Im Test! Resident Evil 3 Remake

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    • Im Test! Resident Evil 3 Remake

      Titel Resident Evil 3
      Japan 03. April 2020
      Capcom
      Nordamerika 03. April 2020
      Capcom
      Europa 03. April 2020
      Capcom
      System PlayStation 4, Xbox One, PC
      Getestet für PlayStation 4
      Entwickler Capcom, M-Two
      Genres Action
      Texte
      Deutschland Nordamerika Japan
      Vertonung Deutschland Nordamerika Japan

      Ein weiterer Teil der Resident-Evil-Reihe hat eine Frischzellenkur erhalten. Diesmal erstrahlt Resident Evil 3 in neuem Licht und Spieler können nochmals den Anfang vom Ende von Raccoon City erleben. Das T-Virus trifft mit voller Wucht auf die beschauliche Stadt und binnen kürzester Zeit bricht völliges Chaos aus. Die Bewohner verwandeln sich in hirnlose Zombies, die ihre Zähne in frisches Fleisch versenken wollen. Überall brechen Feuer aus und Unfälle geschehen.

      Mittendrin Protagonistin Jill Valentine, die alles daran setzen muss, heil aus diesem verdammten Ort herauszukommen. Abermals muss sich die Serienveteranin verwesenden Untoten, mutierten Abscheulichkeiten und allen voran Nemesis stellen – einer Killermaschine, die nichts anderes will, als sie zu eliminieren.

      Mit dem Remake von Resident Evil 2 ist Capcom 2019 ein sehr guter Neuaufguss eines ihrer Klassiker rund um Leon S. Kennedy und Claire Redfield gelungen. Wie sich die Wiedergeburt des dritten Teils der Reihe anfühlt und ob sich ein erneuter Abstecher in die berühmte Horror-Stadt lohnt, erfahrt ihr in diesem Test.

      Keine Atempause

      Der Titel fackelt nicht lange und geht mit der Action gleich in die Vollen. Jill hat kaum Zeit, sich an die katastrophale Situation zu gewöhnen, in der sie sich befindet. Schon sehr früh rennt, schießt und klettert sie um ihr Leben. Mit der Kamera über der Schulter und einer Steuerung, die gut von der Hand geht, habe ich mich aber schnell ins Chaos eingefunden.

      Das ist auch wichtig, denn die Zombies sind zäh und halten viel aus. Ganz zu schweigen von anderen Gegnern, die immer wieder eine neue Herausforderung darstellen. Ganz besonders der übermächtige Nemesis, der Jill im Nacken sitzt und ihr das Leben zur Hölle macht. Umso essentieller ist es, dass man sich den Ausweichknopf zu Nutze macht, der rettet Leben! Dieser erfordert aber perfektes Timing und das zu treffen ist nicht immer leicht. Oft fand ich mich dann doch in den Fängen eines Untoten wieder. Wenn das Manöver gelingt, ist es aber umso befriedigender.

      Kühler Kopf

      Dank fordernder Gegner und Ressourcenknappheit können manche Passagen aber auch ganz schön stressig werden. Besonders wenn viele Abscheulichkeiten zusammenkommen, man sich dann auch noch in einem beengten Raum befindet oder es besonders dunkel ist. Wobei man fairerweise sagen muss, dass es genug Munition und Heilung gibt, um am Ball zu bleiben. Auch für jemanden wie mich, der durch die Vorräte gebrannt ist wie ein Feuer durch einen staubtrockenen Wald.

      Das Remake von Resident Evil 3 ist nichts für schwache Nerven und verlangt einen kühlen Kopf, um Herr der Situation zu bleiben. Man hat aber auch die Option, von Anfang an oder nach ein paar brutalen Bildschirmtoden den Assisted Mode zu aktivieren. Dieser greift Spielern unter die Arme, indem Zielhilfe oder schwächere Gegner geboten werden. Die ganz Harten im Garten können außer dem normalen Schwierigkeitsgrad, in welchem ich das Spiel getestet habe, auch noch einen schwereren Modus wählen.

      Tag Team

      Stellenweise übernehmt ihr auch die Kontrolle über Carlos Oliveira, der mit anderem Waffenarsenal und Ausweichmanöver für ein wenig Abwechslung sorgt. Das Gameplay ist aber unverändert und birgt deshalb keine Hürden zur Eingewöhnung. Auch seine Abschnitte spielen sich ähnlich adrenalingeladen.

      Im Verlauf des Spiels gab es hier und da auch ruhigere Passagen, auch wenn diese nicht sehr lange anhielten. Davon hätte ich mir mehr gewünscht, da es einen guten Ausgleich zum Action-Feuerwerk geboten hätte. Für mich persönlich hätte das ein runderes Bild gegeben und den Spielverlauf abwechslungsreicher gestaltet.

      Jäger und Sammler

      An sich ist das Vorantreiben der Handlung relativ unkompliziert. Es gibt kaum Rätsel oder Questitems. Trotzdem lohnt es sich, die Augen offenzuhalten oder Orte nochmals zu besuchen, da man Collectibles und mitunter wertvolle Gegenstände verpassen kann. Die Karte zeigt praktischerweise auch an, in welchem Raum noch Loot zu holen ist. Für Sammler gibt es also die Gelegenheit, ihrer Leidenschaft zu frönen. Nehmt so viel ihr tragen könnt. Apropos mitnehmen…

      Wie Kenner der Serie schon wissen, gibt es wieder nur begrenzte Inventarplätze, weshalb man sich immer genau überlegen sollte, was man einsteckt. Dank meist großzügig verteilter Saferooms gibt es immer wieder Gelegenheit zu speichern oder seine Items zu verstauen. Diverse Autosaves verhindern auch, dass man beim vorzeitigen Ableben seiner Spielfigur wieder beim letzten Speicherpunkt (Schreibmaschine) anfangen muss.

      Lebendige Tote in lebendiger Grafik

      Im Bereich Grafik ist Resident Evil 3 ein Hochkaräter. Die Umgebung geizt nicht mit Details und zeichnet ein wunderbar packendes Bild der Zerstörung und Hoffnungslosigkeit. Lodernde Flammen, ruinierte Gebäude, Blutspritzer, Schutt und Asche – alles ist toll in Szene gesetzt und verdichtet die Atmosphäre so sehr, dass einem beinah die Luft wegbleibt. Das Spiel ist oft recht dunkel, was erheblich zur Stimmung beiträgt und es ermöglicht, besondere Akzente zu setzen. Besonders, wenn man vom Schein seiner Taschenlampe abhängig ist.

      Ich habe mich an den Bildschirmeinstellungen orientiert, die einem vor Beginn des Spiels ans Herz gelegt werden, und empfand die Umgebung teilweise als etwas zu düster und hätte mir deshalb volle Kontrolle über die Taschenlampe gewünscht. Man hat aber jederzeit die Möglichkeit nachzujustieren, von daher ist es kein wirkliches Problem.

      Die Abräumer stellen jedoch Menschen und Monster dar. Die Lebenden wirken, naja, lebendig: Wenn Jills Gesichtsausdruck von Schock zu Wut wechselt, wird das anhand feiner Mimik sonnenklar. Wenn sie sich verletzt, verzerrt sich ihr Gesicht, sie humpelt und wankt. Das Gleiche gilt natürlich auch für andere Protagonisten. Auch bei den Charaktermodellen herrscht Liebe zum Detail, vom leichten Schweißfilm bis zu blutigen Schrammen. Alles wirkt überzeugend.

      Bei den Untoten und sonstigen Kreaturen ist der Ekelfaktor gut gelungen. Sie sehen feucht, fleischig und einfach widerlich aus. Besonders die Zombies mit ihren langsamen, schlurfenden Bewegungen lösten bei mir Unbehagen aus, als sie mit ihren verfallenen Armen nach meiner Spielfigur griffen.

      So klingt Raccoon City

      Die Soundkulisse bietet den passenden Hintergrund zu der misslichen Lage, in der sich Jill und Carlos stets befinden. Pumpende Töne, bedrohliches Dröhnen und aufregende Musik geben der gefährlichen Atmosphäre den perfekten Rhythmus. Ansonsten tun die Abscheulichkeiten, die euch an den Kragen wollen, mit ihrem Stöhnen, Brüllen oder Zischen ihr Übriges.

      Die englische Sprachausgabe, in welcher ich das Spiel getestet habe, ist durchweg gelungen. Die talentierten Sprecher verleihen ihrer Figur Charakter und passen stimmlich perfekt zu ihrem Polygon-Gegenüber. Man kann die Synchronisation unter anderem auch auf Deutsch oder Japanisch stellen.

      Fazit

      Mit dem Remake von Resident Evil 3 erhaltet ihr ein optisch wunderschönes Spiel, vollgepackt mit spektakulärer Action, Ekel und ein paar sympathischen Charakteren um die ganze Sache abzurunden. Besonders die Chemie zwischen Jill und Carlos hat mir sehr gut gefallen. Leider ist die Kampagne von sechs bis acht Stunden recht kurz. Wer gerne Collectibles und Items sammelt, kann die Spielzeit etwas ausdehnen.

      Die atemlose Action, der Druck und Bombast sind bezeichnend für das Spiel und machen ohne Frage Spaß. Die coolen und manchmal überzogenen Szenen geben ein tolles Blockbuster-Feeling, dafür mangelt es aber an Rätseln, schleichendem Grusel und subtilem Grauen. Mir persönlich war es manchmal zu viel geballte Action und ich hätte mir mehr Verschnaufpausen gewünscht. Ein bisschen mehr Gänsehaut und ein bisschen weniger Action-Horror.

       

      Story

      Raccoon City wird von Zombies und anderen Abscheulichkeiten überrannt. Jill Valentine muss alles daransetzen, um die Stadt lebendig zu verlassen. Besonders ein übermächtiges Monster hat es auf sie abgesehen…

      Gameplay

      Das Gameplay geht gut von der Hand und passt zum actiongeladenen Setting des Spiels. Nebenbei gibt es einige Collectibles und Items zu finden. Dafür gibt es weniger Gänsehaut-Grusel und kaum Rätsel.

      Grafik

      Das Spiel ist eine optische Wucht. Sowohl Umgebung als auch Menschen und Monster sehen toll aus.

      Sound

      Eine gute Soundkulisse und talentierte Sprecher verleihen dem Titel eine sehr gute Akustik.

      Sonstiges

      Dem Ableger liegt das Online-Multiplayer-Spiel Resident Evil Resistance bei. Hier treten vier Spieler gegen den sogenannten Mastermind an.

      Bildmaterial: Resident Evil 3, Capcom / M-Two