Kolumne: Wie zugänglich sollten Videospiele sein?

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    • Da wurde sich ja diesmal wieder ein sehr kontroverses Thema ausgesucht^^

      Aus meiner Sicht gibt es keine einseitige, "richtige" Entscheidung
      Ich für meinen Teil habe schon viele Möglichkeiten erlebt und in Anspruch genommen

      Ich habe an alten Spielen meinen Meister gefunden genauso wie ich einige davon nach zig Versuchen und Jahren meistern konnte
      Es wurden Spiele per Option mitten im Durchgang erleichtert um es durchzubekommen oder erhöht für eine spezielle Herausforderung
      Man ist aber auch an Spielen ohne derlei Optionen gewachsen und hat Genre übergreifend Dinge dazu gelernt und sich verbessert oder aus Bequemlichkeit frühzeitig jeglichen Anspruch entfernt
      Oder auch vor gesonderten Herausforderungen Save States in Anspruch genommen, eventuell auch Lösungen nachgeschaut einfach manchmal schon aus Zeitgründen

      Es gibt Spiele wo ich einen vereinfachten Schwierigkeitsgrad vorziehen würde, in etwa beim Genre der Shoot em Ups
      Ich spiele extrem gerne Shoot Em Up Sektionen in 2D Platformern, aber es gibt kaum ein Spiel im eigentlichen Genre was so gut durchspielbar ist einfach weil man bei 90% der Spiele bei einem Treffer Instant verreckt und man zudem noch sehr häufig von vorn statt von einem Checkpoint aus beginnen muss, würde es einfach einen wählbaren Schwierigkeitsgrad geben wo man wenigstens 3 Trefferpunkte hätte wäre ich deutlich motivierter mehr solcher Titel auszuprobieren
      Auch hatte man in einigen Spielen die Wahl ob man sich bspw. 3, 5 oder 9 Leben geben will was die eigentliche Herausforderung nicht mildert aber die Chance erhöht daran zu wachsen und besser zu werden, kann aber halt eher nur bei Platformern Anwendung finden und daher ist es schon Genre bedingt jeweils ein Unterschied wie sinnvoll die Optionen implementiert und umgesetzt/anwendbar sind

      Bei einigen Spielen ohne Schwierigkeitsgrad bin ich aber froh das es diese fehlende Auswahl von vornherein nicht gab, somit liegts am individuellen Ermessen und dem eigenen Ansporn zu versuchen etwas zu lernen und besser zu werden
      DK Country 2 hat mich damals so zum ausrasten gebracht weil ich das 2. Level nicht geschafft habe das ich aus Frust rumgeheult und gebrüllt habe bis ich ne Woche Konsolenverbot hatte
      Heute ist es mein Lieblingsspiel das ich mit 99+ Leben abschließe, aber dennoch genug gefordert werde da ein gewisser Anspruch schon gewünscht ist und auch über die Jahre erhalten blieb, was für mein Empfinden gutes Game Design auszeichnet

      Was auch schon wieder wichtige Faktoren sind, es ist zum Teil neben dem eigenen Können schon auch ein wenig vom Genre her abhängig und was einem persönlich besser liegt
      Ich spiele zig Platformer und bin in einigen richtig gut, was der ein oder andere hier fordernd findet spaziere ich hin und wieder ganz gut durch, dann gibts aber dennoch auch welche die durch die ein oder andere Mechanik deutlich fordernder für mich sind
      Ähnlich ists bei RPG's ich bin das Genre so gewohnt das ich viele davon unterlevelt beende, nur gibst auch einige die ich trotz gleicher oder ähnlicher Schwierigkeit selbst bei "angemessenerem" Vorgehen nicht ohne zusätzliches Grinding schaffen kann
      Was ist bei Spielen die Reflexe abverlangen, jemand der schnell reagieren kann wird seltener Probleme haben bei Quick Time Events oder was ist bei diversen Rätseln?
      Wo der eine sich die Zähne ausbeißt kommt ein anderer nicht mal ins Grübeln weil es für ihn klar auf der Hand liegt

      Es kann und muss nicht alles auf Teufel komm raus auf einen zugeschnitten sein, es ist gut Optionen zu haben und wenn man selbst so bequem ist diese in Anspruch zu nehmen um eventuell spielerischen Anspruch zu umgehen ist das jedem selbst überlassen aber es schadet auch nicht sich hier und da mal zu fordern
      Letzten Endes weiß man auch nur was einem zu schwer ist wenn man es selbst ausprobiert
      Im Beispiel von Sekiro ist es so das es für mich einfach deutlich schwieriger ist als Souls weil ich Parieren hasse, diese Mechanik macht es für mich schon unattraktiver, es ist trotzdem ein tolles Spiel aber ich mag es etwas weniger, letzten Endes hat es mit Souls aber gar nicht so viel gemeinsam für mein Empfinden weshalb einige Vergleiche eher nur stattfinden weil sich From Software bei derlei Spielen für viele einzig am Schwierigkeitsgrad messen
      Diejenigen die das Parieren aber anständig erlernt haben kommen ohne größere Probleme durch will ich meinen, für mich war bei Genichiro aber vorerst Schluss^^' (Aber ich komme wieder!!!)
      Bloodborne hatte auch so eine Kontermechanik, die musste man aber nicht beherrschen um es durchzuspielen und auch hier brauchte ich 3 Spielanläufe ehe ich mich eingespielt hatte um es durch zu ziehen
      Die Souls Games waren zu Beginn absolut hart, aber wenn man einige Mechaniken verinnerlicht hat und weiß wie der Ablauf der Spiele in etwa von statten geht sind es oftmals nur einzelne Bosse die übermäßig schwer sind
      In Demons und Dark Souls habe ich mir noch regelmäßig die Haare ausgerissen während es in Dark Souls 2 dann schon nach einem holprigen Anfang gut durchspielbar war und Dark Souls 3 war bis auf ein paar einzelne Ausnahmen bei den Bossen schon fast nur noch wie ein fordernderes Action RPG und das ist nicht abwertend gemeint
      Denn es ist immer noch recht schwer, aber man merkt einfach wie man sich ein gewisses Können angeeignet hat und ich gehöre längst nicht zu denen die im 7. New Game+ irgendwelche Gegner "cheesen"
      Eher jemand der den ein oder anderen Boss im ersten Versuch legen kann und beim nächsten wieder flucht und genauso viele Versuche lässt wie es in anderen für mich fordernden aber durchaus machbaren Spielen auch der Fall ist

      Ein Spiel auf schwer oder höher zu starten kommt mir nicht in den Sinn, da ich vorher nie weiß wie stark ein Spiel in der Schwierigkeit anzieht oder was man als "normal" bezeichnet, mal ist normal keine Hürde und mal stößt man an seine Grenzen

      Für mich kann es so sein wie es bisher ist, wenn man mir die Optionen gibt hier und da etwas leichter zu machen nutze ich es wenn ich es für nötig erachte um das angenehmste Erlebnis für mich daraus zu erzielen, wenn meine Bequemlichkeit und Zeitgründe es leichter wollen wirds leichter
      Gibt ein Spiel mir eine Schwierigkeit vor teste ich mich daran und je nach Können und Gegebenheiten spaziere ich durch oder stoße an meine Grenzen und entscheide dann ob ich mich weiter an etwas probiere weil ich Potenzial sehe es mit genügend Versuchen zu schaffen oder ob meine Zeit bei einem anderen Titel besser investiert wäre
      Aber es gibt genug Spiele, hauptsächlich im Retro Bereich, die so schwer sind wie eh und je und auch mit dem heutigen Wissen nicht weiter als Welt 3 zu kommen, wie es schon immer war, spiele ich diese gelegentlich einfach weil ich Lust drauf habe und bis Welt 3 auch genug Spaß aufkommt^^

      Mich stört da eher das allgemeine vergleichen von Schwierigkeitsgraden, ich denke 90% hier waren ähnlich wie ich genervt als Titel wie Crash Bandicoot wegen der Schwierigkeit mit Dark Souls verglichen wurden, sowas muss aufhören
      Souls-Likes definieren sich nicht allein über die Schwierigkeit, oftmals gibt es auch ein Seelenähnliches System und eine düstere Atmosphäre in einer kryptischen Welt und Dinge dieser Art wofür man die Spiele auch zu schätzen lernen kann
      Das es Leute gibt die auch ohne die hohe Schwierigkeit ganz gerne die Welt erkunden würden kann ich nachvollziehen und will diesen eine mögliche Option nicht absprechen
      Aber wenn ich die Wahl hätte in den Games etwas leichteres zu wählen wäre ich in kniffligen Passagen zu sehr in Versuchung einen Gang runterzuschalten einfach weil ich dann darüber nachdenke ob man es in "schwer" dann nicht zu sehr übertreibt oder ob das wirklich so angedacht gewesen wäre wenn das Spiel ohne die Option der Wahl erschienen wäre
      Da ist es dann doch auch nicht verkehrt es vorgesetzt zu bekommen da die Versuchung es sich angenehmer zu machen zu groß wäre, aber letzten Endes hat man zumindest die Option zu entscheiden ob man weiter Zeit investiert diese Hürde zu meistern oder das Spiel zu wechseln
      Natürlich schade wenn man sein Geld ausgegeben hat für etwas das man nicht oder nur schwer beenden kann, aber das besteht aus mehreren Gründen und würde ich nicht allein auf die Schwierigkeit abwälzen
      Also ich bin ganz zufrieden wenn man mir Möglichkeiten bietet, aber ich maule auch nicht groß rum wenn etwas zu schwer ist außer natürlich in dem Moment wenn ich daran zerbreche xD
      Ausnahmen sind hier eine plötzlich ansteigende Kurve die in keiner Relation steht oder mangelhaftes Gameplay die im späteren Spielverlauf kritisch werden wenn es fordernder wird
      Wenn bei einem RPG bis zum letzten Dungeon alles glatt läuft und bei diesem dann die Gegner aber 3 mal so stark sind und man plötzlich 10 Level drunter liegt habe ich wenig Freude damit, bin aber schon zu weit gekommen um dort abbrechen zu wollen, es ist mir aber ebenso zu schade 5-10h nur ins Grinding zu stecken um es abzuschließen da das runtergerechnet vielleicht ein Viertel der Gesamtspielzeit ausmacht in dem ich nichts nennenswertes erlebe
      Es gibt daher allerlei Situationen in denen ich mir die Wahl wünsche und/oder genutzt habe oder unterbewusst gefordert wurde, mich verbessert habe und dazu gelernt habe und beides ist ausschlaggebend für die Gesamterfahrung und wie es kommt so nehme ich es^^


      "Heed the Voice of the Valkyrur, tremble before my might Worms!!!"
      -Baldren Gassenarl-