Bislang unveröffentlichtes Interview von 2004 mit Nintendo-Präsident Satoru Iwata aufgetaucht

    • Offizieller Beitrag

    Nach 20 Jahren ist ein bisher unveröffentlichtes Interview mit dem ehemaligen Nintendo-Präsidenten Satoru Iwata aufgetaucht. Das auf der E3 2004 geführte Interview behandelt Themen wie Nintendos Ethos bei der Einführung neuer Hardware, Iwatas Ansichten über die Konkurrenten Sony und Microsoft und wie es sich anfühlte, das Unternehmen von Hiroshi Yamauchi zu übernehmen, der von 1949 bis 2002 Nintendos Präsident war.

    Außerhalb seiner „Iwata Asks“-Segmente gab Iwata als Präsident selten Einzelinterviews, was dies zu einer seltenen Gelegenheit macht. Obwohl Iwata Interviews aus dem Weg ging, gelang es Adam Doree von der nicht länger existierenden Spieleseite Kikizo, dieses Interview zu sichern, aufzuzeichnen und es nun – 20 Jahre später – zu veröffentlichen.

    In dem 30-minütigen Interview wird Iwata, übersetzt von Yasuhiro Minagawa, gefragt, ob er sich Sorgen über die Konkurrenz von Microsoft und Sony mache. „Ich glaube nicht, dass die Konsolen der nächsten Generation, die Sony und Microsoft in Betracht ziehen, eine Zukunft haben“, erklärt er.

    „Wenn ich das gedacht hätte, würde [Nintendo] das Gleiche tun, oder?“ Iwata bespricht auch die veränderten Rollen von Shigeru Miyamoto, der ermutigt wurde, sich mehr auf First-Party-Titel zu konzentrieren, und des scheidenden Nintendo-Präsidenten Hiroshi Yamauchi, einschließlich seines Platzes im Nintendo-Vorstand und wie er damals zu Nintendo beitrug.

    Es war eine Zeit großer Veränderungen für Nintendo, da Iwata erst seit ein paar Jahren Präsident war und der DS im Begriff war, den Handheld-Gaming-Markt radikal zu verändern, gefolgt von der Wii und allen Wii-Spielen, die mit der Bewegungssteuerung im Sinn entwickelt wurden. Das volle Interview seht ihr unterhalb.

    Satoru Iwata im E3-2004-Interview (via Adam Doree)

    via GameRant, Bildmaterial: Nintendo

  • Wirklich sehr schön, wenn so etwas in voller Länge und in guter Qualität dann mal auftaucht. Für Präservation im Medium Videospiele unglaublich wichtig. Das komplette Interview werde ich mir später mal ansehen, aber mich hat bereits das wohl einprägsamste Zitat beschäftigt:


    „Ich glaube nicht, dass die Konsolen der nächsten Generation, die Sony und Microsoft in Betracht ziehen, eine Zukunft haben“, erklärt er.


    Komplett falsch sollte er nicht liegen, wenn man bedenkt, wie viele Probleme die PlayStation 3 damals hatte. Aber Sony konnte den Karren aus dem Dreck ziehen, anders als vielleicht Microsoft, die mit der Xbox One baden gegangen sind. Das Zitat ist aber besonders auf das jetzige Jahr 2024 mehr als interessant. Die PlayStation 5 erreicht intern gesetzte Ziele nicht, hat mit der Technik zu kämpfen und schon reden wir wieder über ein neues, kommendes Pro-Model. Und ob Xbox bei der nächsten Generation, wenn man den begriff überhaupt noch so nennen kann da mittlerweile alles ineinander zu verschwimmen scheint, ist nochmal eine ganz andere Frage. Aber Nintendo ist noch da, was ihnen nach der Wii U wohl kaum wer zugetraut hätte. Sie sind noch da und machen weiter ihr Ding, während wir aktuell darüber debattieren, ob sich Xbox aus dem Hardware-Geschäft zurückzieht.


    Jedenfalls, sehr schöne Sache, dass das Interview hier gepostet wurde. Werde ich mir auf alle Fälle dann später komplett ansehen.

    "First kiss was the floor. But God it won't make a difference if you don't get up."



    Zuletzt durchgespielt:


    Gears of War 3: 8/10

    Open Roads: 7/10

    Gears of War: Judgment - 6,5/10

  • Habe mir das Interview nun auch mal eben angeschaut. Echt cool, dass sowas nun nochmal aufgetaucht ist. Auch wieder ein sehr sympathischer Auftritt von Iwata.


    Am spannendsten fand ich einen Punkt, der er ziemlich gut vorhergesagt hat, und zwar, dass dieses ständige Leistung erhöhen zu längeren Spielentwicklungszeiten und Schwierigkeiten führt, während der Spieler nicht einmal groß mehr bemerkt, was nun wirklich anders ist.

    Das fasst die aktuelle Gen ja ziemlich gut zusammen.

    Klar besonders technik-affine Spieler merken den Unterschied. Aber das ist nun mal nur ein ganz kleiner Teil der Spielerschaft. Der Großteil bemerkt da nicht mehr so viel. Dieses "Wettrüsten" ist halt einfach eine limitierte Methode, die nicht zwingend sehr zukunftssicher ist.

    Wird da ohnehin spannend, wie es da weitergehen wird und wie lange Sony und Microsoft sich weiter auf dieses Spiel einlassen können bzw. ob man einen Weg findet, die Probleme, die damit mithergehen zu lösen. Wobei Microsoft die Xbox wohl ohnehin eher als Spielerei nebenbei weiterführen wird, da der Fokus aufm Game Pass liegen wird. Zumindest solange die Konsolen noch Gewinn abwerfen. Die Series tat es ja noch mehr als genug. (Wobei ich die immer noch so einschätze, dass die auch bei nem Minusgeschäft weitermachen würden, nur weil sies können und dies somit demonstrieren wollen xD)


    Aber schon spannend nochmal 20 Jahre zurückzublicken und zu sehen, wie der DS und die Wii gerade mal aufm Weg zur Veröffentlichung waren.


    Interessant fand ich auch die recht gut erklärte damalige Situation, warum Europa oft das Nachsehen hatte. Gut, dass sich das inzwischen ja alles erheblich gebessert hat. Wenn mans so aber hört, ist es aber durchaus nachvollziehbar.