Im Test! Café Enchanté

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    • Im Test! Café Enchanté

      Titel Café Enchanté
      Japan 10. Oktober 2019
      Idea Factory
      Nordamerika 5. November 2020
      Aksys Games
      Europa 5. November 2020
      Aksys Games
      System Switch
      Getestet für Switch
      Entwickler Otomate, Design Factory
      Genres Visual Novel
      Texte
       Nordamerika
      Vertonung  Japan
      Huch, die kennen wir doch?

      Visual Novels von Otomate sind vor allem für Themen wie Liebe, Leid und Lust bekannt. Ein neuer Streich, der uns nach Europa gebracht wurde, hört auf den Titel „Café Enchanté“. Als Kotone erbt ihr das Café eures Großvaters in Tokio und entdeckt, dass die dort beheimateten Gäste aus mystischen Welten stammen.

      So habt ihr in diesem Titel die Wahl, euer Herz an den König der Dämonen, einen Feuerwolf in Menschengestalt, einen gefallenen Engel, einen Geheimagenten oder einen Ritter ohne Kopf zu verschenken. Eine spannende Auswahl, meint ihr nicht? Was Café Enchanté abseits der verrückten Geschichte zu bieten habt, erfahrt ihr im folgenden Test.

      Ein Café voll mystischer Wesen

      Kotone als Hauptprotagonistin ist ein eher zurückhaltendes Wesen. So zurückhaltend, dass man sogar auswählen kann, ob sie in den Dialogen überhaupt angezeigt werden soll. Doch während der Geschichte entwickelt sie sich zu einer sehr starken Persönlichkeit und bietet sogar ihrem Ex-Chef, der sie terrorisiert, die Stirn. Das wirkt sehr anziehend auf die männlichen mystischen Wesen, die plötzlich das Café betreten.

      Die Charaktere sind dabei bekannte Stereotype. Der edle Ritter Canus besitzt beispielsweise eine ruhige, edle Art und beschützt Kotone viele Male. Misyr ist als König der Dämonen sehr mächtig und stellt dies oft zur Schau. Il ist ein gefühlskalter Engel, der sich den ganzen Tag in sein Zimmer zurückzieht, um Otome-Games zu spielen (kein Scherz!). Rindo ist ein Geheimagent, dessen Charme man aus Japan bis nach Europa spüren kann, und Ignis ist ein wilder Hitzkopf, der gerne seine Muskeln spielen lässt. Doch so ist natürlich für jeden Typ etwas dabei.

      Lesen, lesen und nochmals lesen

      Wie für Visual Novels üblich besteht das Gameplay lediglich daraus, zu lesen. VIEL zu lesen. Dementsprechend bietet das Otome-Game zahlreiche Optionen, mit denen ihr den Lesefluss bestimmen könnt. So könnt ihr das Spiel ganz nach eurem Tempo genießen. Ihr solltet euch bei Visual Novels allerdings bewusst sein, dass ihr keine spannende Action erwarten dürft.

      »Wie für Visual Novels üblich besteht das Gameplay lediglich daraus, zu lesen. VIEL zu lesen. Ab und an dürfen auch Entscheidungen getroffen werden.«

      Es gibt beispielsweise keine bewegten Bilder, durch die die Kampfszenen illustriert werden. Vielmehr müsst ihr euch mit einem „Wusch“-Geräusch und einem leuchtenden Strich auf dem Bildschirm zufriedengeben. Hier spielt eure Fantasie die wohl größte Rolle, um euch das Geschehen in bewegten Bildern vorzustellen. Aber anders ist es bei einem klassischen Buch auch nicht, oder? Es heißt ja auch „Visual Novel“, nicht „Visual Movie“.

      Ein Nachteil ist allerdings, dass das Spiel hier ausschließlich auf Englisch verfügbar ist. Das Sprachniveau ist hoch, deshalb solltet ihr der englischen Sprache wirklich mächtig sein. Die Sprachausgabe hingegen gibt es nur auf Japanisch. Die Synchronsprecher machen allerdings so eine tolle Arbeit, dass ich gar keine andere Sprachausgabe haben wollen würde. Canus als edler Ritter hat eine tiefe und anmutige Stimme, während Kororo, ein robbenähnliches Wesen, ein fröhliches Quieken von sich gibt. Allerdings sind nicht alle Charaktere vertont, die euch begegnen, sondern nur die wichtigsten. Dafür erwarten euch vollends vertonte Dialoge mit euren Liebsten!

      Triff die richtige Wahl, sonst gibt es keine Liebe

      Oh ja, ziemlich heiß sogar!

      Insgesamt erwarten euch in Café Enchanté acht Kapitel, die rund acht Stunden dauert. In jedem Kapitel habt ihr etwa zweimal eine Entscheidungsszene, aus der ihr eine Möglichkeit wählen könnt. Je nachdem, wie ihr euch entscheidet, erlebt ihr nach der Hauptgeschichte die Nebengeschichte eines der fünf heißen Boys. Die Entscheidung ist aber bei allen Fragen nicht immer ganz klar. So bleibt es bis zur Schlussszene ein Rätsel, wer euch in der Küche nach dem finalen Kampf empfängt und euch seine Liebe gestehen wird.

      Doch auch während der Nebengeschichten gilt es, unterschiedliche Entscheidungen zu treffen. Vermasselt ihr es bei eurem Herzblatt so richtig, können euch mehrere schlimme Enden erwarten, bei denen Kotone beispielsweise das Zeitliche segnet. Habt ihr alles richtig gemacht, so erwartet euch am Ende der schönste Lohn aller Mühen – eine glückliche Zukunft mit dem Mann eurer Träume!

      Schade ist, dass es während der Dialoge einige schlechte Übersetzungen oder sogar Fehler gibt. Dass das bei so einer immensen Textmenge vorkommen kann, ist kein Wunder, doch manche Sätze wirken so, als hätte man sie einfach von Google übersetzen lassen.

      Unterschiedliche Prioritäten (Spoiler)

      Achtung, für die nächsten Abschnitte muss ich eine kleine Spoilerwarnung aussprechen. Hier möchte ich näher auf die Enden eingehen, die euch nach dem Spiel erwarten. Zunächst muss ich festhalten, dass je nach gewähltem Mann die Nebengeschichte unterschiedlich lange verläuft. Misyrs Geschichte zieht sich in sechs Kapiteln beispielsweise fast so lang wie die Hauptgeschichte und beantwortet viele Fragen aus anderen Geschichtssträngen, während Charaktere wie Ignis (mein Favorit!) oder Canus eher kurz ausfallen.

      An Selbstbewusstsein mangelt es Otomate nicht.

      Mir gefiel, wie viele unterschiedliche Geschichten Café Enchanté bietet. Jeder Charakter wird in seiner jeweiligen Story perfekt in Szene gesetzt und der traurige Hintergrund näher beleuchtet. Ein Thema, das allerdings auffallend oft vorkommt, ist Verrat. Bei Ignis’ Geschichte wird dieser beispielsweise von seinem kleinen Ziehbruder Dromi betrogen. Schön ist es auch, dass man während der Hauptgeschichte die einzelnen Welten der Charaktere noch genauer kennenlernt, um die Wesenszüge der Hauptcharaktere nachvollziehen zu können.

      Dafür geschehen mit den Charakteren die heftigsten Sachen. Rindo ist am Ende seiner Story beispielsweise kein vollkommener Mensch mehr. Dafür wird Misyr zeitweise sogar zum Menschen. Achja, und Kotone wird in einem Zweig von Canus’ Story zum Baum. Ihr seht, die einzelnen Nebengeschichten sind so vielseitig, dass ihr sie alle einmal spielen solltet!

      Ebenso unterschiedliche Ausgänge (Spoiler)

      Was würdet ihr wählen?

      Die Entscheidungen beeinflussen teilweise das Spielgeschehen, teilweise sind sie aber nicht einmal für den Ausgang der Hauptgeschichte relevant. So könnt ihr beispielsweise durch eine Aktion wählen, mit wem Kotone auf ein Date geht. An anderer Stelle müsst ihr Kororo beispielsweise ein Wort entlocken. Hier ist es völlig egal, welche Auswahl ihr tätigt. An einer weiteren Stelle könnt ihr wählen, ob ihr zu Titania gehen wollt oder nicht – so oder so müsst ihr am Ende zu Titania gehen. Hier hat die Entscheidung also nur einen Einfluss darauf, welcher Leckerbissen am Ende in der Küche auf euch wartet.

      Für meinen Geschmack gab es übrigens viel zu selten romantische Szenen! Klar, wenn die Welt durch plötzlich auftauchende Wurmlöcher bedroht wird, bleibt wenig Zeit für Liebe – trotzdem hätte ich mir beispielsweise gerne ein Bild gewünscht, bei dem Kotone und Misyr übereinander herfallen. Wahrscheinlich gefällt mir deshalb Ignis’ Story am besten, denn hier muss die wilde Bestie am Ende gezähmt werden!

      Schöne Bilder, die die Stimmung gut einfangen

      »Während der Geschichte erwarten euch aber nicht nur starre Charaktere auf einem Hintergrund – ihr könnt eure Lieblingscharaktere auch in wirklich zauberhaft illustrierten Zwischensequenzen bewundern.«

      Während der Geschichte erwarten euch aber nicht nur starre Charaktere auf einem Hintergrund (hat Ignis Läuse oder wieso kratzt er sich ständig?). Teilweise könnt ihr auch in wirklich zauberhaft illustrierten Zwischensequenzen eure Lieblingscharaktere in voller Pracht bewundern. Schade ist, dass nicht alle in der Geschichte vorkommenden Charaktere illustriert wurden. Dass die Mädchen auf der Messe (namhaft Girl A und Girl B) nicht unbedingt eine eigene Illustration erhalten, ist mir klar, aber was ist beispielsweise mit Ignis’ Onkel, der in seinem Part eine wichtige Rolle spielt?

      Deine Prinzessin wartet auf dich!

      Wer die CGs verpasst hat, kann sich diese noch einmal im Menü ansehen. Dabei stehen euch mehrere Versionen eines Bildes zur Verfügung, in denen beispielsweise der Gesichtsausdruck der Charaktere variiert. Im Menü könnt ihr ebenfalls in eine Geschichte schnell einsteigen und die Affinität eines Charakters im Bezug zu euch auswählen, damit ihr die anderen Enden einer Nebengeschichte beispielsweise schneller erleben könnt, wenn ihr an der richtigen Stelle einsteigt.

      Mir gefielen besonders gut die vielen Anspielungen auf Otome-Games, Manga und Anime. Besonders mit dem Charakter Il werdet ihr euch heimisch fühlen, solltet ihr Fans von Gaming sein. Davon gehe ich stark aus, da ihr es bei diesem Test letztendlich bis zum Ende geschafft habt.

      Ein Trip ins Paradies

      Bei Erhalt des Testmusters war ich mir gar nicht so sicher, was ich vom Visual-Novel-Genre halten soll. Die Kombination aus starren Bildern und den vielen Textboxen hatte mich zunächst abgeschreckt. Auch der träge Beginn von Café Enchanté ließ mich meine Nintendo Switch das ein oder andere Mal aus der Hand legen. Doch ich muss sagen: Je weiter ich im Spiel voranschritt, desto mehr hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen!

      Die vielen verschiedenen Storyzweige haben die unterschiedlichsten Emotionen in mir hervorgerufen. Zartbesaitete Spieler können hier teilweise sogar an die Grenzen ihrer Emotionen stoßen. So muss ich abschließend für mich sagen: Café Enchanté ist das, was man von einer guten Visual Novel erwartet und ist deshalb allen zu empfehlen, deren Fantasie über den Tellerrand hinausragt!

       

      Story

      Kotone erbt das Café ihres Großvaters in Tokio, das Wesen beheimatet, die nicht von dieser Welt sind.

      Gameplay

      Ihr müsst eigentlich nur lesen und eure Fantasie spielen lassen.

      Grafik

      Zwischen langen Textblöcken erwarten euch wunderschön illustrierte CGs.

      Sound

      Die Synchronsprecher leisten hier eine wahnsinnige Arbeit. Der Hintergrundsound dudelt vor sich hin, spiegelt die Stimmung aber gut wider.

      Sonstiges

      Wie kann Kotone das Café eigentlich finanzieren? Verdient Canus in Medio vielleicht Geld fürs Feen abschlachten?

      Bildmaterial: Café Enchanté, Aksys Games, Idea Factory / Design Factory, Otomate

    • Bei mir dasselbe: Ich hab erst vor ungefähr einer Woche entdeckt, dass das Spiel existiert und war auch gleich neugierig. Hatte jetzt irgendwie gar nicht mit einem Test gerechnet, jetzt zuckt mein Amazon-Finger schon wieder haha. Ich muss mal anfangen, die ganzen VN's durchzulesen, die ich hier noch habe :'D Ich hab auch noch so viele auf der Vita.