezu in das New Orleans der 20er-Jahre. Leider hatte ich ein Problem mit zeitverzögerten Soundeffekten. Ausgelöste Schüsse wurden beispielsweise erst 1–2 Sekunden später abgespielt. Auch hier hoffe ich auf eine Lösung durch ein zukünftiges Update.

    Final kann man Alone in the Dark also jedem Survival-Horror- und Horror-Fan im Allgemeinen ans Herz legen. Wer sich erst mit den Remakes von Resident Evil und Dead Space am Genre satt gespielt hat, kann aber auch getrost auf ein Angebot im Sale warten. Denn an die Qualitäten der beiden Genre-Könige kann Alone in the Dark leider nicht ganz heranreichen.

    Story

    Detektiv Edward Carnby und Emily Hartwood machen sich auf den Weg zum Derceto Manor, einer Anstalt für geistig verwirrte Menschen, um Emilys Onkel Jeremy zu besuchen. Dieser wird jedoch vermisst und nun liegt es an Edward Carnby ihn wiederzufinden. Daraus entwickelt sich eine unheimliche und paranormale Geschichte.

    Gameplay

    Survival-Horror-Gameplay im Stile von Resident Evil 2 und 3. Mit einer Über-die-Schulter-Kamera steuert man seinen Charakter durch atmosphärisch beklemmende Areale und erwehrt sich etlicher grotesker und gefährlicher Gegner. Atmosphäre steht hier allerdings an vorderster Stelle.

    Grafik

    Ordentliche Optik mit schönen Texturen und tollen Lichteffekten transportiert die Spielwelt wunderbar. Störende grafische Artefakte vermiesen das technische Gesamtbild allerdings etwas. Auch werden die 60 Frames im Performance-Modus nicht immer gehalten.

    Sound

    Der fantastische Soundtrack im jazzigen Südstaaten-Stil der 20er-Jahre passt perfekt zum Setting. Leider gibt es einen fiesen Sound-Bug, der dafür sorgt, dass manche Soundeffekte erst zeitverzögert ausgegeben werden.

    Sonstiges

    Speziell David Harbour ist ein toller Schauspieler, der die Rolle des Edward Carnby wirklich fantastisch ausfüllt und besetzt.

    Bildmaterial: Alone in the Dark, THQ Nordic, Pieces Interactive