Im Test! My Hero One’s Justice

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    • Im Test! My Hero One’s Justice

      Titel My Hero One’s Justice
      Japan 23. August 2018
      Bandai Namco
      Nordamerika 26. Oktober 2018
      Bandai Namco
      Europa 26. Oktober 2018
      Bandai Namco
      System Switch, PS4, Xbox One, PC
      Getestet für Nintendo Switch
      Entwickler Byking
      Genre Beat ’em up
      Texte
      Deutschland 
      Vertonung Japan

      An My Hero Academia kommt man als Fan von Shōnen-Manga oder -Anime nicht vorbei. Egal, ob man es nun mag oder nicht. Seit 2014 erfreut sich der Manga von Kōhei Horikoshi immer größerer Beliebtheit und das nicht nur in Japan. Aus diesem Grund sollte es keinen verwundern, dass Bandai Namco sich der Reihe angenommen hat. Mit My Hero One’s Justice veröffentlichen sie nun das erste Spiel zur Reihe in Form eines Beat ’em up. Ob ihr mit dem Spiel zum echten Helden – oder Schurken – werdet, verrate ich euch in den nächsten Zeilen!

      From Zero to Hero!

      My Hero Academia dreht sich um den Jungen Izuku Midoriya. Er lebt in einer Zeit, in der fast 80 Prozent der Weltbevölkerung spezielle Fähigkeiten – die sogenannten Macken – besitzt. Woher diese Macken stammen, weiß keiner. Leider gehört Izuku zu den restlichen 20 Prozent. Dennoch ist es sein größter Traum ein Held zu werden, seitdem er ein Kind war. Als er eines Tages auf den Helden Nr. 1, All Might, trifft, ändert sich seine Welt. All Might erzählt Izuku, dass er doch ein Held werden kann und verleiht ihm seine Kräfte. Daraufhin beginnt seine abenteuerliche Heldenausbildung an der U.A. High School mit vielen Kameraden, Helden aber auch Schurken.

      »Die Geschichte des Originals könnt ihr im Story-Modus erleben. Zumindest in abgespeckter Form.«

      Genau diese Geschichte könnt ihr im Story-Modus von My Hero One’s Justice erleben. Zumindest in abgespeckter Form. Zwar wird euch die oben beschriebene Inhaltsangabe geliefert, richtig loslegen tut die Geschichte aber erst ab dem Schulpraktikum von Izuku bei Gran Torino. Dieser erklärt euch erst einmal das Gameplay, bevor es so richtig losgeht.

      Eine grundsolide Strategie besteht aus normalen Schlag-/Trittangriffen, Mackenangriffen und den Spezialangriffen „Plus Ultra“, welche eine zusätzliche Auffüllleiste besitzen. Daraus startet ihr diverse Kombinationsangriffe, die euren Gegnern ordentlich Schaden zufügen. Variiert werden diese Kombinationen mit nicht-blockbaren Angriffen, Sprints und natürlich dem Blocken von gegnerischen Attacken. Die Steuerung ist überschaubar und stellt einen nie vor allzu große Schwierigkeiten.

      My Hero One's Justice

      Bekannte Duelle aus dem Original.

      Probleme könnten höchstens einige Doppelbelegungen der Tasten bescheren. Wenn ihr normale Angriffe mit dem linken Analogstick kombiniert, entstehen Gegnerangriffe. Dabei leuchtet der Charakter gelb auf und führt einen stärkeren Angriff aus. Zu Beginn kann es eventuell den einen oder anderen verwirren, weil ihr unabsichtlich diesen Angriff ausführt. Doch nach relativ kurzer Zeit habt ihr den Bogen eigentlich raus und könnt gut abschätzen, welche Kombo genutzt wird. Gleiches gilt für die Mackenangriffe, welche es ebenfalls bei manchen Charakteren in zweifacher Ausführung gibt. Letztere sind ansprechend dem Original nachempfunden und individualisieren die einzelnen Kämpferstile.

      Neben eurem Kämpfer begleiten euch ebenfalls zwei Sidekicks als Unterstützungscharaktere in den Kampf. Diese können einfach per Schultertaste aktiviert werden, wenn deren Balken gefüllt ist. Deren Hilfe solltet ihr nicht unterschätzen, weil sie teilweise als Befreiungsschlag dienen können. Obwohl dies auch nicht allzu häufig passiert. Die Gegner-KI ist nicht immer die schlauste und läuft/springt des Öfteren vor euch weg. Leider nervt dieses Verhalten nach einer gewissen Zeit und man versucht den Kampf so schnell wie möglich zu beenden.

      Die Qual der Wahl!

      Siegerposen dürfen nicht fehlen.

      Bei der Wahl des richtigen Gameplays bieten euch die Entwickler zwei verschiedene Präferenzen an. Da gäbe es zum einen den normalen Modus, welcher problemlos unterschiedliche Kombinationsangriffe durch normale Angriffe ausführt. Dadurch wird die Handhabung während eines Kampfes ein wenig simpler. Wer dies nicht möchte, kann ebenfalls den manuellen Modus wählen. Hier führt ihr Kombinationsangriffe aus, indem ihr die normalen und Mackenangriffe verwendet. So erhaltet ihr mehr Flexibilität im Kampf und seid nicht zu stark an eine Kombinationsfolge gebunden.

      Seid ihr mit dem Tutorial durch, schaltet ihr das nächste Kapitel frei. Dabei starten die Kapitel immer gleich. Es gibt eine kurze Einleitung in Form dynamischer Bilder, welche sich ein wenig bewegen und an Animepanels angelehnt sind mit dazugehörigem Text bzw. Gesprächen von Beteiligten. Anschließend folgt der Kampf und am Ende folgen erneut die Panels. Zwischen einzelnen Kampfkapiteln tauchen hin und wieder kleine Zwischensequenzkapitel auf, die ebenfalls in dynamischen Bildern oder Szenen aus dem Anime teilweise in 3D-Animationen wiedergegeben werden.

      Insgesamt erwarten euch 20 unterschiedliche Helden und Schurken aus dem Original. Diese spielen sich dank ihrer unterschiedlichen Macken abwechslungsreich, obwohl man hier und da merkt, dass bestimmte Angriffsmuster übernommen werden. Sie wirken individuell genug und ihr seid erpicht darauf alle Charaktere auszuprobieren. Wie bereits bekannt ist, wird Bandai Namco ebenfalls nach der Veröffentlichung neue Helden und eventuell Schurken dem Spiel per DLC beifügen. Unter anderem wurden bereits Izuku mit seinem Shoot Style und Endeavor angekündigt mit dazugehörigen neuen Missionen. Vielleicht schaffen es so alle Schüler der Klasse 1-A aus der U.A. High School ins Spiel.

      My Hero One's Justice

      Nicht nur Helden sind spielbar!

      Des Weiteren dürft ihr euch auf 15 verschiedenen Arenen austoben. Wer das Original kennt, wird sich über die Ortschaften sicherlich freuen. Besonders detailreich ausmodelliert sind sie zwar nicht, dennoch reichen sie für ihre Zwecke. Zudem sind einige Dinge in den Arenen zerstörbar, sodass die Immersion eines Kampfes deutlicher dargestellt wird. Charaktere können ebenfalls in Wänden steckenbleiben. Dabei ändert auch die Perspektive und ihr lauft die Wände entlang. Das sorgt für zusätzliche Spannung, auch wenn es hier und da die Übersichtlichkeit in einem Match verschlimmert.

      »Schön sind die kleinen Details während eines Kampfes.«

      Schön sind allerdings die kleinen Details während eines Kampfes bei den Helden und Schurken. So wird unter anderem der rechte Ärmel von Izuku zerfetzt, wenn er einen Spezialangriff ausführt und an seinen Fingern sieht man – wie im Anime – Verletzungen. Eijiro wird durch seine Macke Verhärtung langsamer in seinen Bewegungen, dafür werden seine Angriffe wuchtiger, und Denki betäubt sich kurz selbst, wenn er zu starke Stromstöße freisetzt.

      Mehr Modi = mehr Spaß?

      Nur mit einem Story-Modus wird man in einem Beat ’em up auch nicht glücklich. Aus diesem Grund könnt ihr mit den 20 Helden und Schurken in My Hero One’s Justice trainieren oder unterschiedliche Missionen erfüllen. Diese sind in verschiedene Karten unterteilt und beinhalten je nach Schwierigkeitsgrad mehrere Missionen. Habt ihr euch ein Team für eine Karte ausgewählt, geht es auch schon los! Für zusätzliche Abwechslung sorgen in den Missionen diverse Bedingungen wie mehr Angriff oder Verteidigung in bestimmten Fällen. Falls ihr keine Lust mehr auf die Missionen habt, gibt es noch den Arcade-Modus. Dort tretet ihr in sechs nacheinander folgenden Kämpfen mit einem Helden oder Schurken an und erhaltet am Ende eine Punktzahl.

      Yeah, Rang S!

      Mit jedem Sieg, Kampf oder bei anderen erfüllten Bedingungen schaltet ihr Gegenstände frei, mit denen ihr die Kämpfer nach euren Wünschen gestalten könnt. Das sind unter anderem bekannte Kostüme und Schuluniformen in anderen Farben. Des Weiteren finden sich dort ebenfalls andere Stimmpakete mit anderen Sätzen gegenüber bestimmten Charakteren. Leider gibt es nur eine japanische Sprachausgabe und daher versteht man bei den Schlachtrufen sowie Siegerposen während eines Kampf nicht allzu viel. Untertitelt werden lediglich kleinere Gespräche im Story-Modus, die man jedoch nur schwer mitlesen kann beim Kampf.

      Wer als Einzelspieler mal keine Lust auf den Story-Modus hat, kann sich gut in den beschriebenen Modi austoben. Sie bieten euch mal eine andere Perspektive in dem Spiel. Für längere Zeit sind die Modi jedoch nichts – außer ihr seid Highscore-Jäger und möchtet mit jedem Charakter alles durchspielen/freischalten. Wer gerne Screenshots und Videos aufnimmt, kann dies nur in diesen Modi machen. Die Funktionen sind nämlich im Story-Abschnitt gesperrt. Ansonsten habt ihr noch im Multiplayer die Gelegenheit dazu.

      Wie in jedem guten Beat ’em up könnt ihr euch in My Hero One’s Justice nicht nur alleine mit und gegen CPUs prügeln, sondern ebenfalls mit Freunden. Dabei habt ihr die Auswahl zwischen dem guten, alten lokalen Mehrspieler und einem Online-Modus. Letztgenanntes konnte ich im Testzeitraum leider nicht testen, da ich derzeit kein Abo von Nintendo Switch Online habe. Dafür macht der lokale Modus, was er sollte. Mit für euch passenden Regeln gestaltet ihr im Vorfeld den Kampf gegen einen weiteren Mitspieler, wählt eine Karte und schon geht es los. Ihr habt sogar die Möglichkeit eure Joy-Con-Controller zu teilen, denn zum Spielen wird lediglich einer benötigt. Zu empfehlen ist dies allerdings nur im Notfall, da ein einzelner Joy-Con etwas zu klein und unhandlich für die schnellen Angriffe ist. Zudem ruft man Begleiter komplizierter über die Schultertaste.

      »In puncto Technik macht My Hero One’s Justice im Großen und Ganzen eine gute Performance auf der Switch. Die Kämpfe laufen flüssig, selbst im Handheld-Modus.«

      In puncto Technik macht My Hero One’s Justice im Großen und Ganzen eine gute Performance auf der Switch. Die Kämpfe laufen flüssig, selbst im Handheld-Modus sieht es schick aus und auf dem großen Fernseher noch besser. Bekannte Soundtracks aus dem Anime erblühen ein wenig zum neuen Klang und werden teilweise rockiger interpretiert, was gut in die Kämpfe passt.

      Einziges großes Manko sind die Ladezeiten. Diese dauern im Schnitt um die 15 Sekunden, wenn man einen Modus wählt. Teilweise sind es sogar bis zu 30 Sekunden. Nach einer gewissen Zeit nerven die Ladezeiten tierisch. Im besonderen Fall, wenn man aus Versehen den falschen Modus wählt und zusätzlich Wartezeit auf einen zukommt. Zwar werden die Ladebildschirme mit netten Tipps versorgt, viel bringen tut das leider nicht.

      My Hero One’s Justice: PLUS ULTRA!

      Denki approved!

      »Auf der diesjährigen Gamescom war meine Begeisterung gegenüber My Hero One’s Justice eher verhalten. Jetzt nicht mehr. Das Spiel macht extrem viel Spaß! Wenn man erstmal das Gameplay verstanden sowie verinnerlicht hat, laufen die Kombinationsangriffe flüssig ineinander über und man möchte immer wieder ein neues Match starten. Wären dort nicht die langen Ladezeiten, die ein wenig die Stimmung trüben. Zum Glück nicht so sehr, dass das komplette Spiel leidet. Besonderes Highlight sind die Plus-Ultra-Angriffe, die schön inszeniert sind und den Spezialangriffen aus dem Anime nachempfunden sind.«

       

      Abgespeckte Geschichte des Originals, die in mehrere Kapitel unterteilt ist. Hält für mehrere Stunden gut bei Laune.
      Kann zu Beginn etwas unübersichtlich wirken, pendelt sich jedoch solide ein und macht viel Spaß. Schöne Inszenierung der Macken.
      Flüssiges Gameplay mit schönem Comiclook, der zur Vorlage passt.
      Schöne Soundtracks, die teilweise aus dem Anime übernommen und etwas rockiger interpretiert wurden.
      Lokaler und Online-Multiplayer (Online-MP nur mit Nintendo Switch Online möglich), bereits weitere Charaktere angekündigt.