Im Test! Super Mario 3D World + Bowser’s Fury

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    • Im Test! Super Mario 3D World + Bowser’s Fury

      Titel Super Mario 3D World + Bowser’s Fury
      Japan 12. Februar 2021
      Nintendo
      Nordamerika 12. Februar 2021
      Nintendo
      Europa 12. Februar 2021
      Nintendo
      System Nintendo Switch
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler Nintendo
      Genres Jump ’n‘ Run
      Texte
      Deutschland Nordamerika Japan
      Vertonung

      Im Zuge des 35-jährigen Jubiläums von Super Mario hat uns Nintendo mit einigen Spielen beschenkt. Unter anderem erscheint am 12. Februar 2021 „Super Mario 3D World + Bowser’s Fury“, eine Sammlung aus dem bereits für Wii U erschienenen „Super Mario 3D World“ und dem komplett neuen „Bowser’s Fury“-Zusatzinhalt. Ist alles super in dieser Kollektion oder gibt es Grund zur Rage? Lest mehr in unserem Test!

      Zwei wichtige Vorab-Infos: Ich bin geübter Jump-’n‘-Run-Spieler. Beachtet das also bei meiner Spielzeit bis zum Ende der Spiele, die vermutlich am kürzeren Ende angesiedelt ist. Und ich konnte den Multiplayer-Modus beider Titel aufgrund fehlender Nintendo-Switch-Online-Mitgliedschaft nicht testen und derzeit ist es eher nicht ratsam, Freunde für den lokalen Multiplayer einzuladen. Außerdem wurde die amiibo-Unterstützung nicht getestet, weil ich keine amiibo besitze. Welche Funktionen die verschiedenen amiibo-Figuren haben, darüber haben wir aber schon berichtet. Wichtig für SpielerInnen des Originals: Ihr könnt sowohl Super Mario 3D World als auch Bowser’s Fury direkt am Anfang auswählen.

      SUPER MARIO 3D WORLD

      World Tutorial-1

      Ich habe das ursprüngliche Super Mario 3D World für Wii U nie gespielt. Deshalb beschreibe ich das Spiel aus der Sicht eines neuen Spielers.

      World Tutorial-2

      Es gibt leider kein Tutorial im Spiel. Natürlich gibt es eine Anleitung im Pause-Menü und man kann sich die Steuerung für jedes mögliche Power-up im Detail ansehen. Aber ein richtiges Tutorial, welches die Steuerung im Kontext erklärt, gibt es nicht. Einerseits hat das positive Aspekte, denn man entdeckt einige Mechaniken damit selbst. Während diese Entdeckerfreude in vielen anderen Spielen fehlt, stellt man hier manchmal erstaunt fest „Oh, mein Charakter kann das machen?“ oder „Das funktioniert? Cool!“. Der Nachteil ist jedoch, dass es wenig Freude macht eine „Excel-Tabelle“ zu lesen und man manche Sachen eventuell alleine nicht entdeckt.

      Typisch für Mario-Spiele ist die Welt entdeckerfreundlich

      So habe ich 99 % aller Inhalte im Spiel gesehen (inklusive Bonus-Inhalten und Sammelobjekten), ohne jemals zu sprinten. Ich wusste nicht, dass das geht. Ein gewisses Level ist damit sehr schwer, aber nicht unmöglich zu beenden. Ich hätte mir eine Mischung gewünscht: nicht an der Hand gehalten und durch das Spiel geleitet zu werden, aber dennoch ein bisschen Tutorial einbauen, um grundlegende Funktionen im Spiel kurz zu zeigen. Vor allem wäre das deshalb wichtig, weil die Charaktere doch sehr agil sind und vielfältige Bewegungen ausführen können.

      World Story-1

      Es gibt keine Story. Jedenfalls keine, die ein handelsübliches Mario-Spiel übersteigt. Bowser entführt feenartige Wesen und liefert damit Mario, Luigi, Princess Peach und Toad einen Grund, in ein fremdes Königreich zu reisen und diese Feen zu befreien.

      World Kingdom-1

      Die Welt ist in mehrere Regionen unterteilt, die wiederum aus mehreren, kurzweiligen Level bestehen. Die Level sind sehr abwechslungsreich und kreativ gestaltet. Jeder, der schon einmal einen modernen Mario-Titel gespielt hat, weiß, dass man hier in Sachen Kreativität garantiert nicht enttäuscht wird. In jedem Level sind außerdem drei grüne Sterne und ein Stempel versteckt. Die grünen Sterne müsst ihr zwar nicht alle sammeln, aber zu gewissen Zeitpunkten im Spiel braucht ihr eine überschaubare Menge um weiterzukommen. Hier muss man sich nicht sorgen, dass man lange suchen muss, denn die Sterne sind nicht unmenschlich versteckt.

      Da die Level relativ kurz sind, kann man sie mehrmals durchlaufen und fehlende Sterne suchen. Die Stempel sind genauso gut versteckt und man findet diese relativ leicht, wenn man sich ein wenig umschaut. Diese Stempel aktivieren, Überraschung, Stempel von Charakteren und Objekten aus der Welt von Mario, die ihr dann in einem Foto-Modus nutzen könnt.

      World Kingdom-2

      Toad hat Freude am Foto-Modus

      Der Foto-Modus bietet euch unter anderem Filter, Kamerawinkel, die erwähnten Stempel und weitere Einstellungen an. Er lässt sich jederzeit auf der Weltkarte oder in den Level aktivieren und dann kann man die Stempel auf alle Oberflächen kleben und so Szenen erzeugen. Kreative Leute werden hier sicher ihren Spaß haben, obwohl gesagt werden muss, dass andere Spiele teilweise umfangreichere Foto-Modi haben. Befindet man sich auf der Weltkarte, ist man nicht nur auf den Foto-Modus begrenzt. Man findet genug anderweitige Unterhaltung, wie zum Beispiel ?-Blöcke, versteckte Münzen und Transport-Röhren. Dann gibt es auch noch einige Bonus-Spiele, so zum Beispiel ein Roulette für Goldmünzen (und für alle 100 Münzen ein Level-up).

      Außerdem gibt es Challenge-Gebiete, in denen ihr für grüne Sterne mehrere 10 Sekunden lange Challenges bewältigen müsst, die euch ganz schön auf Trab halten werden. Mein absolutes Highlight sind aber die Mini-Level im Stil von „Captain Toad: Treasure Tracker“ (eine weitere Wii-U- und Switch-Veröffentlichung). Hier gilt es, grüne Sterne in einer frei drehbaren, dreidimensionalen Welt zu finden und Captain Toad, der leider nicht springen kann, durch diese überaus kreativen „Bonsai-Welten“ zu navigieren. Diese Level haben mir so gut gefallen, dass ich bald Captain Toad: Treasure Tracker für Switch kaufen werde. Alles in allem sind die Welt und Level fantastisch designt und sehr unterhaltsam und abwechslungsreich.

      World Cat-Nya

      Zu Anfang eines Levels sucht man sich einen von vier Charakteren aus, beziehungsweise können bis zu vier Spieler lokal oder online gemeinsam spielen. Mario, das Allround-Talent mit ausgewogener Steuerung. Luigi, der besonders hoch springen kann, aber dafür etwas unpräziser zu steuern ist. Princess Peach, die für eine kurze Zeit in der Luft schweben kann, was sich in manchen Leveln zu eurer ultimativen Waffe entwickeln wird. Toad, der von allen am schnellsten läuft, was euch in zeitlich sehr knappen Leveln hilft. Die Charaktere bieten hierbei im Großen und Ganzen nur minimale Vorteile für gewisse Level. Man kann mit jedem Charakter jedes Level abschließen und muss nicht den genau passenden auswählen.

      Vier Charaktere stehen euch am Anfang zur Verfügung

      Seid ihr weit genug fortgeschritten im Spiel, erhaltet ihr noch Rosalina als zusätzlichen Charakter. Sehr selten gibt es Buttons in Leveln, die nur ein gewisser Charakter drücken kann und hinter denen sich meist ein Sammelobjekt versteckt. Würden sich die Charaktere etwas unterschiedlicher spielen und wäre man in gewissen Leveln für eine besondere Herausforderung zu gewissen Charakteren gezwungen worden, wäre das sicher spannend gewesen. So aber ist das Spiel relativ kinderfreundlich (immerhin Nintendo und nicht FromSoftware). Selbst wenn ihr euch jetzt denkt, „Ohje, das Spiel sieht zwar lustig aus, aber Jump-’n‘-Run-Spiele liegen mir nicht“, dann seid beruhigt: Sterbt ihr zu oft im Spiel, erscheint ein besonderes Power-up, das euch zumindest unverwundbar macht. Stürzt ihr ab oder fällt in Lava, hilft euch das Item aber auch nicht. Dennoch erleichtert es viele Level enorm und erlaubt auch absoluten Einsteigern, Erfolgserlebnisse zu haben.

      World Cat-Nya Nya

      Altbekannte Power-ups helfen euch, durch die Level zu kommen. So gibt es die Feuerblume, mit der ihr Feuerbälle schießen könnt. Den Bumerang, mit dem ihr einen Bumerang schießen könnt. Neu im Spiel ist die Glocke, mit der ihr zu einer Katze werdet. Seid ihr erst einmal Super Nyario, könnt ihr mit euren scharfen Krallen Gegner besiegen und geschickt Wände hochlaufen. Vor allem das Hochklettern von Wänden ist überaus nützlich, aber gleichzeitig auch kein Gamebreaker, der es euch ermöglicht, alle Hindernisse in den Leveln zu umgehen. Die Attacke mit den Krallen hat im Vergleich zu Feuerblume und Bumerang natürlich den Nachteil, dass ihr nahe am Gegner stehen müsst. Aber man kann es nur noch einmal wiederholen: das ist ein Nintendo-Spiel. Die Gegner sind nicht wirklich schwer zu besiegen.

      World Rainbow-1

      Selbst dunkle und gruselige Szenen sind eher niedlich

      Diese Farben! So viele davon! Ja, Super Mario 3D World ist wie viele andere Mario-Spiele eher eine bunte, fröhliche Angelegenheit. Selbst Level mit Geistern, Lava oder in tiefdunkler Nacht sind eher bunt und niedlich als wirklich furchteinflößend. Etwas anderes erwartet und will auch niemand von einem Mario-Spiel. Zur musikalischen Untermalung fällt mir nicht viel ein, was wohl daran liegt, dass die Musik nicht aus der Masse heraussticht. Sie ist keinesfalls schlecht, aber auch nicht so gut, dass man sie nach dem Spielen noch tagelang summen wird.

      BOWSER’S FURY

      Choleriker

      »Bowser’s Fury ähnelt Super Mario Odyssey, was ein großes Kompliment ist, denn Odyssey war absolut genial.«

      Was passiert, wenn Bowser zu einem Choleriker wird? Genau, er wird zu Wut-Bowser und greift Mario wie verrückt an. Genau um das geht es in Bowser’s Fury. Das Spiel ähnelt Super Mario Odyssey, was ein großes Kompliment ist, denn Odyssey war absolut genial. Bowser’s Fury ist auch absolut genial. Wir erkunden eine offene Welt und können uns frei entscheiden, wo wir hingehen wollen.

      Es gibt viel zu entdecken!

      Die Welt besteht aus einem großen Meer und mehreren Inseln, die man entweder schwimmend erreichen kann oder man nutzt Plessie, den freundlichen, schwimmenden Dinosaurier. Das Gute ist, dass Plessie immer gerade in der Nähe auftaucht, wenn man ins Wasser springt. Doch auch wenn man auf ihn verzichten sollte, sind die Inseln nicht wahnsinnig weit voneinander entfernt und man kann die Welt schnell erkunden.

      Das leitet über in die größte Schwäche des Spiels: Die Welt ist klein und das Spiel dahingehend im Vergleich zu anderen Mario-Spielen wirklich kurz. Ich habe grob innerhalb von zwei Tagen 100 % des Spiels erledigt. Jeder Moment davon war herrlich, da die Welt vollgepackt ist mit versteckten Inhalten, aber ich hätte mir sehr gewünscht, dass dieses geniale Spiel länger ist.

      Wutbürger

      Herr Bowser befindet sich die meiste Zeit des Spiel in seinem Panzer. In regelmäßigen Abständen reicht es ihm aber, er kommt aus seinem Versteck heraus und die Hölle bricht los. Die Welt verdunkelt sich, es regnet Feuerbälle und Felsbrocken und der riesenhafte Bowser schießt einen Feuerstrahl auf uns, ähnlich wie Godzilla.

      Jetzt wird’s brenzlig!

      Da mich interessiert hat, in welchen Abständen Bowser seine Wutausbrüche hat, habe ich mich mit einer Stoppuhr ans Spielen gemacht. Die Abstände reichten von 4 Minuten bis knapp 13 Minuten, wobei einmal sogar nach sagenhaften 35 Sekunden (!) Bowser wieder zum Choleriker wurde. Während seines Wutanfalls wird das Rumgespringe mit Mario natürlich um einiges kniffliger, da man den Angriffen von Bowser ausweichen muss. Findet man jedoch eine der sammelbaren Katzen-Insignien, beruhigt sich Bowser wieder… bis zum nächsten Ausbruch.

      Nicht nur Mario wird gepeinigt von Bowsers Wutattacken, nein, auch meine gute Nintendo Switch packt das nicht so ganz und stellenweise habe ich deutliche Framerate-Einbrüche erlebt. Die Musik wechselt während Wut-Bowser zu elektrischen Gitarren und relativ seichter Heavy-Metal-Musik, was im Vergleich zu den sonst eher fröhlichen Liedern aus der Masse heraussticht. Einen Ohrwurm hat man nachher aber dennoch nicht.

      Bowser’s Fury

      Als Riesen-Nyario haben wir eine Chance gegen Wut-Bowser

      Haben wir genug Katzen-Insignien gesammelt, wird eine verdreckte, riesige Glocke sauber und wir können dieses Power-up nutzen. Mario wird zu einer Riesen-Katze und nun sind wir ein ebenbürtiger Gegner für Godzilla-Bowser. Man macht diese Kämpfe mehrfach und Bowser adaptiert jedes Mal seine Taktik etwas. Richtig schwer sind diese jedoch nicht. Es ist aber schon lustig, als riesiger Nyario durch die Spielwelt zu springen.

      Haben wir Bowser besiegt, kehrt mal wieder etwas länger Ruhe bis zum nächsten Ausbruch ein. Während der ruhigen Phasen hilft uns Bowser Jr. beim Erkunden der Welt. Er besiegt Gegner, deutet auf versteckte Objekte hin und kann ?-Graffiti malen, die zu Geheimnissen führen. Man kann einstellen, ob er nicht, wenig oder viel helfen soll, obwohl ich zwischen wenig und viel kaum einen Unterschied gemerkt habe. Mir hat er ehrlich gesagt schon bei der Einstellung „wenig“ zu viel geholfen, indem er relativ oft Gegner aus dem Weg geräumt hat. Das hat zum Beispiel ein Jump-’n‘-Run-Element sehr einfach gemacht. Neben der CPU kann aber auch ein zweiter Spieler die Kontrolle über Bowser Jr. übernehmen.

      Nyazit: Spielspaß pur

      Tolles Gameplay!

      Beide Spiele, Super Mario 3D World und Bowser’s Fury, sind absolut spitze, obwohl Bowser’s Fury leider viel zu kurz ist. Wer Mario-Fan ist beziehungsweise kreative Jump ’n‘ Runs liebt, kann nicht umhin, diese Sammlung zu kaufen. Super Mario 3D World + Bowser’s Fury kann nur als fantastisch bezeichnet werden. Es ist Spielspaß pur. Habt ihr allerdings schon Super Mario 3D World gespielt und seid nur an Bowser’s Fury interessiert, seid noch einmal gewarnt, dass das Spiel wirklich kurz ist. Wer Super Mario 3D World noch nicht kannte, muss es einfach spielen, da es mit Größen wie Super Mario 64 und Super Mario Odyssey locker mithalten kann. Und wer danach keine Lust auf Captain Toad: Treasure Tracker hat, dem ist nicht mehr zu helfen.

       

      Story

      So gut wie nicht vorhanden.

      Gameplay

      Erstklassiges Mario-Gameplay in Höchstform.

      Grafik

      Bunte, fröhliche Spielwelten.

      Sound

      Sticht nicht aus der Masse heraus.

      Sonstiges

      Bowser’s Fury ist leider sehr kurz, doch beide Titel sprühen vor Kreativität.

      Bildmaterial: Super Mario 3D World + Bowser’s Fury, Nintendo