Im Test! VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action

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    • Im Test! VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action

      Titel VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action
      Japan 30. Mai 2019
      Playism
      Nordamerika 02. Mai 2019
      Ysbyrd Games
      Europa 02. Mai 2019
      Ysbyrd Games
      System Nintendo Switch, PlayStation 4, PlayStation Vita (2017), PCs (2016)
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler Sukeban Games
      Genres Visual Novel x Simulation
      Texte
      Nordamerika
      Vertonung

      Bildmaterial: VA-11 Hall-A, Ysbryd Games / Sukeban Games

      “Was darf es denn sein?” – diese Frage wird man so oder so ähnlich in VA-11 Hall-A öfter hören. Wie im Untertitel “Cyberpunk Bartender Action” angedeutet, schlüpft man hier in die Rolle der Bardame Jill Stingray und darf ein sehr vielfältiges Klientel bedienen.

      Das im Juni 2016 für PCs erschienene Spiel hat zwischenzeitlich auch einen Release für PlayStation Vita erfahren und ist nun auch für PlayStation 4 und Nintendo Switch erhältlich.

      Wir haben die letztere Version gespielt. Konnte uns das Spiel erfrischen oder mussten wir doch eventuell sauer aufstoßen? Lest hier unseren Test zu VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action!

      Welcome to Valhalla

      Wir befinden uns in Glitch City, in den 2070er-Jahren. Wie es sich so für Cyberpunk-Werke gehört, finden wir hier dystopische Verhältnisse vor. Der Stadtstaat wird von Korruption und Kriminalität geplagt, im Hintergrund von einem Megakonzern namens Zaibatsu Corp. regiert. Die Menschen werden in dieser Stadt von Nanomaschinen und den White Knights, der Privatpolizei von Zaibatsu, überwacht. Von den Bewohnern wird Glitch City auch gerne als “Versuchskaninchen für soziale Experimente” bezeichnet, denn beispielsweise werden hier künstliche Intelligenzen in humanoide Körper gesteckt und als offizielle Bürger der Stadt angesehen.

      An einem unscheinbaren Fleck in der Innenstadt von Glitch City finden wir eine kleine Bar namens VA-11 Hall-A, zur Vereinfachung Valhalla genannt. Im Rahmen des Spiels stecken wir in den Schuhen von Jill Stingray, die an der Theke der kleinen, bescheidenen und bequemen Bar arbeitet und folgen ihrem Alltag für einen knappen Monat. Da Jill so ziemlich tagein, tagaus in Valhalla hinter dem Tresen steht, könnte man erwarten, dass sich hier nicht wirklich viel abspielt. Doch mit Chefin Dana und Kollege Gillian trifft man in der Schänke auf viele durstige Seelen, die auch genug Gesprächsstoff mit sich bringen.

      VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action

      Mit diesen beiden an Jills Seite lässt sich jeder anstrengende Gast aushalten.

      »VA-11 Hall-A schmückt sich mit schickem Pixelart. Die Lieder des Soundtracks fügen sich passend in die Welt des Spiels ein.«

      Während man viel über die einzelnen Personen, deren Leben und Probleme erfährt, wird auf diese Art und Weise auch die Welt aufgebaut. Je mehr man den oft netten, manchmal aber auch herben Dialogen lauscht, desto mehr lässt sich auch heraushören, in was für einer verkorksten Welt die Charaktere leben. Wenn in der Stadt gerade mal nicht eine Bank überfallen und ein Angriff auf Zaibatsu Corp. geplant wird, so wird eine Bandbreite von Themen in der Bar besprochen.

      Es wird über die Welt gesprochen, über die versagende Politik, über Wohlstand und Armut. Manchmal wird auch gerne über Menschlichkeit und die Realität philosophiert oder auch über Sex und Sexualität geredet. Man merkt, dass jede Person, egal wie fröhlich oder unsympathisch sie scheinen mag, egal, ob Mensch, Hybrid oder Lilim, irgendeinen Ballast auf dem Herzen trägt, der seinen Grund in der ziemlich kaputten Welt findet. Das Gleiche gilt auch für Jill, denn nach und nach erfährt man auch mehr über sie und wovon sie geplagt wird. Die kurzweilige Erzählung strotzt meiner Meinung nach vor amüsanten Momenten, aber kann definitiv auch ans Herz gehen.

      Geschüttelt, nicht gerührt

      Glücklicherweise kann man im Handbuch immer nachschauen, woraus ein Getränk besteht.

      Generell wird man in VA-11 Hall-A größtenteils lesen, da es sich primär um eine Visual Novel handelt. Ab und an werden Besucher ein oder zwei Getränke bestellen, die man dann natürlich herstellen muss. Sobald das der Fall ist, öffnet sich im linken Teil des Bildschirms ein Menü, aus dem man die Liste der Getränke entnehmen kann. Diese sind nach Alphabet, Art und Geschmacksrichtung sortiert. Auf der rechten Seite füllt man dann mit dem linken Analogstick und den Tasten Zutaten in den Getränkemixer.

      Hat man alles im Becher, kann man per Knopfdruck das Getränk noch mit Eis versehen oder altern lassen. Danach kann man den Drink mixen, servieren und kassiert dann den Preis des Getränks und, je nach Zufriedenheit des Kunden, auch Trinkgeld ein. Was passiert, wenn ihr eurem Gast mal ein anderes Getränk serviert? Vielleicht schlägt das Gespräch ja eine andere Richtung ein.

      Nach einer beendeten Schicht erhält Jill das erarbeitete Geld auf ihr Konto. Zuhause angekommen wird sie dann mit ihrem Kater Fore an ihrem Smartphone abhängen. Manchmal wird sie sich auch gewisse Habseligkeiten wünschen, die man in einem Shop erwerben kann. Wird Jill zufrieden gestellt, dann wird sie sich auf der Arbeit besser konzentrieren – sonst kann es passieren, dass sie die Bestellung vergisst und man sich selbst erinnern muss, was für ein Getränk erwartet wird. Man sollte auch nicht zu viel Geld ausgeben, denn Rechnungen wollen auch gezahlt werden. Diese kündigen sich jedoch rechtzeitig an, doch vielleicht passiert auch etwas Interessantes, wenn man diese nicht begleichen kann… wer weiß?

      VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action

      Zuhause liest Jill meist Online-Artikel einer Zeitung oder surft in Foren umher.

      Bequemes Pixelgewand

      Wie vielleicht in den Screenshots bemerkt, schmückt sich VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action mit schickem Pixelart. Die Charaktere sehen ziemlich alle interessant und gut entworfen aus und wirken durch die Bewegungen der Augen und des Mundes dynamisch. Da man so gut wie immer hinter der Bar steht, gibt es nur wenige Kulissenwechsel. Man hat also mit der Schänke und Jills Zimmer recht wenig verschiedene Hintergründe im Spiel.

      Manchmal spricht Jill mit Freunden und Besuchern in ihrer Pause außerhalb der Bar, jedoch gibt es da keinen Szenenwechsel, denn dies wird (etwas langweilig) durch eine Textbox und Profilbilder gelöst. Das ist zwar schade, aber verkraftbar. Ab und an gibt es noch Pixelart-Illustrationen in Szenen, die zwar etwas mit dem restlichen Stil brechen, aber dennoch Abwechslung hineinbringen.

      Stromiger Soundtrack

      »Ab und an werden Besucher ein oder zwei Getränke bestellen, die man dann natürlich herstellen muss.«

      Vertonung gibt es in VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action keine, die Charaktere geben einen Sprach-Soundeffekt von sich, den man ähnlich auch in Spielen wie Ace Attorney findet. Die Musik des Spiels hingegen kann sich hören lassen. Die Lieder des Soundtracks fügen sich passend in die Welt des Spiels ein, denn sie strotzen vor Synthesizern und elektronischen Melodien. Manchmal verirrt sich auch ein Klavier in das Spiel, welches bei melancholischeren Stücken zu hören ist.

      Eine konsequente musikalische Untermalung von Momenten und Dialogen gibt es nicht, da man die Musik in der Bar zu 95% per Jukebox selbst bestimmt. In gewissen Momenten übernimmt das Spiel zwar auch selbst die Tonregie, aber manchmal passiert es doch, dass man in ernsteren Gesprächen vielleicht mal etwas harten Techno oder in fröhlichen Momenten ein Stück mit dämpfender Wirkung hört. An sich ist das aber nicht wirklich schlimm, dann überspringt man das Lied im Menü ganz einfach.

      Gemütliche Runden garantiert

      »VA-11 Hall-A geht Storytelling mal etwas anders an und bewegt sich eher auf einem kleineren, persönlicheren Spielraum. In den Schuhen von Jill erfährt man viel über die Welt und die Probleme der Bewohner der Stadt, die ihnen aufgrund dystopischer Umstände entgegenstehen. In ungefähr zehn Stunden wird man meiner Meinung nach ziemlich gut unterhalten, durch mehrere (zwar kurze) Endings hat der Titel auch ein wenig Wiederspielwert.

      Der Port für Nintendo Switch lässt sich im Docked-Modus mit Controller und im Handheldmodus zudem auch mit Touchscreen spielen. Generell machte VA-11 Hall-A: Cyberpunk Bartender Action auf der Konsole eine gute Figur – technische Probleme bemerkte ich im Spielverlauf keine. Fans von ausgefalleneren Visual Novels und entspannten Spielen können bei diesem Titel ruhig zugreifen.«

       

      Kein Storymodus vorhanden, jedoch werden in Kommentaren Infos zu Charakteren geliefert. Mehr Dialoge und Interaktion der Charaktere wären erwünscht.
      Man erlebt für einen knappen Monat den Alltag von Bardame Jill, die in Glitch City, einer dystopischen Ortschaft, einiges miterlebt. Doch auch ihre eigene Vergangenheit scheint sie einzuholen.
      Es wird viel gelesen. Ab und an soll man auch Drinks servieren. Mische Zutaten nach Anleitung zusammen und bediene Gäste.
      Von elektronischer Musik und Synth geprägter Soundtrack. Klingt sehr dynamisch und vielfältig. Keine Vertonung.
      Es gibt verschiedene (kurze) Endings zu erreichen. Es lohnt sich, manchmal von den Bestellungen der Gäste abzuweichen, um andere Dialoge etc. zu erhalten.