Im Test! Metal Wolf Chaos XD

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    • Im Test! Metal Wolf Chaos XD

      Titel Metal Wolf Chaos XD
      Japan 6. August 2019
      Devolver Digital
      Nordamerika 6. August 2019
      Devolver Digital
      Europa 6. August 2019
      Devolver Digital
      System PlayStation 4, Xbox One, PCs
      Getestet für PlayStation 4
      Entwickler FromSoftware
      Genres 3rd Person Shooter
      Texte
      Deutschland Nordamerika Japan
      Vertonung Nordamerika

       

      Bildmaterial: Metal Wolf Chaos XD, Devolver Digital / FromSoftware, General Arcade

      Devolver Digital ist mittlerweile recht bekannt für skurrile, ausgefallene E3-Auftritte. Letztes Jahr wurde hier unter anderem Metal Wolf Chaos XD angekündigt, welches mit trashigem Look, peinlichen Dialogen und mit FromSoftware als Entwickler durchaus für Aufsehen sorgen konnte. Natürlich ist Metal Wolf Chaos XD nun kein neues Spiel, viel mehr handelt es sich um ein Remaster eines bis dato Japan-exklusiven Spiels, das nun nicht nur den Westen erreicht, sondern auch seine damalige Xbox-Exklusivität aufgibt.

      Tatsächlich genießt das Spiel seit seinem Erscheinen 2004 große Beliebtheit. Sei das wegen seiner Exklusivität oder der offenkundigen Parodie des amerikanischen Präsidenten beziehungsweise der Amerikaner selbst. Letzteres vermag vielleicht auch der Grund sein, warum man für das Remaster ein „XD“ als Zusatz nahm. Beliebt ist heutzutage zudem noch FromSoftware, die mit ihren Souls-Spielen sicherlich viel Aufmerksam erregt haben.

      Betrachtet man also den Umstand, dass wir es mit einem namhaften Entwickler zu tun haben und es derzeit wieder eine kontroverse, karikative Präsidentenfigur in Amerika gibt, so lag die Entscheidung zum Remaster von Metal Wolf Chaos für Devolver Digital wohl recht nahe. Für die Umsetzung von Metal Wolf Chaos XD holte man sich das Studio General Arcade ins Haus.

      Richaaaaaaard

      Amerika ist im Ausnahmezustand, der Vizepräsident Richard Hawk sah durch die Zunahme an kriminellen Einwanderern und wirtschaftlichen Missständen keine andere Möglichkeit, als eine Art Militärdiktatur auszurufen. Nur der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, Michael Wilson, sieht durch die falschen Nachrichten und alternativen Fakten und macht sich auf, Amerika in seinem mit Waffen vollgestopften Mecha-Anzug zu befreien. Parallelen zu derzeit amtierenden Politikern einmal außen vor, trieft diese Geschichte schon vor Patriotismus und ist die perfekte Parodie an das amerikanische Volk.

      »Metal Wolf Chaos XD zeigt quasi die japanische Sicht auf Amerika und witzigerweise blieb gerade dieser Titel für einige Jahre ausschließlich in Japan.«

      Metal Wolf Chaos XD zeigt somit quasi die japanische Sicht auf Amerika und witzigerweise blieb gerade dieser Titel für einige Jahre ausschließlich in Japan. Die peinlichen und überspitzten Dialoge sind definitiv gewollt und passen ins Gesamtbild. Sei es die ambitionierte Sekretärin des Präsidenten, der Nachrichtensprecher oder der Präsident selbst, alle scheinen eine extrem schlechte Rolle in einem billigen B-Movie zu spielen und auch wenn dies zunächst seltsam und abstoßend wirkt, funktioniert es dennoch hervorragend.

      Die Motive des Präsidenten, auch wenn klar ausgesprochen, scheinen allerdings nicht immer so eine klare Linie zu fahren. Man bekommt Punkte für den höchsten Schaden an Gebäuden, Autos und anderen materiellen Gegenständen und hier und da opfert man auch mal den ein oder anderen Zivilisten. Die Befreiung Amerikas scheint somit für den Zweck jegliche Mittel zu heiligen. Letztendlich kann man sagen, dass die Geschichte gewollt dämlich und übertrieben daherkommt, da man allerdings im Endeffekt sowieso nur möglichst alles schnell und effizient zu Klump schießen möchte.

      Ballern bis der Arzt kommt

      Wie man sich sicherlich schon denken konnte, dreht sich in Metal Wolf Chaos XD alles ums Schießen und Zerstören. Der bis auf die Zähne bewaffnete Präsident im Mecha-Anzug kennt nichts in seinem Kampf für Amerikas Freiheit. Als waschechter Third-Person-Shooter entpuppt sich das Spiel schon ab der ersten Spielminute. Kugelhagel und Explosionen sind somit ständiger Begleiter. Ein ungewöhnliches Spiel für FromSoftware mag man denken, jedoch erschien Metal Wolf Chaos vor dem großen Souls-Hype und knüpft eher an frühere Werke wie Armored Core an, auch wenn man dieses nicht einfach so kopieren wollte.

      Dabei heraus kam ein recht geradliniger Shooter mit wenig komplexer und somit leicht zu erlernender Steuerung. Zwar vermissen nicht alteingesessene Spieler sicherlich eine Art Tutorial oder zumindest eine kurze Erklärung der Steuerung, aber hat man sich erst einmal durch alle Knöpfe auf dem Pad durchprobiert, so sind die Basics eigentlich schnell verinnerlicht. Einziges Manko sind hier das unglaublich langsame Umdrehen des Mechs und auch manchmal das Waffenwechseln, welches durchaus ein paar Knoten im Kopf produzieren kann.

      In etwas mehr als zehn Levels befreit man nun Amerika nach und nach von der Tyrannei der Putschisten. Wichtig in den Abschnitten ist es aber, möglichst viel zu zerstören, denn überall könnten sich versteckte Gegenstände befinden. Oftmals handelt es sich hier um permanente Items, die unabdingbar sind, um den Mech stärker zu machen und somit überhaupt spätere Levels bestehen zu können. Die verschiedenen Gebiete können allerdings immer wieder besucht werden.

      Waffen, Waffen überall

      Ein vollausgestatteter Mecha-Anzug bleibt nur state-of-the-art, wenn er auch immer wieder mit neuester Technologie gefüttert wird. Die angesprochenen Items helfen zwar, den Anzug selbst um einiges robuster zu machen, doch die eigentliche Durchschlagskraft kommt primär durch neue Waffen. Die Herstellung dieser Waffen erfolgt in zwei Schritten: Zunächst müssen Gelder für die Forschung bereitgestellt werden und darauf kann man diese mithilfe von gefundenen Materialien in die Produktion schicken.

      Das klingt nun komplex, aber letztendlich ist es das natürlich nicht. Voraussetzung ist nur das nötige Geld und ein Metall, welches man ebenfalls in den Abschnitten in großen Mengen findet. Allerdings scheinen der Forschung und Herstellung kaum Grenzen gesetzt zu sein, sodass man in einem normalen Spieldurchlauf wohl kaum eine der Waffenkategorien voll bekommen wird. Verschiedene Gegnergruppen scheinen gegen bestimmte Waffen besonders anfällig zu sein, was eine ausgewogene Mischung dieser am plausibelsten erscheinen lässt.

      Dem eigenen Spielstil sind dennoch recht wenig Grenzen gesetzt, so kann man zum Beispiel auch einfach mit mehreren gleichen Waffen durch die Gegend stapfen, wenn man das möchte. Vorsicht ist lediglich bei der Befreiung von Geiseln geboten. Möchte man diese nämlich nicht direkt pulverisieren, muss man zwangsläufig eine kleinkalibrige Waffe mit sich führen. Wir sind ja schließlich hier, um die Amerikaner zu befreien…, nicht wahr?

      Startet man Metal Wolf Chaos XD das erste Mal, so spielt man zunächst einen Durchgang der normalen Story. Nach dem Durchspielen erhält man erst verschiedene Schwierigkeitsgrade. Einer davon erlaubt unbegrenzte Munition, während die schwierige Option mit Bonuskostümen und Spaßwaffen belohnt.

      Trashig auch in der Aufmachung

      Metal Wolf Chaos XD sieht man seine 15 Jahre definitiv an. Das Spiel sieht einfach alt aus und der eigentliche Remaster-Aufwand ging hier wohl eher in das obligatorische Hochschrauben der Auflösung. Bleibende Augenschäden wird man wohl nicht erleiden, aber das ganze Paket wirkt einfach nicht wirklich hübsch. Zwar habe ich hier nun keinen Vergleich, aber manche Stimmen behaupten sogar, dass das Originalspiel wohl besser aussah – besonders, wenn es um die Ausleuchtung geht.

      »Man sieht dem Spiel sein Alter definitiv an. Metal Wolf Chaos XD sieht einfach alt aus und der eigentliche Remaster-Aufwand steckt hier wohl in der erhöhten Auflösung.«

      Verkaufen kann man diesen Umstand natürlich wieder über den allgemeinen Charakter des Spiels, das sich nicht wirklich ernst nimmt, doch eine Parodie ist und dazu besonders trashig daherkommen soll. Andererseits hätte man sich dennoch ein wenig mehr Arbeit machen dürfen. Vielleicht liefert man ja auch noch ein paar grafische Anpassungen über Updates nach.

      Die Musik des Spiels ist eine Sache für sich. Zum einen gibt es in den Menüs vor jeder Mission ein Lied mit ziemlichem Ohrwurm-Charakter, zum anderen wird man von der restlichen Musik kaum etwas mitbekommen, denn das Einzige, was ständig alles überspielen wird, sind Schussgeräusche und Explosionen. Da rückt die Option, verschiedene Stücke in den Missionen laufen zu lassen, schon mehr als leicht ins Hintertreffen. Was hingegen besonders auffällt, sind die bewusst mies inszenierten englischen Stimmen.

      In God we trust…

      Metal Wolf Chaos XD ist ein Remaster, welches wohl niemand auf dem Schirm hatte. Nischenfans kannten den Originaltitel bereits aus seiner Japan-exklusiven Zeit und verliehen ihm einen seltsamen Kultstatus. Als Parodie gedacht, passt die verrückte Geschichte derzeit für einige nur allzu gut in die amerikanische Politik und das wird wohl auch mit der Grund gewesen sein, das Spiel endlich über den Teich zu bringen.

      Die schlechten Witze und aufgesetzten Emotionen der Charaktere mal beiseite ist Metal Wolf Chaos XD ein recht solider Third-Person-Shooter mit jeder Menge versteckter Dinge zum Entdecken. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich eine Runde Metal Wolf Chaos XD geben könnte, wenn man einen anstrengenden Tag hatte oder gerade Lust hat, die Welt zu zerstören. Als Ventil und bloße Beschäftigung für zwischendurch eignet sich das Spiel nämlich in jedem Fall.

      Das Remaster hat allerdings nicht viel gegenüber der Originalversion zu bieten. Vielleicht braucht es das aber auch nicht, denn die Devise scheint hier durchgehend “mehr schlecht als recht” zu sein. Für alle, die immer schon einmal als US-Präsident im Mecha-Anzug Amerika befreien wollten, wird Metal Wolf Chaos XD diesen Wunsch durchaus erfüllen können.

       

      Story

      US-Präsident steigt in einen Mecha-Anzug, um Amerika von Putschisten zu befreien. Durchgehend inszeniert mit aufgesetzter Schauspielerei und dummen Witzen.

      Gameplay

      Geradliniges Geballer in 3rd-Person-Shooter-Manier. Zahlreiche Waffen wollen hergestellt und eingesetzt werden. Solides Gameplay mit ein paar Macken.

      Grafik

      Billiger Look und uninspiriertes Remaster eines 15 Jahre alten Titels. Kann durchaus auch so gewollt gewesen sein.

      Sound

      ICH KANN NICHTS HÖREN… DIE SCHIEßEREI IST ZU LAAAUT!

      Sonstiges

      Verschiedene Schwierigkeitsgrade nach dem Durchspielen und weitere freischaltbare Dinge könnten zum Wiederspielen einladen.