Beiträge von Der Wirt

    Seit wann haben wir hier einen Wirt? Mir wurde gesagt es gibt keinen ?(
    Dazu fällt mir nur eine Diskriminierung ein:
    "Wer nichts wird, wird Wirt!".....


    Haben wir hier einen Wirt??? :zidane/

    Dazu drei Dinge, mein Junge.


    1. Welche Bar hat keinen Wirt?
    2. Wer verbreitet diese Lügen?
    3. Wenn du die zwei Fragen beantwortet hast, fliegste raus!

    Mit zugekniffenem linken Auge und ernster Miene konnte der Wirt seinen misstrauischen Blick endlich von Quentin abwenden. “Danke für deine Hilfe, Quentin el... ehm, Quentin!“, grummelte der Wirt in seiner gewohnten Art. Nach der jahrelangen Erfahrung mit Wesen jeder Rasse in seiner Schenke hatte er gelernt, misstrauisch zu sein. So außerordentlich hilfsbereit sind gerade Menschen eigentlich nur, wenn sie das selbe vom Gegenüber verlangen. “Wir sind fast in Hertak. Das Gröbste dieser Höhle haben wir bereits hinter uns. Ruhen wir uns eine Stunde aus und gehen wir dann die letzten Meter an.“, sagte der Wirt und setzte sich sogleich auf den Boden. Auch Shion, Turomak und der komische Quentin nahmen Platz. Jeder war nun erst mal mit sich selbst beschäftigt, tastete seine Schürfwunden ab und nahm einen Schluck Wasser. Gleich danach begangen Gespräche, die sich wie so oft um den Stein drehten. Der Wirt aber beteiligte sich nicht. Er öffnete seine großen Rucksack und nahm zwei Becher hinaus. Er schaute sich kurz um und stellte den ersten Becher unter eine kleine Nische, in der Wasser tropfte. Den zweiten Becher stellte er vor sich hin. Dann zog er ein Kraut aus einer seiner vielen Taschen in seinem Mantel, zeriss es etwas und stopfte es in den Becher. Aus einer kleinen Dose streute er ein wenig Pulver darüber, dass den anderen wie schlichter, sehr feiner Sand aussah. Mit einem kleinen Stein stampfte er die Mischung im Becher klein. Obwohl der Inhalt immer noch sehr grob war, schüttete der Wirt das wenige Wasser darauf, dass sich inzwischen im anderen Becher angesammelt hatte. Auf wundersame Art und Weise vermischte sich alles sofort zu einem gut trinkbaren Gesöff. Der Wirt nahm einen kleinen Schluck und reichte den Becher dann herum. “Nehmt alle einen Schluck. Aber seit sparsam. Danach werden eure Wunden größtenteils verheilt sein und auch euer Gemüt wird wieder frisch sein.“, sagte der Wirt. Als der Becher herum war, packte der Wirt ein und seine Gefährten taten ihm das gleiche. “Auf nach Hertak“, entgegnete der Wirt, und Turomak, Shion und Quentin wiederholten abenteuerlustig: “Auf nach Hertak!“. Der restliche Weg durch die Höhle war im Vergleich zu den bereits geschafften Metern ein Kinderspiel. Die zunehmende Helligkeit lies die Reisenden zusätzlich immer schneller vorankommen. In Hertak angekommen, sollte ihr erstes Ziel wie ausgemacht die Bibliothek heißen. Dank des Trankes vom Wirt musste die Gruppe nicht zuerst eine Herberge aufsuchen. Das brachte Zeit. Doch der Wirt wurde das Gefühl nicht los, dass irgendetwas faul war. Knapp hintereinander gingen die Vier durch die engen und belebten Gassen von Hertak – der Wirt voran. Als man um eine Ecke bog, lief der in Gedanken versunkene Turomak, der ganz hinten lief, Shion auf, der plötzlich stehenblieb. Shion und Quentin schauten wild umher, Turomak wusste noch nicht so recht, was geschehen war. Der Wirt war weg. Als auch Turomak dies realisierte, legte er eine Hand an den Schaft seines Schwertes und suchte mit schnellen Augen nach dem Wirt. Aber ohne Erfolg. Natürlich war es möglich, dass sich eine Gruppe in diesen Gassen, auf einer belebten Straße dieser Art, einmal verliert. Doch eben deswegen waren die Gefährten so eng hintereinander gelaufen. Unmöglich, dass der Wirt zufällig unter den vielen Menschen und Wesen abhanden gekommen ist. Das wussten auch Turomak, Shion und Quentin. Da entdeckte Shion auf dem Boden ein gefaltenes Stück altes Papier. Er hob es auf und musste feststellen, dass etwas darauf geschrieben war. Die Gruppe stellte sich im Kreis um das Papier und Shion begann daraus zu lesen.


    Liebe Gefährten,


    wenn ihr diesen Brief lest, dann wollte es das Schicksal so. Eigentlich hatte ich gehofft, ihr würdet ihn nie zu Gesicht bekommen. Aber sollte dennoch einmal der Moment meines plötzlichen Verschwindens eintreten, dann wollte ich euch nicht ganz im Dunkeln zurück lassen. Über mein Verschwinden selbst, kann ich euch leider nichts weiter verraten. Aber natürlich steht es in Verbindung mit dem Stein, wie ihr euch sicher denken könnt. Auch wenn diese Worte euch jetzt nicht befriedigen, so hier meine weiteren Anweisungen. Sollten wir schon bis nach Hertak vorgedrungen sein, so sucht so schnell es euch möglich ist, die Bibliothek in Hertak auf. Dort werdet ihr weitere Informationen finden. Sucht aber gar nicht erst in der öffentlichen Bibliothek. Wendet euch an die oberste Leitung der Bibliothek und sagt, ihr seid die Gruppe um den Wirt. Zeigt ihm zum Beweis das Siegel dieses Papiers. Ich bin gut befreundet mit dem, den ihr treffen werdet. Er wird euch weiterhelfen und euch in einige Räume geleiten, von denen es etliche Sagen gibt. Dort lagern die größten geschriebenen Schätze unserer Welt. Ich hoffe, ihr werdet fündig.


    Ich werde zu gegebenen Zeitpunkt wieder zu euch stoßen, sollte es mir denn gelingen. Was auch passiert, ihr müsst unseren Weg weiter gehen – viel hängt von euch ab.


    Der Wirt.

    “Neugieriges Pack“, dachte sich der Wirt. “Aber ich wird wohl nicht drumherum kommen, ihnen wenigstens einen Brocken hinzuschmeißen. Irgendwo verstehe ich sie ja auch...“, führte der Wirt seine Gedanken fort. Dann sprach er los. “Nun gut! Ich will euch etwas erzählen. Ihr erinnert euch sicher, wie ich mit dem Mann im schwarzen Umhang am hintersten Teil meiner Bar gesprochen hatte. Wer genau dieser Mann ist, sei vorerst nicht von Bedeutung! Jedenfalls sagte er in seinem letzten Satz, ich solle mit Begleitung nach Hertak kommen. Er würde uns dann dort treffen und den Fortgang der Reise absprechen. Tja! Und nun sind wir vor Hertak.“ Der Wirt sah seinen beiden Gefährten ins Gesicht, insofern dies möglich war. Turomak schaute zufrieden, immerhin hatte er endlich etwas Neues erfahren. Aber gleich darauf runzelte er die Stirn. Die Sätze des Wirtes hatten Turomaks Gier nach Informationen nur kurzzeitig befriedigt. Shion hingegen sah von außen gewohnt gleichgültig aus. Als Außenstehender seine Gemütslage zu deuten, war unendlich schwer, was nicht zuletzt an seiner Kutte lag. Wo genau die drei Gefährten den Mann im schwarzen Umhang in Hertak treffen würden, war auch dem Wirt unbekannt. “Wir werden uns erst mal eine Herberge nehmen“, dachte er sich. Aber zuerst musste man mal nach Hertak gelangen. Der Wirt grübelte, schaute Turomak und Shion musternd an. In Anbetracht der Fähigkeiten und Ausrüstungen der Gruppe hatte er keine Bedenken und sagte schließlich: „Wir werden den Weg durch die Höhle nehmen! Erst ins nächste Dorf zu gehen und einen Führer zu suchen, würde Zeit kosten, die uns vielleicht schon bald fehlen wird.“ Die Gefährten richteten ihren Blick also zum Höhleneingang, zu dem es nicht mehr weit sein konnte.

    Kapitel 2
    Aufbruch


    "Es tut mir leid Kollege, aber ich fürchte das geht dich nichts an!", sagte der Wirt zu Quentin, der von dieser Antwort sichtlich geschockt war. "Und obendrein, hat sie jetzt schon wieder zu", ergänzte der Wirt und beendete die kurze Unterhaltung. Auf Quentins Nachfrage nach dem Grund antwortete der Wirt in Gedanken und Überlegungen versunken schon nicht mehr. Quentin erkannte wohl, dass mit dem Wirt heute nicht gut Kirschen essen ist, und ging ihm aus dem Blickfeld. Schon von Weiten sahen Turomak und Shion, die jetzt wiederkehrten, den Wirt vor seiner Taverne stehen und warten. Er hatte einen großen Rucksack auf den Rücken geschnallt, der auf seinem riesigen Kreuz gar nicht so groß aussah. Eingepackt hatte er jede Menge Brote, Wasser und sogar zwei Flaschen seines besten Weines. Außerdem einige Manuskripte von Mischungen für Tränke und Wirkungen von Kräutern sowie allerlei scheinbar sinnlosen Kram. Aus einer der vielen Taschen in seiner Jacke schaute ein undefinierbares grünes Blatt heraus, das er schnell hineinstupste, als er merkte, dass es heraus sah. Endlich waren Turomak und Shion wieder da. "Lasst uns nun endlich aufbrechen, die Zeit drängt", sagte der Wirt zu den beiden. "Zuerst besuchen wir einen alten Freund von mir, Kelis. Er wird uns drei Antoks leihen", sagte der Wirt. Turomak und Shion nickten. Turomak, Shion und der Wirt gingen los. Einige Straßen weiter stand Kelis bereits vor seinem Stall, er schien die Reisenden zu erwarten. "Sei so nett und leih uns drei deiner wunderbaren Antoks, Kelis", sagte der Wirt. Kelis stimmte wie selbstverständlich zu und Minuten später waren die Antoks beladen. Nun ging es endlich los. "Unser erstes Ziel ist Hertak. Warum, werdet ihr schon sehen", sagte der Wirt und ritt los. Turomak und Shion ritten ebenfalls los und hatten tatsächlich Mühe, dem alten Wirt hinterher zu kommen.

    Am nächsten Tag, die Sonne schob sich gerade erst über den Horizont, war der Wirt sehr früh auf den Beinen. Besonders ausgeschlafen war er nicht. Bis tief in die Nacht hinein grübelte er, wühlte in seinem alten Tagebuch, in das er vor etwa zwanzig Jahren den letzten Eintrag gemacht hatte, und lernte alte Tränke- und Kräutermischungen, von denen er nie gedacht hätte, dass er sie jemals wieder lernen müsste. Doch die Mischungen schienen ihm lebenswichtig, bei allem was er am Vorabend erlebt hatte. Der Stein war wieder da. Nun erinnerte er sich an Turomak. “Der Kerl scheint mir zwar etwas neugierig, aber offenbar ist seine Neugier und Abenteuerlust das einzige, was ihn zum Stein treibt. Das qualifiziert ihn wohl für eine Reise an meiner Seite“, dachte sich der Wirt. Früher als sonst öffnete er seine Taverne. Als er die Tür aufschloss, staunte er nicht schlecht, denn Turomak und ein weiterer Kerl standen bereits davor. “Nun gut, kommt rein“, knurrte der Wirt und schloss die Tür hinter sich wieder. Die folgenden Stunden verflogen bei Gesprächen über den Stein. Immer wieder wollte Turomak wissen, was es mit dem Stein auf sich hat. Der andere Kerl, der wie der Wirt nun wusste Shion heißt, oder zumindest so gerufen werden will, war viel weniger aufgeregt als Turomak und bohrte nahezu gar nicht mit Fragen nach dem Stein. Shion kam dem Wirt bekannt vor, sehr bekannt sogar. Es schien ihm fast, als kenne er diesen Kerl von gewissen Ereignissen die mehr als zwanzig Jahre zurückliegen.
    Sehr schnell konnte er Turomak für die Reise gewinnen, obwohl es diesen etwas entmutigte, dass er vom Wirt nichts konkretes über den Stein erfuhr. Shion hingegen, willigte schon fast selbstverständlich ein. “Ihr werdet verstehen, dass ich euch zu diesem Zeitpunkt nichts weiter über den Stein erzähle. Ich kenne euch nicht gut genug“, sagte der Wirt und sah Shion leicht nachdenklich an, denn er hatte das Gefühl, dass dieser gar nichts darüber wissen wollte. Den einzig möglichen Grund dafür sah der Wirt darin, dass Shion schon genug darüber weiß. “Diese Äußerlichkeiten, diese Stimme, dieses Verhalten, es muss sich um den Kerl handeln, der uns vor zwanzig Jahre schon beistand. Sovieles weißt darauf hin. Oder sollte ich mich täuschen?“, dachte sich der Wirt. “Na gut. Schnappt euch alles was ihr braucht, aber nicht mehr als zwei Taschen voll. Kommt dann hierher zurück. Wir werden uns dann drei Antoks von einem guten Freund nehmen, denn zu Fuß würde die Reise zu unserem ersten Zielort mehrere Tage und Nächte dauern. Auf geht’s.“, sagte der Wirt zu Turomak und Shion. “Wir reisen dem Mann im schwarzen Umhang hinterher, den ihr sicher gestern Abend in meiner Taverne gesehen hab“, antwortete der Wirt auf Turomaks Frage, wohin es denn überhaupt gehe.

    Der Wirt sah, wie sich die Schenke langsam leerte, Gast für Gast verließen durch die Tür sein Haus. "Wurde auch Zeit", dachte sich der Wirt. Denn normalerweise ist um diese Zeit der "Tänzelnde Chocobo" längst leer. Aber heute waren die Gespräche der Gäste besonders ausufernd. "Die Ereignisse von heute werden ihr übriges getan haben", dachte der Wirt und schloss die Tür hinter dem letzten Gast der durch sie ging ab. Noch einen Moment verweilte der Wirt an seiner Bar und dachte nach: "Es war eindeutig jener Stein. Ich hatte geglaubt, ihn nie wieder zu Gesicht zu bekommen. Warum bringt ihn der alte Banause ausgerechnet zu mir? Warum muss er mich schon wieder mit dem verdammten Schicksal dieses verdammten Steines auseinandersetzen? Ich bin doch viel zu alt für ein erneutes Abenteuer dieser Art. Bei den letzten Ereignissen um den Stein vor mehr als zwei Jahrzehnten hat mir der ganze Mist fast das Leben gekostet.", dachte der Wirt. Er schaute sich in seiner Taverne um und verabschiedete sich bereits innerlich von ihr, denn er wusste, dass er um dieses Abenteuer nicht herum kommen würde, ob er wolle oder nicht. "Diesmal aber brauch ich Unterstützung. Ich werde mich morgen mit Turomak und einigen anderen unterhalten, er und einige andere scheinen mir gerüstet, wagemutig und neugierig genug für ein derartiges Abenteuer. Ich hoffe nur, sie machen sich nicht vor Morgen selbst auf die Reise, ihre Neugier wäre tötlich". Nach diesen ausufernden Gedanken legt sich der Wirt endlich schlafen.