Im Test! Sonic Colors: Ultimate

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    • Im Test! Sonic Colors: Ultimate

      Titel Sonic Colors: Ultimate
      Japan 07. September 2021
      SEGA
      Nordamerika 07. September 2021
      SEGA
      Europa 07. September 2021
      SEGA
      System Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One, PC
      Getestet für PlayStation 4
      Entwickler Blind Squirrel Entertainment
      Genres Jump ’n’ Run
      Texte
      Deutschland
      Vertonung Deutschland Nordamerika

      Das Sonic-Franchise hat es nicht immer leicht. Oft sagen Fans, die Serie hatte nach Sonic Colors und Sonic Generations ihren Höhepunkt erreicht. Wahrscheinlich auch deswegen hat sich SEGA nun zum 25. Jubiläum des blauen Igels gedacht, man bringt einfach das beliebte Wii-Spiel Sonic Colors für die aktuellen Konsolen. Denn was man früher mochte, werden Fans heute sicher auch noch mögen, oder? Tatsächlich habe ich trotz meiner riesigen Liebe zum blauen Igel bisher nie Sonic Colors gespielt, doch dank der HD-Portierung konnte ich es endlich ausprobieren.

      Ein riesiger Vergnügungspark im All?!

      Dr. Robotnik, auch bekannt als Eggman, hat einen riesigen Vergnügungspark im All gebaut. Daran hängen mithilfe von Traktorstrahlen mehrere Planeten. All das ist sehr verdächtig, weswegen Sonic und Tails sich sofort in den Park begeben und alles unter die Lupe nehmen. Schnell treffen sie auf die sogenannten Wisp. Hierbei handelt es sich um kleine Aliens, welche Eggmann entführt hat, um seine bösen Pläne umsetzen zu können. Der Grund hierfür sind die besonders starken Kräfte, welche den Wisp innewohnen. Doch nicht nur Eggmann möchte diese nutzen, denn nachdem Sonic sich mit ihnen angefreundet hat, verleihen sie ihm freiwillig ihre besonderen Kräfte.

      Diese kafkaesken Verwandlungen kommen im Spielverlauf als Gameplay-Mechanik zum Einsatz. Doch lasst uns erst einmal den allgemeinen Ablauf des Spieles beaugapfeln. Nachdem ihr alle Stages im Freizeitpark selbst abgeschlossen habt, könnt ihr euch einen von zwei Planeten auswählen, um dort die Aliens zu befreien. Ist dies getan, wird der Rest freigeschaltet. Die Reihenfolge, in der ihr die Level absolviert, ist also euch überlassen.

      Große Abwechslung ist geboten

      »Eines muss man Eggmann definitiv lassen: Er ist kreativ. Denn theoretisch ist er für den Bau der Level verantwortlich und da hat er sich echt Mühe gegeben.«

      Eines muss man Eggmann definitiv lassen: Er ist kreativ. Denn theoretisch ist er für den Bau der Level verantwortlich und da hat er sich echt Mühe gegeben. Als Sonic rennt ihr durch verschiedenste Gegenden. Ob der Freizeitpark, ein Planet aus Lebensmitteln oder auch der typisch nervige Wasserplanet mit Unterwasser-Leveln, langweilig wird es so schnell nicht.

      Am Ende eines jeden Planeten gibt es einen Bosskampf, hierbei hat man sich mit Abwechslung jedoch nicht gerühmt. Von den Kämpfen wiederholen sich manche im Grundaufbau, auch wenn es innerhalb des Ablaufes wenigstens Änderungen gibt. Wirklich schlimm ist das nicht, aber ich wollte es immerhin erwähnen.

      Das Repertoire von Sonic besteht wie in den meisten Spielen aus Rennen und Springen. Dabei gehört der Doppelsprung ebenfalls dazu, auch wenn selbiger nur für kleine Schübe in der Luft sorgt. Auch der zielsuchende Sprung-Angriff ist wieder mit dabei. Hierbei ist Sonic manchmal ein bisschen zu übereifrig und visiert Gegner an, obwohl man eigentlich in eine andere Richtung springen mag. Auch hier kein Beinbruch, aber ich denke, ein oder zwei Mal bin ich deswegen in eine Richtung gesprungen, in die ich nicht wollte. Dies führt dann zum Verpassen eines Sammelgegenstandes oder sogar zum Sturz in eine Schlucht.

      In Sonic Colors steuert ihr Sonic entweder von einer Sicht von hinten oder von der Seite. Dementsprechend ändert sich dann auch das Gameplay ein wenig. Schaut ihr auf den Rücken von Sonic, dann geht es oft um hohe Geschwindigkeit und präzise Ausweichmanöver. Oft grindet ihr auch auf Schienen entlang und in wenigen Stages fahrt ihr sogar mit einer Achterbahn und müsst rechtzeitig die Bahn wechseln oder herausspringen. Im All unterwegs seid ihr dann auch ab und an, wo ihr euch von Meteorit zu Meteorit bewegen müsst. Bei der Seitenansicht geht es dann auch manchmal um hohe Geschwindigkeit, aber der Fokus hier liegt dann auf präzisen Plattform-Einlagen und dem Nutzen der Wisp, sowie dem Finden von versteckten Gegenständen.

      Die kleinen süßen Aliens

      Je weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto mehr Arten der kleinen Wisp schaltet ihr frei. Diese dienen entweder zum normalen Voranschreiten in einem Level oder zum Entdecken von Geheimnissen. Hierbei ist die Rede von Spieltoken, welche ihr für Anpassungen in den Optionen verwenden könnt. Auch zu finden sind Tails-Symbole. Diese dienen dazu, dass euch der zweischwänzige Kumpane von Sonic rettet, wenn ihr mal in einen Abgrund fallt. Am interessantesten sind aber wohl die fünf roten Ringe, welche in jeder Stage versteckt sind.

      »Ein absolut riesiger Pluspunkt von Sonic Colors war bereits im Original der Soundtrack. Das Hauptthema ist ein großartiger Song und die Stages bieten euch zahlreiche weitere tolle Tracks.«

      Diese fünf Ringe sind manchmal recht offensichtlich, manchmal aber auch unfassbar gut versteckt. Hier liegt letztendlich der große Wiederspielwert in Sonic Colors: Ultimate. Viele Level müsst ihr noch einmal spielen, um neu freigeschaltete Wisp-Arten darin verwenden zu können, damit ihr an die jeweiligen roten Ringe kommt. Und selbst dann ist es mehr ein Rätsel, wie ihr genau daran kommt. Oft stand ich vor einem versteckten roten Ring und habe mich gefragt, wie zum blauen Igel ich da herankommen soll. Die Antwort war oft: Wisp.

      Bei den Wisp gibt es beispielsweise den Laser-Wisp, der euch blitzschnell in eine gewünschte Richtung befördert. Stoßt ihr dabei auf einen reflektierenden Kristall, befördert dieser euch nun in eine bestimmte Richtung. Der Raketen-Wisp schießt euch in hoher Geschwindigkeit geradewegs nach oben, damit ihr dann im freien Fall normale Ringe oder Spieltoken einsammeln könnt.

      Apropos normale Ringe: Diese sind Sonics Schild, sozusagen. Solange ihr mindestens einen Ring im Besitz habt, erleidet ihr keinen Bildschirmtod und verliert lediglich sämtliche Ringe. Leider ist die Zeit, die ihr danach unverwundbar seid, gefühlt kürzer als der Cooldown zum erneuten Einsammeln der verlorenen Ringe. Bei Boss-Kämpfen ist es so durchaus manchmal schwer, seine verlorenen Ringe wieder einzusammeln.

      Der pure Sammel-Wahn

      Einer meiner liebsten Wisp war der Stachel-Wisp, da dieser den serientypischen Spin-Dash von Sonic ermöglicht. Hierbei lädt der schnelle Igel kurz Geschwindigkeit auf, um dann vorzupreschen. Das Coole jedoch: Durch die Stacheln kann er auch an Wänden und Decken entlangdüsen. Vorsicht ist jedoch geboten. Das Nutzen der Wisp ist nicht unendlich möglich. Jeder Wisp hat einen gewissen Zeitrahmen für seine Nutzung. Dieser kann durch das Aufsammeln eines weiteren Aliens derselben Art verlängert werden.

      Mein anderer Favorit, der Bohrer-Wisp, kommt an besonderen Stellen im Spiel vor. Zum einen auf dem Lebensmittel-Planeten, damit ihr euch durch Kuchenschichten bohren könnt, und zum anderen beispielsweise auf dem Wasserplaneten. Dort sind die Unterwasser-Passagen durch den Bohrer deutlich angenehmer. Komplett neu in Sonic Colors: Ultimate ist übrigens der Jade-Wisp, welcher euch völlig neue Möglichkeiten bietet. Dieser ermöglicht es, sich an bestimmten Punkten oder an Gegnern durch Wände zu bewegen und somit teils andere Wege zu beschreiten, als es im Original möglich war.

      Wozu sammelt man jedoch all diese Tokens und die roten Ringe? Die Tokens können wie bereits erwähnt für Anpassungen verwendet werden. Dies gilt dann für Sonics Schuhe oder Handschuhe, sowie eine mögliche permanente Aura oder einen anderen Effekt, wenn ihr Sonics Boost verwendet. All dies hat keinen Effekt auf das Gameplay, aber es ist eine schöne Sache zum Freischalten. Dies war im Original übrigens nicht vorhanden und ist eine Neuerung von Sonic Colors: Ultimate. Eine weitere Neuerung sind die Rivalenkämpfe mit Metal Sonic, welche ihr durch das Sammeln der roten Ringe freischalten könnt. Durch das Besiegen des Roboters könnt ihr weitere Anpassungsmöglichkeiten freischalten.

      Das wohl Wichtigste für viele Spieler in einem Ableger der Sonic-Reihe ist natürlich Super Sonic. Durch das Sammeln der roten Ringe schaltet ihr im separaten „Sonic Simulator“-Modus Planeten und neue Stages frei. Habt ihr dort alle Stages freigeschaltet und bewältigt, erhaltet ihr die Chaos Emeralds.

      Sind alle davon in eurem Besitz, könnt ihr euch in den normalen Stages in Super Sonic verwandeln, sobald ausreichend Ringe vorhanden sind. Dies ermöglicht einen permanenten Boost, Unverwundbarkeit und es sieht halt auch einfach unfassbar cool aus. Ein bisschen vorsichtig muss man natürlich dennoch sein, da Sonic dadurch noch einmal deutlich schneller ist.

      Kaum Frust, aber durchaus möglich

      Eine Sache muss ich beim Level-Design jedoch leider trotzdem ankreiden. Ein Großteil des Spiels ist fair, die Level sind spaßig entworfen und auch wenn Sonic manchmal ein wenig zu automatisiert nach vorn rast, so ist das immerhin immer gut inszeniert. Gegen Ende jedoch bekommt das Spiel ein paar Passagen, an denen es schon fast wie trial and error wirkt.

      Während ein Fehler meist nicht schwierig ist, so haben die letzten Stages und vor allem der letzte Boss ein paar nervige Momente. Ein weiteres Problem sind die plötzlich raren Checkpoints in manchen Stages. Da war ich eher froh darüber, ein Level nie wieder spielen zu müssen als über den Sieg an sich. Dies war jedoch wirklich sehr selten und stört daher den allgemeinen Spielablauf nur wenig.

      »Komplett neu im Port ist die deutsche Sprachausgabe. Diese ist gut gelungen, leider ist irgendetwas bei der Abmischung der Ton-Level schiefgelaufen.«

      Wer so richtig Bock auf Optimierung hat, der wird sich beim Erreichen des S-Ranks in jedem Level wahrscheinlich die Zähne ausbeißen. Für mich persönlich ist das nichts, aber wer alles aus seinem Spielerlebnis herauskitzeln möchte, der wird daran ordentlich Freude haben. Vor allem, weil viele Level ihre eigenen kleinen Ideen mitbringen, um die ihr herumspielen müsst, da wird auch dieses Unterfangen nicht langweilig. Generell war ich sehr begeistert davon, wie viele Ideen Sonic Colors mit sich bringt und wie viele verschiedene Wege manche Stages bieten.

      Der wohl wichtigste Part bei einem Port: die Grafik

      Nach ersten Screenshots waren Fans ein wenig beunruhigt, weil Sonic Colors: Ultimate ein wenig dunkler im Vergleich mit dem Original erscheint. Beim Spielen ist mir dies nun nicht unbedingt aufgefallen und ich war allgemein sehr von der Optik begeistert. Zum einen wahrscheinlich weil Sonic Colors auf Wii schon grafisch beeindruckend war und zum anderen aufgrund der abwechslungsreichen Level. Nicht nur Sonic sieht schicker aus, die Stages haben mehr Details bekommen und die Gegner-Modelle wurden überarbeitet. In der PS4-Version, die wir getestet haben, läuft das Spiel in flüssigen 60 Bildern pro Sekunde und kommt nahezu nie ins Stocken. Nahezu nie, da ich lustigerweise nur bei den Credits Slowdowns erlebt habe.

      Leider sind die Zwischensequenzen nicht aktualisiert worden und es sieht aus, als hätte man sie 1:1 aus der Wii-Version übernommen. Da es sich hierbei um vorgerenderte Videos handelt, ging es wohl nicht anders. Das fällt halt leider sehr stark auf und wenn ich für jedes sichtbare Fragment einen Euro bekommen würde, wäre ich wohl nun reich. Es ist halt sehr schade, da die Zwischensequenzen eigentlich echt gut aussehen, die Bildqualität aber einfach nicht so hoch ist, wie sie sein sollte.

      Ein absolut riesiger Pluspunkt von Sonic Colors war bereits im Original der Soundtrack. Das Hauptthema ist ein großartiger Song und die Stages bieten euch zahlreiche weitere tolle Tracks. In Ultimate gibt es ein paar Remix-Versionen der Lieder, welche ebenfalls klasse klingen. Es wurde nicht ohne Grund in den letzten zehn Jahren von den Songs in Colors geschwärmt. Komplett neu im Port ist die deutsche Sprachausgabe. Diese ist gut gelungen, leider ist irgendetwas bei der Abmischung der Ton-Level schiefgelaufen. Sonic und Co. sind teils deutlich leiser als Musik und Hintergrundgeräusche. Das ist schade, gerade weil die Synchronisation echt gut ist und den Charme des blauen Igels gut rüberbringt.

      Test der Zeit bestanden

      Es ärgert mich schon fast, dass ich Sonic Colors die vergangenen zehn Jahre nicht gespielt habe. Mit Sonic Colors: Ultimate liefert Sega uns eine grafisch verbesserte Fassung eines der wohl besten Sonic-Spiele aller Zeiten und hat sogar ein paar sinnvolle Neuerungen und Boni hinzugefügt. Die sammelbaren Tokens und die damit zusätzlichen Anpassungsmöglichkeiten bieten ausreichend Motivation, um zusätzliche Wege einzuschlagen, und der neue Wisp bietet auch Fans des Originals gelegentlich neue Ansätze für die Stages. Ein hervorragender Soundtrack untermalt das spaßige Unterfangen, welches nur sehr selten ins Stolpern gerät. Fans des blauen Igels werden wohl nur schwer um den Port herumkommen, egal ob das Original bereits gespielt wurde oder nicht.

       

      Story

      Dr. Robotnik aka Eggmann baut einen riesigen Vergnügungspark im All, allerdings nicht, um den Menschen viel Freude zu bringen…

      Gameplay

      Als schneller blauer Igel rast und springt ihr mehr oder weniger präzise über fünf verschiedene Planeten, welche sehr abwechslungsreich aufgebaut sind.

      Grafik

      Ein gut gelungener HD-Port, welcher allerdings auch auf einem bereits sehr hübschen Wii-Spiel basiert. Durch die abwechslungsreichen Level kommt nie Langeweile für die Augen auf.

      Sound

      Wohl einer der besten Soundtracks der Sonic-Reihe und eine tolle neu hinzugefügte deutsche Sprachausgabe.

      Sonstiges

      Ein neuer Wisp ermöglicht neue Wege, sammelbare Tokens bieten Möglichkeit zur Anpassung von Sonic. Super Sonic freizuschalten ist schwer, aber lohnenswert.

      Bildmaterial: Sonic Colors: Ultimate, Sega, Blind Squirrel Entertainment