PlayStation Now ist attraktiv, aber Sony braucht ein Modell, das PS Plus und PS Now vereint

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    • PlayStation Now ist attraktiv, aber Sony braucht ein Modell, das PS Plus und PS Now vereint

      Streaming-Dienste für Videospiele sind wahrlich nicht neu, eigentlich sogar schon ziemlich alt. Sony betreibt seit vielen Jahren schon PlayStation Now. Das Streaming-Modell wurde mehrfach angepasst, nicht nur inhaltlich sondern auch preislich. Zum Start von PS Now konnte man den Streaming-Dienst sogar auf Sony-Bravia-TVs nutzen und damit PS4-Spiele ohne eine PS4 spielen. Was sich in all den Jahren nicht geändert hat: Marketingmäßig wurde PlayStation Now ziemlich stiefmütterlich behandelt.

      Das änderte sich spürbar in den letzten Wochen, vor allem mit dem Aufkommen von Google Stadia. PlayStation Now ist deutlich präsenter. Sony arbeitet offenbar intensiv daran, den Streaming-Dienst attraktiver zu gestalten und mehr Abonnenten zu gewinnen. Nicht nur in den PS4-Menüs findet ihr plötzlich Einträge, sondern auch in Sonys Social-Media-Kanälen. Es gab eine erneute Preissenkung und neue Spiele werden nun monatlich wie neue PS-Plus-Spiele aktiv beworben.

      Persona 5, Mittelerde: Schatten des Krieges und Hollow Knight stoßen im November dazu

      PlayStation Now
      Persona 5 ist in diesem Monat neu bei PlayStation Now und bis Februar spielbar.

      So sind in diesem Monat drei neue Spiele zur PS-Now-Bibliothek gestoßen. Persona 5, Mittelerde: Schatten des Krieges und Hollow Knight stehen nun zum kostenpflichtigen Streamen bereit und nicht nur das. Seit einiger Zeit kann man die Spiele (nur PS2- und PS4-Spiele allerdings) auch tatsächlich herunterladen und ist somit nicht mehr auf eine schnelle Internetverbindung angewiesen. Ein Modell wie geschaffen für Deutschland also. Nach dem Download ist es nur nötig, sich alle sieben Tage einmal in das PSN einzuloggen. So kann eine gültige Mitgliedschaft nachgewiesen werden.

      Jeweils drei Monate sollen die „Blockbuster“ im Line-up zur Verfügung stehen. In diesem Monat heißen die Blockbuster Persona 5 und Mittelerde: Schatten des Krieges, die bis in den Februar hinein spielbar sein werden. Im letzten Monat fügte Sony bereits Uncharted 4: A Thief’s End, inFamous: Second Son, God of War und GTA V hinzu, die bis Januar der Bibliothek angehören.

      Zugriff auf über 650 neue und alte Spiele

      »Wie lange können zwei PlayStation-Services parallel nebeneinander existieren, die schon jetzt so viele Überschneidungen haben?«

      Zudem haben Nutzer von PlayStation Now Zugriff auf über 650 neue und alte Spiele, nicht nur für PS4 sondern auch für PS3 und sogar PS2. Und Spiele können sogar auf Windows-PCs gestreamt werden – selbst Exklusivspiele wie God of War. Sony kommunizierte zuletzt sogar Anleitungen dazu, wie man den DualShock 4 ganz einfach mit dem PC verbinden kann. PlayStation Now entwickelt sich zu einem attraktiven Service, der mit 9,99 Euro im Monat (oder 59,99 Euro im Jahr) längst auch ins prominente „Netflix-Preissegment“ vorgestoßen ist.

      Bleibt die Frage, wie lange zwei PlayStation-Services parallel nebeneinander existieren können, die schon jetzt so viele Überschneidungen haben. Bei Xbox hat man das schon vor einigen Monaten bemerkt und ist bereits weiter. Der Xbox Game Pass Ultimate kombiniert für 12,99 Euro Xbox Live Gold und den Xbox Game Pass in einem Modell. Es ist ein Modell, das wohl auch für Sony langfristig unabdingbar wird.

      Natürlich ist PlayStation Plus als Online-Service ausgelobt. Die PlayStation-Plus-Games werden als ein „Extra“ kommuniziert, aber für wie viele der 36 Millionen PS-Plus-Abonnenten sind wohl die PS-Plus-Games der Unique-Selling-Point? Und die werden wohl spätestens dann das Gefühl bekommen, PS Now würde „ihrem“ PS Plus den Rang ablaufen, wenn dort wie beim Xbox Game Pass immer aktuellere First-Party-Games an den Start gehen.

      Kombi-Modell ist derzeit kein Thema für Sony

      Das ist bei Sony derzeit kein Thema und man wird es in dieser Generation wohl auch kaum noch „nötig“ haben, Spiele wie The Last of Us: Part II auf diese Weise „unter Wert“ zu verkaufen. Aber es wäre ein gefährlicher Cocktail bei der ohnehin schon monatlich zu einem hohen Prozentsatz nörgelnden PS-Plus-Gemeinde. Auf der anderen Seite können PS-Now-Nutzer schon jetzt „ihre“ Spiele auch im Online-Modus spielen, ohne PS Plus zu besitzen. Aber die Spiele hätte man dann bestimmt doch schon gerne und irgendwie leuchtet es auch nicht ein, warum ein Spiel bei PS Plus landet aber nicht bei PS Now.

      PlayStation Now
      Ist The Last of Us: Part II zum Launch auch bei PlayStation Now verfügbar? Wohl kaum.

      Sony sollte ein Modell anbieten, das alle Features und Vorteile vereint, besonders im Hinblick auf PlayStation 5 und die Streaming-Zukunft. Doch das im Oktober veröffentlichte FAQ von Sony schließt das bisher aus. Man habe derzeit weder vor, „Spiele der nächsten Generation zum Thema zu machen“, noch gäbe es Pläne oder ein Angebot zum Kombinieren eines PS-Now- und PS-Plus-Abos. „PlayStation Now und PlayStation Plus werden als separate Abonnements angeboten.“

      PlayStation Now mit 50% mehr Abos in nur einem Monat

      Allerdings, und das ist eine ganz tagesaktuelle Meldung, schließt Jim Ryan von Sony Änderungen natürlich nicht aus. Angesprochen im Kontext der First-Party-Games von Xbox beim Game Pass nannte er das Gebiet des Streamings gegenüber GamesIndustry „wechselhaft und fließend“. „Ich will nicht sagen, dass PlayStation Now so wie es jetzt ist, für immer aussehen wird.“

      Was möglich ist, verrät Ryan im gleichen Interview. Um 50% auf nun eine Million sind die PS-Now-Abozahlen in den letzten 30 Tagen allein aufgrund der aktuellen Änderungen, Preisanpassungen und PR gestiegen.

      Nun seid ihr dran: Wann wird PlayStation Now für euch ein Thema?

      Bildmaterial: Sony, PlayStation Now

    • Will ich nicht, brauch ich nicht also kann es mir gestohlen bleiben.

      Ich hoffe die kommen nicht auf die Idee tatsächlich beide zu kombinieren, und dafür noch mehr Geld zu verlangen.

      Einzeln kann beides gerne existieren... Aber mehr zahlen zu MÜSSEN mit dem Argument "dafür kannst du PS-Now Streaminggedöns nutzen" ... Bleibt mir nur weg damit!
    • Nein brauche ich auch nicht wirklich. Ein Zusammenschluss wäre dann wie bei amazon prime welches deutlich teurer wurde unter dem Vorwand dass man nun ja auch Filme und Musik streamen kann. Diejenigen die dass nicht nutzen wollen sind dann die abgezockten.
      Zudem ist das Spieleangebot auf PS Now einfach nur langweilig mit zu vielen, alten Spielen. Wäre nur attraktiv wenn alle Spiele sich darauf zocken lassen würden.
      Da bringt mir der günstige Preis gar nichts wenn die Spiele die ich spielen will nicht enthalten sind und ich trotz des Abos alle Games zum Vollpreis kaufen muss. Bei den paar Spielen die ich zocke im Jahr kann ich da aber eh nicht groß mitreden.
    • Wenn es zu einer gezwungenen Kombi werden würde, wäre das voll arschig!

      (Ich nutze jetzt keine "echten" Zahlen.)
      Aber wenn das jetzt so ablaufen würde und Plus und Now EINZELN im Monat 7 Euro kosten würden und das Kombipaket 10 bis 12 Euro - wäre es wahrlich ein Deal.
      Und wenn es nur noch diese Kombie geben würde, müsste ich mir ganz stark überlegen ein Jahresabo für Plusinhalte weiterhin beizubehalten.
      Der Mensch, der verurteilt ist, frei zu sein, trägt das ganze Gewicht der Welt auf seinen Schultern; er ist, was seine Seinsweise betrifft, verantwortlich für die Welt und für sich selbst.
      Jean-Paul Sartre
    • Ich finde die Idee nicht verkehrt und das Angebot tatsächlich dank der Download-Funktion (außer für PS3-Spiele) und dem brauchbaren Katalog mittlerweile tatsächlich relativ attraktiv, wenn ich nicht eh schon einen Backlog hätte. Und da sehe ich zumindest bei mir noch den Unterschied zu Film- und Serien-Streaming: Ein Spiel beschäftigt in der Regel deutlich länger und die wenigsten Leute werden im Monat 15 Spiele durchkloppen.

      Trotzdem denke ich, dass sich dieses Modell auf Dauer wie auch bei Filmen/Serien durchsetzen wird. Die Frage ist eher, inwiefern es dominieren wird. Netflix, Amazon & Co. haben ja gemerkt, dass man dadurch attraktiv wird, seinen eigenen Content zu produzieren. Entsprechend dominieren sie nicht nur den Vertrieb, sondern auch die Produktion selbst. Das war bei Videospielkonsolen ohnehin schon der Fall, aber eben nicht wirklich im großen Stil (Ausnahme: Nintendo) – das Gros an Spielen kommt von Drittherstellern. Ich bin gespannt, wie das in fünf bis zehn Jahren aussehen wird.

      PS Now ist für mich aktuell nicht so attraktiv, dass ich mir eine Mitgliedschaft holen würde. Aber im Grunde reizt es mich schon für Spiele, die ich mir sonst nicht kaufen würde. Gibt öfter Titel, die ganz nett klingen oder die ich gern mit Freunden ausprobieren möchte, aber dann 20€+ auszugeben, ist dann doch eine Hürde. Für solche Zwecke fänd ich PS Now tatsächlich attraktiv.

      Übrigens nicht als Streaming-Dienst, sondern eben zum Download. Auch Serien und Filme genieße ich immer noch viel lieber ohne unresponsive Web-Player und Ladezeiten (die man ja selbst bei High-Speed-Internet hat, vielleicht nicht beim Gucken, aber spätestens beim Skippen).