Im Test! WarioWare: Get it Together!

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    • Im Test! WarioWare: Get it Together!

      Titel WarioWare: Get it Together!
      Japan 10. September 2021
      Nintendo
      Nordamerika 10. September 2021
      Nintendo
      Europa 10. September 2021
      Nintendo
      System Nintendo Switch
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler Nintendo / Intelligent Systems
      Genres Action
      Texte
      Deutschland Nordamerika Japan
      Vertonung Deutschland Nordamerika Japan

      Man will es kaum glauben, aber Wario geht mit WarioWare: Get it Together! schon in die elfte Runde. Nachdem man in den 90ern noch vergeblich versucht hatte, Wario nach Marios Vorbild durch die Welt springen zu lassen, schaffte es der glorifizierte Bösewicht und Quasi-Widersacher des Klempners, mit einer Minispielsammlung endlich Aufmerksamkeit zu erlangen.

      Zwar ist Wario in etlichen Nintendo-Produktionen zu finden, aber seine eigene Spielreihe und Heimat sind letztendlich die WarioWare-Spiele geworden, die in puncto Inhalt das auffällige, abstruse Aussehen des Protagonisten nachahmen und ähnlich ungewöhnlich daherkommen. Durch den Aufbau der Spiele, welche aus vielen kleinen Minispielen bestehen, hinterließ man aber durchaus einen bleibenden Eindruck in der Spiellandschaft.

      Auf Nintendo Switch durfte auch ein WarioWare nicht fehlen, also führt man das Konzept auch hier mit WarioWare: Get it Together! fort. Ob das Spielprinzip noch weiterhin überzeugen kann oder langsam ideenlos und ausgelutscht ist, schauen wir uns einmal im Folgenden an.

      Spielentwicklung einmal anders…

      Auch wenn es in WarioWare mehr um die kurzen Spieleinlagen geht, so ließ man es sich nicht nehmen, eine seltsam anmutende Geschichte um das Gebilde zu stricken. Wario will ein neues Spiel auf den Markt bringen und dadurch stinkend reich werden. Getrieben von seiner Gier und Inkompetenz strapaziert er den Spielcode so sehr, dass sich eine gewaltige Anzahl an Bugs hervortut. Ungewollt findet er sich im nächsten Augenblick im eigenen Spiel wieder und muss einmal selbst Hand anlegen.

      Mit ihm wurden dazu noch ein Haufen seiner Kollegen unfreiwillig in das verbuggte Spiel gezogen. Die Spiele sind nun in verschiedene Kategorien eingeteilt und in jedem Abschnitt trifft man auf einen neuen verschwundenen Mitstreiter, der sich auch direkt anschließt, um sich in den Minispielen zu beweisen und die Bugs so aus der Welt zu schaffen. Hier kristallisiert sich auch schon die Grundidee heraus, die WarioWare: Get it Together! verfolgt. Jeder weitere Charakter hat nämlich sein eigenes Bewegungsmuster, welches man in den vielen kleinen Kurzaufgaben beachten muss.

      Der Story-Modus sorgt dafür, dass man zum einen mit den verschiedenen Spielen vertraut wird und zum anderen mehr Charaktere freischaltet. Da dieser Modus auch gemeinsam zu zweit spielbar ist, gibt es auch einige Figuren, die paarweise auftreten. Der Story-Modus bleibt wie erwartet auch nur Mittel zum Zweck und lässt sich somit auch relativ schnell und problemlos beenden. Sollte man dennoch einmal scheitern und alle Versuche verbrauchen, so kann man gegen Abgabe gesammelter Punkte an der gleichen Stelle fortfahren. Da ein Abschnitt aber meist nur aus 10 bis 15 Spielen besteht, macht es aber auch nichts, einfach von Anfang des Abschnitts zu beginnen.

      Kot verscharren

      »Im Großen und Ganzen spielt man in WarioWare sogenannte Mikrospiele in schnellen Runden hintereinander.«

      Wer nicht mit dem Spielprinzip von WarioWare vertraut ist, hier noch einmal eine kleine Zusammenfassung. Im Großen und Ganzen spielt man sogenannte Mikrospiele in schnellen Runden hintereinander. Das sind hier simple Aufgaben, die man innerhalb von ein paar Sekunden absolvieren muss. Nach einer gewissen Anzahl an Spielen erscheint ein Boss-Level, das allerdings meist auch einfach dem gleichen Konzept folgt, nur mehr oder gar keine Zeitbegrenzungen hat.

      Alle Aufgaben sind so angelegt, dass man sie innerhalb einiger Sekunden versteht und meist durch ein, zwei Bewegungen schon erledigt. Als kleine Hilfestellung wird zu Beginn ein Wort als Beschreibung in den Raum geworfen und los geht’s. Bis auf die Option „Potpourri“, hinter der sich kleine Multiplayerspiele verbergen, fasst das auch schon so ziemlich das gesamte Gameplay zusammen.

      Den gewissen Charme bekommen die Spiele durch die auf unbekannte Weise verstörenden Themen, die einerseits witzig, andererseits durchaus überraschend daherkommen. Wenn man eine riesige Nase mit einer Spielfigur verstopfen muss, den Kot einer ziemlich kessen Katze verscharren soll oder nach Beenden eines Spiels plötzlich ein Haufen Warios mit Adonis-Körper über den Bildschirm tänzeln, dann weiß man schon recht schnell, wo man dran ist.

      Mehr ist mehr

      Aufgrund der Natur von Spielen, die nur ein paar Sekündchen dauern, bietet es sich an, reichlich davon in WarioWare: Get it Together! zu packen. Das wurde getan. Nur irgendwie reicht das immer noch nicht. Die Mikrospiele sind in verschiedene Kategorien eingeteilt und bieten so zumindest schon einmal visuell Abwechslung. Irgendwo ist jedoch auch eine Grenze erreicht, wo es einfach zwangsläufig repetitiv wird und zumindest im Einzelspieler-Modus kaum mehr Spaß bringt.

      Als kleine Partyspiele mit ein paar Mitspielern könnte man gegebenenfalls aber dennoch ein wenig mehr aus dem Spielprinzip herauskitzeln. Man hat sich mit zahlreichen Herausforderungen zwar mehr als überschlagen, es fehlt allerdings an der nötigen Motivation, womöglich Neues zu entdecken oder das ein oder andere traumatisierende Bild in die Netzhaut zu brennen. Nichtsdestotrotz, Aufgaben gäbe es in der Tat genug.

      Ähnlich schwach schneidet auch die enorme Anzahl an Spielfiguren ab, welche sich eigentlich durchaus gut anhört, aber Gameplay-technisch meist eher unter den Erwartungen liegt. Mehr als die Hälfte der spielbaren Charaktere besitzen so seltsame Bewegungsunarten, dass man diese womöglich niemals freiwillig auswählen würde, wenn man es nicht in manchen Story-Abschnitten müsste. So verharrt man meist auf den leicht zu steuernden Optionen, anstatt sich unnötig in den Frust zu treiben. Ich bevorzuge etwas mehr Kontrolle, gerade wenn es um das Verscharren von frischem Katzenkot geht. Damit ist nicht zu spaßen.

      Darbietung: Ausreichend

      »Erwähnenswert ist die deutsche Synchronisation, die zwar ähnlich verunsichert wie manche bildliche Darstellung, allerdings manche die Spiele sicherlich einfacher verstehen lässt.«

      Auch was Grafik angeht, macht WarioWare: Get it Together! sicherlich keine Luftsprünge. Das war auch abzuwarten und von der Klientel wohl kaum gewünscht. Der Sprung auf Nintendo Switch glückt ohne wirklich große Änderung in Darbietung und allgemeinem Spielgefühl.

      Erwähnenswert ist die deutsche Synchronisation, die zwar ähnlich verunsichert wie manche bildliche Darstellung, allerdings manche die Spiele sicherlich einfacher verstehen lässt – selbst wenn es sich hier auch nur um ein Wort handelt. Die Auswahl der Stimmen für Wario und seine Kollegen bleibt zwar abstrus, ich denke, das passt aber so in die ebenso komische Darbietung der Spiele genau hinein.

      Es ist ein weiteres WarioWare

      WarioWare: Get it Together! erfindet das Rad nicht neu. Man packt zwar noch mehr Mikrospiele, Partyspiele und zig Herausforderungen hinzu, spickt das darüber hinaus noch mit einer Vielzahl an spielbaren Figuren, aber letztlich muss man sagen, dass sich dieses Spielprinzip leider äußerst schnell abreibt.

      Potenzial kann man noch in den Multiplayer-Spielen für bis zu vier Spieler erahnen, aber auch hier kommt das am Ende auf die Gruppe und/oder die geistige Zurechnungsfähigkeit an, ob die Mikrospielsammlung wirklich auf Dauer begeistern kann.

      WarioWare: Get it Together! ist auf seltsame Art und Weise verstörend, witzig und für eine kurze Weile unterhaltsam. Irgendwie bleibt das Ganze jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten. Die Hausaufgaben wurden solide gemacht, aber leider bleibt ein fader Beigeschmack zurück.

       

      Story

      Story-Modus dient nur als Mittel zum Zweck, um Charaktere und Mikrogames freizuschalten.

      Gameplay

      Mikrogames auf Sekunden-Basis mit mehr oder weniger überraschend-ulkigen Momenten.

      Grafik

      Simpel und ausreichend umgesetzt.

      Sound

      Deutsche Synchronisation vorhanden.

      Sonstiges

      Zahlreiche Herausforderungen und Minispiele für mehrere Spieler.

      Bildmaterial: WarioWare: Get It Together!, Nintendo

    • Desotho schrieb:

      Hatte das Gamersglobal Video geschaut und auch in die Demo reingespielt. Da will Nintendo einen max 20 EUR Titel für nen Fuffi raushauen. Kein Wunder, dass das Ding jetzt schon preislich im Sinkflug ist.

      Es gab ja vorab diese etwas kuriose Umfrage, weil sie wohl selbst nicht wussten, wie sie so einen Titel bepreisen sollten. In dieser Umfrage wurde ja gefragt, wie viel die Leute für ein neues WarioWare ausgeben würden und da war wohl die Preisklasse von 40 bis 60 Euro vertreten. Am Ende entschied man sich für 50, eine Art Kompromiss. Bei so einem Titel ist das natürlich schwer. Ich habe mit WarioWare immer enorm viel Spaß gehabt, aber es ist dann doch eher ein Titel für die kleine Geldbörse. Ist also gut möglich, dass man sich da etwas verpokert hat. Gut für uns, so ist ein Preisfall in Sichtweise.

      Ich habe auch nur die Eindrücke aus der Demo und würde auch dem Fazit im Test basierend auf meinen Impressionen zustimmen, dass das eher in die Richtung "Pflichtaufgabe erfüllt" geht. Bei 25 Euro würde ich aber sofort zugreifen.
      Zuletzt durchgespielt:

      Diablo II: Resurrected 7,5/10, Control 8/10, Alan Wake's American Nightmare 7/10