Im Retro-Review! Atelier Totori: The Adventurer of Arland

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    • Im Retro-Review! Atelier Totori: The Adventurer of Arland

      Bildmaterial: Atelier Totori (DX Version), NIS America / Koei Tecmo / Gust

      Unsere neue Reihe: Retro-Review!

      In der aktuellen Ausgabe unserer Retro-Reviews geht es heute nach Arland. Atelier Totori ist der zweite Teil der Arland-Trilogie um Rorona, Totori und Meruru. Ursprünglich erschien Atelier Totori 2010 für PS3 in Japan. Nach der Lokalisierung 2011 für den Westen, aus dieser Zeit stammt auch das folgende Review, gab es später auch noch Neuauflagen. Atelier Totori Plus erschien für PS Vita. Und Atelier Totori DX ist seit einigen Tagen für Nintendo Switch, PS4 und PCs erhältlich.

      In der „Retro-Review“-Reihe veröffentlichen wir die Karteileichen unserer uralten Reviews erneut. Das Besondere ist, dass wir die Reviews unverändert veröffentlichen. Im Gegensatz zu Retrospektiven, bei denen alte Spiele mit dem (unweigerlichen) Wissen von heute betrachtet werden, sind die Texte unserer „Retro-Review“-Reihe also ein ganz unverfälschter Spiegel in die Zeit von damals. Wir haben nur die Screenshots erneuert und das Review optisch an unser aktuelles Layout angepasst. Schwelgt mit uns in Erinnerungen!

      Titel Atelier Totori: The Adventurer of Arland
      Japan 24. Juni 2010
      Gust Co. Ltd
      Nordamerika 27. September 2011
      NIS America
      Europa 30. September 2011
      NIS America
      System PlayStation 3
      Entwickler Gust Co. Ltd
      Genres JRPG
      Texte
       Nordamerika 
      Vertonung  Nordamerika Japan

      Im Original von Justy

      Atelier Totori: The Adventurer of Arland ist der zweite Teil der Arland Saga und direkter Nachfolger zu Atelier Rorona: The Alchemist of Arland. In Japan ist das Spiel über die Alchemie bereits letztes Jahr erschienen. NIS America machte sich an die Lokalisierung und bescherte uns das Spiel zum 30. September 2011 auch in Europa. Ob Entwickler Gust mit den Zutaten gegeizt hat, oder ob das Rezept geglückt ist, erfahrt ihr in unserem Review zu Atelier Totori: The Adventurer of Arland.

      Von Abenteurer und der Alchemie

      Seit den Ereignissen aus Atelier Rorona sind fünf Jahre ins Land gezogen und Arland ist zu einer Republik geworden, die für ihre Abenteurergilde bekannt ist. Auch die Heldin des Spiels, Totori, denkt schon länger darüber nach, ein Abenteurer zu werden. In erster Linie hat sie sich dieses Ziel in den Kopf gesetzt, um ihre seit Jahren verschollene Mutter wiederzufinden. Was sie aber zunächst braucht, bevor es losgehen kann, ist eine Abenteurerlizenz.

      Die Story um Atelier Totori ist einfach gehalten. Wirkliche Spannungspunkte und epische Momente hat sie nicht zu verzeichnen, sondern richtet sich lediglich nach dem Alltagsleben von Totori, als Alchemistin in Ausbildung und Abenteurerin, sowie den Personen in ihrem Umfeld. Ob sie es letztendlich schafft herauszufinden, was mit ihrer Mutter passiert ist, liegt hierbei ganz am Spieler.

      Wer sich jetzt fragt ob er zuerst Atelier Rorona gespielt haben muss, um alles zu verstehen, den kann man beruhigt sagen, dass dies nicht von Nöten sein wird. Atelier Totori verfolgt seine eigene Geschichte, in der zwar aus dem Vorgänger bekannte Charaktere mit eingebunden sind, die aber durch Atelier Totori komplett neu vorgestellt werden. Vergangene Ereignisse oder Charaktere, die in Atelier Totori keinen Auftritt haben, finden auch ab und an einmal eine Erwähnung. Diese werden jedoch weitgehend von kleineren Erklärungen begleitet.

      Alles hat seine Zeit

      Ich will Abenteurer werden!

      Schon zu Beginn wird uns bewusst, dass Atelier Totori ein Zeitsystem bereithält, welches uns das ganze Spiel lang begleiten wird. Verschiedene Tätigkeiten sorgen dafür, dass Tage bis hin zu Monate vergehen können. Alleine die Reise in der Kutsche, von Totoris kleinem Fischerdorf aus nach Arland, dauert zu Beginn fast einen Monat und zu Fuß würde noch einige Zeit mehr verloren gehen.

      Im Gegensatz zum Vorgänger, hat man hier zum Glück mehr Freiheiten. Jedoch seid ihr immer noch darauf angewiesen, euch die Zeit sinnvoll einzuteilen, um nicht zum Schluss ein unerfreuliches Bad End zu bekommen. Atelier Totori bewegt sich über einen Zeitraum von sechs Jahren und sechs Monaten, wohlgemerkt keine Echtzeit, dennoch mehr als genug Zeit, um mindestens das normale Ende zu erreichen.

      Auf ins Abenteuer!

      Mit der erhaltenden Abenteurerlizenz darf Totori weitere Gegenden in ihrem Umfeld erkunden, die ihr vorher verwehrt blieben. Einzelne Punkte auf der Weltkarte anzusteuern und neue Gebiete zu erforschen nimmt, wie schon erwähnt, unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. Zu Anfang mag es einem noch recht viel erscheinen, aber später habt ihr die Möglichkeit eure Reisezeit mit speziellen Items zu verkürzen.

      »Das oberste Ziel eines jeden Abenteurers ist es, Lizenzpunkte zu sammeln und so einen hohen Abenteurerrang zu erreichen.«

      Das oberste Ziel eines jeden Abenteurers ist es, Lizenzpunkte zu sammeln und so einen hohen Abenteurerrang zu erreichen. Diese Punkte können auf unterschiedliche Art und Weise erhalten werden. Nämlich indem man Bedingungen in den Bereichen Kampf, Entdeckungen, Quest oder Bibliothek erfüllt.

      Unter den Punkt Kampf fällt zum Beispiel das Bezwingen von stärkeren Bossmonstern oder das Besiegen einer bestimmten Anzahl einer Gegnerart. Entdeckungen umfasst unter anderem das Erforschen von neuen Gegenden. Quest beziehen sich auf die Missionen, die ihr entweder in der Abenteurergilde in Arland oder in der Bar in Totoris Dorf annehmen könnt und der Punkt Bibliothek hält Erfolge in der Alchemie fest.

      Wenn genug Lizenzpunkte zusammen gekommen sind, muss Totori sich nach Arland zur Abenteurergilde begeben, damit der höhere Rang anerkannt wird und sie sich dazu noch eine kleine Belohnung, meist in Form von nützlichen Alchemierezepten, abholen kann. Ein höherer Rang bedeutet übrigens auch, dass auf der Karte weitere Orte freigeschaltet werden. Bis zum sechsten Monat im vierten Jahr habt ihr Zeit, den Diamond-Rang zu erreichen, damit eure Lizenz erneuert werden kann. Schafft ihr dies nicht, wird Totori die Lizenz entzogen: Game Over…

      Wir beschützen dich!

      Kämpfe werden rundenbasierend ausgetragen. Die Gegner mit denen man es zu tun bekommt, sind auf dem Feld sichtbar und können sogar mit Totoris Stab geschlagen werden, um einen Kampfvorteil zu erhalten. Allerdings kommt es auch zu Gegnerkontakten auf der Weltkarte, wenn man von einem Kartenpunkt zum nächsten läuft und dies sind wiederum Zufallskämpfe.

      Der Kernpunkt eines jeden Kampfes ist, wie es auch schon in Atelier Rorona der Fall war, das Unterstützungssystem. Totori ist auf die Hilfe ihrer Kameraden angewiesen und sollte nach Möglichkeit nicht alleine auf Abenteuerreise gehen, denn stehen ihr nicht die gleichen Fertigkeiten zur Verfügung, die andere Charaktere mit sich führen. Dafür ist Totori neben ihrer Lehrerin Rorona die einzige Person, die im Kampf Gebrauch von Items machen kann. Somit übernimmt sie die Heilung der Gruppe oder teilt im späteren Verlauf des Spieles durch den Einsatz von Bomben ordentlich aus.

      Extra-Aktionen, besondere Angriffe und Mana-Punkte

      Die beiden anderen Charaktere, die im Kampf mit von der Partie sind, besitzen jeweils eine Unterstützungsleiste, die sich nach und nach füllt. Sie dient für zwei spezielle Arten von Extra-Aktionen im Kampf, die sich auslösen lassen, wenn Totori entweder angegriffen wird oder ein Objekt verwendet.

      Beim Ersteren stellt sich die Person schützend vor Totori und nimmt den Schaden auf sich, bei Letzteren führt sie einen stärkeren Folgeangriff aus. Darüber hinaus gibt es noch eine Spezialleiste für alle Charaktere außer Totori, die bei Benutzung zu einer überstarken, mit einer Animation versehenden Attacke führt.

      Atelier Totori macht Gebrauch von Mana-Punkten (MP), die unter anderem für Fertigkeiten im Kampf genutzt werden. Im Vorgänger zehrte die Nutzung von Skills stets an dem HP-Wert, aber dies wurde zum Glück ausgebessert. Neue Fertigkeiten, sowie den Spezialangriff erlernen Charaktere erst nachdem sie eine bestimmte Abenteuerstufe (Level) erreicht haben.

      Dass Atelier Totori sehr humorvoll und stellenweise gar verrückt ist, macht sich auch durch einige der Animationen im Kampfgeschehen bemerkbar. Da wird schon einmal ein riesiger Roboter als Spezialangriff zur Hilfe genommen oder ein gewaltiger Felsbrocken auf Feinde geworfen und das ist längst nicht alles.

      Bei Kämpfen wird die Zeit nach der Rundenanzahl berechnet und je länger ihr für einen Kampf braucht, umso mehr schreitet der Tag voran. Dies wird anhand einer roten Leiste unter der Datumsanzeige angezeigt, die sichtbar ist, wenn man sich außerhalb einer Stadt befindet. Ebenso mit dazu zählt das Untersuchen von Materialpunkten. Möchte man Materialien sammeln, die hilfreich für die Alchemie sind, so muss man je Punkt den Verlust eines halben Tages in Kauf nehmen.

      Abenteuerreisen und Kämpfe zehren gleichermaßen an den LP eines Charakters. Das könnte man in etwa mit einem Ausdauerwert gleichsetzten, der, wenn er unter 25 Prozent sinkt, die Statuswerte verringert und die Teammitglieder nur noch mit halber Kraft kämpfen lässt. LP füllen sich automatisch wieder auf, sobald man eine Stadt betritt.

      In Kampf sterben bedeutet in Atelier Totori auch nicht gleich Game Over. Stattdessen findet ihr euch bei einer Niederlage in eurem Workshop wieder. Allerdings werden euch die Tage abgezogen, die ihr benötigt hättet, von eurem derzeitigen Ort wieder zum Workshop zurückzugelangen. Speichern könnt ihr das Spiel übrigens sowohl auf der Weltkarte per Select oder aber in Totoris Workshop, indem ihr dort ihr Tagebuch anklickt.

      Die Kunst der Alchemie

      Durch die Abenteurergeschichte sind in Atelier Totori die Kämpfe weiter in den Mittelpunkt gerückt. Trotzdem soll die Alchemie immer noch den Hauptbestandteil des Spiels darstellen, wie es auch in jedem anderen Atelier-Teil der Fall ist.

      Totori kann ihren und später auch Roronas Workshop dazu benutzen, neue Items herzustellen. Dafür braucht sie zunächst einmal das nötige Material, welches entweder in Läden gekauft werden kann oder sich durch Materialpunkte in Gebieten einsammeln lässt. Oftmals führen auch Monster Zutaten mit sich. Totori besitzt sowohl eine Tasche, als auch einen Container, um Material und Items darin zu lagern. Die Tasche ist für unterwegs und kann maximal 60 Gegenstände aufnehmen, wohingegen der Container ein Fassungsvermögen von 999 Stück besitzt. Um den Container aufzurufen, müsst ihr euch allerdings im Workshop befinden.

      Möchtet ihr nun ein Item erstellen, wird euch genau angezeigt, wie viele Tage euch dies kosten wird und wie viele Mana-Punkte ihr dafür verbraucht. Schwierige Gegenstände nehmen schon einmal mehrere Tage in Anspruch, ebenso wenn ihr mehrere Exemplare von einer Art haben möchtet.

      »Kämpfe sind weiter in den Mittelpunkt gerückt, trotzdem soll die Alchemie immer noch den Hauptbestandteil darstellen.«

      Schwere Synthesen gehen gerne einmal daneben, wenn Totoris Alchemiestufe nicht der Stufe des zu erstellenden Items entspricht und alles was dann dabei heraus kommt ist ein unförmiger, schwarzer Klumpen. Häufige Nutzung der Itemherstellung lässt die Alchemiestufe nach und nach ansteigen, welches die Wahrscheinlichkeit eines Fehlschlags verringert. Zur Not sollte man immer abspeichern, bevor man den Workshop benutzt, so dass man den Spielstand bei einem unzufriedenen Ergebnis wieder zurücksetzen kann.

      Zutaten haben verschiedene Merkmale an sich, die entweder positive oder negative Wirkungen für den Zielgegenstand mit sich bringen können. Welche Eigenschaften ein Material besitzt, ist meist zufällig bestimmt. Es gibt aber auch Materialien, die ein spezielles, festes Merkmal enthalten. Nach einer erfolgreichen Alchemieanwendung steht dem hergestellten Gegenstand eine gewisse Anzahl an Punkten zur Verfügung, die für die zur Auswahl stehenden Merkmale verwendet werden können.

      Zusätzlich kann ein Item spezielle Effekte besitzen. Diese sind je nach Item festgelegt, können sich aber durch unterschiedliche Qualität der Zutaten verändern. Bei einem Heil-Item würde sich der Effekt „HP Heilung Klein, Medium oder Groß“ zum Beispiel je Qualität der Zutat, verbessern oder verschlechtern.

      Mit Alchemie werdet ihr ebenso darauf angewiesen sein Barren und Stoffe anzufertigen, die ihr dem Waffenhändler in Arland überreichen könnt. Dieser wird euch gegen Geld neue Ausrüstungsgegenstände schmieden oder nähen. Waffen und Rüstungen erlangen erst an richtiger Stärke dazu, wenn ihr den Barren oder den Stoffen gezielt positive Merkmale hinzufügt. Mitunter erhöht sich dadurch die Resistenz gegen Elementarangriffe oder der Angriff/die Verteidigung des Charakters steigt an. Es gibt auch hier viele unterschiedliche Möglichkeiten die optimale Ausrüstung zu gestalten.

      Das Alchemiesystem ist interessant gestaltet und aufgebaut. Besonders die Merkmale und Effekte sorgen dafür, dass man als Spieler seine Freude am Experimentieren verschiedener Zusammenstellungen haben wird. Leider fehlt es dem System in Atelier Totori eindeutig an Übersichtlichkeit. Dies wurde in Atelier Rorona um einiges besser umgesetzt, da man dort keine ellenlangen Listen herunterscrollen musste, um ein bestimmtes Rezept zu finden. Bleibt nur zu hoffen, dass Gust im Nachfolger Atelier Meruru wieder eine bessere Möglichkeit der Darstellung gefunden hat.

      Bücher für neue Rezepte könnt ihr unter anderem in Läden erwerben und im späteren Verlauf des Spieles stehen Totori kleine Helfer in Form von Homunkuli zu Verfügung, die ihr bei der Alchemie aushelfen werden, wenn sie ihnen genug Kuchen zu Essen gibt und ihnen einen genauen Befehl erteilt.

      Freundschaften sollte man pflegen

      In Totoris Umfeld wird es insgesamt sechs Personen geben, die sich im Laufe der Geschichte dem Team anschließen und der Heldin im Kampf zur Seite stehen, darunter auch Alchemistin Rorona und der ehemalige Ritter Sterk, die bereits aus dem Vorgänger bekannt sind. Diese sechs Charaktere sind gleichauf die Kandidaten mit denen ihr ein Charakter-Ende erlangen könnt.

      Ein solches Ende verlangt es, eine bestimmte Anzahl an unterschiedlichen Bedingungen zu erfüllen und den Freundschaftswert des gewünschten Charakters auf 60 zu bringen. Einige der dazu benötigten Events und Anforderungen sind leider leicht zu verpassen. So kann man sich ohne die nötigen Informationen leicht aus einem dieser Enden ausschließen.

      Der Freundschaftswert lässt sich auf zwei verschiedene Arten steigern. Indem ihr eure Leute mit auf Abenteuerreise nehmt und auf der Karte Tage verstreichen lasst oder wenn ihr Aufträge für sie erfüllt. Die Funktion der Freundesaufträge wird allerdings erst ein wenig später im Spielgeschehen freigeschaltet. Gust hat auch hier einige negative Punkte aus dem Vorgänger ausgebessert, was Spieler die Atelier Rorona kennen ungemein freuen wird. So müsst ihr euren Teammitgliedern keinen Sold mehr bezahlen und bei Aufträgen kommen die Charaktere zu euch in den Workshop und fragen gezielt nach Items, die ihr auch besitzt.

      »Atelier Totori kommt mit einer Vielzahl an unterhaltsamen und witzigen Dialogen daher.«

      Nachdem euch ein Charakter zur Verfügung steht, müsst ihr ihn ansprechen, um ihn ins Team zu nehmen. Alle rekrutierbaren Charaktere haben ihren festen Standpunkt im Spiel und sind entweder in Totoris Dorf oder in Arland anzutreffen. Allgemein seid ihr darauf angewiesen zwischen den beiden Orten hin und herzupendeln, um keine wichtigen Events und Gespräche zu verpassen.

      Atelier Totori kommt mit einer Vielzahl an unterhaltsamen und witzigen Dialogen daher. Die Events sind weitgehend in einem Stil gehalten, der einer Visual Novel entspricht. Untermalt sind sie mit hübschen Artworks von Charakter-Designer Kishida Mel. Der Humor ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Allerdings längst nicht so schlimm wie das, was dem Spieler mit der Ar-Tonelico-Reihe präsentiert wird. Ein optionaler Bikinicontest sorgt für ein wenig Fanservice und man kann ein paar kleinere Girls Love Andeutungen in einige Szenen hineininterpretieren.

      Für alle, die nichts gegen DLC (herunterladbare Inhalte) einzuwenden haben, gibt es Extras. Im PSN-Store können noch drei zusätzliche Charaktere gekauft werden, die Totori dann im Kampf aushelfen. Hierbei handelt es sich um Totoris ältere Schwester Ceci, sowie die beiden Charaktere Cordelia und Iksel, die in Atelier Rorona spielbar waren und hier nur als NPC vertreten sind.

      Was für Musik spielt man in Arland und was gibt es zu sehen?

      Mit Atelier Totori erwartet den Spieler ein Soundtrack, der viele hörenswerte Tracks dabei hat und der fast schon perfekt zur Atmosphäre des Spiels passt. Weitgehend hört man hier eher heitere Musikstücke, aber es sind auch einige ruhigere, düstere oder actionreichere Lieder vorhanden. Mit dazu gesellen sich eine Hand voll bereits bekannter Titel aus Atelier Rorona, die für Atelier Totori wiederverwendet wurden. Für das Opening und das Ending wurde der japanische Song beibehalten.

      BOMB!! Hihihihihi.

      Wer noch nicht genug hat, der kann sich übrigens noch eine Vielzahl an Liedern aus sämtlichen Atelier-Teilen und der Mana-Khemia-Reihe aus dem PSN-Store kaufen und sie unter anderem als Workshop Theme oder Battle Theme abspielen lassen. Es gibt sogar ein paar wenige Lieder umsonst.

      Die englische Synchronisation ist solide, mehr aber auch nicht. Es gibt eine Hand voll Sprecher für die es sich auf jeden Fall lohnt, die englische Synchronisation anzuhören. Leider aber überwiegen gerade die Sprecher die entweder nur mittelmäßig sind oder teilweise unerträglich klingen. Das ist schade. Neben der englischen Synchronisation lässt sich zusätzlich noch die japanische Synchronisation auswählen. Das Spiel besitzt lediglich englische Texte und ist nicht unbedingt für Englischanfänger geeignet, weil die vielen Gespräche und die teils schweren Begriffe frustrierend wirken könnten.

      Für Gust Verhältnisse ist der Grafikfortschritt enorm. Hierbei muss man einfach nur Atelier Rorona oder Ar Tonelico Qoga mit Atelier Totori vergleichen, um den Unterschied zu bemerken. Es wird sicherlich noch seine Zeit dauern, bis Gust an andere, größere Entwickler heranreichen wird. Aber schon jetzt präsentieren sie mit Atelier Totori eine farbenfrohe Animegrafik, die nur bei den Bewegungen und Gesichtsausdrücken der Charaktere noch Mängel aufweist.

      Sechs Jahre und sechs Monate später

      Ungefähr 30 – 35 Stunden wird es dauern, Atelier Totori zu beenden und eines der insgesamt zehn Enden freizuschalten. Mit der Clear-Data Funktion wird im Titelmenü die Extrasektion freigeschaltet, die unter anderem alle erreichten Event-Bilder, Enden und Musikstücke zum erneuten Ansehen bzw. Anhören zur Verfügung stellt. Wer sich an ein New Game + wagen möchte, der kann übrigens gleich den Prolog überspringen und übernimmt Geld sowie alle Ausrüstung, welche die Charaktere zuletzt getragen haben. Damit wird euch der nächste Durchgang um einiges erleichtert werden.

      Ein gelungenes Alchemieabenteuer!

      »Atelier Totori ist ein eher unbeschwertes und heiteres Spielvergnügen in Animeoptik, welches weitgehend keinen allzu ernsten Unterton mit sich führt. Einzig die Story braucht einige Zeit, bis sie an Fahrt gewinnt.

      Gust hat gezielt Gameplay-Macken aus dem Vorgänger beseitigt und die Grafik ordentlich aufpoliert, so dass es in Atelier Totori nur noch wenige Punkte zu bemängeln gibt. Dies wird vor allem Fans der Reihe freuen. Auch feiern bereits bekannte Charaktere aus Atelier Rorona ein Comeback und einige von ihnen nehmen erneut eine wichtige Rolle im Spielgeschehen ein.

      Genrefans, die nicht mit der Atelier Reihe bekannt sind, können beruhigt zu Atelier Totori greifen, solange sie nichts gegen Anime stereotypische Charaktere einzuwenden haben und der farbenfrohen Optik nicht abgeneigt sind. Eins sei aber an dieser Stelle noch einmal zu erwähnen: Dem Spiel liegt zwar eine deutsche Anleitung bei, es ist jedoch ansonsten komplett in Englisch gehalten und weist einen enormen Textgehalt auf.«

       

      Weitgehend einfach gehalten und wird erst spät im Spielgeschehen interessanter.
      Eine gelungene Mischung aus Alchemie und Abenteuer. Das heißt Items erstellen, rundenbasierende Kämpfe bestreiten, Material sammeln und neue Gebiete erforschen. Richtige Zeiteinteilung spielt hierbei eine wichtige Rolle.
      Für die Atelier Reihe ein gewaltiger Schritt nach vorn. Vor allem das Charakter-Design und die Event-Bilder stechen positiv hervor. Leider wirken die Gesichtsausdrücke und Bewegungen der Charaktere immer noch ein wenig seltsam.
      Zur Atmosphäre des Spiels passende, meist heitere und fröhliche Musik. Einige der Lieder wurden aus dem Vorgänger übernommen. Eine annehmbare englische Synchronisation, mit einigen guten Sprechern. Die japanische Synchronisation steht mit zur Auswahl.
      Humorvolle Gespräche im Visual Novel Stil. Liebenswerte und interessante Charaktere, darunter auch alte Bekannte aus Atelier Rorona und insgesamt 10 unterschiedliche Enden.