Im Test! One Punch Man: A Hero Nobody Knows

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    • Im Test! One Punch Man: A Hero Nobody Knows

      Titel One Punch Man: A Hero Nobody Knows
      Japan 27. Februar 2020
      Bandai Namco Entertainment
      Nordamerika 28. Februar 2020
      Bandai Namco Entertainment
      Europa 28. Februar 2020
      Bandai Namco Entertainment
      System PlayStation 4, Xbox One, PC
      Getestet für PlayStation 4
      Entwickler Spike Chunsoft
      Genres Beat ’em up
      Texte
      Deutschland 
      Vertonung Nordamerika Japan

      Bei One Punch Man handelt es sich um eine Parodie auf typische Shonen-Manga wie Dragon Ball oder One Piece. Der Manga ist mittlerweile weltweit bekannt und beliebt. Die Geschichten rund um Saitama und die Heldenvereinigung voller verrückter Persönlichkeiten begeistert aufgrund des Humors zahlreiche Fans. Es ist also keine Überraschung, dass es nun eine Videospielumsetzung der Serie gibt. Aufgrund der „One Punch“-Thematik mit Saitama musste man sich für „One Punch Man: A Hero Nobody Knows“ aber etwas einfallen lassen, um nicht jeden Kampf mit einem Schlag beenden zu lassen.

      Jemand, der zu dir Held

      In One Punch Man: A Hero Nobody Knows werdet ihr mit einem extrem imposanten Eröffnungsvideo begrüßt. Dieses ist voller Dynamik und extrem gut animiert. Ihr habt also so richtig Bock, gleich als Genos, Saitama und Co. irgendwelche Monster zu verprügeln! Leider wird daraus erst einmal nichts, denn ihr erstellt euch erst einmal einen eigenen Charakter. Dieser soll einen neuen Helden darstellen, welcher nach euren Vorstellungen geformt werden kann. Im Laufe des Spieles könnt ihr neue Gesichter, Klamotten und Accessoires freischalten. Aufgrund der Thematik des Spiels können hier auch sehr lustige und alberne Charaktere erstellt werden oder ihr schaltet Kostüme der bekannten Figuren frei.

      Habt ihr euren eigenen Held erstellt, geht es ab nach Hero City. Dort werdet ihr erst einmal mit massig Tutorials versorgt, um den Spielablauf zu erlernen. Als neues Mitglied der Vereinigung beginnt ihr natürlich auf dem niedrigsten Helden-Rang und müsst euch durch das Absolvieren von Missionen hocharbeiten. Um allerdings wichtige Aufträge zu erhalten, die euren Rang erhöhen, müssen erst kleine Aufgaben erledigt werden.

      »Als neues Mitglied der Heldenvereinigung beginnt ihr natürlich auf dem niedrigsten Rang und müsst euch durch das Absolvieren von Missionen hocharbeiten.«

      An einer Zweigstelle könnt ihr dann leichte Aufträge annehmen, um euch in der Stadt einen Namen zu machen. Ihr könnt auch einfach die Story weiter bewältigen, doch manchmal müsst ihr gewisse Bedingungen erfüllen und kommt somit nicht darum herum, Nebenaufgaben zu absolvieren. Auch von Bewohnern in der frei erkundbaren Stadt könnt ihr Aufträge erhalten. Allgemein fühlen sich die Nebenmissionen und vor allem die Aufgaben der Bewohner manchmal an, als würde man einfach nur irgendwas machen, damit man das Spiel verlängert.

      Beispiel: Ihr bekommt von einem Charakter die Aufgabe, mit einer anderen Person zu sprechen. Diese ist wirklich keine 50 Meter von dem ursprünglichen Auftraggeber entfernt. Ihr lauft also einfach nur kurz hin und her, für ein paar Erfahrungspunkte und Geld. Das kommt häufiger im Spiel vor und fühlt sich wie verschwendete Zeit an. Manchmal werdet ihr während des Auftrags noch von zufälligen Gegnern angegriffen, was dann aber eigentlich nur für noch mehr Zeitverschwendung sorgt.

      Vom Pantoffelhelden zum Superhelden

      Durch das Erledigen von Aufträgen und Absolvieren von Kämpfen sammelt euer eigener Charakter Erfahrungspunkte und kann diese dann in verschiedene Statuswerte stecken. Wollt ihr lieber auf Angriff gehen oder ganz viele Lebenspunkte haben? Auch den Kampfstil könnt ihr nach kurzer Zeit ändern. Ob ihr nun mit starken, aber langsamen Angriffen ordentlich Schaden anrichtet oder mit psychokinetischen Angriffen den Feind bombardiert, das bleibt euch überlassen. Vorausgesetzt, ihr habt den Kampfstil freigeschaltet. Auch die Stile können gelevelt werden und ermöglichen euch neue Kombos und schalten Slots für Todesstöße frei.

      Bei Todesstößen handelt es sich um Spezialangriffe, die bekannte Angriffe aus der Serie darstellen. Um diese einzusetzen, muss die dafür zuständige Leiste gefüllt werden. Dies kann durch eine Tastenkombination erfolgen oder durch Angreifen des Gegners. Die Todesstöße sind in verschiedene Kategorien unterteilt und haben diverse Effekte, manche durchbrechen sogar die Abwehr des Feindes.

      Abgesehen von den besonderen Angriffen besitzt ihr eine Taste für eine Kombo. Diese könnt ihr mit einer anderen Taste variieren oder dann mit den Todesstößen kombinieren. Zumindest in der Theorie. Wirklich flüssig ist das Gameplay nämlich nicht. In anderen Beat ’em ups dieser Art könnt ihr die Spezialangriffe mitten in der Kombo anfangen, um noch mehr Schaden herauskitzeln zu können. Bei One Punch Man: A Hero Nobody Knows ist dies nicht wirklich möglich. Oft drückte ich die Tasten für einen Todesstoß, einfach aus Gewohnheit dank anderen Spielen, nur um dann erst einmal den Kombo-Angriff zu beenden. Erst dann, wenn dieser vorbei war, kann man die speziellen Fähigkeiten nutzen.

      Der, der auf die Nase F-Held

      Generell ist das Grundgerüst des Kampfsystems leider sehr klobig. Wenn ihr angegriffen wurdet, dauert es gefühlt ewig, bis euer Charakter aufsteht. Immerhin könnt ihr dies auch für euch nutzen, denn passt ihr eure Attacken richtig ab, kann ein gerade aufstehender Gegner sich nicht wirklich gegen eure Angriffe wehren. Generell ist es im Story-Modus am einfachsten, die Todesstöße mit Statuspunkten aufzuwerten und dann Attacken zu nutzen, die sich nicht einmal abwehren lassen.

      Dies macht dann sogar vielleicht Spaß, weil man sich halt irgendwie mächtig fühlt. Spielt man aber eine normale Runde im Versus-Modus gegen die CPU, fällt einem schnell auf, wie klobig und nervig die Kämpfe sein können. Auch ein gutes Beispiel: Im Versus-Modus habe ich gegen den Charakter „Stinger“ gespielt. Dieser hat eine riesige Reichweite und hat mich konstant an Angriffen gehindert, einfach weil er so schnell war. Natürlich liegt das auch daran, dass ich in dem Spiel wahrscheinlich einfach nicht gut bin, aber es war auch einfach durchaus frustrierend, wenn ein Spezialangriff einfach aus der Ferne unterbrochen wird und man dann ewig braucht, um aufzustehen. Wer auch immer Lust darauf hat, sich online in der Rangliste mit anderen Spielern zu prügeln, hat meinen Respekt. Das Kampfsystem hat mich an diesem Spiel am meisten genervt, was bei einem Beat ’em up eher schlecht ist.

      »Die Kämpfe sind sehr klobig zu steuern und leider sehen sie auch nicht besonders effektvoll aus. Grafisch kann euch der Titel leider nicht viel bieten.«

      Dabei hat man mit A Hero Nobody Knows auch tolle Ideen. Die Tatsache, dass man selbst als Held startet, passt eigentlich ganz gut in die Serie. Im Laufe der Story trifft man dann natürlich oft auf Saitama. In Kämpfen aus der Serie müsst ihr dann meist einfach nur eine gewisse Zeit überleben, bis der Held mit der Glatze dann auf der Bildfläche erscheint. Sprich: Einfach wegrennen, bis die Zeit um ist. Das ist nicht so spannend.

      Schnelle Unterstützung, als hätte man sie Best-Held

      In den meisten Kämpfen ist dies jedoch besser geregelt. Zu Beginn der Schlacht wird euch dann angezeigt, ob sich in der Nähe weitere Helden befinden. Hierbei kann es sich um bekannte Charaktere aus der Serie oder um Online-Avatare von anderen Spielern handeln – vorausgesetzt, ihr spielt im Online-Modus. Beginnt der Kampf, seht ihr dann, wie diejenigen Helden auf dem Weg zu euch sind. Daneben eine kleine Zeitanzeige, wann es so weit sein wird.

      Mit größeren Kombo-Angriffen könnt ihr die Zeit verkürzen, bis der Held eintrifft. Diese sind zu Beginn des Spiels oft deutlich stärker als euer eigener Charakter. Bei Saitama ist es natürlich so, dass der Gegner dann mit einem einzigen Angriff besiegt ist. Allerdings können auch die Feinde Unterstützung bekommen. Dann heißt es, schnell gewinnen, bevor ein weiterer starker Gegner auftaucht. Ist ein Held eingetroffen, könnt ihr dann übrigens auf Knopfdruck zu ihm wechseln. So könnt ihr zwischen bis zu drei Kämpfern wechseln. Im PvP-Modus, online sowie offline, könnt ihr übrigens Saitama ebenfalls einschalten. Wer dann zuerst den Helden bei sich hat, der hat dann eigentlich schon gewonnen. Lustiges Feature, das zur Serie passt.

      Ein weiteres Element, welches vor allem für Fans der Serie toll ist, sind die Events in den Kämpfen. Ein Meteoritensturm kann auf die Erde hageln oder der Erddrache taucht auf. Manche dieser Events sind relativ harmlos, wie der kleine Junge mit dem lustigen Kinn. Andere Dinge, wie beispielsweise der Meteoritensturm, verursachen heftigen Schaden, wenn man davon getroffen wird. Diese halten die Kämpfe frisch und verrückt. Irgendwas muss die Kämpfe ja spaßig machen.

      In Theorie gut, Held aber nicht, was es verspricht

      Auf dem Papier klingt One Punch Man: A Hero Nobody Knows wirklich gut. Ihr erstellt euren eigenen Helden, trefft auf bekannte Charaktere und rettet die Stadt. Die Momente mit Saitama sind natürlich wirklich lustig, einfach weil er als Figur einfach klasse ist. Euer eigener Held hat sogar eine Wohnung, die ihr einrichten könnt und ihr habt zahlreiche Kostüme zur Auswahl. Es gibt verschiedene Kampfstile, die ihr aufleveln könnt und coole Events lockern die Kämpfe auf. Das Ganze wird dann damit gepaart, dass sich der Titel selbst nicht wirklich ernst nimmt.

      Wenn es doch nur an der Umsetzung nicht so scheitern würde. Wie bereits erwähnt sind die Kämpfe sehr klobig zu steuern und leider sehen sie auch nicht besonders effektvoll aus. Grafisch kann euch der Titel nämlich leider nicht viel bieten. So cool das Eröffnungsvideo auch animiert ist, so ging scheinbar sämtliches Budget dafür drauf. Das Spiel ist nun nicht hässlich, aber ein wenig mehr hätte da ruhig sein dürfen. Das mittlerweile einige Jahre alte Naruto Ultimate Ninja Storm 4 zeigte schon damals, was in einem Anime-Prügler möglich ist. In der Stadt, welche als Oberwelt dient, bricht dann sogar die Bildrate manchmal einfach ein. Sehr schade.

      Überraschenderweise hat Bandai Namco bei der Vertonung des Spiels tief in die Tasche gegriffen und eine komplett englische Lokalisierung spendiert. Dabei sind auch bekannte Stimmen aus dem Anime dabei, allerdings nicht bei jedem Charakter. Es gibt auch absolute Totalausfälle, wie dieser Clip hier beweist. Grundsätzlich ist die Synchronisation jedoch gut und hilft dabei, dem Spiel den Charme der Serie zu geben.

      Leider nicht einmal ein One Hit Wonder

      Ich war ehrlich gesagt recht enttäuscht von One Punch Man: A Hero Nobody Knows. Wie bereits erwähnt: Eigentlich bringt der Titel alles mit, um ein gutes Spiel zu sein. Leider hapert es massiv an der Umsetzung und das lässt somit den Spielspaß auf der Strecke. Wer ein riesiger Fan der Serie ist, der kann jedoch vielleicht trotzdem Spaß haben. Alle anderen, die auf der Suche nach einem guten Beat ’em up sind, werden hier nicht fündig.

       

      Story

      Ihr seid ein neuer Held in Hero City und steigt die Ränge hinauf. Dabei trefft ihr auf bekannte Charaktere aus der „One Punch Man“-Serie.

      Gameplay

      Bis zu drei Helden können abwechselnd an recht holprigen Kämpfen teilnehmen. Mit einem selbst erstellten Charakter werdet ihr zum besten Helden aller Zeiten (nach Saitama).

      Grafik

      Leider recht wenig beeindruckend und nicht immer ganz flüssig.

      Sound

      Größtenteils gute englische Sprachausgabe; langweilige und teilweise nervige Hintergrundmusik.

      Sonstiges

      Auch im Kampf gegen andere Spieler kann Saitama auftauchen und den Kampf mit einem Schlag beenden.

      Bildmaterial: One Punch Man: A Hero Nobody Knows, Bandai Namco / Spike Chunsoft