Beiträge von Deep Thought

    Das wird dann wohl meine erste 10. (*tröööt*)
    Ich liebe Pulp Fiction, mein liebster Film von Quentin Tarantino, der mir über die letzten Jahre immer mehr ans Herz gewachsen ist. Bei einer so hohen Wertung ist es vielleicht seltsam, aber als ich ihn (vor vielleicht zehn Jahren oder so) zum ersten Mal gesehen habe, konnte ich nicht wirklich viel damit anfangen. Er war unterhaltsam und witzig genug um mich bei Laune zu halten, aber einen tiefen Eindruck hat er nicht hinterlassen. Der erste Film, der mich wirklich für Tarantinos Stil eingenommen hat war Kill Bill Vol1 und in den folgenden Jahren habe ich mich dann durch sein Werk geguckt und währenddessen mehrere Male Pulp Fiction gesehen, und der Film wird einfach jedes Mal besser, wenn ich ihn mir ansehe.
    Ich würde sagen, das hat vor allem mit dem Drehbuch zu tun. Der Film ist rundherum ein Meisterwerk, soweit es mich betrifft, aber das Skript ist wirklich der Geniestreich daran. Ich habe es sogar mit Vergnügen gelesen, aber was genau es so gut macht, kann ich nicht wirklich festmachen. Auf alle Fälle ist es meisterhaft konstruiert, alle Szenen und der ganze Dialog greifen ineinander. Die chronolgisch verquere Anordnung der drei Episoden gehört für mich da ebenso dazu, weil sie sich auf diese Weise gegenseitig beleuchten. Dass dabei auch noch ein kompletter Film herauskommt, der wirklich als Einheit wirkt ist schon fast unglaublich.
    Und den Dialog könnte auch kein anderer schreiben. Ab und an sehe ich mal einen Film, der sich ein bisschen so anfühlt, als hätte jemand versucht Tarantino zu kopieren und das ist immer ziemlich unerträglich... wieder weiß ich nicht genau, was den Unterschied macht, aber nur er kann diese ganz sorgfältigen, artifiziellen Dialoge schreiben die trotzdem nicht unnatürlich und gekünstelt wirken. Ich meine, es ist ja echt nicht die Frage, ob sie realistisch wirken, das versuchen sie ja nicht mal - und trotzdem wirken sie genuin.


    Aber man muss schon auch noch den Rest erwähnen, besonders die Darsteller. Fast jeder Schauspieler, den ich mag und der mitspielt, hat hier einen seiner besten Auftritte hingelegt: Samuel L Jackson, John Travolta, Uma Thurman - keiner hat je eine Rolle gespielt, in der mir besser gefallen hat. Und selbst die Nebenrollen sind noch ausnahmslos klasse, vor allem natürlich der unvergleichliche Christopher Walken^^
    Oh ja, und die Musik. Ich weiß nicht wie genau Tarantino die Musik für seine Filme auswählt, die offensichtlichen Möglichkeiten scheint er jedenfalls nach Möglichkeit zu vermeiden, aber so seltsam die Auswahl immer ist, so großartig wirkt sie dann doch im Film. Am krassesten kann man das wahrscheinlich in Inglourious Basterds sehen, wo er David Bowie für sein Setting im zweiten Weltkrieg nimmt (und meine Güte, was für eine perfekte Wahl), aber es gilt eigentlich für jeden einzelnen seiner Filme und Pulp Fiction ist keine Ausnahme. Einer der wenige Soundtracks, die ich mir gekauft habe;)
    Wie gesagt, mir fehlen etwas die Worte um wirklich zu sagen, warum ich den Film so liebe, aber dass ich es tue sollte rübergekommen sein^^

    So, ein bisschen Nachholbedarf, für die Abstimmung zwar zu spät, aber was solls:
    Clockwork Orange:
    Es fällt mir schwer, den überhautp zu werten. Ich habe ihn erst relativ kürzlich zum ersten Mal gesehen und habe noch keine endgültige Meinung... fest steht, kalt gelassen hat er mich nicht. In gewisser Weise reicht mir das schon für eine gute Wertung. Auch der gewaltige Aufwand, der offenbar zu diesem Ergebnis geführt hat, scheint direkt sichtbar zu sein. Vielleicht nur, weil ich mit der Erwartung hineingegangen bin, aber mir kommt es so vor, als sähe man jeder Einstellung, jedem Musikeinsatz und jeder Beleuchtungsentschung den besessenen Perfektionismus dahinter an. Die Frage ist nur: Wozu? Worum geht es eigentlich wirklich in diesem Film? Um die so berechnend in Szene gesetzte, geradezu sadistische Gewalt? Einen kritischen Kommentar auf die Gesellschaft? (Wenn ja, wie steht man dann zu Alex' Persönlichkeit? Ich bin mir echt nicht sicher, und irgendwie habe ich ihn auch während des Ansehens sehr widersprüchlich wahrgenommen. Irgendwann werde ich ihn wohl noch mal ansehen müssen. Einstweilen würde ich vorsichtige 7 Punkte vergeben, mehr oder weniger allein für die Makellosigkeit in der Inszenierung, die nur wenige Paralellen hat.
    Independence Day
    5 Sterne. Anders als die meisten hier taugt mir der als Popcornkino nicht besonders, dafür ist er streckenweise zu langweilig. Ich habe aber, ohne Übertreibung, bereits ein Mal den FIlm einzig und allein für die Explosion des weißen Hauses angesehen, das ist einfach eine Szene, bei der mir das Herz aufgeht. Ich kann nicht mal wirklich sagen warum, aber von der Explosion kriege ich nie genug. Meine liebste Action-Film Explosion überhaupt^^
    Der Rest ist gerade noch so okay. Mehr als die amerikanische Begeisterung für Amerika stören mich schmalzigen Momente, die ich echt nur schwer aushalte (Der Hund etwa, oder die Szene in der die First Lady stirbt... meine Güte). Aber Will Smith ist eine gute Wahl für so einen Film, der kann auch aus 100 Nebendarstellern und Effektorgien noch hervorstechen. Nicht mein liebster Schauspieler, aber hier finde ich ihn schon ziemlich gut.
    Shutter Island habe ich noch nicht gesehen, obwohl man ihn mir ständig andrehen will... muss ich wohl mal irgendwann ansheen,)

    Fantastisch. Ich wäre ja voll von Bewunderung für deine verdammt souveräne Technik, aber es fühlt sich fast unangemessen an für Illustrationen, die sich so leicht und zart geben. Wunderschön.
    Ich muss allerdings sagen, so langsam werde ich neugierig, was wohl passieren würde wenn man die ein paar breite Pinsel und Öl/Acrylfarben und ne schwarz vorgrundierte Leinwand geben würde:D, arbeitest du immer in diesem ätherischen Stil?

    Für mich als Fan ein Pflichttitel, habe ich es mir gestern endlich geholt und heute leider schon wieder beendet. Alles in allem ein empfehlenswertes Spiel, das viele Stärken und Schwächen mit der Runawayserie teilt: Die Rätsel sind etwas zu leicht, die Spielzeit ist zu kurz, aber die Musik (und die Sprecher) sind außergewöhnlich gut und die liebevollen, gezeichneten Hintergründe schaffen mit den gut geschriebenen Figuren eine dichte Atmosphäre, die den größten Reiz für mich ausmacht.
    Obwohl ich das Spiel insgesamt wirklich gut fand, durchaus konkurrenzfähgig zumindest mit Teil 3 von Runaway, war ich doch in einer Hinsicht sehr enttäuscht: Ich hatte über das Spiel immer wieder das Gefühl, dass noch unheimlich viel mehr möglich gewesen wäre, dass hier ein gewaltiges Potential nur zu einem geringen Bruchteil ausgeschöpft wurde. Zum Teil ist das Problem mit der Kürze des Spiels verflochten, denn Pendulo mag eigentlich große Geschichten mit einer Vielzahl an Figuren, Schauplätzen und einer groß angelegten Handlung, während die Spielzeit eher kleinen Vignetten angemessen wäre. Das merkt man etwa im vorletzten Kapitel, in dem man sich stärker mit Liz' Vergangenheit beschäftigt - das ist wunderbar gemacht, allein dafür hat sich für mich das Spiel gelohnt und es war fast in jeder Hinsicht mein persönlicher Höhepunkt des Spiels - aber es war nicht gut genug vorbereitet, es kam zu abrupt für eine Figur die vorher nur komisch geschrieben war und die man noch kaum kannte. Überdies nimmt dieser Teil einen für seine erzählerische Bedeutung unverhältnismäßig großen Teil des Spieles ein, eben weil die Gesamtspielzeit so kurz ist.
    Aber das Zuwenig an Erzählzeit ist nicht das ganze Problem, das größere ist eigentlich der Umgang mit dem Setting: Eine Welt, die es nur in den Filmen einer Epoche gab (in diesem Fall wohl die Horror/Krimi/SF B-Movies der 50/60er, obwohl ich da nicht ganz fit genug bin) vermischt mit fantastischen Elementen, die aber alltäglich in der Welt des Spieles sind - eigentlich ein sehr chancenreiches Konzept (siehe Grim Fandango:P), vor allem aus zwei Gründen: Durch den hybriden Charakter hat man genügend dem Spieler vertraute Elemente, die Orientierung ermöglichen und gleichzeitig eine völlig neue Umgebung. Außerdem ist so eine Umgebung durch ihre eigenen Logik, in die man sich erst hineindenken muss ein wahrer Schatz an Vorwänden für kreative Rätsel.
    Und an diesen beiden Punkten scheint das Spiel kein Interesse zu haben: Der Plot ist nur ganz leicht eingefärbt. Klar stammen die Handlungselemente aus den Filmen, die mit als Vorbild für diese Welt gedient haben, mit gleich zwei verrückten Wissenschaftlern, Robotern und Magie, aber die ganze story hätte genauso funktioniert, wenn einfach alle Beteiligten Menschen gewesen wären. Dass aus dem Zusammenleben von Filmmonstern und Menschen Probleme entstehen zeigt das Spiel nicht mal sondern erzählt gerade mal davon, die opake Oberfläche dieser so interessanten Welt wird praktisch nicht durchdrungen, nie versteht man wie hier die Zahnräder ineinandergreifen und wie alles funktioniert. Ich weiß, ich klinge wie eine gesprungene Platte, aber in GF erfuhr man über die Welt der Toten, ihrer Gesellschaft und Mechanismen, Gruppierungen, was davor kam und dannach kommen wird so viel mehr als hier - das Resultat ist eine Spielwelt, die eher kulissenhaft wirkt, vielleicht dem Stoff angemessen, aber unbefriedigend.
    Gleichermaßen werden die Möglichkeiten für Rätsel weitgehend ignoriert. Bei Pendulo scheint man stets bemüht zu sein, die Rätsel so nachvollziehbar und wirklichkeitsnah wie möglich zu gestalten, was in einem realistischen Setting wie Runaway auch eine gute Sache ist, selbst wenn es mit Einschränkungen des Designs einhergeht. Aber hier? Man hat all die Freiheiten, die B-Movie Science und Magie bieten und das in einer Welt, in der man alle Regeln selber schreiben kann und der einzige Punkt, an dem man sowohl von der Umgebung als auch von der Rätselgestaltung mal etwas über die Stränge schlägt ist praktisch eine Traumsequenz? Bäh.
    Und ich weiß es zu schätzen, dass man durch Hilfen und einen moderaten Schwierigkeitsgrad versucht auch Genrefremde für Adventures zu begeistern, aber die Menge an Kindersicherungen, die hier eingebaut sind, schaden dem Spiel eher. Ähnlich wie im letzten Teil von Runaway kann man wieder Hotspotanzeige und Tips in Anspruch nehmen, was aber bei der extrem fairen Gestaltung des Spiels beides nur für ADHS-Geschädigte interessant ist, wenn man es nicht für die teilweise sehr witzigen Hinweise des Erzählers tut. Da diese aber optional sind, habe ich mich nicht daran gestört, anders als von der neuen Strukturierung: Das Spiel ist nicht nur in Kapitel geteilt, sondern diese sind wiederum geteilt in kleine bis kleinste Rätselkomplexe, die das Spiel benutzt um jedweder Verwirrung durch zu viele oder unklare Aufgaben entgegenzuwirken. Da die Kapitel aber bereits sehr kurz sind und das Inventar niemals 10 Gegenstände überschreitet (so ich mich erinnere) vernichten diese kurzfristigen Ziele praktisch jede Herausforderung, die damit einhergeht Pläne zu schmieden und Verbindungen zwischen Rätseln herzustellen.
    Nachdem ich jetzt lange gemeckert habe, klingt das ganze wahrscheinlich negativer, als es gemeint ist. Insgesamt ist The next big Thing immer noch ein Spiel, mit dem ich eine Menge Spaß hatte und das ich jedem weiterempfehlen würde, der nicht explizit nach harten Nüssen oder 20h+ Spielzeit sucht - aber ein bisschen bin ich schon frustriert, vor allem, weil Pendulo damit einen ähnlichen Weg einschlägt, wie Telltale und Deck13, was ich nach Runaway gerade nicht gehofft hatte. Wengistens bleiben sie bei ihren wunderbaren 2D-Hintergründen;)
    Vielleicht sollte ich mir doch lieber mal A New Beginning unter die Lupe nehmen - das Konzept klingt zwar nicht so nach meinem Geschmack, aber Daedalic muss mich erst noch enttäuschen.

    Nö, den habe ich auch nicht gesehen und dass er mich besonders reizte, könnte ich auch nicht behaupten. Halt wiedermal ein teurer Weltuntergangsfilm, kenn ich schon:D Jurassic habe ich übrigens gesehen, aber es schon so ewig her, dass ich meiner Erinnerung nicht mehr hinreichend vertraut habe... such mal wieder was aus, das ich mag;)

    Ich brauch nicht mal ein Mobiltelefon, so dringend muss ich fast nie jemanden anrufen - Smartphone schon gar nicht. Trotzdem denke ich, dass diese Geräte mehr sind als nur Spielereien, sie sind unverzichtbare Werkzeuge für einen vernetzten Lebensstil. Wer ständig auf dem neuesten Stand und in Verbindung innerhalb der Netzwerke bleiben will, für den ist ständiger und komfortabler Zugang zum Internet natürlich unverzichtbar. (Ob man das nun braucht und wie Nutzen und Zeit/Aufmerksamkeitsverlust sich zueinander verhalten ist nochmal ein anderes Thema) Die Möglichkeit verschiedene Medien abzuspielen (und zu produzieren) ist da auch kein Gimmick sondern fast schon zwingende Ergänzung. Insofern denke ich, wer nein zu Smartphones sagt, sagt damit auch (drastisch ausgedrückt) nein zu einer Art zu leben.
    Ich persönlich genieße die eher geringen Auszeiten von meinem Computer im Alltag und habe nicht das Bedürfnis, diese Freiräume auch noch zu schließen. (Nicht, dass ich nicht dankbar wäre für die immensen Erleichterungen, die Computer und Internet für mein Studium bedeuten, aber irgendwann kann man auch keine Bildschirme mehr sehen)

    Im Moment warte ich eigentlich nur auf Harveys neue Augen, das Spin-Off/Die Fortsetzung zu Edna bricht aus, meinem liebsten Adventure in den letzten Jahren. Leider scheint die Seite dazu gerade nicht erreichbar zu sein.

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    Nein, ich spreche aber explizit von der Box, auf die ich verlingt habe. Oder hast du den dritten Teil daraus gespielt?

    Ah, ok das habe ich nicht, sorry. (Ich muss aber sagen, dass ist schon ganz schön seltsam, dass ausgerechnet das Spiel, das vorher schon unter Win 7 (64bit, um Fayts Frage zu beantworten) gelaufen ist jetzt nicht mehr funktioniert.)

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    Das mag sicher jeder anders halten, doch heutzutage schaue ich zumindest aus einem von 2 Gründen LPs. Einmal den Anfang, um mich besser über das Spiel zu informieren, falls ich völlig unentchieden und zum anderen gibt es Spiele, die ich mir nicht kaufen würde, aber als Unterhaltung anschaue. Irgendwo dazwichen bewegte sich die Runaway-Reihe, doch das LP hat mich im nachhinein überzeugt. Ausserdem waren die Rätsel jetzt nicht so schwer, dass man dem LPer hinterher hinkte. Ich hatte jedenfalls keine Probleme parallel zu rätseln (was in so einem Fall ja auch möglich ist).

    Klar, jedem das seine. Für mich bliebe irgendwie nur kein Grund mehr übrig ein Adventure zu kaufen, nachdem ich es als LP gesehen habe - ich kenne die Rätsel und die story, da wäre für mich das Spiele irgendwie eine unnötige Wiederholung. Ich muss allerdings sagen, bei Spielen, die ich vielleicht noch selbst spielen will, bin ich ohnehin sehr vorsichtig mit LPs, Trailer und Reviews müssen da reichen. Ich kann das gar nicht ab, wenn jemandes anderen Erfahrung da in mein Spielerlebnis hineinwirkt, aber das ist sicher Geschmackssache.

    Zuerst mal: Ist es nicht irgendwie widersinnig sich zur Kaufentscheidung bei einem Adventure ein LP anzusehen? Das spoilt doch völlig die ganzen Rätsel und verdirbt im wahrsten Sinne des Wortes den Spielspaß, oder nicht?
    Außerdem glaube ich, du hast einen kleinen Fehler, Teil drei kann man auf jeden Fall unter Win7 zocken, das habe ich nämlich getan. Meinst du vielleicht Teil 1?
    Und Ginas Beruf ist ein Spoiler!


    Was die Serie selbst betrifft, ich bin ein großer Fan davon. Pendulo hat zu einer Zeit, in der mit Adventures gar nichts ging den Markt nicht nur wiederbelebt sondern mit einem eigenen Stil in Optik (Endlich wieder 2D), Ton und Gameplay eine Serie geschaffen, die zu meinen Favoriten im Genre gehört. Die Stärke der Spiele liegt dabei allerdings eher im Bereich der filmischen Inszenierung mit den tollen Settings und exzellentem Sountrack (und Sprechern), während die Rätsel eher so gestaltet sind, dass sie diesem Erleben nicht zu sehr in den Weg geraten sondern ein flüssiges Spiel erlauben. Ich bin zwar eher der Tüftler, aber alles in allem sind die Spiele noch nicht so leicht, dass sie langweilig würden. Teil 3 ist allerdings hart an der Grenze mit seinen ganzen Hilfen.
    Mein Lieblingsteil ist mit einigem Abstand der erste, der sich wirklich, wie der Untertitel verspricht, wie ein Road Movie zum Mitspielen anfühlt. Besonders mag ich den schmalen Grad zwischen Ernsthaften und Lustigem auf dem der Plot die meiste Zeit balanciert. Während die Handlung selbst eher zu einem Thriller passen würde lockern die abgedrehten Nebenfiguren und die abstruseren unter den Rätseln das ganze Erlebnis zu einer erfrischenden Mischung auf.
    Leider trifft der zweite Teil diese Balance nicht mehr ganz so gut, ist aber auf eine etwas übertriebene Art trotzdem sehr spaßig. Die Krönung ist echt das letzte Kapitel, aber ich will ja nicht spoilen. Der einzig wirklich ärgerliche Teil an diesem Spiel ist der grausame Cliffhanger, den Pendulo den Fans nicht nur mehrere Jahre zugemutet, sondern eigentlich nie richtig aufgelöst hat. Ts, Ts.
    Aber der dritte Teil tut sein bestes noch zu retten, was zu retten ist und macht seine Sache eigentlich nicht schlecht. Näheres in meiner Review.

    Das habe ich nirgends gesagt, ich finde es nur paradox, dass ein Film, den ihr als Popcorn-Kino abtut so gut Wertungen gebt, wo ihr doch auch meint, dass er "nur" durch Effekte und Akkustik punkten kann. D.h. ein Film, der in anderen Punkten komplex und unterhaltsam ausgearbeitet wurde erhält trotz größerer Mühe die gleiche oder schlechtere Wertung. Es geht mir nicht darum irgendeine Meinung zu kritisieren, ich merke nur an, dass es mir wie ein Wiederspruch vorkommt.

    Es ist nur dann widersprüchlich, wenn man eine Erwartung an Filme hat, bei der die Effekte grundsätzlich mit anderen darstellerischen Mitteln dem höheren Zweck eine Geschichte zu erzählen unterordnet. Sobald man technische Leistungen für sich betrachtet und ihnen einen absoluten Eigenwert zuspricht kann durchaus ein erzählerischer Totalausfall wie Transformers Spitzenwertungen bekommen - aber gegen diese grundsätzliche Auffassung wehre ich mich, weil ich solche Filme nicht sehen will.
    Vor allem ist das für mich auch nicht die Grenze, die der Begriff Popcornkino markiert. Popcornkino ist eben leicht verdaulich, aber das können trotzdem fantastische Filme sein. Ich will mich eigentlich nicht auf das Kriterium der "Mühe" als letztgültigen Maßstab für Qualität einlassen, aber wenn ich es täte könnte ich vieles, was meiner Meinung nach unter den Begriff fällt leicht verteidigen. (Siehe Star Wars)


    Den heutigen Film, mmh, begeistert hat er mich nicht gerade. Ich muss dazu sagen, ich war ein Harry Potter Junkie, als ich 14 war. Das war noch bevor die ganze Sache so eskaliert ist und ich hatte tatsächlich noch nie von dem Buch gehört, als ich es bei uns in der VoBü liegen und ehe ich michs versah hatte ich das Buch fünfmal hintereinander gelesen. In den Jahren darauf war ich ein gewaltiger Potter Fan, was beim Erscheinen des siebten Teils dann allerdings wieder vorbei war. (den habe ich bis heute nicht gelesen) Die Filme wirkten auf mich nie besonders attraktiv und so habe ich auch keinen im Kino angesehen, mittlerweise habe ich aber ein paar im Fernsehen aufgeschnappt. Den fünften fand ich ziemlich ok, den hier eher langweilig muss ich sagen und irgendwie zu holprig im Handlungsverlauf. Kein wirklich schlechter Film, aber auch nichts, was mich vom Hocker reißen würde, fünf Punkte.

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    Woher willst du wissen das Michael Bay sich keine Mühe gegeben hat? Und selbst wenn er nicht in der Lage ist, einen Film zu erschaffen, der eine komplexe und gut durchdachte Handlung besitzt, was heißt das schon? Ist sein Talent ein Effektfeuerwerkt zu erschaffen deshalb weniger gut? Maßt du dir wirklich an zu entscheiden was gut und was schlecht ist?

    Ich hatte zwar wirklich nicht den Eindruck, er hätte sich mit dem FIlm Mühe gegeben, aber das nur nebenbei. Was ich eigentlich sagen wollte: Ja, die Fähigkeit in Bildern zu erzählen, einfach oder komplex,finde ich in der Tat ungleich wichtiger als einen Film mit Special Effects zu versehen. Sorry, aber bei aller Liebe für Explosionen und gutchorerographierte Actionsequenzen ist Film immer noch ein narratives Medium und deswegen muss ein Regisseur eben erzählen können. Und der geschickte Einsatz von Effekten (den man übrigens auch bei dem Film in Frage stellen könnte) ist nur eine der zahlreichen Fähigkeiten, die er dazu braucht. Alleine reicht das nicht und wenn man das vergisst, kommt halt so was hier dabei raus.


    *Edit* Wie kann denn ein Fan von Citizen Kane so abwertend von Effektschinken sprechen? Der Film war ein Meilenstein für special effects, hab ich mir sagen lassen:P

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    Filmkritiker verwenden bisweilen den Begriff Popcornkino, um zu verdeutlichen, dass es sich um einen Film mit einer leicht nachvollziehbaren Handlung und leicht zu verarbeitendem Thema handelt. Manchmal verwenden sie den Begriff auch, um den ihrer Meinung nach geringen Sinngehalt der jeweiligen Filme zum Ausdruck zu bringen.

    Und? Passt doch zu den drei Titeln, die ich genannt habe, oder nicht? Leicht verständlich oder simpel strukturiert bedeutet bei mir nicht, dass der Film schlecht wäre. Gibt es einen Plot der so simpel ist, dass das für mich ein Problem wäre? Hm, vielleicht, aber als jemand, der Crank mag habe ich die Erfahrung jedenfalls noch nicht gemacht.;)
    Das ist jedenfalls nicht das Problem, das ich mit Transformers habe, eher im Gegenteil. Transformers ist für mich eher zu viel als zu wenig. Zu viele nervende (menschliche) Figuren, zu viel "Humor", zu viele Plotelemente, für die ich mich eh nicht interessiere, und mehr Shia la Beouf als ich in drei Filmen ertragen kann. Für mich wirkt Transformers einfach unheimlich faul, als hätte man an den Teil mit den kämpfenden Robotern noch alibimäßig den ganzen Rest (samt ein paar Großaufnahmen von Megan Foxes Arsch) drangehängt und das ist mir einfach zu billig. Wäre mir vermutlich auch als Teenager zu billig gewesen, aber kann das schon so genau sagen;)
    Ich kann noch nicht mal sagen, dass ich insgesamt was gegen Micheal Bay hätte, The Rock ist sehenswert, den ersten Teil von Bad Boys kann man ansehen und die Insel hat mir auch gefallen. Aber bei Transformers hört es bei mir echt auf.
    Naja, letztlich kann ich dir deinen Geschmack natürlich nicht abspenstig machen, aber acht Punkte sind schon krass...immerhin sind wir beide keine Teenager mehr:P

    Danke für den Hinweis:)
    Aber acht Punkte? Ne, ne, ne, das geht ja mal gar nicht Nero:P
    Aber im Ernst, mir hängt diese "Ist doch bloß Popcorn Kino" Verteidigung zum Hals raus. Popcorn Kino kann trotzdem kompetent gefilmt sein, mit anständig geschriebenen Figuren und einem Plot, der zumindest einen Hehl daraus macht, Vorwand für große Actionsezenen zu sein. Die alten Star Wars Filme sind auch Popcornkino und trotzdem hat man bei dem Drehbuch nicht nach dem ersten Grobentwurf aufgegeben. Pirates of the Carribean hat sich die Mühe gemacht, eine kohärente Geschichte zu erzählen. Und Avatar, der böse "alles nur Schall und Rauch" Film schlechthin (zugegebenermaßen nicht in deiner Bewertung) hat es geschafft, trotz seinem offenbar überwiegenden Interesse an bahnbrechenden Special Effects, eine zusammenhängende, klar strukturierte Geschichte zu erzählen, die (wenn auch mit groben Mitteln) mich mit ihren Helden hat fühlen lassen. Transformers hat, soweit ich sehe nichts von alldem geschafft und wird immer wieder nach dem Motto verteidigt: Alles was zählt für so einen FIlm sind Effekte und Action.
    Einen gewissen Eigenwert hat die technische Seite schon auch für mich, aber wenn der Rest so ein Totalausfall ist wie hier, dann gibts bei mir keine neutrale Bewertung mehr, irgendwo muss man auch mal ne Grenze ziehen;)

    Schrott, der Film ist Schrott. Müll. Der Humor beleidigt den Zuschauer mit der Annahme, irgend ein geistig gesunder Mensch jenseits der 12 könnte ihn lustig finden, beide menschliche Hauptrollen sind geschrieben und gespielt in einer Weise die einen konstant zum Augenrollen veranlasst, der aufgesetzte Pathos macht mich gähnen (und passt so gut zu den "witzigen" Szenen wie Fingernägel zur Schultafel) und ich kenne keinen anderen Film, der so offen zugibt nur ein Vorwand für Actionszenen zu sein. (Und gleichzeitig, und das verstehe ich echt nicht, mich grausam lang diese pseudowitzigen Füllszenen langweilt, die nur für einen Plot relevant sind, von dem der FIlm zu verstehen gibt, dass er irrelevant ist)
    Eine gute Seite hat er, das sind die Roboter und die Zerstörung. Ich habe was übrig eine gut in Szene gesetzte Zerstörungsorgie und da setzt der Film tatsächlich neue Maßstäbe. Aber selbst wenn man den um dieser Szenen hin wohlwollend betrachtet ist er als Ganzes einfach zu beschissen um ihn dafür anzuschauen. Es ist halt kein gutes Zeichen, wenn ein halbstündiger Clp oder so eine wesentliche Verbesserung zum Gesamtfilm darstellt.
    Und eigentlich schade, denn auch ein Remake von einer Werbesendung (warum denn comicverfilmung?) für Plastikspielzeug aus den 80ern hätte gewaltig mehr Potential gehabt als diesen Film, und in den guten Szenen zeigt er, auf welche Weise: Der Stoff eignet sich eben nur für Trash, und das hätte man damit machen sollen, ein Augenzwinkern, Fokus auf die Roboter und die Zerstörung und eine halbe Stunde weniger Laufzeit, schon hätte man einen brauchbaren Film.
    Einmal hab ich ihn mir angesehen, und das reicht mir fürs erste, die anderen können mir gestohlen bleiben.
    3 Punkte

    Hm, Contagion scheint nur auf Spartacus Fotos zu verlinken, ist da was schief gelaufen?
    John Carter sieht ganz interessant aus, auch wenn ein paar Alarmglocken bei mir geläutet haben während des Trailers... aber scheint visuell ein sehr reicher Film zu sein und ich mag die Musikauswahl für den Trailer... könnte was werden. Ich bin, wie mir gerade einfällt, auch auf zwei Trailer gestoßen (worden)
    Horrible Bosses
    Die story höre ich zwar auch nicht zum ersten Mal, aber der Trailer ist lustig. Und ein paar echte Traumbesetzungen haben sie auch, ich liebe Kevin Spacey, Den könnte ich mir vielleicht mal ansehen.
    Naokos Lächeln
    Den werde ich mir wahrscheinlich ansehen, weil ich ein riesiger Fan des Buchs bin. Allerdings bin ich etwas skeptisch, was die Herangehensweise des FIlms angeht, aber zumindest finde ich die Musik hypnotisch schön und auch die Bilder sehen lecker aus... mal sehen, ob ich jemanden finde, der mitgeht


    EDIT: Contagion Haut mich aber nicht vom Hocker

    Zitat

    Naja, Mainstream steht stellvertretend dafür, dass den Film viele gesehen haben und er im großen und ganzen dem heutigen Geist des Films entspricht - zumindest pauschal formuliert. Die heutige Generation mag den Namen Citzen Kane kennen, aber wer hat ihn den wirklich gesehen? IMDb untermauert diese These sogar, da die Bewertungen zu Kane in der Anzahl gerade mal der Hälfte der "normalen" Filme entsprechen! ;)

    Ich bin kein regulärer Besucher der Database, aber der Top 250 Liste entnehme ich, dass über 150000 Leute abgestimmt haben, mehr als für Toy Story 3, einen Film, den man durchaus als Mainstream charakterisieren könnte. Oder übersehe ich etwas? Ich will ja auch Citizen Kane nicht auf eine Stufe mit Transformers stellen, aber es ist ein erfolgreicher, allgemein respektierter Film, dessen Existenz zumindest vielen Leuten bewusst ist - dem gegenüber gibt es eine riesige Menge an (Nichtamerkanischen) Filmen, unterschiedlichster Herkunft, die einen unvergleichlich kleineren Bekanntheitsgrad haben. Ich denke, dass man solche Filme völlig aus dem Blick verliert wenn man einen solchen Film schon als die äußerste Grenze des Bekannten nimmt.

    Zitat

    Gibt es eigentlich Adventures, die sich nicht nur in den Extremen "abgedreht/grotek/eigenwillig humorvoll" oder "still/melancholisch/gruselig" vorfinden? Ich habe wirklich das Gefühl, man findet nur diese Kategorien. Gibt es denn irgendeine "Mitte"?

    Naja, das hängt natürlich stark vom Empfinden ab, aber ich würde eingentlich nur eine Minderheit diesen Extremen zuordnen. Die Baphomet Spiele etwa vereinen sogar Horrorelemente (allerdings nur milde) mit einer Portion Augenzwinkern... wie auch Runaway sind das in meinen Augen zuerst einmal Abenteuer, die mit etwas Humor gewürzt sind. (Man denke an Indiana Jones Filme. Oh, Fate of Atlantis ist auch sehr empfehlenswert;))
    Ich bin eher mit der "lustigen" Seite des Genres vertraut und muss auch sagen, nicht jedes humorvolle Spiel muss deswegen auch vollständig auf Komödie getrimmt sein. Edna etwa wird mit dem Fortschreiten der Handlung zusehends düsterer, the whispered world ist grundsätzlich tragikomisch während etwa Sam and Max - Hit the Road Slaptstick ist.

    Hm, davon wusste ich noch gar nichts. Sehr cool, wie gesagt, Daedalic=Qualität, soweit meine Erfahrungen reichen und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. DSA ist mir zwar fremd, aber ich glaube, das werde ich mir auch genehmigen. :]
    Runaway ist übrigens auch unbedingt empfehlenswert, ein geistiger Nachfolger der ersten beiden Baphometspiele.
    Aber: Dammit, spielt Grim Fandango! ;)