Im Test! Neko Navy – Daydream Edition

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    • Im Test! Neko Navy – Daydream Edition

      Titel Neko Navy – Daydream Edition
      Japan 13. Dezember 2018
      Fruitbat Factory
      Nordamerika 10. Januar 2019
      Fruitbat Factory
      Europa 8. Januar 2019
      Fruitbat Factory
      System Nintendo Switch, PC
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler Deathmofumofu
      Genres Shmup
      Texte
      Nordamerika Japan

      Bildmaterial: Neko Navy – Daydream Edition, Fruitbat Factory / Deathmofumofu

      “Shoot ’em ups”, kurz Shmups, gehören schon recht lange zu den klassischen Videospiel-Genres. Mit Beat ’em ups und klassischen 2D-Fighter-Spielen hatten diese ihren Ursprung in erster Linie in den Spielhallen Japans und Amerikas. So war es nur logisch, dass die Anfänge der Heimkonsolen ebenfalls viele dieser Genres und Spielformen beheimateten.

      Bis dato hat sich an dieser Praxis im Groben nicht viel geändert. Klassische Genres, wie Jump ’n‘ Runs, Beat ’em ups, Fighter und eben auch Shoot ’em ups, bilden oft die Grundlage jeder Konsolengeneration, auch wenn der Fokus nicht mehr primär auf solchen Titeln liegen mag.

      Gerade die Kategorie der Shmups ist heutzutage fast nur noch Nische oder für Hardcore-Fans ein Thema. Kann man das Genre heutzutage wieder salonfähig machen? „Das wollen wir doch mal sehen…“, mag sich wohl das japanische Indie-Studio Deathmofumofu dabei gedacht haben. Und man entwickelte ein Shoot ’em up mit Katzen als Hauptthema.

      Neko Navy heißt das gute Stück und ist schon eine Weile, eher unbemerkt, auf Steam für PCs zuhause. Anfang 2019 ist mit Fruitbat Factory nun der Sprung auf Nintendo Switch gelungen und die Neko Navy – Daydream Edition reiht sich somit in die Bibliothek der Nintendo-eShop-Titel ein.

      Süße Katzen sind dabei sicherlich ein Pluspunkt, um die Massen anzusprechen. Aber hat man auch die Essenz eines waschechten Shmups einfangen können, um die Shoot-’em-up-Jünger ebenfalls ins Boot holen zu können? Obendrein bietet die Version für Nintendo Switch auch noch ein paar Zusätze gegenüber der Steam-Fassung.

      Fliegende, laserschießende Katzen

      Neko NavyIn Neko Navy – Daydream Edition scrollt der Bildschirm von links nach rechts. Man fliegt mit einer von zunächst drei auswählbaren Katzen durch die Gegend und schießt ziemlich alles so schnell wie möglich ab. Als Waffen nutzen die Katzen ihre natürlichen Katzeninstinkte in Form von bunten Lasern und Feuerbällen.

      Die Erzfeinde der Katzen? Natürlich eine Vielzahl an Insekten, menschliche Torsos, Roboter, Raketen und Würstchen. Wie es sich gehört, sind die Gegner ebenfalls bis auf die Zähne bewaffnet und füllen den Bildschirm im Bruchteil einer Sekunde mit Projektilen, kümmert man sich nicht umgehend um die Widersacher.

      Die Grundvoraussetzungen eines Shoot ’em ups wurden schon einmal tadellos umgesetzt. Solange man genug Gegner zum Abschießen, unzählige Geschosse zum Ausweichen hat und der scrollende Bildschirm den süßen nervenaufreibenden Druck aufbaut, hat man schon die halbe Miete in der Tasche.

      Der Schwierigkeitsgrad baut sich langsam auf

      Zu Beginn des Spiels startet man mit lediglich einem Continue und zwei Leben. Alle zehnmillionen Punkte erhält man ein zusätzliches Katzenleben und je nach persönlicher Leistung und Endpunktestand erhält man auch weitere Continues. Der Schwierigkeitsgrad baut sich recht langsam auf. Die ersten drei Level sind im Prinzip zur Eingewöhnung, doch danach geht der Katzenjammer erst richtig los. Freunde der Herausforderung können Continues auch direkt ganz im Menü abstellen.

      Neko NavyZwar gibt es insgesamt nur sieben Level, jedoch bieten diese eine ordentliche Herausforderung, selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad. Neben “easy” und “hard” lässt sich dabei auch der exklusive Schwierigkeitsgrad “death” in der Daydream Edition auswählen.

      Wer selbst auf “death” noch nicht genug hat, bekommt zusätzlich die Möglichkeit, sogenannte Ura-Tickets einzusammeln, um alternative Versionen der bekannten Level zu besuchen. In den Ura-Levels sieht man dann auch nur noch todbringende Projektile und Gegner auf dem Bildschirm – also das, worauf alle Hardcore-Fans nur gewartet haben.

      Mit der Option, jedes freigeschaltete Level im Trainingsmodus auszuprobieren und verschiedene Katzen mit spezifischem Steuerungsverhalten auszuwählen, gibt Neko Navy – Daydream Edition auch für Einsteiger zumindest zu Beginn die Möglichkeit, mit dem Genre warm zu werden. Nach kurzer Zeit hat man aber gefälligst das Prinzip verstanden, sonst kann man getrost sterben gehen.

      Zusätzlich bietet das Spiel auch Achievements, welche den Wiederspielwert in die Höhe treiben und noch einige Herausforderungen aus Neko Navy herauskitzeln.

      Bomben für Punkte

      Neko NavyEin wichtiger Bestandteil von Neko Navy sind die Spezialfertigkeiten der einzelnen Katzen. Gegner hinterlassen kleine Katzensymbole, die zum einen Punkte bescheren, zum anderen die Spezialattacke aufladen.

      Ein Ton macht darauf aufmerksam, dass man nun mit einer verheerenden Attacke nahezu alle Gegner und Projektile zerstören kann. Auch wenn diese im Spiel Bomben heißen, variieren die Fähigkeiten je nach Katze von einem riesigen Plasmaball über Blitzeinschläge hin zu bildschirmfüllenden Charakterportraits.

      Setzt man Bomben taktisch ein, so erhält man durch die nun hinterlassenen Goldsymbole mehr und mehr Punkte und obendrein schnell wieder einen weiteren Bombenabwurf. Timing ist hier alles, um durch taktisch kluge Spielzüge weit im Spiel voranzuschreiten – natürlich kann man auch wie gewohnt minutiös geschulte Reaktionen dazu verwenden.

      Neue Katzen freischaltbar

      »Eine ordentliche Herausforderung, selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad.«

      Spielt man das Spiel durch, erhält man weitere Katzen und kann somit auf bis zu sechs Katzenkämpfer aufstocken. Manche sind durchaus besser als die drei Anfangskatzen, andere hingegen ungleich komplizierter zu steuern. Eine Frage des eigenen Spielverhaltens oder individuellem Skill-Level durchaus, nichtsdestotrotz sollte für jeden Spielertyp etwas dabei sein.

      Eine weitere Neuerung in der Daydream Edition ist der “∞-Modus”. Hier wird man nach und nach von Wellen an Gegnern angegriffen und darf nicht ein einziges Mal getroffen werden. Eine wahre Herausforderung für jeden Fan des Genres und das nicht nur wegen der musikalischen Untermalung in Form eines typisch japanischen Popsongs.

      Joy-Cons, eher Frust-Cons

      Neko NavyEine exzellente Steuerung ist in Shmups unabdingbar, wenn man sich präzise an nahenden Projektilen vorbeistehlen will. Prinzipiell setzt das Neko Navy auch sehr gut um. Eingaben sind nicht verzögert und alles läuft flüssig, egal wie viel Zeug auf dem Bildschirm herumfliegt.

      Leider eignen sich die Joy-Cons in diesem Fall nicht wirklich als passendes Eingabegerät für diese Art von Spiel. Der Stick macht die Steuerung schwammig, schwierig zu kontrollieren und ein ordentliches Steuerkreuz ist ja leider nicht vorhanden.

      Einige Katzen lassen sich träger steuern und schaffen hier einen passablen Ausgleich, bei schnelleren Katzen sieht das dann allerdings nicht mehr so gut aus. Klar, mit ein wenig Übung gewöhnt man sich dran, doch die erste Wahl sollten die Joy-Cons nun wirklich nicht sein.

      Sieht man darüber hinweg oder hat mit dem Pro Controller eine bessere Alternative, so wird man mit einem wunderbar designten Shoot ’em up belohnt.

      Handgezeichnete Techno-Katzen

      Neko Navy – Daydream Edition hat nicht nur ein ausgefallenes Grundthema, sondern auch einen dementsprechenden grafischen Stil zu bieten. Die Katzen sind recht minimalistisch in einem selbstgezeichneten Stil gehalten, dennoch ist dieser Stil ansprechend und passt ins Gesamtbild. Hintergründe sind zwar in einem ähnlichen Stil gehalten, bieten aber eine gewisse Tiefe, um die Spielfigur vom Geschehen der Übersicht halber abzuheben.

      Ein Indie-Spiel ohne „Old School“-Pixel-Grafik ist immer eine gern gesehene Abwechslung, die man in Neko Navy auch nur begrüßen kann. Auf höheren Schwierigkeitsgraden sieht man allerdings sowieso nur noch Laserkugeln und Explosionen, von daher sollte der Stil auch niemandem im Weg stehen, dem Spiel eine Chance zu geben.

      Die angebotene Widescreen-Option wirkt zunächst durch die gestreckte Optik etwas seltsam, man gewöhnt sich aber recht schnell daran. In der Grundeinstellung ist eine 4:3-Ratio mit verschieden designten Rahmen vorgesehen.

      Musikalisch greift man im Allgemeinen zu Chiptune-Klängen, die meist rockig sind oder auch in Richtung Techno gehen – genau das, was laserschießende Katzen noch gebraucht haben. Der erwähnte Popsong im ∞-Modus macht hier die Ausnahme. Die Soundeffekte sind auf den Punkt und einfach nur passend zum Spielprinzip.

      Mit diesen Katzen legt man sich nicht an

      »Neko Navy – Daydream Edition vereint Shoot ’em up mit abstrusem Katzenthema und setzt dieses technisch exzellent in Szene. Egal ob Anfänger oder Experte, zumindest zu Beginn bekommt jeder die Möglichkeit, sich etwas einzugewöhnen. Der einfache Schwierigkeitsgrad und die Trainings-Option sorgen für etwas Gnade, geht man jedoch den “hard”- oder gar in den “death”-Schwierigkeitsgrad an, ist schnell Schluss mit der Schonfrist.

      Achievements, der brettharte ∞-Modus und die Ura-Level sorgen für Wiederspielwert und genügend Abwechslung und Herausforderung für Profis. Drei weitere Katzen lassen sich zudem freispielen, die mit teils merkwürdigen Steuerungsverhalten noch die Kirsche obendrauf setzen.

      Leider eignen sich die Joy-Cons nur bedingt für ein einwandfreies Spielerlebnis. Ein Controller mit ordentlichem Steuerkreuz wäre hier um einiges besser geeignet. Nichtsdestotrotz ist Neko Navy – Daydream Edition absolut empfehlenswert und das nicht nur für eingefleischte Fans des Genres. Das ausgefallene, süße Thema und die knallharte Action bieten einen interessanten Kontrast, den man sich durchaus einmal zu Gemüte führen kann.

      Für etwas über 10 Euro ist der Preis im Nintendo eShop auch recht erschwinglich gehalten.«

       

      Fliegende Katzen zerstören alles, was ihnen in die Quere kommt.
      Exzellente und flüssige Action mit laserschießenden Katzen. Steuerung über Joy-Cons nicht wirklich empfehlenswert oder mit viel Übung verbunden.
      Süßer, handgezeichneter Stil fängt das skurrile Thema bestens ein. Die Widescreen-Option wirkt zunächst etwas seltsam, aber das Auge gewöhnt sich schnell daran.
      Chiptunes-Klänge von rockig bis Techno. Und dabei sehr passend zum Spiel.
      Drei Schwierigkeitsgrade, der gnadenlose ∞-Modus und freischaltbare Katzen sorgen für Wiederspielwert und genügend Herausforderung.