Im Test! Murder by Numbers

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    • Im Test! Murder by Numbers

      Titel Murder by Numbers
      Japan 5. März 2020
      The Irregular Corporation
      Nordamerika 5. März 2020
      The Irregular Corporation
      Europa 5. März 2020
      The Irregular Corporation
      System Nintendo Switch, PC (einen Tag später als Switch)
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler Mediatonic
      Genres Visual Novel, Rätsel-Spiel
      Texte
       Nordamerika Japan
      Vertonung Keine

      Am 5. März erschien auf Nintendo Switch die Visual Novel Murder by Numbers, wobei PC-Besitzer sich einen Tag später ebenfalls auf das Spiel freuen durften. Eine der auffälligsten Eigenschaften des Titels war dabei wohl, dass er von demselben Entwickler wie das Remake der Dating-Simulation Hatoful Boyfriend stammt. Bei Murder by Numbers gilt es jedoch nicht, auf einer Schule für super-intelligente Vögel diese zu verführen, sondern stattdessen in vier Kapiteln Morde aufzuklären. Ob das genauso Spaß macht, wie sich mit einer Taube zu verabreden, könnt ihr in diesem Test lesen.

      Mord ist ihr Hobby

      In Murder by Numbers schlüpft ihr in die Rolle der Schauspielerin Honor Mizrahi, welche eine Rolle in einer Krimiserie spielt. Genau am Tag ihrer Kündigung begegnet sie dem Roboter SCOUT, der sein Gedächtnis verloren hat und Honor um Hilfe bittet. Wieso er dabei zu einer Schauspielerin geht? Ganz einfach, er hat sie auf einem Plakat gesehen, das ihre Krimiserie beworben hat.

      »In Murder by Numbers schlüpft ihr in die Rolle der Schauspielerin Honor Mizrahi, welche eine Rolle in einer Krimiserie spielt.«

      Neben dem verwirrten Roboter kommt auch noch unerwartet der Mord an Honors Chef auf sie zu, für dessen Ermordung sie zuerst verdächtigt wird, da er ihr vor kurzem gekündigt hat. Während der zuständige Detektiv Beweise sammelt, macht sich Honor selbst auf die Suche nach selbigen, damit sie ihre Unschuld beweisen kann. Praktischerweise kann SCOUT dabei die Umgebung nach Hinweisen abscannen und so bildet sich ein ungewöhnliches Zweiergespann, das – soviel sei schon mal gesagt – verschiedene Fälle aufklären soll.

      Rätsel im Picross-Stil

      Wenn euch der Name Picross etwas sagt, dann habt ihr schon mal eine ganz gute Vorstellung davon, wie die Rätsel in Murder by Numbers aussehen. Wenn SCOUT nämlich etwas findet, gilt es erst, ein Rätsel im Picross-Stil zu lösen, ehe ihr den Gegenstand in euer Inventar aufnehmen und für die Ermittlungen benutzen könnt.

      Wenn euch Picross nichts sagt, ist das auch kein Problem. Dieser Rätsel-Stil ist einfach erklärt: Wenn ihr vor euch ein Feld mit beispielsweise 5×5 Kästchen habt, dann steht vor jeder Reihe, wie viele Blöcke darin aneinandergereiht ausgefüllt werden sollen. Wenn dabei mehrere Zahlen nebeneinanderstehen, dann hat es neben diesen Blockreihen immer mindestens ein Feld Abstand.

      Die Schwierigkeit dieser Rätseleinlagen variiert dabei im Spielverlauf. Während ihr anfangs noch schnell die verschiedenen Felder ausfüllt, so habe ich gegen Ende auch die ein oder andere Stunde an gewissen Nüssen gesessen, um diese endlich zu knacken.

      Etwas für Rätselliebhaber

      »Die Schwierigkeit der Picross-Rätseleinlagen variiert dabei im Spielverlauf. Während ihr anfangs noch schnell die verschiedenen Felder ausfüllt, kann man später ein gutes Stündchen mit manchem Rätsel verbringen.«

      Solltet ihr hier Angst bekommen, dass das Spiel allenfalls mal nicht weitergeht, weil ihr an einem Punkt einfach nicht weiterkommt, so kann ich euch beruhigen. Es gibt verschiedene Arten, wie das Spiel euch beim Lösen der Knobeleien helfen kann: durch das Anzeigen von Reihen, wo ihr theoretisch was ausfüllen könntet, durch das zufällige Ausfüllen von fünf Feldern oder durch das Anzeigen von euren Fehlern. Abgesehen von der ersten Stütze werden euch Punkte abgezogen, wenn ihr euch Hilfe beim Lösen hinzuzieht.

      Hierbei soll eine kleine Warnung ausgesprochen werden: Wenn euch diese Art von Rätsel oder generell Rätsel in Spielen abschrecken, werdet ihr eine eher unschöne Zeit mit Murder by Numbers haben. Ihr werdet nämlich immer wieder mit diesen konfrontiert und eine Möglichkeit, diese zu überspringen, gibt es nicht. Ihr könntet theoretisch durch das ständige Anklicken der Fünf-Felder-ausfüllen-Hilfe das Lösen der Knobeleien umgehen, aber müsstet euch permanent zur Option durchklicken.

      Eine gelungene Mischung aus Lesen und Knobeln?

      »Die Geschichte des Spiels ist durchaus interessant und sympathisch, jedoch wäre sie ohne jegliche weitere Elemente vielleicht etwas dünn und kurzlebig.«

      Außerdem ist die Geschichte durchaus interessant und sympathisch, jedoch wäre sie ohne jegliche weitere Elemente vielleicht etwas dünn und kurzlebig. Zwar sind die verschiedenen Mordfälle interessant zu lösen, aber ihr solltet keine Wendungen hier und da wie in einem Danganronpa oder Ace Attorney erwarten. Solltet ihr Fehler beim Kombinieren der Hinweise machen, werdet ihr außerdem nicht bestraft, sondern bekommt direkt die Chance, eine andere Auswahl zu treffen. Die Besetzung der Charaktere ist dafür schlicht und einfach zu klein gehalten.

      Diese Besetzung ist jedoch mit wenigen Ausnahmen sympathisch gelungen. Die Probleme und Motivationen von Honor und ihren Freunden sind menschlich gehalten und machen sie dadurch liebenswürdig.

      Hierbei sei noch erwähnt, dass gegen Ende des Spiels eine Lawine an Rätsel-Passagen über euch hereinbricht. Während ich das bei den ersten drei Kapiteln als gelungen gemischt empfand, so wurde ich im letzten Kapitel dem Rätsel-Lösen leicht überdrüssig. Dort hätte man für die Geschwindigkeit des Spiels auch das eine oder andere Rätsel herausnehmen können.

      Schlicht, aber oho!

      Was das Aussehen und den Klang des Titels angeht, sind beide – wie die Charaktere – sympathisch umgesetzt. Die Charaktere stechen durch ihren Zeichenstil hervor und sind angenehm anzuschauen. Die verschiedenen Portraits sind dabei in Maßen gehalten und jeder Ort hat ebenfalls ein Bild spendiert bekommen.

      Für die heutige Zeit ist Murder by Numbers eher schlicht gehalten, was jedoch Liebhaber von Visual Novels nicht stören sollte. Auch der Soundtrack gehört zur eher schlichten Seite, da es eine Auswahl an verschiedenen Stücken gibt, die euch immer wieder begegnen werden.

      Hier ist mir einzig und allein zwei Mal ein Soundbug aufgefallen, bei welchem das Geräusch meines Radars bei der Hinweis-Suche nach dem Fund nicht ausging. Das war dann natürlich nervig, so dass ich das Spiel neu starten musste, damit das Piepsen verschwand. An diesem Punkt wäre ebenfalls erwähnenswert, dass die Menüs weniger Komfort aufweisen als bei anderen Visual Novels heutzutage. Es ließ sich nicht viel anpassen und eine Option zum Überspringen gibt es ebenfalls nicht. Dies ist schade und leicht nervig, da es hier und da mal vorkommt, dass man eine Option im Gespräch mehrmals anklickt. Andererseits sind das lediglich kleinere Unannehmlichkeiten, die sich vermutlich leicht rauspatchen lassen würden.

      Fazit

      Bei Murder by Numbers handelt es sich um eine Visual Novel, bei der ihr in vier Kapiteln verschiedene Mordfälle aufklären und herausfinden müsst, was es mit eurem robotischen Begleiter SCOUT auf sich hat. Für das Aufklären der Fälle gilt es, immer wieder Rätsel im Picross-Stil zu lösen, was das Spiel für Rätsel-Muffel allenfalls zu keiner Empfehlung macht.

      Ansonsten kann ich sagen, dass ich mit Murder by Numbers 25 größtenteils sehr angenehme Stunden hatte, was vor allem der angenehmen Charakterbesetzung zu verdanken ist. Ich würde Murder by Numbers nicht als Krimi-Meisterwerk à la Ace Attorney oder Danganronpa beschreiben, jedoch ist es definitiv eine gelungene Visual Novel, die auch nicht allzu teuer ist.

       

      Story

      Als Detektivin Honor Mizrahi gilt es, mit eurem Roboter-Freund SCOUT verschiedene Kriminalfälle zu lösen.

      Gameplay

      Eine Visual Novel mit Rätsel-Elementen. Oder ein Rätselspiel mit Visual-Novel-Elementen. Beide Teile sind stark vertreten.

      Grafik

      Auffallender Zeichenstil. Ansonsten eher schlicht gehalten.

      Sound

      Eine Auswahl an verschiedenen Tracks, die größtenteils angenehm, aber nicht herausragend sind.

      Sonstiges

      Nichts für Rätsel-Phobiker. Außerdem wäre etwas mehr Spielerfreundlichkeit erwünscht.

      Bildmaterial: Murder by Numbers, The Irregular Corporation / Mediatonic

    • Schade!
      Das klingt interessant und sieht auch gut aus, aber da die kleinen Rätseleinlagen offentsichtlich immer Picross-Rätsel sind, leider nichts für mich, denn mit Picross kann ich leider gar nichts anfagen ^^"
      Hätte es besser gefunden, wenn es bei den Rätseleinlagen mehr Abwechslung gegeben hätte, dann hätte ich die Picross-Einlagen wie im Test vorgeschlagen einfach mit den Hilfsoptionen "gelöst"/übersprungen, aber so...
      Aber danke für den Test! Der hilft dann halt auch einem so was aufzuzeigen!
    • Klingt interessant, hatte es mir schon mal vorgemerkt als es auf GOG erschien, doch es bisher nie weiter angesehen. Picross mochte ich schon immer, aber ich konnte nie bei einem Game dranbleiben. Der Mix mit einer Visual Novel klingt auch gut, werde ich mir definitiv mal holen. Das man für Fehler nicht bestraft wird, sehe ich nicht als Kritikpunkt, eher als HInweis das das Game einsteigerfreundlich ist und daher eben andere Zielgruppen abdeckt.