Im Test! My Hero One’s Justice 2

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    • Im Test! My Hero One’s Justice 2

      Titel My Hero One’s Justice 2
      Japan 12. März 2020
      Bandai Namco Entertainment
      Nordamerika 13. März 2020
      Bandai Namco Entertainment America
      Europa 13. März 2020
      Bandai Namco Entertainment Europe
      System PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC
      Getestet für PlayStation 4
      Entwickler Byking
      Genres Beat ’em up
      Texte
      Deutschland
      Vertonung Japan

      Mit My Hero Academia startete 2014 eine Manga-Reihe, welche seit dem ersten Kapitel großen Anklang fand. Mittlerweile ist die Serie weltweit bekannt und beliebt. Viele Fans sehen in dem Superhelden-Manga sogar eine Art Nachfolger von Naruto. Es ist keine Überraschung, dass ein so erfolgreicher Manga als Anime und anschließend auch als Videospiel umgesetzt wird. Bereits ein 3DS-Titel und und ein Beat ’em up für aktuelle Konsolen sowie diverse Mobile-Games gibt es von My Hero Academia. Mit My Hero One’s Justice 2 gibt es nun einen Nachfolger des gleichnamigen Spiels, der direkt an die Story des ersten Teiles anknüpft. Wir haben uns die PS4-Version genauer angeschaut.

      Das Ende einer Ära

      In My Hero One’s Justice 2 geht es direkt da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Achtung, Spoiler voraus! Nach dem Kampf zwischen All Might und All For One ist die Welt in Aufruhr. Doch trotzdem muss die Ausbildung der angehenden Helden an der Heldenoberschule U.A. weitergehen. Schon bald treffen Deku, Bakugo und Co. auf Schüler einer anderen Klasse und müssen sich mit ihnen messen.

      Doch dabei bleibt es nicht, denn schon bald taucht eine neue Organisation voller Bösewichte auf. Der Anführer der Yakuza-Bande ist ein Bösewicht namens Overhaul. Dieser hält scheinbar ein junges Mädchen gefangen und hat zudem ein Mittel erfunden, welches die „Macken“ der Helden komplett auslöschen kann. In My Hero One’s Justice 2 spielt ihr die Geschichte bis zum Kampf gegen Overhaul nach.

      Erst die Helden, dann die Bösewichte

      Der Ablauf ist im Story-Modus klar: Ihr wählt eine Mission aus, bekommt ein wenig von der Story erzählt und dann beginnt ein Kampf. Oft finden dann allerdings Kämpfe statt, wo sich im Manga eigentlich nie geprügelt wurde. Das ist nun nicht schlimm, aber wenn man mit dem Quellenmaterial vertraut ist, wirken die Kämpfe merkwürdig aufgesetzt. Manchmal gibt es neben der Hauptmission noch eine Nebenmission, welche euch zusätzliche Informationen über die Geschichte verrät. In manchen Missionen schaut ihr euch jedoch auch einfach nur ein Video an.

      »In My Hero One’s Justice 2 geht es direkt da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Man beginnt etwa am Ende der zweiten Staffel und verfolgt die Story bis zur Mitte der vierten Staffel des Anime.«

      Die Erzählweise der Geschichte erfolgt meist in Standbildern, welche aber stilvoll in Szene gesetzt wurden. Ebenfalls sind alle Szenen in japanischer Sprachausgabe mit den originalen Sprechern vertont. Nachdem ihr die Helden-Geschichte abgeschlossen habt, könnt ihr die gesamte Story aus der Sicht der Bösewichte erleben. Interessant hierbei: Bei den bösen Charakteren gibt es mehr in Spielgrafik animierte Szenen als bei den Helden.

      Für jede Mission könnt ihr kleine Zusatzbedingungen erfüllen, um diverse Belohnungen zu erhalten. Darunter gibt es entweder neue Titel oder Bilder für eure Online-Profilkarte oder neue Kleidungsstücke für die Charaktere. Diese sind meist nicht wirklich anspruchsvoll und können oft schon beim ersten Versuch erledigt werden.

      Nun gibt’s auf die Mütze!

      Bei My Hero One’s Justice 2 handelt es sich wie beim Vorgänger um einen Arena-Fighter. Dies bedeutet, ihr könnt euch in einer Arena in alle mögliche Richtungen bewegen. In manchen Stages könnt ihr sogar an den Wänden entlanglaufen. Die Level sind recht unterschiedlich, von weitläufigem Waldgebiet bis zu engem Büro. Für ordentlich Zerstörung kann jedoch immer gesorgt werden, manchmal lassen sich sogar Wände und Böden durchbrechen. Dies sorgt allerdings ab und an für ein wenig Chaos auf dem Bildschirm.

      Aus insgesamt 40 verschiedenen Kämpfern könnt ihr wählen. Das sind 18 Kämpfer mehr als im Vorgänger. Für Abwechslung ist also definitiv gesorgt, zumal es verschiedene Spielarten für die Charaktere gibt. Während manche Charaktere eher defensiv aus der Ferne attackieren, gibt es natürlich auch Nahkämpfer, die schnell und aggressiv vorgehen können. Zusätzlich zu eurem gesteuerten Kämpfer könnt ihr zwei Begleiter auswählen, die euch auf Knopfdruck aus Kombos herausboxen oder ihre Macken für den Kampf einsetzen können. Bei den „Macken“ handelt es sich übrigens um die Bezeichnung der Superkräfte im My-Hero-Academia-Universum.

      Während ihr eine Angriffstaste für „normale“ Kombos habt, könnt ihr mit zwei weiteren Knöpfen die Macken ausführen. Die Art und Weise, wie ihr verschiedene Fähigkeiten nutzt, ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Man hat das Gefühl, die Entwickler hatten einfach zu viele Buttons, die genutzt werden, und mussten sich dann etwas einfallen lassen. Unterschiedliche Macken-Fähigkeiten nutzt ihr in Kombination mit dem Analog-Stick. Dies führt anfangs öfter dazu, dass man beim Bewegen die falsche Attacke ausführt. Irgendwann gewöhnt man sich da durchaus daran, kompliziert bleibt es trotzdem.

      Schere-Stein-Papier meets My Hero Academia

      »Aus insgesamt 40 verschiedenen Kämpfern könnt ihr wählen. Für Abwechslung ist also definitiv gesorgt, zumal es verschiedene Spielarten für die Charaktere gibt.«

      Die Art und Weise der Angriffe laufen in gewisser Form in einer Art Dreiecksbeziehung zueinander ab. Ihr habt Konter, welche normale Angriffe der Feinde durchbrechen. Um die Konter zu durchbrechen, könnt ihr unblockbare Angriffe einsetzen. Um diese dann zu unterbrechen, könnt ihr normale Angriffe einsetzen. Mit Spezialangriffen könnt ihr ein wenig mehr anrichten, aber auch diese können mit dem richtigen Timing unterbrochen werden.

      Dieses System sorgt vor allem im Kampf gegen die CPU manchmal für ein wenig Frust, da diese deutlich schneller reagieren kann und ihr direkt einen Konter entgegengeworfen bekommt, sobald ihr die Angriffstaste betätigt. Im Endeffekt läuft alles ein wenig darauf hinaus, wer zuerst angreift und ob der andere dann darauf richtig reagiert. Dadurch entstehen vor allem online viele Momente, in denen beide Kämpfe durch die Arena sprinten und abwarten, was der Gegner macht. Niemand möchte schließlich direkt gekontert und mit einer fetten Kombo verdroschen werden.

      Apropos Kombo: Natürlich können Angriffe geblockt und es kann ausgewichen werden, aber wenn man erst einmal in einer Kombo steckt, kommt man eigentlich nicht mehr heraus. Abgesehen von den Begleitern, die euch einmalig aus einem Angriff befreien können, müsst ihr eine Kombo einfach ertragen und versuchen, irgendwie doch noch auszuweichen. Selten gelingt das, vor allem wenn euer Feind seine Angriffe mithilfe eines Sprints abbricht und seine Kombo von vorn beginnt. Natürlich ist dies auch möglich, logischerweise. Für knapp zehn Sekunden in einer Kombo zu hängen und zuzuschauen, wie man auf die Backen kriegt, ist jedoch für mich persönlich ein wenig frustrierend. Denn wie ich gemerkt habe, gibt es online sehr viele Leute, die deutlich besser sind als ich. Mein armer Controller.

      PLUS ULTRA!!!

      Ein großes Motto der My-Hero-Academia-Reihe ist „PLUS ULTRA!“. Dieser Leitspruch dient in My Hero One’s Justice 2 als Anzeige für die Spezial-Leiste und als Name für die Spezialangriffe. Die Leiste bietet Platz für drei „Ladungen“, welche für diverse Dinge genutzt werden können. Wenig überraschend nutzt ihr diese Ladungen für eure Spezialattacken, welche imposant in Szene gesetzt sind. Die Leiste verringert sich aber auch bei den bereits erwähnten Kombo-Abbrüchen. Es ist also wichtig, genau darauf zu achten, wie viel „Sprit“ ihr eigentlich noch habt.

      Neben dem Story-Modus gibt es für euch noch einen Missions-Modus. In diesem startet ihr mit Deku, dem Hauptcharakter, und könnt dann mit den im Spiel freigeschalteten Heldenmünzen noch die anderen Figuren erhalten. In diesem Spielmodus könnt ihr eure Charaktere von Level 1 aus aufleveln und dabei entscheiden, ob ihr lieber mehr Angriff, Defensive oder Lebenspunkte habt.

      Ihr wählt hier eine Mission aus und seht dann mehrere Punkte, auf denen sich Charaktere befinden. Diese sind dann mit diversen Linien verbunden. Die Punkte, auf denen sich Kämpfer befinden, stehen für Orte, die gerade angegriffen werden. Jeder Ort besitzt eine eigene Anzahl an Lebenspunkten und jeder Feind zieht eine unterschiedlich hohe Anzahl pro Runde davon ab. Ihr müsst also taktisch über die Linien wandern und Gegner bekämpfen, um kein Game Over durch Verlust eines Ortes zu erleiden.

      Findet eure Lieblingsgruppe!

      Denn wenn ihr immer zwischen den Charakteren hin und her wechselt, wird es mit dem Leveln schwierig. Nur aktiv mitgeführte Charaktere steigen im Level auf und wenn ihr jemand anderes mitnehmen wollt, müsst ihr diese erst einmal in alten Missionen trainieren. Einen kleinen Status-Boost könnt ihr erhalten, wenn ihr Begleiter dabei habt, mit denen euer ausgewählter Charakter gut harmoniert. Um welche Figuren es sich dabei handelt, könnt ihr einem Diagramm im Spiel entnehmen.

      »Der Online-Modus ist nicht wirklich ausgereift. Ihr könnt euch zwar zufällig jemandem in einem normalen oder Ranglisten-Kampf zuweisen lassen, jedoch wirkt das Matchmaking unfair.«

      Einen besonderen Touch bringen die Karten, welche ihr ausrüsten könnt. Diese verleihen unterschiedliche Effekte und können sogar Gegner von der Missionskarte entfernen. Wer richtig riskant spielen will, kann sich zum Beispiel zu Kampfbeginn eine volle „PLUS ULTRA!“-Leiste geben lassen. Der Nachteil: Ihr habt dann nur einen einzigen Trefferpunkt. Hier können also verschiedene Spielweisen erschaffen werden, was durchaus interessant ist. Nervig am Missions-Modus ist auf lange Sicht, dass ihr mehrere Kämpfe am Stück bewältigen müsst und eure Lebensenergie jedoch zwischendurch nicht aufgefüllt wird. Dadurch, dass eine Niederlage die Wiederholung der gesamten Mission bedeutet, kann das durchaus zu fiesen Frustmomenten führen.

      Neu im Vergleich zum Vorgänger ist der Arcade-Modus. Dieser läuft typisch für das Genre ab. Ihr wählt einen Charakter aus und bekämpft dann eine Reihe an Feinden. Hierbei sind die kleinen Gespräche, welche vorkommen können, für Fans interessant. Denn auch Charaktere, die in der Serie nichts miteinander zu tun hatten, haben teilweise kleine Gespräche miteinander.

      Wie im Vorgänger könnt ihr eure Charaktere wieder mit diversen unterschiedlichen Kostümen ausrüsten und mit Accessoires bestücken. Davon schaltet ihr im Spielverlauf einige Sachen frei, könnt aber auch gezielt neue Sachen im Shop mit euren erspielten Münzen kaufen.

      Nicht nur die Helden haben Macken, sondern auch das Spiel

      Kleine Dinge, die mich am Spiel stören, habe ich ja bereits erwähnt. Es gibt aber noch ein paar mehr Sachen, welche ich ansprechen möchte. Ein Problem ist beispielsweise die Kamera, die nicht immer alles perfekt einfängt. Ihr schaut eurem Charakter ja quasi über die Schulter, was grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Doch leider werden so manchmal Projektile der Feinde durch eure Angriffe verdeckt oder ihr seht euch selbst nicht, weil der Gegner gerade in der Luft steckt und die Kamera nun lieber diesem folgt.

      Hinzu kommt, dass sich die Reichweite der Angriffe von diversen Charakteren nur schwer einschätzen lässt. Die Attacken sind teilweise auch recht ungenau. Sobald ihr einen Angriff startet, fliegt euer Charakter wie von einem Magnet angezogen auf den Gegner zu. Dabei trifft er manchmal, manchmal aber auch nicht. Besonders frustrierend ist es, wenn ihr gerade ausgewichen seid, das Spiel aber entscheidet, dass der Gegner trotzdem mithilfe von Magnetpower angezogen wird und euch trifft.

      Der Online-Modus ist auch nicht wirklich ausgereift. Ihr könnt euch zwar zufällig jemandem in einem normalen oder Ranglisten-Kampf zuweisen lassen, eine Rematch-Option fehlt jedoch. Ebenso gibt es nicht wirklich eine Art Matchmaking. Mein allererster Kampf im Ranglisten-Modus war gegen jemanden mit massig Punkten, also habe ich ordentlich auf den Sack bekommen. Cool sind die Events, bei denen ihr durch reines Spielen neue Gegenstände und Münzen erhalten könnt.

      Hübsche Grafik, tolle Sprachausgabe

      Mit My Hero One’s Justice 2 bekommt ihr einen hübschen Anime-Fighter, der nun keine Effektschleuder wie Jump Force ist, aber den Stil der Serie gut einfängt. Das Spiel läuft auch meist flüssig. Verwendet man jedoch das Supersampling-Feature einer PlayStation 4 Pro, ruckelt so ziemlich alles im Spiel. Mir ist das leider erst aufgefallen, nachdem ich bereits die Helden-Route abgeschlossen hatte. Ich wunderte mich schon, wieso der Titel bei mir so schlecht läuft.

      Die Sprachausgabe ist wirklich klasse, es wird aber natürlich auch viel geschrien. Die Sprecher aus dem Anime geben auch hier ihre gewohnten Rollen wieder. Ein wenig nervig ist das ständige Gelaber der Charaktere, wenn ihr Accessoires ausrüstet. Die musikalische Untermalung fällt weder positiv noch negativ auf. Eine englische oder gar deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, die Stimmen ertönen nur in japanischer Form.

      Ein kleines Upgrade zum Vorgänger

      Mit My Hero One’s Justice 2 erhalten Fans ein gutes Beat ’em up, welches allerdings mit kleinen Macken zu kämpfen hat (kein Wortspiel). Im Vergleich zum Vorgänger ist der Kampfverlauf ein wenig flüssiger geworden und ihr habt mehr Möglichkeiten als Solo-Spieler. Letztendlich wurden aber keine großen Änderungen vorgenommen. Ihr erhaltet neue Charaktere, eine lückenhaft erzählte Geschichte des Mangas und einen Arcade-Modus. Wer den ersten Ableger mochte, wird definitiv auch am zweiten Teil Spaß haben. Wer den Manga nicht kennt, sollte aber lieber zu anderen Alternativen greifen.

       

      Story

      Ihr spielt die Geschichte von My Hero Academia nach. Die Spanne der Story liegt ungefähr vom Ende der zweiten Staffel des Anime bis zu einem Großteil der vierten Staffel.

      Gameplay

      In einer 3D-Arena feuert ihr euch mit einer Art Schere-Stein-Papier-Angriffssystem die Angriffe um die Ohren.

      Grafik

      Imposant inszenierte Superangriffe, toll animierte Charaktere. Zerstörbare Gegenden sorgen für mehr Dynamik, aber auch deutlich mehr Chaos.

      Sound

      Tolle japanische Sprachausgabe, es wird shonen-typisch viel geschrien.

      Sonstiges

      Online-Modus bietet Events, neuer Team-Modus lässt euch an einer Konsole zu zweit in einem Team spielen.

      Bildmaterial: My Hero One’s Justice 2, Bandai Namco / Byking