Im Test! Guilty Gear -Strive-

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    • Im Test! Guilty Gear -Strive-

      Titel Guilty Gear -Strive-
      Japan 11. Juni 2021
      Arc System Works
      Nordamerika 11. Juni 2021
      Arc System Works
      Europa 11. Juni 2021
      Bandai Namco
      System PlayStation 4, PlayStation 5, PCs
      Getestet für PlayStation 4
      Entwickler Arc System Works
      Genres Fighter
      Texte
      Deutschland Nordamerika Japan
      Vertonung Nordamerika Japan

      Guilty Gear ist mit gut 20 Jahren auf dem Buckel schon ein altes Eisen, wenn es um das Fighting-Game-Genre geht. Für Arc System Works ist die Reihe definitiv ein Aushängeschild und bei einer recht breiten Fangemeinde immer heiß erwartet. Mit Strive versucht der Prügler, auf eine neue, moderne Ebene zu gelangen und auch mehr Neulinge ins Boot zu holen.

      Interessant hier waren die Aussagen, dass Guilty Gear -Strive- das Genre revolutionieren wolle und ein nie dagewesenes Kampfspielerlebnis bieten soll. Promo ganz sicher, aber irgendwie leicht überzogen und ein wenig unnötig. Vielleicht hatte man sich zu Beginn der Entwicklung auch etwas anderes vorgestellt? Wer weiß…

      Guilty Gear -Strive- verspricht allerdings nichtsdestotrotz, das bekannte Spielerlebnis zu bieten. Hier und da gibt es Anpassungen und ein leicht modernerer Look, aber das Rad wird sicherlich nicht neu erfunden – muss es ehrlich gesagt auch nicht. Als 2D-Fighter ist Guilty Gear nach wie vor ein Spiel mit steiler Lernkurve, komplexem Gameplay und einer enthusiastischen Online-Community.

      Anime geht in die nächste Season

      Guilty Gear hat schon seit einer Weile den klassischen Story-Modus, wie man es aus anderen Fightern kennt, abgelegt. Keine nervigen Kämpfe oder abstruses, zusammenhangloses Aufeinandertreffen der Kämpfer, sondern einfach nur dichtes Storytelling, das keinerlei Interaktion erfordert. In Strive geht die komplexe, verwirrende Geschichte um den Protagonisten Sol Badguy, den ominösen „That Guy“ und den „Universal Will“ in die gefühlt letzte Phase.

      Für Neulinge ist kaum zu erwarten, dass man sich hier schnell oder einfach hineinfindet, denn die Geschichte zieht sich schon über einige Jahre, sowohl in der Realität als auch im Spiel selbst. Wer sich wirklich näher mit der Story befassen möchte, dem steht ein unglaublich umfassendes Kompendium mit Fachbegriffen, Diagrammen und Trivia zur Verfügung. Alle anderen sind dennoch eingeladen, sich zurückzulehnen und einfach eine spannende, actiongeladene Anime-Season anzuschauen.

      Guilty Gear -Strive- hat hier noch einmal das Produktionsvolumen hochgeschraubt und die visuelle Darbietung sowie das Storytelling ausgebaut. Man wird definitiv sehr gut unterhalten und zum Ende hin ist die Erinnerung, ein Kampfspiel gestartet zu haben, eigentlich schon längst vergessen. Serienschöpfer Daisuke Ishiwatari scheint letztlich vielleicht doch nur Interesse an der Produktion eines Anime gehabt zu haben. Das, neben dem äußerst hochwertigen Hardrock-/Metal-Soundtrack, lässt den eigentlichen Fighter weit in den Hintergrund rücken. Prioritäten müssen gesetzt werden.

      Zugänglichkeit wird großgeschrieben

      »Die Modi des Spiels erstrecken sich über das bekannte Spektrum aus freien Lernsessions, Missionen und dem standardmäßigen Kampf gegen CPU-Gegner.«

      Gameplay-technisch hat sich im Grunde nicht allzu viel getan. Die Modi erstrecken sich über das bekannte Spektrum aus freien Lernsessions, Missionen und dem standardmäßigen Kampf gegen CPU-Gegner im Arcade-Modus oder auch Survival. Das alles reicht mehr als aus, um die Basics zu verinnerlichen. Allerdings war dann auch meistens Endstation, sobald man sich online gegen andere messen wollte.

      In Guilty Gear -Strive- gibt man sich hingegen Mühe, auch online eine möglichst große Anzahl an Spielern anzusprechen. Das merkt man, wenn man als „Kacknoob“, unter die ich mich gerne zähle, schon über das verpflichtende Online-Tutorial in eine höhere Ebene eingruppiert wird. Weiter unten tummeln sich laut Anzeige sogar sehr viele andere Spieler, was einen doch recht erfreulichen Trend hin zu Casual-Playern zeigt, ohne groß die „besseren“ SpielerInnen zu behindern oder den Top-Gamern zum Fraß vorgeworfen zu werden.

      Der Netcode des Online-Modus ist laut Experten hervorragend und bis auf den ein oder anderen Lag oder Verbindungsabbruch kann ich das auch bestätigen. Die Kämpfe laufen nämlich im Großen und Ganzen recht flüssig, egal in welche Region auf der Welt man überwechseln möchte. Wer sich dennoch für Höheres berufen fühlt, der kann auch außerhalb des Ranking-Turms freie Kämpfe veranstalten oder auch eigene Lobbys mit Freunden erstellen. Das Lobby-System allgemein hinkt hier und da allerdings noch der eigentlichen Online-Performance hinterher.

      Fishing for skins

      Das Lobby-System in Guilty Gear -Strive- lehnt sich an die Vorgänger an, wo SpielerInnen in Form von selbsterstellten Pixelfiguren durch die Gegend laufen und mit anderen Kämpfe initiieren können. Leider hapert es hier ein wenig an der Umsetzung. Im Prinzip ist das alles recht witzig und originell umgesetzt, jedoch kommt es sehr oft zu Verbindungsfehlern, bis endlich einmal ein Kampf gestartet werden kann. Einen Vorgeschmack darauf bekommt man schon, wenn man das Spiel startet. Hier wartet man einmal gern eine halbe Ewigkeit, bis eine Verbindung zum Server steht.

      Das Aussehen der Figuren lässt sich jederzeit anpassen und weitere Skins, Farben oder Kleidungsstücke lassen sich über eine Angelmechanik zufallsbasiert erstehen. Zum Einsatz kommt hier die Ingame-Währung, die man nach Kämpfen erhält. Auch diese Mechanik ist aus anderen „Arc System Works“-Spielen bekannt – wie wir alle wissen, ist Angeln, gerade in Japan, der letzte Schrei.

      Ob man nun lediglich offline ein paar Kämpfe absolvieren möchte oder auch online sein Glück versucht, ist jedem natürlich selbst überlassen. Die Aktualität und Zugänglichkeit spielt Strive aber hier selbstverständlich in die Karten. Im Laufe der Zeit werden sicherlich weitere DLC-Charaktere hinzugefügt und die kleinen Macken ausgebessert werden. Letztendlich geht es aber um den Spaß und das Interesse, um wirklich in die Komplexität des Kampfsystems einzutauchen und oben mitzuspielen, falls man das überhaupt möchte.

      Musik mit Kultstatus

      »Mit einem gewohnt kraftvollen Hardrock- und Metal-Soundtrack weiß man die Gemüter der KämpferInnen nur so aufzupumpen.«

      Wie weiter oben bereits angedeutet, spielen die Animationen und der allgemeine Cel-Shading-Grafikstil weit oben mit. Der Story-Modus ist einfach nur eine bingewürdige Anime-Staffel mit merklich hohem Produktionsvolumen. Auch wenn CG-Darstellungen in Anime oftmals einem Aufschrei der Ablehnung hervorrufen, sieht das bei Guilty Gear -Strive- definitiv anders aus. So stellt man sich wirklich gut gemachten, computeranimierten Anime vor.

      Als persönliche Note muss ich allerdings anmerken, dass der Comic-Aspekt aus den Vorgängern durch die aufgemotzten 3D-Visuals etwas abhandengekommen ist. Design-technisch will Strive scheinbar erwachsener rüberkommen, sodass verzerrte Gesichter oder abstruse Animationen etwas ins Hintertreffen geraten sind. Nichtsdestotrotz ist Guilty Gear -Strive- grafisch ein recht gelungener Augenschmaus.

      Musikalisch erreicht man noch einmal ganz andere Sphären. Mit einem gewohnt kraftvollen Hardrock- und Metal-Soundtrack weiß man die Gemüter der KämpferInnen nur so aufzupumpen. Abseits des Spiels ist der ganze OST komplett eigenständig zu hören und eigentlich auch ein primärer Bestandteil der Serie selbst. Ob man nun einen Anime oder ein Rock-Album promoten will, beides ist absolute Oberklasse und lassen das eigentliche Kampfspiel die Hinterränge einnehmen.

      Smell of the game

      Guilty Gear -Strive- duftet recht gut, das kann man im Großen und Ganzen festhalten. Im Vordergrund stehen schöne hochwertige Cel-Shading-Modelle, Animationen mit viel Liebe zum Detail und ein extrem kraftvoller, rockiger Soundtrack, der perfekt für den Kampf einstimmt.

      Nebenbei bekommt man aber auch ein recht interessantes Fighting-Erlebnis mit einem einfachen Einstieg für Neulinge und viel Raum nach oben für Lernwillige und Experten.

      Dank Aktualität, einem sehr gut gelungenen, weltweiten Online-Modus sowie äußerst ansprechenden und vielfältigen Charakteren, ist Strive geradezu prädestiniert für Leute, die sich einmal genauer mit dem 2D-Fighting-Genre auseinandersetzen wollen. Auch wenn ich persönlich voreingenommen in Bezug auf Design und Musik bin, so möchte ich dennoch eine Lanze für die Serie brechen und empfehle einfach einmal, jedem Interessierten einen Blick zu riskieren.

       

      Story

      Fortführung einer recht komplexen Geschichte, die zwar nicht für jeden zugänglich sein wird, aber dennoch durch Animationen und Storytelling überzeugt.

      Gameplay

      Solides Kampfspielerlebnis mit einfachem Einstieg für Neulinge und viel Raum für Lernwillige.

      Grafik

      Aufgemotzter Cel-Shading-Look, der zwar durchaus hochwertig ist, aber ein wenig den comichaften Charme vermissen lässt.

      Sound

      Grandioser Hardrock-/Metal-OST, der dem Rest des Spiels fast schon die Show stiehlt.

      Sonstiges

      Äußerst flüssiger Online-Modus mit Safespace für Neulinge und Herausforderungen für Profis.

      Bildmaterial: Guilty Gear -Strive-, Bandai Namco, Arc System Works

    • Vielen Dank für den Test!
      Überlege schon eine Weile, mit diesem Teil in die Serie einzusteigen / mich etwas an Fighting Games ranzuwagen. Hier wird wieder sehr die Zugänglichkeit für Neueinsteiger hervorgehoben, was mir Mut macht, dem Ganzen wirklich mal eine Chance zu geben. :thumbsup:

      Kainé: Weiss you dumbass! Start making sense, you rotten book, or youre gonna be sorry! Maybe I'll rip your pages out, one-bye-one! Or maybe i'll put you in the goddamn furnace! How can someone with such a big smart brain get hypnotized like a little bitch, huh? [...] Now pull your head out of your goddamn ass and start fucking helping us!