Ein Blick in den brandneuen Nintendo Store Tokyo: das Paradies für Nintendo-Fans

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    • Ein Blick in den brandneuen Nintendo Store Tokyo: das Paradies für Nintendo-Fans

      Vor wenigen Wochen eröffnete der erste offizielle Nintendo Store Tokyo – zufällig genau zu der Zeit, in der ich mich aufgrund eines Forschungsaufenthaltes in Japan befand. So ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, nach Shibuya zu reisen und dem Geschäft in der sechsten Etage des Parco-Einkaufszentrums einen Besuch abzustatten. Welche Eindrücke ich vom Nintendo Store Tokyo (zu dem es auch eine offizielle Website gibt) mitgenommen habe und was es abseits des Ladens noch zu sehen gibt, das erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

      Twitter auskundschaften ist die halbe Vorbereitung

      Nintendo bietet seinen Fans momentan einen ganz besonderen Service auf Twitter an. Der Account aktualisiert nämlich im Stundentakt, mit was für einer Wartezeit man vor dem eigentlichen Ladeneintritt rechnen muss. Ihr habt richtig gelesen! Um das Geschäft betreten zu können, muss man zuvor eine gewaltige Warteschlange überstehen, die frisch zur Eröffnung des Ladens gerne mal sechs Stunden betrug.

      Nintendo Store Tokyo
      Nur wenige Meter trennen mich vom Paradies.

      Kein Problem, dachte ich mir, denn Nintendo verteilt zu Beginn jedes Tages Tickets, die einen für einen speziellen Zeitraum am selbigen Tag in die „Fast Lane“ bringen, mit der man schneller Zutritt zum Geschäft bekommt. Dumm nur, dass Nintendo bereits wenige Minuten nach Eröffnung des Parco-Kaufhauses twitterte, dass bereits alle Tickets verteilt worden seien. Was für immense Warteschlangen muss es somit bereits früh am Morgen gegeben haben? Na Halleluja!

      Zeit müsst ihr mitbringen…

      Somit machte ich mir keine Hoffnungen, an eines der begehrten Tickets zu kommen. Hat man nämlich die Chance verpasst und muss sich zu den „Normalsterblichen“ in die lange Warteschlange begeben, so beträgt die Wartezeit am Morgen gut und gerne mal zwei bis drei Stunden. Zum Nachmittag beziehungsweise Abend hin nahm die Wartezeit ab, Fans mussten zu später Stunde nur noch etwa 60 bis 90 Minuten warten.

      Am vergangenen Wochenende sondierte ich ein letztes Mal die Lage, um herauszufinden, wann denn die optimale Zeit für einen Besuch war. Doch die Wartezeiten ließen mich aufschrecken. Denn diese schossen plötzlich wieder in ungeahnte Höhen, sodass ich mir am Dienstag eine Wartezeit von etwa zwei Stunden ausmalte.

      Campingstuhl und Reiseproviant im Gepäck

      So machte ich mich nach der Arbeit auf nach Shibuya. Um etwa 17:00 Uhr erreichte ich das Parco-Kaufhaus in Erwartung dessen, dass die Schlange bereits von Weitem zu sehen war. Denn auf Twitter schlug Nintendo vor, warme Kleidung einzupacken, da sich die Wartenden teilweise bis nach draußen reihten. Doch zu meiner völligen Verwunderung sah ich bloß einen leeren Eingang vor dem Kaufhaus, die Menschenmassen blieben aus. Vielleicht ist der Hype zum ersten Nintendo Store Tokyo mittlerweile abgeflacht?

      Nintendo Store Tokyo
      Keine Ahnung, was das ist, aber es ist süß!

      Nachdem der Aufzug mich in die sechste Etage entließ, sah ich bereits von Weitem das heißbegehrte Objekt: den Nintendo Store. Vor dem Store war eine kurze Schlange zu sehen, die den privilegierten Ticketbesitzern vorbehalten blieb. Nachdem ich mich um die Ecke begab, um den Ladeneingang zu finden, traf es mich dann wie der Blitz: Die eigentliche Warteschlange war etwas versteckt und führte nämlich durch ein ungemütliches Treppenhaus über zahlreiche Etagen hinweg zu einem Mitarbeiter von Nintendo, der das Ende der Warteschlange anzeigte.

      Doch auf Nachfrage beim besagten, freundlichen Mitarbeiter, wie lange denn die aktuelle Wartezeit beträgt, traf mich ein zweiter, positiver Schlag: 30 bis 45 Minuten Wartezeit. Somit hatte die tagelange Twitter-Recherche im Endeffekt doch noch etwas Gutes. So stellte ich mich in freudiger Erwartung an das Ende der Warteschlange, nur um 30 Minuten später eine Tasche mit Nintendo-Schriftzug in den Händen zu halten, die gefüllt werden wollte.

      Themenwelten mit unterschiedlichen Objekten

      Das Hauptaugenmerk im Laden liegt natürlich auf den riesigen Statuen. Mario, Link, Melinda, Nepp und Schlepp sowie das Inkling-Mädchen begrüßen die Besucher und zeigen an, wo sich welche Themenwelt befindet. Neben Super Mario, The Legend of Zelda, Splatoon und Animal Crossing gab es aber noch zahlreiche weitere Regale, die mit käuflichen Objekten warteten.

      Nintendo Store Tokyo
      Leider war zu meinem Besuch schon einiges ausverkauft.

      Ein großes Regal war beispielsweise der kleinen rosa Kugel Kirby gewidmet. Hier fanden sich zahlreiche Figuren, Schlüssel- sowie Kofferanhänger, Geschirr, Tücher und vieles mehr. In dieser Themenwelt habe ich persönlich auch am meisten zugeschlagen, das rosa Design sprach mich total an.

      Direkt neben Kirby befand sich die Animal-Crossing-Themenwelt, die mit einem eher minimalistischen Design warb und wohl eher erwachseneres Publikum ansprechen sollte. Hier gab es besonders viele Küchenutensilien zu erwerben, von Schüsseln über Besteck bis hin zu Backofenhandschuhen war hier einiges vertreten.

      Das jüngere „hippere“ Publikum dürfte sich eher durch die „Crossing Splatoon“-Themenwelt angesprochen fühlen. Hier gibt es zahlreiche T-Shirts, Pullover und Caps, die teilweise sogar die Designs aus dem Spiel besaßen. Auch Rucksäcke und Taschen aller Art waren hier vertreten. Für die ganz sportlichen Fans gab es sogar eine Auswahl an Skateboards, mit denen in neuer Kleidung die Straßen unsicher gemacht werden konnten.

      Für jedermann etwas dabei im Nintendo Store Tokyo

      Die restlichen Welten waren etwas allgemeiner gehalten und für jedermann gedacht. Die Welt von The Legend of Zelda sowie die von Super Mario boten alles von Krawatten, Uhren und Notizblöcken bis hin zu Oberteilen, Plüschtieren und anderen Gimmicks. Eine Reise-Serie beinhaltete zudem einige nötige Dinge für den Urlaub: Kofferbänder, Schlafmasken und Namensschilder. Hier gab es meiner Meinung nach auch die kreativsten Objekte zu erwerben, beispielsweise ein Bob-omb, der über die Lunte als Taschentuchspender dienen konnte, oder eine Hülle für den Koffer, mit der dieser wie ein Fragezeichenblock aussah.

      Wie soll man sich da entscheiden?

      Durch eine Kooperation mit Pokémon standen Shirts und Kissen bereit, auf denen Pokémon in Pixeloptik abgebildet waren. Das Innenleben dieser pixeligen Monster bestand aus Leveln aus dem Super-Mario-Universum. Und wer sich nicht für eine Themenwelt entscheiden konnte, dem standen Brotdosen und mehr in einem Design zur Verfügung, das alle wichtigen Vertreter des Nintendo-Universums im Gänsemarsch aufgereiht zeigte.

      Allerdings gab es auch viel Merchandise, bei dem ich nur erahnen konnte, worum es sich bei diesem handelt. Bei den kleinen gummiartigen, ikonischen Gesichtern war ich mir beispielsweise nicht sicher, ob es sich hierbei um Radiergummis handelt. Viele Themenwelten offenbarten zudem verschlossene Tüten, vielleicht befanden sich in diesen sammelbare Figuren, Sticker oder anderer Merchandise, den ich allerdings nicht erst durch einen Überraschungskauf enthüllen wollte.

      Freudige Stimmung dank toller Musik

      Von Kopf bis Fuß könnt ihr euch mit Nintendo-Merchandise einkleiden.

      Besonders positiv hervorzuheben ist die Musik, die durch den Nintendo Store Tokyo schallte. Hier sorgten ausgewählte Songs aus dem Nintendo-Universum für eine freudige Stimmung. So kam es beispielsweise vor, wie ich mich dabei erwischte, zu Jump Up, Super Star! aus Super Mario Odyssey mitzusingen. Doch auch andere Kunden summten beispielsweise bei fetzigen Songs aus dem Splatoon-Universum mit.

      Nur, um sie erwähnt zu haben: Ja, es gab auch Anspielstationen, an denen man aktuelle Switch-Spiele testen konnte. Doch wer sich in eine stundenlange Warteschlange begibt, um Merchandise zu kaufen, der wird in aller Regel bereits eine Switch besitzen. Somit habe ich zugegebenermaßen keine Zeit an den Anspielstationen verloren.

      Der Preis ist heiß

      Doch nun kommen wir wohl zur spannendsten Frage, die sich hier auftut: Wie teuer sind die Objekte im Laden? Verlässt man diesen nur mit einem leeren Portemonnaie? Und hierzu kann ich nur sagen: Jein! Es kommt darauf an, was für Dinge ihr euch kaufen wollt, vom billigen Schlüsselanhänger bis zum überteuerten Rucksack ist hier einiges dabei.

      Nintendo Store Tokyo
      Vor dem Laden wirbt eine riesige Bildschirmfront.

      Doch im Großen und Ganzen gab es kaum Ausreißer nach oben und unten, die Preise verhielten sich sehr fair. Für die Splatoon-Oberteile wurden beispielsweise 3000 Yen (ca. 25 Euro) fällig. Auch einen Animal-Crossing-Thermobecher für 1600 Yen (ca. 13 Euro) konnte man guten Gewissens mitnehmen. Mein persönliches Highlight war eine Tasche in der Optik von Marios Latzhose, diese konnte ich mit 30 Euro beruhigt in meinen Einkaufskorb legen.

      Doch es gab auch viele Objekte, bei denen mich der Preis etwas abschreckte. Ein Rucksack mit dem Design von Pixel-Pikachu bestach beispielsweise mit seinen stolzen 7200 Yen (ca. 60 Euro) im Preis. Für eine gute Qualität ist der Rucksack sicher seinen Preis wert, doch in Anbetracht dessen, dass meine Einkaufstasche schon prall gefüllt war, musste ich den Rucksack schweren Herzens stehen lassen.

      Besonders frech empfand ich ein paar Schlappen im Animal-Crossing-Look. Für 3000 Yen (ca. 25 Euro) gab es ein paar simple Pantoffeln, die nicht einmal besonders dick gefüttert waren. Doch solcher Wucher blieb eher die Ausnahme, der Kunde wurde hier keineswegs um sein Geld betrogen.

      Abseits des Nintendo Store Tokyo

      Um einen niedrigen dreistelligen Betrag erleichtert verließ ich zufrieden den Nintendo Store. Doch auch abseits des Nintendo Stores gibt es auf der Etage einiges für Gamingfans zu sehen. Eines der Flaggschiffe ist wohl das Pokémon Center. Hier werden Besucher von Mewtwo in Empfang genommen, welches sich noch im Tiefschlaf befindet.

      Flegmon, seines Zeichens Make-up-Werbegesicht.

      Neben Plüschtieren, mit Swarovski-Steinen verzierten Pikachu-Hintern und Hochzeitsgratulationskarten im Pokémon-Design gab es Kleidung, die verschiedene Pokémon-Namen im Graffiti-Design als Schriftzug trug. Selbst Schminke konnte erworben werden, für die u. a. Flegmon mit seinem Aussehen stand.

      Abgesehen davon lockten weitere Läden mit Artikeln zu Digimon, dem Capcom-Franchise (insbesondere Monster Hunter World: Iceborne) oder dem Jump-Universum, zu dem Anime und Manga wie One Piece, Dragon Ball und Naruto zählen. Allerdings konnte ich hier aufgrund der in meinem Portmonee vorherrschenden Pleite nicht weiter zuschlagen.

      Lohnt sich der Besuch im Nintendo Store Tokyo?

      Falls ihr zufällig einen Besuch in Japan in der Nähe von Tokyo plant, solltet ihr unbedingt einen Abstecher nach Shibuya machen. Neben den vielen bunt beleuchteten Gassen, den hellen Reklametafeln und dem berauschenden Treiben des Viertels bietet die sechste Etage des Parco-Kaufhauses vieles, was das Gamer-Herz begehrt.

      Die Wartezeit des Nintendo Store sollte euch keinesfalls abschrecken, ein bisschen Recherche im Vorfeld und ihr seid in unter einer Stunde im Laden. Dort erwarten euch zahlreiche Artikel aus dem Nintendo-Universum, die jedes Nintendo-Fanherz höherschlagen lassen. Und wer weiß, wann es diese Artikel in einen Online-Shop schaffen werden, damit Fans aus der ganzen Welt diese bestellen können. Lasst euch also einen Besuch im Nintendo Store Tokyo nicht entgehen!

      Bildmaterial: eigene Fotos

    • Ja, ich glaube auch, dass sowas als begrenzte Aktion sogar ziemlich erfolgreich sein kann/wird.

      Würde auch gerne mal in so einen Store gehen und wohl auch richtig zulangen. Gab hiervor kurzem auch nen Bericht über einen pop-up store in London zu Pokemon. Da wär ich ja Feuer und Flamme...