Activision: Nach Sony und Xbox kritisiert nun auch Nintendo die toxischen Zustände

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    • Activision: Nach Sony und Xbox kritisiert nun auch Nintendo die toxischen Zustände

      Seit Tagen stehen Activision und Bobby Kotick in den Schlagzeilen, die Liste an Vorwürfen ist lang. Auch nachdem sich Phil Spencer und Jim Ryan kritisch gegenüber Activision geäußert hatten, blieb Bobby Kotick im Amt.

      Gestern hatte er Medienberichten zufolge dem Vorstand mitgeteilt, dass er gewillt ist zurückzutreten, falls er die Probleme in der Firma nicht „schnell“ in den Griff bekommt. Im Umkehrschluss bedeutet das, er lehnt aktuell einen Rücktritt ab.

      Jetzt bekommt Activision auch Kritik von Nintendo of America. Wie seine Mitstreiter hat sich Doug Bowser an seine MitarbeiterInnen gewandt. „Zusammen mit Ihnen allen habe ich die neuesten Entwicklungen bei Activision Blizzard und die laufenden Berichte über sexuelle Belästigung und Toxizität im Unternehmen verfolgt“, schreibt Doug Bowser in einer E-Mail, die Fanbyte vorliegt.

      „Ich finde diese Berichte erschütternd und beunruhigend. Sie widersprechen meinen Werten und den Überzeugungen, Werten und Richtlinien von Nintendo“, versichert Bowser weiter.

      In der E-Mail heißt es weiterhin, dass Nintendos Vertreter deshalb in Kontakt mit Activision standen und „Maßnahmen ergriffen haben“. Was das konkret bedeutet, ist unklar. Gleichzeitig fordert Bowser, dass die Handelsvereinigung ESA eine härtere Haltung gegenüber Belästigung einnimmt.

      „Jedes Unternehmen in der Branche muss ein Umfeld schaffen, in dem jeder respektiert und gleich behandelt wird und in dem alle die Konsequenzen verstehen, wenn sie es nicht so tun“, so Bowser.

      Phil Spencer teilte seinen MitarbeiterInnen mit, dass Xbox aufgrund der Berichte „alle Aspekte unserer Beziehung“ evaluieren wolle. Man sei „zutiefst beunruhigt über die schrecklichen Ereignisse und Handlungen„. Jim Ryan zeigte sich „entmutigt und ehrlich gesagt fassungslos“.

      Bildmaterial: Call of Duty: Modern Warfare, Activision

    • Selbst wenn der Typ gekickt wird, oder selber noch den Rücktritt macht bevor er wahrscheinlich sonst fliegt, der Image-Schaden für das Unternehmen ist da und bleibst voerst einmal

      Wer will schon Entwickler unterstützen, die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vertuschen tut seit wer weis wie lange schon, dessen Führung zum Teil da offensichtlich mit drin hängt, soweit das jeder Involvierte kurzerhand, als die Bombe platzte, schnellstens das Weite suchte und das Unternehmen verlies direkt, bevors den Leuten wohlmöglich unangenehm an den Kragen gegangen wäre (zurecht), oder weil sie im Zuge interner Ermittlungen kurzerhand gefeuert wurden, damit das Unternehmen schnell sagen kann - Problem gelöst, Wurzel des Übels ausgelöscht.

      So ticken Spielentwickler, für die ist jeder Mensch ersetzbar, Entwickler, Programmierer ect komm und gehn in der Branche am laufenden Band, das da Leute bei ein und der selben Firma arbeiten für 10-20 Jahre und länger ist eher nicht die Norm

      Zum Thema Toxität hingegen kann man nur sagen, reiht sich das Unternehmen bloß in die Schlange ein.
      Ist nicht das erste Unternehmen, und wird sicher auch nicht das Letzte bleiben, dem man eine toxische Arbeitsumgebung nachsagt.
      In der Regel entsteht diese Dynamik durch negative innere wie äüßere Einflüsse.

      Crunch, Stress, Corona, Druck ect,
      Es gibt so vieles heutzutage das die Menschen belastet, was mit auf die Arbeit gebracht wird,was zu einem toxischen Nährboden werden kann.
      Da sind einfach als Verantwortliche die Entwickleunternehmen von Arbeitgeberseite gefordert mehr dagegen zu tun, damit diese Dinge nicht erst zu ner großen Sache von Skandalformat heranwachsen - das erfordert Führungspersonal, welche nicht nur auf Erfolg fixiert ist und blind ist ansonsten für alles Andere, was nicht Erfolg/Absatz bringt.

      Es ist schon traurig, wenn offensichtlich Probleme in manchen Firmen erst angegangen werden, wenn diese Druck von Oben von anderen Kooperationspartern kriegen, wenn diese erstmal Wind davon kriegen, welche Missstände vorliegen, die sich wiederrum negativ auf den Kooperationspartner selbst auswirken können, wenn da nicht gehandelt wird. Denn aus keinem anderen Grund habem sich die Konsolen-Bosse in die Sache nun eingemischt.
      Reine Schadensbegrenzung, Position zeigen mit erhobenen Finger, damit später niemand sagen kann, sieh mal, Platform X scheint wohl sexuelle Belästigung zu tolerieren in den Reihen der Kooperateure.
    • Sorry wenn es jetzt hart klingt aber für mich hört sich das alles sehr nach PR Geblubber an.

      Das ist einfach nur ein "Auf die Finger klopfen" und böse gucken. Wirkliche Auswirkungen werden eh nicht kommen. Vielleicht kann sich höchstens Nintendo erlauben die Partnerschaft zu kündigen aber wirklich große Blockbuster kommen ja eh nicht auf die Switch.

      Sony und Microsoft werden niemals die Partnerschaft mit Activision/Blizzard aufgeben weil einfach viel zu viel Kohle durch die reinkommt. Neben EA und Epic ist das der 3. Größte Anbieter der jährlich mit neuen Microtransaktionen dahergeschissen kommt und sowohl Sony als auch MS halten da gerne die Hand auf weil sie durch jede verkaufte Lootbox mit verdienen.

      So ist das nunmal im Kapitalismus und es ist nicht der erste Shitstorm der dort entsteht und es wird auch nicht der letzte sein. Quantic Dreams hatte ebenfalls nen enormen Shitstorm wegen sexueller Belästigung an der Backe und die entwickelten lange Zeit exklusiv für Sony und auch dort ist nichts passiert und die ganze Activision/Blizzard Sache wird traurigerweise leider nicht die letzte sein da bin ich mir ziemlich sicher.

      Natürlich wäre es schön zu sehen wenn von den großen Plattformbetreibern etwas kommen würde, aber wenn sie jeden Entwickler aus ihren Stores verbannen würden der auch nur in irgendeiner Weise Dreck am Stecken hat dann sieht es dort recht schnell ganz leer aus und das ist leider die Traurige Wahrheit.
      ~Nimm das leben nicht zu ernst du kommst eh nicht lebend raus~
    • Das ist vermutlich reine "Politik". Natürlich wollen weder Nintendo, Microsoft noch Sony diese Geschäftsbeziehungen aufgeben, liefert der Laden ihnen einfach zu guten Profit. Andererseits will man auch nicht mit in den Strudel gerissen werden, und ist sichtlich bemüht, sich von allen Schweinereien zu distanzieren. Gleichzeitig erhöht man den Druck von Außen, die Person Kotick mit absägen zu helfen, damit es irgendwie zügig wieder zurück zur Normalität gehen kann, und nicht am Ende der Druck auch auf die First Parties selbst steigt, weil Spieler und Investoren klarere Distanzierung fordern.

      In Sachen Bann aus den Stores wird vermutlich nichts passieren.
    • Fur0 schrieb:

      Das ist vermutlich reine "Politik". Natürlich wollen weder Nintendo, Microsoft noch Sony diese Geschäftsbeziehungen aufgeben, liefert der Laden ihnen einfach zu guten Profit. Andererseits will man auch nicht mit in den Strudel gerissen werden, und ist sichtlich bemüht, sich von allen Schweinereien zu distanzieren. Gleichzeitig erhöht man den Druck von Außen, die Person Kotick mit absägen zu helfen, damit es irgendwie zügig wieder zurück zur Normalität gehen kann, und nicht am Ende der Druck auch auf die First Parties selbst steigt, weil Spieler und Investoren klarere Distanzierung fordern.

      In Sachen Bann aus den Stores wird vermutlich nichts passieren.
      Ich weiß nicht, wie präsent diese Vorfälle in den normalen Medien sind. Aber diese ganzen Vorfälle, ist ja nicht nur Activision, lässt die Gamestudios in einem schlechten Licht erstrahlen, was wahrscheinlich allgemein für die ganze Branche nicht gut ist. Und macht es Frauen nicht schmackhaft in der Gamesbranche zu arbeiten, wodurch halt auch neues Blut fehlt.

      Klar, ist es PR, aber trotzdem sollten sie ein Statement setzen, es so einfach sein zu lassen, ist ja auch nicht richtig. Egal ob Kapitalismus oder nicht. Schweigen ist immer schlimmer.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nitec ()

    • Nitec schrieb:

      Ich weiß nicht, wie präsent diese Vorfälle in den normalen Medien sind. Aber diese ganzen Vorfälle, ist ja nicht nur Activision, lässt die Gamestudios in einem schlechten Licht erstrahlen, was wahrscheinlich allgemein für die ganze Branche nicht gut ist. Und macht es Frauen nicht schmackhaft in der Gamesbranche zu arbeiten, wodurch halt auch neues Blut fehlt.
      Klar, ist es PR, aber trotzdem sollten sie ein Statement setzen, es so einfach sein zu lassen, ist ja auch nicht richtig. Egal ob Kapitalismus oder nicht. Schweigen ist immer schlimmer.
      Ich denke halt das Problem ist auch viel größer als das man immer nur von Einzelfällen sprechen kann. Auch bei Activision oder Blizzard reichen Berichte über diese Vorfälle teils Jahrzehnte zurück, und der Laden ist ja keineswegs allein. Man könnte hier noch einige Studios einwerfen, die mit sexistischer oder toxischer Unternehmenskultur aufgefallen sind. Ubi Soft hatte da auch einiges an Shitstorm erlebt. Nur eine Person auszutauschen wird nicht viel ändern, fürchte ich. Aber unsere Gesellschaft ist schon viel besser geworden und kann noch viel besser werden, nur gibt es halt leider noch genug Widerstände.

      Aber selbst in DACH Ländern werden Frauen in Spielen ja gerne mal wie Freiwild behandelt. Wie soll das dann erst in Ländern mit ausgeprägterem Chauvinismus ausfallen? Auf der anderen Seite erzeugen Anpassungen beim Gendern, Geschlechtsneutralität oder selbst Spiele-Conventions mit Frauen auf Moderatoren Seite, immer wieder sehr viel Abwehrreflexe. Meiner Meinung nach gibt es noch viel zu tun, denn am Rand der Gesellschaft versucht man leider, die positive Modernisierung von Menschen und Kultur mit aller Macht aufzuhalten. Mit "Kotick absägen" ist es leider nicht getan.