Im Test! KILL la KILL – IF

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    • Im Test! KILL la KILL – IF

      Titel KILL la KILL – IF
      Japan 25. Juli 2019
      Arc System Works
      Nordamerika 26. Juli 2019
      Arc System Works
      Europa 26. Juli 2019
      PQube
      System PlayStation 4, Nintendo Switch, PC
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler A+ Games
      Genres KLK Battle Action
      Texte
      Deutschland Nordamerika Japan
      Vertonung Nordamerika Japan

      Bildmaterial: KILL la KILL – IF, Arc System Works, PQube / A+ Games

      “KILL la KILL – IF” stellt eine weitere Kampfspiel-Adaption eines bekannten Animes dar. Nach Dragon Ball FighterZ sieht sich auch bei KILL la KILL Arc Systems Works als verantwortliches Entwicklerstudio. Zwar wurde das Spiel von A+ Games entwickelt, aber mit einem der besten Studios in Bezug auf 2D-Fighting-Spiele als Publisher kann man sich ebenfalls kaum beklagen.

      Anders als die üblichen Gassenhauer von Arc System Works ist KILL la KILL – IF ein 3D-Prügler und A+ Games ein eher unbekanntes Entwicklerstudio. Das Spiel verspricht also eine kleine Überraschungsbox und Bewährungsprobe zu werden. A+ Games konnte zumindest schon einmal mit Little Witch Academia beweisen, dass sie recht ansehnlich Anime-Figuren in eine 3D-Umgebung integrieren können und genau das ist auch von Vorteil bei KILL la KILL.

      Ob Arc System Works den bekannten 2D-Kampfgeist mit dem Motto „Einfach zu erlernen, schwierig zu meistern“ auch in die Dreidimensionalität hineindirigieren konnten, bleibt abzuwarten. Wer den Anime KILL la KILL noch nicht kennt, der sollte diesen schleunigst nachholen, vor allem, wenn man die Geschichte des Spiels nachvollziehen möchte. Alle anderen werden sich womöglich in den Fäden der Erzählung verheddern.

      Kleider machen Leute

      KILL la KILL – IF setzt zumindest die erste Hälfte des Anime voraus. Ab da beginnt das Spiel und wird sich hier etwas von der Originalhandlung unterscheiden. Ganz dem Titelzusatz „IF“ entsprechend, spielt man eine alternative Variante mit der exzentrischen Schulsprecherin Satsuki Kiryuin.

      Auch wenn man es hier natürlich mit einem Kampfspiel zu tun hat, ist der Story-Modus geradezu vollgepackt mit eben dieser. Die Geschichte wird mit den 3D-Modellen der Anime-Figuren aus dem Spiel erzählt und ist auch wirklich ansehnlich umgesetzt. Der Stil der Serie wurde hier erstaunlich gut eingefangen und Humor sowie Dialoge vergleichbar gut in Szene gesetzt. Fans des Anime werden hier sehr wenig zu meckern haben.

      »Wer den Anime KILL la KILL noch nicht kennt, der sollte diesen schleunigst nachholen.«

      In zehn Kapiteln hat man die Kampagne abgeschlossen und kann darauf die Szenen im Zusammenhang noch einmal ohne die Kämpfe anschauen. Ein durchaus nettes Feature, welches Fans die alternative Geschichte in Ruhe genießen lässt. Als Extra gibt es zudem noch einen weiteren Story-Modus mit der bekannten Heldin Ryuko Matoi, ebenfalls in 10 Kapitel unterteilt.

      Einziges Manko des Story-Modus bleibt, dass Kenner des Anime auf die ikonische „Nudist Beach“-Truppe verzichten müssen. Weder eine Erwähnung noch ein nackter Hintern blitzt hier hervor – sieht man von Ryukos Standardoutfit ab, natürlich. Zum Glück ist die liebenswerte, dümmliche Mako nicht dem Schneider zum Opfer gefallen.

      Simple Basics gefallen jedem

      Wie schon erwähnt, setzen Arc System Works Spiele ja gerne auf ein recht simpel zu erlernendes Kampfsystem, welches aber auf höherem Niveau durchaus Kopf- und Fingerzerbrechen bereiten kann. Zumindest bei den Basics hat man sich auch in KILL la KILL – IF an dieses Schema gehalten. Springen, blocken und Nah- sowie Fernattacken sind im Groben das Einzige, worüber man sich zu Beginn sorgen muss.

      Die KI fordert den unbekümmerten Spieler aber schon recht schnell, selbst auf normalem Schwierigkeitsgrad. Ebenfalls muss man sich zunächst etwas an die freie Kamera gewöhnen, die gerne hin und her fliegt, um ein möglichst ästhetisches Bild für den Zuschauer abzugeben. Für den Spieler bedeutet das hingegen ständiges Neuorientieren und den richtigen Moment abzuwarten.

      Zum Kampf bewegt man sich in einem freien Areal, kann Angriffe blocken oder ihnen ausweichen. Fortgeschrittenere Mechaniken sind hier der Verteidigungsbruch, der Gegenangriff oder eine Art Combo-Breaker, den man nur durch das Opfern des Aktionsmeters einsetzen kann. Diese Techniken sind durchaus schwer zu erlernen und am Anfang nur zufällig durch Button-Mashing auszuführen. Hat man sich aber an all das gewöhnt, so hat man eine gute Basis, um sich langsam an die Feinheiten hinzuarbeiten.

      Recht wenig Auswahl

      »Die KI fordert den unbekümmerten Spieler aber schon recht schnell, selbst auf normalem Schwierigkeitsgrad.«

      Kommt es zum Multiplayer, so kann man in KILL la KILL – IF online im freien oder gewerteten Kampf antreten. Zu zweit kann das Spiel auch lokal gegeneinander gespielt werden. Die einfache Tastenbelegung und Steuerung ermöglichen auf Nintendo Switch sogar, dass zwei Personen mit jeweils einem Joy-Con spielen können und man so keinen weiteren Controller besitzen muss. Für den Online-Modus muss man allerdings leider auf allen Konsolen auf den jeweiligen kostenpflichtigen Online-Service zurückgreifen.

      In den VS-Kämpfen selbst hat man leider recht wenige Kämpfer zur Auswahl. Hat man über die Story alle freigeschaltet, kommt man gerade einmal auf acht spielbare Charaktere. Satsuki und Ryuko haben zwar später die Möglichkeit, aus zwei verschiedenen Kampfstilen zu entscheiden, allerdings macht das den Braten auch nicht sonderlich fett. Für einen spaßigen, kurzweiligen Kampf zwischendurch eignet es sich aber, gerade durch die einfache Steuerung, durchaus.

      Die Auswahl der Kampfarenen reiht sich hier nahtlos ein. Durch recht austauschbare Designs kann man die verschiedenen Hintergründe hypothetisch an einer Hand abzählen. Die recht generischen Hintergründe sind direkt aus dem Anime entnommen und bieten technisch überhaupt keine Unterschiede. Die im Großen und Ganzen schmale Auswahl lässt den Gedanken aufkommen, dass das Hauptaugenmerk eher auf einer bloßen Anime-Adaption als auf dem Ausarbeiten eines soliden Kampfspiels lag.

      Übung macht den Meister

      Da man für das Spiel auch ein wenig Übung braucht, gibt es ein paar Modi zum Trainieren. Neben dem freien Training gibt es noch das Tutorial und einen Challenge-Modus. Leider fehlt es auch hier an den typischen analytischen Trainingsmethoden aus den bekannten 2D-Vertretern des Genres. Gezieltes Kombotraining oder ein Training für das richtige Timing, hätten dem Spiel obendrein noch gutgetan.

      Der Challenge-Modus lässt einen gegen eine beliebige Anzahl an COVERS antreten. COVERS sind hier einfach lebendige Kleidungsstücke, die mehr als Trainingspuppen dienen. Als Training eignet sich das bei KILL la KILL – IF jedoch ganz gut, denn auch im Story-Modus findet man sich manchmal im Kampf gegen mehrere Gegner gleichzeitig wieder.

      Alle Modi bringen eine gewisse Anzahl an GP als Belohnung. Diese kann man dann in der Galerie gegen Bilder, 3D-Modelle und Soundfiles eintauschen. Leider sind die Preise hier teilweise so hoch, dass man eine lange Zeit die gleichen Kämpfe und Modi durchspielen muss, um annähernd alles erhalten zu können. Der besonders gute Soundtrack des Anime ist hier ebenfalls komplett freischaltbar.

      Netter Anime-Look mit gewissen Abstrichen

      Wie bereits erwähnt, kennt sich A+ Games mit der 3D-Modellierung von Anime-Charakteren schon aus und auch hier fällt das recht positiv auf. In den zahlreichen Storyszenen wird das Design recht schön in die dritte Dimension gebracht. In Bezug auf die Hintergründe liefert der Anime auch schon eine recht simple, minimalistische Vorlage, die auch hier gut umgesetzt wird.

      Auch wenn es der Stil so vorgibt, wirkt sich das minimalistische Hintergrunddesign leider eher negativ auf die Kampfarenen aus. Leere Areale mit einfachen Mustern oder ein Haufen Fliesen auf weiter Flur decken so ziemlich alle Arenen ab. Ein Glück ist die Action in den Kämpfen so ablenkend, dass einem das nicht allzu bitter aufstoßen wird.

      In den Kämpfen selbst muss man mitunter auf ein wenig Qualität verzichten. Man wird aber mit mehreren Anime-Szenen belohnt, wenn man Spezialattacken vollführt. Auch die 3D-Modelle in den Kämpfen strengen sich an, eine exzellente Inszenierung abzuliefern und den Spieler von den Qualitätsunterschieden und wenigen Rucklern abzulenken.

      Ursprünglich wollte ich hier noch die ausschließlich englischen Untertitel erwähnen, doch kurz zum Release wurden doch noch deutsche nachgeliefert. Die Untertitel haben zudem die Angewohnheit, ab und an für ein Augenzwinkern zu verschwinden, das wird aber mehr ein Fehler sein als ein tolles Feature.

      Mehr Anime-Adaption als Kampfspiel

      KILL la KILL – IF macht einen sehr guten Job, einen ausgesprochen besonderen Anime auf die Videospielebene zu bringen. Mit einer alternativen Geschichte aus zwei Sichtweisen, jeder Menge freischaltbarer Bilder und Musik wird das Spiel für Fans mit Sicherheit einen schönen Mehrwert erzielen.

      Das recht einfach zu erlernende Kampfsystem erlaubt es recht schnell in das Spiel einzusteigen und gegen Freunde oder Online-Spieler anzutreten. Für die höheren Schwierigkeitsgrade lohnt es sich aber, genügend zu üben, um sich mit den Feinheiten vertraut zu machen. Designtechnisch geht man hier sehr stark nach der Anime-Vorlage, auch wenn sich das eher negativ in abwechslungslosen Hintergründen widerspiegelt.

      Spieler, die hier ein konkurrenzfähiges Kampfspiel auf Niveau von BlazBlue oder anderen 2D-Prüglern erwarten, werden hier sicherlich von der schwachen Auswahl an Charakteren enttäuscht werden. Fans von KILL la KILL können aber auf jeden Fall sehr viel Spaß damit haben.

       

      Story

      Alternative Geschichte analog zum Anime. Eine zweite Sichtweise ist freischaltbar. Story-Modus gibt dem Spiel die Hauptmotivation.

      Gameplay

      Einfach zu erlernen und schwer zu meistern. Simple Basics erlauben es jedem Spieler, zumindest einen Blick zu riskieren. Nur acht auswählbare Kämpfer sind zu wenig, um sich langfristig zu binden.

      Grafik

      Sehr gute 3D-Umsetzung des Anime-Stils. Expressive Darstellung der Action trifft auf langweilige, austauschbare Hintergründe.

      Sound

      Im Spiel findet sich der gute Soundtrack des Anime wieder. Stimmen und Soundeffekte ebenfalls originalgetreu.

      Sonstiges

      Freischaltbare Bilder, 3D-Modelle und Musikstücke setzen viel Spielzeit voraus. Story-Sequenzen lassen sich im Zusammenhang als 3D-Anime genießen.