Valheim: Was ist das für ein Spiel, das plötzlich drei Millionen Menschen spielen?

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    • Valheim: Was ist das für ein Spiel, das plötzlich drei Millionen Menschen spielen?

      Valheim? Vielleicht liegt es daran, dass mein Videospielgeschmack abseits des viel zitierten Mainstreams liegt. Möglicherweise bin ich auch zu weit weg von der Steam-Community. Aber eigentlich beschäftige ich mich täglich mit Videospielen und ich bin viel zu viel in einer ziemlich bunten Bubble auf Twitter unterwegs.

      Und trotzdem habe ich von Valheim bis vor ein paar Tagen noch nie etwas gehört. Plötzlich spielen es über zwei Millionen Menschen, YouTuber spülen es mir in die Timeline und die großen Medien berichten von Verkaufserfolgen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber was ist da los? Was ist das für ein Spiel?

      Zwei Wochen – zwei Millionen SpielerInnen

      Valheim ist ein Wikinger-Survival-Spiel und, das kann man wohl sagen, derzeit ziemlich angesagt. Die News im Steam-Hub zu Valheim erzählen eine rasante jüngere Geschichte. Vor zwei Wochen gab es die Launchmeldung. Wobei, veröffentlicht ist das Spiel eigentlich gar nicht. Es ist seit dem 2. Februar bei Steam im Early Access. Eine Woche später vermelden die Macher „1 Million Vikings“. Und gestern dann zwei Millionen Käufer. SteamDB vermeldet täglich neue Peaks bei der Spielerzahl, die Artikel von gestern sind schon wieder überholt. Und der aktuelle Rekord von 392.862 gleichzeitigen SpielerInnen ist es morgen wohl auch.

      Update, 21.02.2021 – 18:00 Uhr: Inzwischen blickt Valheim auf drei Millionen verkaufte Einheiten zurück. Es ging also in diesem Tempo weiter. SteamDB weist den Peak nun mit über 484.000 gleichzeitigen SpielerInnen aus. Unglaublich!

      Weiter mit dem Originalartikel:

      Valheim
      Ihr erkundet Valheim mit bis zu 10 weiteren SpielerInnen.

      Das Survival-Abenteuer war damit das am viertmeisten gespielte Videospiel bei Steam, hinter Evergreens wie Counter-Strike: Global Offensive, Dota 2 und PlayerUnknown’s Battlegrounds. Damit ist es eines der erfolgreichsten Survival-Games bei Steam. Konkurrenten wie Rust oder ARK: Survival Evolved konnten auf derartige Zahlen nicht zurückblicken. Terraria erreichte im Mai 2020 einmal fast 490.000 gleichzeitige SpielerInnen. Allerdings ist für Valheim auch noch Luft nach oben. Diesen Höhepunkt erreichte das Spiel aber mit Veröffentlichung des letzten Updates, nicht schon zu Beginn.

      Überleben im prozedural generierten Valheim

      Als Wikinger gilt es für euch, in Valheim zu überleben. Das ist die erste Prämisse und für ein Survival-Game natürlich keine schlechte. Auf eurem Weg zum Palast der Götter trefft ihr auf andere SpielerInnen, bis zu 10 davon können gleichzeitig in einem Spiel sein.

      Du bist im Kampf gefallen und die Walküren haben deine Seele nach Valheim gebracht, die zehnte nordische Welt. Dieses uralte Fegefeuer wird von Kreaturen des Chaos und uralten Feinden der Götter geplagt. Deine Aufgabe ist es, Odins uralte Rivalen zu töten und Ordnung nach Valheim zu bringen.

      Nutzt eure Ressourcen und Materialien, um Häuser und Burgen zu bauen. Baut Fortbewegungsmittel und Schiffe, um Länder und Seen zu erobern. Die Welt um euch herum ist dabei prozedural generiert. Aber nicht nur das Handwerk und Erobern wird euch beschäftigen. Auch mystische Bestien warten auf euch, denen ihr mit einem Kampfsystem begegnet, das auf Ausweichen und Blocken ausgelegt ist.

      Entwickelt wird Valheim übrigens von einem sehr kleinen Team, genau fünf Personen sind beteiligt. Etwa drei Jahre hat man schon daran gearbeitet. Sieht aus, als kann man bei Iron Gate Studio bald anbauen. Valheim findet ihr bei Steam im Early Access für derzeit 16,79 Euro. Die Roadmap 2021 sieht vier große Updates vor.

      Der Early-Access-Trailer zu Valheim

      via IGN, GamesIndustry, Eurogamer, 4Players, Bildmaterial: Valheim, Coffee Stain Studios / Iron Gate Studio

    • Es ist wie alle diese Influencer-Titel, da wird eine Sau ein halbes Jahr durchs Internet getrieben und jeder muss es mal gespielt haben. So verkaufen sich heute Games.

      Vor ein paar Wochen gab es Medieval Dynasty, jetzt kommt das gleiche mit Wikingern und alle sind begeistert. Dabei ist die Grafik eben so gerade an der Grenze, dass es durchgeht.
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      Ratty schrieb:

      Es ist eher schade, dass man Grafik immer noch als Qualitätsmerkmal eines Games betrachtet.

      Für mich ist es eher so, dass Grafik heutzutage die Schwächen mehr oder weniger übertüncht.
      In dem Fall ist es aber schlicht so, dass es ein kleines 6-Mann Team ist, das Valheim produziert und sie sich deswegen entschlossen haben so einen komischen Mix mit World of Warcraft meets Realismus meets Playstation 1 Texturen zu machen.

      Und die großen und guten Genrevertreter sind halt schon lange auf dem Markt, die Meute lechzt aber nach immer neuem. Erst vor ein paar Wochen war es Medieval Dynasty, das letztlich das gleiche wie Valheim nur mit Mittelalter anstelle Wikingern ist und auch bei Streamern und Co. recht populär war.

      Natürlich gibt es kein perfektes Spiel aber wenn es um Survival geht dann fallen mir zuerst Conan Exiles und Ark sowie noch Rust ein. Da momentan Bedarf - auch Hype genannt - nach diesem Genre besteht schoss das beinahe acht Jahre alte Rust in den Wochen vor Valheim noch mal an die Spitze der Steam Charts.

      Valheim hat sich super verkauft, meine Glückwünsche an die Entwickler, das meine ich ehrlich. Es scheint ein recht gutes Spiel zu sein.

      Nur wollen wir ehrlich sein, gegen die Großen macht es keinen Stich. Spiele wie Conan sind seit einigen Jahren auf dem Markt und wurden verfeinert sowie inhaltlich immer weiter mit Addons und DLCs aufgebohrt.
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      Ratty schrieb:

      Es ist eher schade, dass man Grafik immer noch als Qualitätsmerkmal eines Games betrachtet.

      Für mich ist es eher so, dass Grafik heutzutage die Schwächen mehr oder weniger übertüncht.
      Ich sehe nicht was darin schade ist. Grafik IST ein Qualitätsmerkmal, denn wie jeder andere Aspekt, ist er eben auch ein technischer. Valheim ist da gar nicht ausgenommen. Das Bild oben ist das Proukt von Grafik. Dahinter steckt ein Gedankenprozess. Einem mag die Stilistik nicht gefallen und ich denke sie bietet auch Kritikpunkt aber wenn Grafik egal wäre, gäbe es diese hübschen Valheim Bilder nicht. Dasselbe in anderen Aspekten, darunter auch Sound. Schwächen mit Grafik zu übertünchen macht auch nicht viel Sinn, einerseits weil daran nicht dieselben Personen arbeiten, andererseits weil es genauso Arbeit und Zeit kostet und man nicht einfach sagen kann "ach ich machs jetzt einfach mal richtig schön, damit keiner meine Schwächen bemerkt". Dafür ist das einfach zu aufwendig.

      Ansonsten zu Valheim direkt:
      Es sieht ziemlich interessant aus. Und ich muss sagen, ich freue mich darüber, wie es heutzutage so ist. Es gab eine Zeit in der außer AAA Titeln einfach nichts hochkam. Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo günstige Indie-Titel abseits von Minecraft ein Millionenpublikum begeistern und sie tun das jeweils auf clevere Weise. Fall Guys mit seinem Takeshis Castle Prinzip, Among Us mit seinem Werwolfprinzip in Videospielform, Valheim mit seinem sehr ausbalancierten Survival-Aspekt ohne Ganking (stärkere Spieler die Schwächere überfallen). Ist mir deutlich lieber, dass Influencer Titel entdecken und Publicity geben als dass der Geldbeutel Scheinwerfer finanziert, die keinem anderen mehr Spotlights gönnen. Und dabei setzt sich eben auch Qualität durch (Influencer Spielen nämlich auch einiges an Crap, das nicht erfolgreich wird).
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      Also um die Grafikdebatte auszuweiten:

      Ich spiele z. B. World of Warcraft schon seit 2005 und die Grafik ist schlichtweg veraltet und leblos. Was aber ein Spiel ausmachen kann, ist das Gameplay und die großen Welten. Ich brauche dazu ehrlich gesagt keine Witcher Grafik etc.
      Viele Indie-Spiele kommen mit einer vereinfachten Pixel-Optik oder Metroidvania-Stil aus und macht mindestens genausoviel, wenn nicht sogar mehr Spaß.

      Ich denke einfach, wir sind mit unserem Auge in der heutigen Zeit ein bisschen zu verwöhnt. Soll nicht heissen, dass ich keine Grafikbomben wie Last of Us spiele, aber bevor ich ein Urteil abgebe, müsste ich das Spiel vermutlich selber erstmal antesten und es nicht an ein paar Bildern oder Videos der Grafik ausmachen.
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      World of Warcraft ist ein schönes Beispiel für mich. Ich habe es damals in der Beta gespielt und es hat Spaß gemacht. Ja das Gameplay ist gut, der Stil ist gut aber für mich ist die Grafik in dem Titel eine "kaum überwindbare Hürde". Klingt etwas hart, daher die Anführungszeichen aber wann immer man mir World of Warcraft noch zeigt, sehe ich einen riesen Haufen an Zahlen, UI Elementen und einem undefinierbaren Gewusel an Spielern in einer "platten" Landschaft/Dungeon. Da kommt wenig Atmosphäre auf, anders als bei diesen Pixel-Spielen bspw.. Die sind zwar pixelig aber das pixelige ist ein Stil. Die schwache Grafik von World of Warcraft ist ja kein Stil, dass der Boden matschig ist oder das eine Fliese auf dem Boden 50 Quadratmeter umfasst, die Trailer sehen da ja auch ganz anders aus (gemeint in Bezug auf die Fliesen bspw.). Stattdessen ist das eine Mischung aus "form follows function", Performance und mangelhaften Willen. Letzteres würde ich aber ganz hinten einordnen, weil ich ja schlecht erwarten kann, die würden das Spiel mal auf die Trailer-Qualität updaten. Natürlich gibt es auch in World of Warcraft hübsche Screenshots also zumindest schätze ich es, auch wenn ich sie nicht gesehen habe aber ein Valheim hier als Gegenbeispiel liefert diese Bilder sehr viel selbstverständlicher, eben weil man sich trotz des Stils noch um eine anständige Präsentation bemüht. Ähnlich wie Minecraft mittlerweile mit RTX.

      Aber natürlich, um ein Urteil abzugeben reicht es nicht nur das Äußere zu betrachten. Das wäre unfassbar fahrlässig.
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      Ähm, euch ist schon klar, dass die Grafik von World of Warcraft damals GAR NICHTS mit der aktuellen Grafik von WoW zu tun hat? Mit jedem Addon nach Burning Crusade wurde sie weiter aufpoliert und das wurde inzwischen auf fast das gesamte Spiel ausgeweitet.

      Und, nunja, die UI hat man nur vollgekleistert, wenn man mit zahlreichen Addons spielt bzw. halt in Raids unterwegs ist.

      Ich muss allerdings auch zugeben, da ich 2005 intensiv Guild Wars gespielt habe, dass es mir unglaublich schwer fiel mich an die Grafik in WoW zu gewöhnen. Allerdings ist diese wiederum schlicht irgendwie ein wenig zeitloser. Guild Wars 1 sah damals super aus, heute hingegen ziemlich veraltet. Der "Märchenstil" von WoW hat (natürlich auch dank Upgrades) die letzten 16 Jahre besser überstanden.

      Hier mal ein Screenshot von meinem letzten Ausflug in WoW, Ende 2019 entstanden.


      Die UI ist aufgeräumt, da das in Burning Crusade spielt sind die Gebäude noch nicht so überarbeitet, der NPC allerdings schon, man achte auf sein Gesicht, wie detailliert das inzwischen ist.

      Und hier ein Screenshot aus der Erweiterung Legions:


      Wobei WoW ja damals mit der Blizzard Prämisse gestartet ist auf möglichst schwachen Rechnern zu laufen, damit möglichst viele Leute es spielen können.

      Tatsächlich haben wir WoW mit mittleren Einstellungen selbst heute noch auf einem Notebook mit Intel HD3000 Grafikchip flüssig zum Laufen bekommen.

      Und ja, die WoW Grafik war und ist schwach aber sie erzeugt immerhin eine sehr dichte Atmosphäre. Was meiner Einschätzung übrigens auch an den Größenverhältnissen im Spiel liegt. Zoomt man nah an seinen Char heran und rennt etwa einen Waldweg entlang, dann wirkt die Umgebung riesig. Kaum ein anderes Spiel kriegt das so hin.

      Was mich hingegen an Valheim stört ist, siehe obiger Screenshot, da sieht es aus wie WoW. Jedoch benutzt das Spiel diesen Stil nicht durchgehend, was für mich viel Atmosphäre zerstört wenn dann eben plötzlich besagte noch schlichtere Playstation 1 Texturen da in die Landschaft ploppen.


      Ratty schrieb:

      Also um die Grafikdebatte auszuweiten:

      Ich spiele z. B. World of Warcraft schon seit 2005 und die Grafik ist schlichtweg veraltet und leblos. Was aber ein Spiel ausmachen kann, ist das Gameplay und die großen Welten. Ich brauche dazu ehrlich gesagt keine Witcher Grafik etc.
      Viele Indie-Spiele kommen mit einer vereinfachten Pixel-Optik oder Metroidvania-Stil aus und macht mindestens genausoviel, wenn nicht sogar mehr Spaß.

      Ich denke einfach, wir sind mit unserem Auge in der heutigen Zeit ein bisschen zu verwöhnt. Soll nicht heissen, dass ich keine Grafikbomben wie Last of Us spiele, aber bevor ich ein Urteil abgebe, müsste ich das Spiel vermutlich selber erstmal antesten und es nicht an ein paar Bildern oder Videos der Grafik ausmachen.
      Eigentlich haben wir für das Thema ja einen eigenen Thread: Der Begriff Schönheit in Spielen. Ein vergänglicher Moment oder unvergänglich je nach Art der Betrachtung? - Die Gaming-Chillout-Area - JPGames Community wo ich meine Ansicht schon ausführlich dargelegt habe.
      Bzgl. Witcher ... das Spiel ist von 2015, so gut sieht das ehrlich gesagt auch nicht mehr aus... (selbst am PC mit Mods).

      Ich spiele aktuell mal wieder Skyrim und poste auch viele Screenshots hier Der große Screenshot-Thread - Die Gaming-Chillout-Area - JPGames Community und in anderen Foren. Trotz Grafikmods und 4k Auflösung inkl. entsprechender Texturen war das erste was ich von mehreren Kommentatoren hörte, wie erstaunlich hässlich und veraltet das doch aussieht, wie wenig Polygone es doch hat usw.. Selbst hier, wo ja viele angeblich nichts auf Grafik geben, meine Skyrim Screenshots kriegen im Vergleich zu anderen Spielen kaum Likes.

      Ich bin keine Grafikhure aber ich Unterschiede nach Stil. Pixelart ist für mich in 90 Prozent der Fälle einfach hässlich und hat auch nichts mit Retro zu tun, da die Games damals völlig anders aussahen. Ich mag dafür richtige Cartoonoptik wie in Rayman oder ich mag auch sehr gerne Anime-Stil. Und gerade diese japanischen Games sind ja oft mit Ach und Krach auf PS2 Niveau. Ich finde das nicht schön aber ich komme mit klar.

      Aber zu sagen Grafik macht nichts aus ist völliger Blödsinn. Ich bringe immer wieder gerne das Beispiel, als ich damals das erste Mal God of War 3 in meine PS3 einlegte ist mir in regelmäßigen Abständen die Kinnlade runtergeklappt, weil das so bombastisch aussah. Es gibt den schönen Begriff "Grafikdemo", der stammt aus der Zeit der Heimcomputer und betraf kleine Demos von Programmierern, die die Fähigkeiten des Computers zeigen sollten. Und ich denke, es gibt auch Spiele, die mögen spielerisch mau sein aber wegen der Grafik bleibt man dabei, weil man alles sehen will.

      Bei schlichter oder auch schlechter Grafik, je nachdem, habe ich aber nichts von, wenn das Spiel an sich nicht herausragend ist. Meine Spielebibliothek umfasst mehrere 1000 Titel, viele davon ungespielt. Da kann ich dann auch ein altes Game zocken und habe kein Verlangen Geld für das neue auszugeben, das eben gerade nicht wenigstens in einer Disziplin, also zumindest Grafik, dann besser ist als unzählige andere Games, die ich schon habe.
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