Ist der Atomausstieg wirklich sinnvoll?

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    • Ist der Atomausstieg wirklich sinnvoll?

      In meiner Naivität und Unwissenheit zu diesem Thema hatte ich nie angenommen, dass der Atomaustieg vielleicht doch nicht der richtige Weg ist.



      Dieses Video geht allgemein auf die Vorteile der Atomenergie hinsichtlich dem CO2-Ausstoß gegenüber Kohlekraftwerken ein. Klingt schon überzeugend, doch im nachfolgenden Video werden Fakten präsentiert, die die Angelegenheit dann doch nicht so einfach machen.



      Allgemein sind Atomkraftwerke besser für den Klimaschutz als Kohlekraftwerke, keine Frage. Deutschland wird jedoch nächstes Jahr die letzten AKWs abschalten. Diese hätten zumindest noch eine sinnvolle Lebensdauer von 5 Jahren vor sich. Es wäre schon besser AKWs als Ersatz zur Kohle zu sehen, doch die vorhandenen AKWs sind zu alt. Also müssen neue gebaut werden, doch das würde über ein Jahrzehnt, wenn nicht sogar mehr, dauern. Zum Erreichen der Klimaziele wäre das keine sinnvolle Option mehr. Zumal man die Unmengen der Kosten dann lieber in die Entwicklung erneuerbarer Energie stecken könnte. Daher die logische Schlussfolgerung, neue AKWs machen keinen Sinn, aber man könnte CO2 vermindern, würde man die bestehenden wenigstens noch bis zum Ende ihrer geplanten Laufzeit nutzen. Der Anteil an Atommüll würde dadurch auch nur gering steigern.

      Das Thema finde ich interessant. Schon schade, dass wegen dem Unfall in Fukishima vor zehn Jahren der Atomaustieg vielleicht etwas übereifrig beschlossen wurde.
    • Halte ich für keinen sinnvollen Weg, wenn man die Folgekosten für Atommüll etc. bedenkt, wofür auch heute noch kein Endlager gefunden ist. Da streiten ja alle das niemand den Müll haben will... und spätestens wenn es drum ginge Kraftwerke weiterlaufen zu lassen, würden wir die gleichen Streitgespräche haben. Weil vor der eigenen Tür will das auch niemand.

      Ich habe selber einen Meiler im 50km Radius, der erst vor Wochen wieder eine Störung hatte... natürlich höchster Sicherheitsstandard... und es bestand für Mensch und Umwelt keine Gefahr. Natürlich...

      Aber davon mal abgesehen, halte ich die Argumentation vom falschen Ende her geführt. Man müsste eher mal hinterfragen wie man Energiebedarf sinnvoll steuern könnte. Was alleine für die ganzen Kryptowährungen an Ressourcen und Energie verschwendet wird ist aktuell nicht mehr feierlich. Allein die Bitcoin frisst so viel Strom wie ganz Italien. Da bin ich sogar als recht liberaler Mensch der Ansicht, dieser ganze Spaß gehört schlicht reglementiert oder direkt verboten. Nur damit Spekulanten und andere ihr Spielgeld vermehren können, sollen wir... egal welche absurden Kraftwerke bauen und unsere Klimabilanz über den Jordan schicken, während man für jedes Girokonto sogar noch Strafzinsen verlangt. Man könnte auch in Sachen Energiesparsamkeit noch vieles tun.

      Im übrigen halte ich denk "Funk" Beitrag genau so für bedenklich wie schon letztes Jahr bei der ersten Veröffentlichtung. Da werden schließlich massenweise Fakten unterschlagen, wie die schon fast absurde Subventionierung der Atomkraft durch Geld und Ressourcen. Und mir reicht es schon zu wissen wer diese Kampagne finanziert und davon profitieren möchte, und ich halte das für ziemliche Meinungsmache was Funk da im Auftrag des ÖR betreibt. Quellverweis. Quelleverweis 2.
    • Dass es momentan völlig sinnfrei wäre, neues AKWs hochzuziehen, steht außer Frage, denke ich.
      Was man jedoch nicht völlig aufgeben sollte, ist die FORSCHUNG am Thema Kernenergie. Möglicherweise ist diese Technologie in 40-50 Jahren ja so weit fortgeschritten, dass man sie nutzen kann ohne Gebirge an verstrahltem Müll zu hinterlassen.
      Man darf nicht vergessen: Als beispielsweise in den 30er Jahren der erste Computer erfunden wurde, beherrschte dieser die Grundrechenarten und war so groß wie ein Wohnzimmer. Selbst der Erfinder hatte damals nicht daran geglaubt, dass der weltweite Bedarf an Computern jemals bei mehr als 10 Stück liegen würde. Der Rest ist Geschichte.
      "In me there's a flower - ever blooming
      Somewhere there's a fire - all consuming"
      (M.o.t.I)
    • Was die Bundesregierung getan hat ist einfach unverantwortungsvoll. Unsere Atomkraftwerke schließen, schön und gut, dafür aber dann Kohlekraftwerke weiter laufen zu lassen oder gar wieder in Betrieb zu nehmen ist für den Umweltschutz ein Debakel. Und dazu kommt, wenn die Leistung dieser umweltschädlichen Kohlekraftwerke nicht ausreicht, was passiert dann!? Genau, wir kaufen Atomstrom aus Frankreich zu...

      Das ist alles einfach nur ein Irrsinn, der da politisch gemacht wird.

      Sinnvoll wäre gewesen, Atomkraftwerke erst einmal weiter laufen zu lassen, alle Kohlekraftwerke schnellstmöglich abzureißen und erneuerbare Energien enorm auszubauen. Stattdessen wurden die Förderungen für Solarstrom etc. eingefroren, was dazu führte, dass etliche deutsche Hersteller in diesem Bereich pleite gingen.

      Neben Kernspaltung ist natürlich auch Kernfusion ein sehr interessantes Thema. Aber außer irgendwo in Frankreich wird da kaum dran geforscht.
      Spannend wäre ja bei Kernspaltung auch, wenn es möglich wäre das Material soweit aufzuspalten, dass kein radioaktiver Müll übrig bleibt. Ich sehe das wie Kelesis, schon aus Umweltschutzgründen für die Zukunft ist es wichtig bei dem Thema weiter zu forschen.
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    • Das mit den Erneuerbaren könnte schon weiter sein, wenn man es nicht künstlich ausgebremst hätte.

      Aber der Ausbau von Ökostrom war nie Teil der Agenda, weil da schon sehr viel Marktanteil von den Großen abgewandert war... ehe man die fantastischen Zuwächse mit der EEG ausgebremst hat.

      Wir bräuchten eigentlich schon heute weder Kohle noch Atomstrom. Aber das Ziel will man gar nicht erreichen. Jedenfalls nicht ohne das bestehende Monopol zu gefährden.

      Forschen und entwickeln kann man ja unabhängig davon, und das wird auch übrigens getan. Sehe da keinen Widerspruch. Wobei wir da über Fusions-Reaktoren sprechen und nicht über Atomkraft. Nur hat man es bis jetzt eben (noch) nicht hinbekommen. Sollte da mal ein Durchbruch folgen, wäre das sicher interessant.

      Andererseits würde dieser Durchbruch abermals nur die Dominanz von großen Energieriesen festigen. Genau deswegen wird da vermutlich so intensiv geforscht. Eine Fächerung des Strommarktes mit 100% Erneuerbaren, verteilt auf ganz viele mittelständische Energieanbieter wäre für die Konzerne das Worst Case Szenario. Nicht das am Ende noch ein richtiger Preiskampf entsteht. Wie wir erst 2020 gelernt haben, kann der Strompreis ja sogar am Markt massiv fallen, Weitergegeben wird der Rabatt sowieso nicht an uns Endverbraucher. Ist ja auch nicht schwer wenn der Markt von vier Unternehmen mehr oder weniger allein bestimmt wird.

      Eigentlich schon verdammt traurig. Ich fände da einen rein regenerativen Markt mit vielen, auch kleinen Playern bei weitem attraktiver.
    • Soviel ich weiß gab es beim Thema Atomenergie prinzipiell ein ziemlich großes (teilweise bestimmt auch gewolltes) Missverständnis. Aus wissenschaftlicher Perspektive war Atomkraft wohl sehr oft in erster Linie als Übergangsversorgung verstanden worden, um von den fossilen Brennstoffen loszukommen, hin zu saubereren Formen der Energiegewinnung. Bürgern und Wählern wurde das dann natürlich deutlich positiver und permanenter präsentiert – Atombomben und Tschernobyl sind ja bis heute fest im kulturellen Gedächtnis als Risiko verknüpft.

      Das Problem lässt sich natürlich sehr leicht vor sich her schieben, weil die Minimierung der Erderwärmung für uns ein viel präsenteres und dringlicheres Anliegen ist. Langfristig gesehen ist das dem Planeten allerdings egal – Arten werden aussterben, neue werden kommen, Klimazonen sich verändern/anpassen etc. etc. und irgendwann gibt es ein neues ‚Normal‘. Von radioaktivem Abfall geht – je nach Art – eine unglaublich lange Zeit Gefahr aus; Halbwertszeiten reichen laut schneller Google-Suche von 24000 bis zu 17 Millionen Jahren. Da können wir noch so tolle Endlager-Konzepte entwickeln (die wir im Übrigen zumeist NICHT haben), schlussendlich überstehen viele Materialien einfach bei Weitem nicht so lange, wie der Müll noch strahlt. (Und das ist das Problem, WENN es denn Lagerpläne gibt – in Japan steht ja scheinbar die Absicht im Raume, das alte Reaktorwasser allmählich einfach ins Meer zu kippen.) Es gibt ganze Gruppen der Sprachforschung, die sich damit beschäftigen, ein narrensicheres System an Zeichen zu entwickeln, mit der jeder etwaigen kommenden Generation und Zivilisation klar gemacht werden kann, dass sie solche Orte auf keinen Fall öffnen dürfen. Klingt erstmal lustig, aber wir hören ja auch auf keine antiken Grabinschriften, die vor Flüchen oder Strafen warnen.

      Von daher bin ich prinzipiell schon der Überzeugung, dass Atomkraft nicht die Lösung ist. Natürlich gibt es aber berechtigte Kritik daran, wie der Ausstieg jetzt vonstattengeht. Das Unglück in Fukushima wurde von den Medien höchst sensationell und emotional begleitet und hat natürlich viel Schrecken und Sorge hervorgerufen. Daher wurde dann eben entschieden, nennen wir es mal ‚schnell und entschieden‘ zu handeln und den Notausstieg zu betätigen. Überzogen panisch, wie ich auch persönlich finde. Ich fand es immer besser, man hätte eben die bis dato geplanten Abschaltzeiten eingehalten. Dann hätte man noch 10-15 Jahre etwas geregeltere Ordnung gehabt und mit einem Erdbeben in derartiger Stufe ist bei uns ja nun wirklich nicht zu rechnen. Stattdessen gab es eben Chaos auf Seite der Stromanbieter und diverse Klagen und Entschädigungszahlungen.

      Fairer Einwand: Wahrscheinlich haben wir aber auch diesem Ereignis große Teile der Entwicklung und Unterstützung erneuerbarer Energien zu verdanken. Es wurde ja sehr lange bemängelt, dass wir uns da eher schleppend weiterentwickeln, dieser merkbare Umsturz hat hier doch einiges eröffnet, für das man dankbar sein sollte.

      Auf der anderen Seite stehen natürlich die Kohlekraftwerke, von denen ja teilweise auch immer noch neue im Gespräch sind und diverse Klagen und Demonstrationen gegen Räumungsarbeiten schaffen es gelegentlich in die Nachrichten. Das ist natürlich eine Riesensauerei, ebenso wie die Tatsache, dass wir teilweise Strom aus anderen Ländern dazukaufen – unabhängig davon, ob der wieder aus Kernenergie gewonnen wurde. Das ist halt irgendwo Irrsinn und hat etwas von „aber ICH habe doch eine reine Weste!“. Auch hier muss man natürlich eingestehen, dass die Versorgung Priorität hat – und ja, wiederum als Zwischenlösung muss da eben auf ältere Techniken zurückgegriffen werden und ich sehe auch ein, dass immer ein paar Kohlekraftwerke o.ä. als ‚Notreserve‘ betriebsbereit gehalten werden sollten. Aber das erklärte (und praktisch verfolgte Ziel) sollte doch Versorgung durch saubere Energie sein. Kernenergie zähle ich da nicht wirklich dazu.
    • Atomenergie galt seit jüngster Zeit als Übergangslösung zum Fortschritt zu erneuerbaren und sauberen Energien, wobei der Definitionsbereich der Nachhaltigkeit weder rechtlich geschützt und klar definiert ist. Atomkraftwerke als "grünere Alternative" zu Kohlekraftwerken und dergleichen abzustempeln scheint bei den Befürwortern als klare Wahrheit zu gelten, doch wie hier schon hervorragend hervorgehoben wurde: Das Problem liegt selbst bei reibungsloser Inbetriebnahme in der Beseitigung der radioaktiven Abfallprodukte. Den Müll zu verbuddeln scheint die beste Möglichkeit zu sein, wenn man nicht weiß, was man damit anfangen soll, doch die vergleichsweise sehr hohen Halbwertszeiten des Mülls bedeuten, dass die Umwelt davon auch in geologischen Zeiträumen negativ beeinträchtigt werden könnte, egal, ob die Menschen die Erde überleben oder nicht.

      Der Müll muss für mindestens 1 Million Jahre unangetastet im Endlager bleiben, und das kann selbst mit bester Semiotik auf den Abfallfässern kaum erreicht werden (um zu verhindern, dass künftige Generationen mit verändertem Verständnis für Gefahrensymbolen die Fässer aufmachen und wissen, was da drin ist). Zudem kann jederzeit die Witterung eingreifen und die Fässer zerstören (auch ungeachtet dessen, dass sie in Salzstöcken gelagert werden; wer weiß, was sich in 1 Million Jahre so abspielen wird, zudem sind Salzstöcke im Vergleich zu anderen Mineralen oder Gesteinen recht plastisch und beweglich, siehe Salztektonik).

      Lange Rede, kurzer Sinn: Die Atommülllagerung ist das Stigma, das Atomkraft als nachhaltigere Energieform auf langer Sicht disqualifiziert. Da ist noch eine Menge Forschung vonnöten, um dafür eine geeignete Endlösung zu finden. Wie aber schon richtig gesagt wurde, darf auch die Forschung in Richtung Kernfusion nicht liegen gelassen werden. Allerdings steckt die Menschheit da noch in den Kinderschuhen; eine kalte Fusion, ohne mindestens 15 Millionen Grad zu erzeugen, um diese in Gang zu bringen, ist noch nicht möglich.

      Meine Meinung zum Atomausstieg ist eher gespalten und ich ringe da wirklich mit mir, eine eindeutige Position einzunehmen. Auf der einen Seite bin ich dafür, da auf diese Weise kein neuer, verstrahlter Müll entsteht, auf der anderen Seite gehen die Geschichten mit den Kohlekraftwerken weiter, mit der aus dem Ausland gekauften Stromversorgung usw. Da ist viel Dreck am Stecken. Das Problem, das ich mit der Entscheidung der Regierung habe, ist nicht, dass Atomenergie der Stecker gezogen wird, sondern, welche Entscheidungen sie getroffen haben, um ohne sie zurecht zu kommen.
    • Schwieriges Thema. Habe Elektrotechnik studiert mit einem Fokus auf Energie und Erneuerbare Energien, ich weiss natürlich nicht mehr als eigentlich eh schon bekannt ist, will aber anmerken das der Atomausstieg unausweichlich ist für die Zukunft, aber momentan noch nicht möglich ist.

      Der Grund warum es immer mehr News darüber gibt das Atomenergie doch viel grüner sei, liegt unter anderem an ordentlicher Lobbyarbeit und Propaganda der Atomindustrie. Ich glaube das meiste wurde hier ja schon gesagt. Ja, Atomkraftwerke sind auf dem Papier weitaus grüner als man glaubt, allen voran im direkten Vergleich mit Kohlekraftwerken. Aber die Technik dahinter ist zu riskant und den Atommüll wird man nicht mehr los. Also so wirklich nicht, momentan weiß keiner so recht was wir damit machen sollen. Es gibt ganze Bunker voll mit Atommüll der da fröhlich hunderte Jahre vor sich hin strahlt.

      Der Atomausstieg ist aber unglaublich wichtig, man muss klare Ziele fordern, es geht momentan zumindest nur darum das jeder es zumindest anpeilt. Mit realistischen Zielen. Erneuerbare Energiequellen entwickeln sich auch unglaublich schnell weiter, tatsächlich unter anderem wegen Ländern wie Deutschland. Es gibt einen immer größeren markt dafür, das führt dazu das mehr geforscht wird, die Wirkungsgrade verbessern sich stetig, man produziert mit einem Solarpanel heute sehr viel mehr als vor 10 Jahren. Das würde sich noch schneller weiterentwickeln wenn man halt weltweit an einem Strang zieht.


      Mag Atomenergie aber auch nicht weil ich recht nahe zu Cattenom wohne, voll spooky. Da gibts alle 2 Tage Fehlermeldungen.

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    • Krass, dass es hier Leute in direkter Umgebung mit ihren Erfahrungen gibt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von solchen Störfällen noch nie groß gehört habe und mir da auch nie wirklich Gedanken drum gemacht habe. Wenn @Aruka oder @Fur0 Lust hätten zu schildern, wie man sich das so vorstellen muss fände ich das echt interessant. Jault da dann eine Sirene durch die Landschaft und dann sind alle irgendwas zwischen genervt und besorgt?
    • Flow schrieb:

      Krass, dass es hier Leute in direkter Umgebung mit ihren Erfahrungen gibt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von solchen Störfällen noch nie groß gehört habe und mir da auch nie wirklich Gedanken drum gemacht habe. Wenn @Aruka oder @Fur0 Lust hätten zu schildern, wie man sich das so vorstellen muss fände ich das echt interessant. Jault da dann eine Sirene durch die Landschaft und dann sind alle irgendwas zwischen genervt und besorgt?
      Also ich wohne jetzt nicht direkt neben einem AKW, aber so 15km Luftlinie in Frankreich, mit dem Auto bin ich in 15 Minuten dort ca ^^

      Natürlich hört man da jetzt keine Sirene oder so, sie sind nur verpflichtet Störmeldungen zu melden. Um was genau es geht weiss man meistens nicht, man kann es nur oft erahnen je nachdem was passiert ist. Man gibt auch nur das durch was meldepflichtig ist. Aber Cattenom hat echt richtig häufig Probleme.
      Die vier Kernreaktoren laufen fast nie gleichzeitig. Ist natürlich nicht dramatisch, die Gründe dafür haben aber meistens mit irgendwelchen Problemen zu tun. Gab vor ein paar Jahren auch Feuerwehreinsätze weils einen kleinen Brand in einem Maschinensaal gab. Ist halt einer der ältesten Kraftwerke und wird bei den verpflichteten Bewertungen immer wieder bemängelt. Frankreich setzt halt leider nach wie vor voll auf Atomenergie. Man hat vor ein paar Jahren endlich ein paar vom netz genommen, Cattenom stand da auch zur Debatte.

      Ist halt schon bissl gruselig für Luxemburg, beim Worst Case Szenario wäre Luxemburg halt komplett am Ende.

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    • Jup. Sowas erfährt man erst aus den lokalen oder größeren Nachrichten... und selbst dort oft mehr als Fussnote so am Rande. Mein Lehrer sagte damals in Chemie, sollte jemals was mit dem AKW sein, oder es drohen hochzugehen... stellt er sich freiwillig raus in die Druckwelle, damit es schneller und schmerzfreien geht mit dem krepieren.
      Der Witz ist... man würde es vorab gar nicht erfahren. Da würde eben keine Sirene losgehen. Es würde uns völlig unvorbereitet treffen. Du sitzt am Arbeitsplatz oder Homeoffice und merkst noch nicht mal das die Strahlung durch die Decke geht. Im besten Fall schreibt dich jemand über soziale Netzwerke an, der irgendwo mit Rettungsdiensten u.ä. verbunden ist und es ganz schnell in den Gruppen verbreitet. Aber was macht man dann eigentlich? Abhauen? Und wohin?

      Natürlich schlimm genug das wir im Deutschsprachigen noch immer von Reaktoren umzingelt sind, egal ob nun die Französischen oder Tschechischen. Den 50km Radius kann man im Falle eines Unfalls schon mal von der Landkarte streichen.

      Und ich glaube irgendwo werden diese ganzen Störfälle ja sogar erfasst. Sind schon einige Tausend seit der Inbetriebnahme des ersten AKWs. Richtig ernste Fälle dürften es insgesamt vier gewesen sein. Das klingt jetzt nach so wenig... aber wenn man ansieht wo in zwei Fällen die schwereren Problemfälle hingeführt haben. Je länger das alles läuft, umso größer die Wahrscheinlichkeit das wieder was passiert. Und auf der Welt stehen ja genug solcher Meiler. Laut Aussage von Medien und Politik... die sichersten der Welt. Frage mich nur wieso wir dann an die 5000 Störfälle seit Beginn der Aufzeichnung hatten, wenn die so sicher sind.

      Machen wir uns nichts vor. Das ganze dient doch einfach nur dem Gewinnstreben. Die Teile sind längst abgeschrieben, aber jedes Jahr mehr sind Millionen Euro Profit. Und warum die verschenken, oder günstigen Wasserkraft-Strom aus Norwegen einkaufen? Man wäre ja vom Ausland abhängig... komisch. Das habe ich bei Auto-, Stahl- und Halbleiter Industrie und auch bei der Gaspipeline nach Russland noch nie gehört. Und ich halte Norwegen für einen besseren Partner als lupenreine Dikta... äh Demokratien. Aber was weiß ich schon. :whistling:
    • Atomstrom ist an und für sich ein großartiger Energielieferant und bedeutend besserals Kohle, da sist keine Frage. Auch die Frage nach der Endlagerung ist recht aufgebladen, in anbetracht dessen dass es ja Lager gibt und funktionieren. Die Menge ist auch relativ gering, auch wenn sie sich nach viel anhört. Auch die Sicherheit der Kraftwerke ist mittlerweile auf einem hohen Stand.

      Demgegenüber sehe ich aber ein paar Probleme. Einerseits kann eine Kernschmelze, egal wie unsicher, eben ein großes Territorium verwüsten und unfassbare Kosten und Schäden entstehen lassen, andererseits ist die Technologie nicht zukunftssicher. Zwar kann man Material aus dem Ozean holen wie sinnvoll das dann ist und wie effektiv das machbar wäre, würden alle Länder Atomkraft betreiben wie heutzutage in zweihundert Jahren das noch tun, kann man wohl mit einem fetten Zweifeln beantworten. Dementsprechend ist eine entgültige Abkehr angebracht, wenn man wirklich nach vorn gehen will. Das Problem ist natürlich, dass da snicht sonderlich konsequent geschieht. Da wird immer noch Windenergie bekämpft, die Solarbranche nicht genug unterstützt und viel zu wenig in Bezug auf Energiespeicher getan oder auch Technologie wie Fusionsenergie.

      Obwohl ich zur Nutzung von Kernenergie als Übergangstechnologie tendiere, scheint mir dass sich nur was tut, wenn man einfach ganz klar Kernenergie und Kohle beendet. Das wäre vermutlich anders, wenn Politik progressiver und mutiger wäre aber so hätte ich das Gefühl, dass die Kernenergie bei den Trantüten in der Regierung eher wie eine Bremse funktionieren würde.