Vage Lieferangaben beim Vorbestellen sind unzulässig

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Vage Lieferangaben beim Vorbestellen sind unzulässig

      Ein interessantes Urteil fällte das Oberlandesgericht München am 17. Mai 2018 bezüglich eines Onlineangebots von Media Markt. Die Verbraucherschutzzentrale Nordrhein-Westfalen hatte geklagt und Recht bekommen. Demnach sind Händler dazu verpflichtet, bei Bestellungen einen konkreten Liefertermin zu nennen. Angaben wie „bald verfügbar“ oder „coming soon“ genügen diesen Vorgaben nicht, wurde entschieden. Insbesondere beim Videospiele vorbestellen sind solche Angaben keine Seltenheit. „Wenn Verbraucher eine Ware im Internet bestellen, müssen Anbieter angeben, bis wann die Ware geliefert wird“, erklärt Wolfgang Schuldzinski vom NRW-Verbraucherschutz.

      „Bald verfügbar“ – das ist zu unbestimmt

      Schon im Oktober erwirkte der Verbraucherschutz ein Urteil des Landgerichts München I. Grund der Klage war ein Angebot von Media Markt zum Smartphone Samsung Galaxy S6 im August 2016. Die Lieferangabe sagte ein „bald verfügbar“ voraus und forderte die Kundschaft auf, sich „jetzt ein Exemplar zu sichern“. Eine zu vage Angabe, die den gesetzlichen Vorgaben zur Informationspflicht nicht genüge, entschieden die Richter damals. Bis zum Ende des Liefervorgangs müssten Kunden wissen, wie lange die Lieferzeit maximal sein würde. Das Oberlandesgericht bestätigte das Urteil nun. Eine Revision wurde nicht zugelassen, es besteht aber noch die Möglichkeit zur Beschwerde, bis die Rechtskraft erlangt ist.

      Bei Media Markt soll jedoch auf eine Beschwerde verzichtet werden, wie man gegenüber heise erklärte. Ohnehin sei diese Praxis veraltet. „Der Hinweis ‘Der Artikel ist bald verfügbar‘ wurde früher bei Artikeln, die noch nicht lieferbar waren, verwendet. […] Das ist jedoch bereits seit Januar 2017 nicht mehr der Fall. Aus diesem Grund werden wir auch keine Beschwerde gegen das Urteil des OLG München einlegen, da sich der Gegenstand der Klage längst erledigt hat.“

      Videospiele vorbestellen: Das große Geschäft

      Den florierenden Vorbestellermarkt in der Videospielwelt sieht man offenbar nicht in Gefahr. Dabei dürfte dieser vom Urteil am meisten tangiert werden. Der Vorbestellermarkt ist in der Branche in den letzten Jahren immer bedeutsamer geworden. Publisher wie Händler buhlen um die Gunst der Käufer, zahlreiche Boni für das frühzeitige Kaufen gehören inzwischen eher zur Regel denn zur Ausnahme.

      Videospiele vorbestellen

      Square Enix platziert Monate vor der Veröffentlichung bereits Vorbesteller-Steelbooks im stationären Handel.

      Inzwischen gibt es nicht nur unzählige digitale Zusatzboni wie DLCs. Bei Shadow of the Tomb Raider geht Square Enix für mehr Sichtbarkeit im Handel sogar soweit, schon Monate vor der Veröffentlichung physische Steelbooks zu platzieren. Man investiert also geradezu in Vorbestellungen.

      Das schicke Maya-Steelbook kann man bei Media Markt und Saturn für 4,99 Euro kaufen. Als Bonus liegen auch noch „drei hochwertige Art Cards“ mit Cover-Motiven aktueller Tomb-Raider-Spiele bei. Fans sind entzückt. Immerhin: Der Kaufpreis wird beim Release angerechnet. Und zumindest weiß man sicher, dass Shadow of the Tomb Raider am 14. September 2018 erscheint. Zumindest einigermaßen sicher.

      Im Falle von FIFA 19 winkt bei einer Vorbestellung bei Media Markt sogar ein Vorabzugriff drei Tage vor der Veröffentlichung – wie attraktiv das für viele FIFA-Spieler ist, dürfte klar sein. In Assassin’s Creed Odyssey gibt es die Zusatzmission „Der blinde König“ nur als Vorbestellerbonus oder beim Kauf der teuersten von vielen Editionen. Nur einige von vielen aktuellen Beispielen.

      Das ist die aktuelle Praxis bei Media Markt und Amazon

      Ein Blick auf mediamarkt.de zeigt, dass es dort sogar eine eigene Kategorie für Games-Vorbestellungen gibt. 358 Artikel sind derzeit dort gelistet, tatsächlich sind alle Artikel zumindest mit einem Releasezeitraum versehen und kategorisiert. Death Stranding, Cyberpunk 2077 oder Beyond Good & Evil 2 sucht man vergebens.

      Bei Amazon scheint man die Sache noch nicht ganz so sorgfältig anzugehen. Death Stranding ist „derzeit nicht verfügbar“, aber trotzdem zur Vorbestellung freigegeben. Ebenso The Last of Us: Part II und Final Fantasy VII Remake. Lieferung immerhin „am Erscheinungstag“. Dem Gerichtsurteil dürfte diese Praxis nicht entsprechen. Bei Devil May Cry 5 wagt man sogar eine „Bestellen Sie jetzt“-Aufforderung mit der Angabe des Liefertermins am 31. Mai 2019. Beyond Good & Evil 2 wird mit einem „Releasetermin“ am 31. Dezember 2019 gelistet. Derartiges nannte man bisher „Platzhalter“.

      Die aktuelle Produktseite zu Devil May Cry 5 bei Amazon. „Bestellen Sie jetzt“. „Dieser Artikel erscheint am 31. Mai 2019“. Capcom hat den Releasezeitraum bisher offiziell auf „Frühjahr 2019“ eingeschränkt – vorläufig.

      Das wird wohl eine Praxis sein, die sich in einer Grauzone bewegt. Amazon könnte argumentieren, dass dies der zu erwartende späteste Liefertermin seitens des Händlers ist. Gemeinsam mit der Herstellerangabe „Frühjahr 2019“ dürfte man auf der sicheren Seite sein. Insgesamt dürfte anzunehmen sein, dass Händler in Zukunft verstärkt darauf achten werden, ihre Produktseiten mit Lieferdaten oder zumindest konkreteren Angaben zu versehen. Zumindest in dieser Sache vielleicht zum Nachteil der Kundschaft, denn solche „Platzhalter“ haben noch nie für Transparenz gesorgt.

      Ob mehr Platzhalter der Sache dienlich sind, darf angezweifelt werden. Beim Verbraucherschutz NRW hat man das Thema Videospielvorbestellungen schon länger auf dem Radar. Sicher nicht zu Unrecht. Die Argumente des Verbraucherschutzes sind nicht von der Hand zu weisen. In einem Artikel „Das Geschäft mit der Vorfreude“ warnt man vor Verschiebungen und spielerischen wie optischen Änderungen am Spiel im Zeitraum der Ankündigung bis zum Release. Außerdem berät man in Sachen Kaufrücktritt.

      Embargos und Preisverfall sprechen gegen Vorbestellungen

      Immer wieder passiert es trotzdem, dass Spieler mit Vorbestellungen auf die Nase fallen. Oft genug fällt das sogenannte Embargo für berichtende Medien erst am Releasetag. Testberichte sind im Internet dann dank Geheimhaltungsverträgen erst am Veröffentlichungstag zu finden, Kunden können sich nicht vorab bei neutralen Medien über ihr sehnlichst erwartetes Wunschprodukt informieren. Dafür läuft die PR-Maschine wenige Wochen vor der Veröffentlichung auf Hochtouren. Wie gut oder schlecht das Spiel ist, erfahren Spieler dann erst, wenn sie es bereits in den Händen halten. Auch über spürbaren Preisverfall wenige Tage nach dem Release sind Vorbesteller immer wieder entzürnt. Ein Lerneffekt war bisher nicht messbar.

      Update am 18.07.2018 um 15:45 Uhr: In den sozialen Netzwerk wurde in einem Einzelkommentar der Vorwurf der Doppelmoral laut, weil in diesem Artikel einzelne Auswüchse des Vorbestellermarktes kritisiert werden, gleichzeitig auf JPGAMES aber Affiliate-Marketing (auch bei Vorbestellungen) zum Einsatz kommt. Dazu habe ich mich im Forum an dieser Stelle erklärt.

    • Für mich nicht wirklich erwähnenswert. Ist fast das gleiche wie wenn ein Spiel verschoben wird. Bei beiden Fällen hat der Konsument keinen Einfluss drauf, kriegt das Spiel nicht am angegeben Tag und es kann wirklich jeden Tag passieren. Und so naiv dass ich den 31. Dezember als releasetag ansehe, bin ich auch nicht. Kann nur nervig sein, wenn man sich extra Urlaub nimmt...

      Kritisch sehe ich das eher bei so Spielen wie z.B. FF7 Remake, oder damals noch deep down. Spiele wo man wenig bis gar nichts weiß.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Akira ()

    • Ich sehe PreOrder durchaus kritisch, vor allem da wo man sowas wie Vorabzugang, Beta-Test oder digitale "Zusatz"inhalte bekommt. Im Falle von Tomb Raider dagegen, wo man physische Extras anbietet und tatsächlich eine Investition tätigt sehe ich es positiv. Ich habe mir auch schon solche Sachen geholt, ohne das eigentliche Spiel zu kaufen, da fünf Euro für eine Box mit bspw. einem T-Shirt absolut okay sind und die Möglichkeit eines Rabatts ist dann einfach ein netter Bonus obendrauf.
    • Ich habe nichts gegen Vorbestellungen. Vor allem da ich Collectors Editions und Steelboxen liebe. Außerdem sollte ja den meisten klar sein das ein Spiel früher oder später billiger wird manchmal geht das halt schnell. Das einzigste was ich auch kritisch sehe sind die Exklusiven Vorbesteller Inhalte aber auch nur wenn es größere Inhalte (fällt mir gerade kein Beispiel ein) sind und nicht nur skins oder extra Geld. Ob ich jetzt ein Bikini Kostüm mehr habe oder nicht interessiert mich nicht wirklich :D .
    • ich sehe das Problem nicht ganz. Man bezahlt doch eh erst bei Versand. Man kann bis einen Tag vorher stornieren. Wieso sollte FF VII nicht drinstehen?

      An sich natürlich ein gutes Urteil, aber ich kann mir kein praxisrelevantes Beispiel ausdenken, in dem das hilfreich sein könnte. Oder in dem die jetzige Praxis ein Nachteil sei.

      Ich bestelle recht oft vor, stornier dann aber kurz vor Release meist. Und wenn jemand Testberichte abwarten will, kann er es doch einfach tun.
      Suikoversum.de - Das deutsche Suikodenportal || LEVELUP! - Mein RPG-Blog
    • Ehrlich gesagt finde ich das ne gute Idee, auch wenn es mich nicht wirklich betrifft da ich noch nie Spiele vorbestellt habe die kein Releasedate haben und diese sind ja von dem neuem Gesetz ausgeschlossen.
      In der Regel werden Vorbestellungen zu TBA Spiele sowieso meist nur genutzt, um zu sehen wie hoch das Interesse an den Titeln ist und wie viel Arbeit die Entwickler etc. in das Spiel einstecken sollten.
      Mit Analysten kann man sicher mögliche Verkaufszahlen daraus errechnen. Spiele die aber in einem festen Zeitraum erscheinen sollen, können nicht so einfach umgeplant werden, außer man haut ein Delay rein und erntet damit schlechte PR.
    • Unfassbar, mit was sich die Justiz heutzutage rumschlagen muss. Was soll das Urteil denn konkret bewirken? Die ganze Vorbestellpolitik dürfte sich nur um Nuancen ändern, solange Kunden bereit sind, blind irgendwelche CEs zu vorzubestellen, ohne sich dabei auch nur ein einziges Mal zu fragen, wie hoch denn die Wahrscheinlichkeit ist, dass das betreffende Spiel erst mal grundsätzlich ihren Geschmack trifft.
      Für einen Freibrief zur "Folgenlosigkeit trotz völliger Kritiklosigkeit beim Einkaufen" kann kein Gerichtsurteil dieser Welt sorgen.
      "Wenn du fällst
      Und doch nur fallen willst
      Lass dich fallen..."
      (Tilo Wolff)
    • Brandybuck schrieb:

      Ein Lerneffekt war bisher nicht messbar.
      Schöner letzter Satz, ha. Wen es so sehr stört, der muss sich halt angewöhnen, mal beide Pobacken zusammenzukneifen und erst ein paar Wochen nach Release zu kaufen - insb. bei Singleplayerspielen entsteht einem ja kein Nachteil anderen gegenüber anderen. Viele Probleme lassen sich schon lösen, wenn man was an seinem eigenen Konsumverhalten ändert, statt immer nur den Handel zu verteufeln und trotzdem schön brav weiter zu kaufen.

      Ich bestelle nur noch sehr sehr selten vor, entweder nur limitierte Sachen, wo vorbestellen der einzige Weg ist, dranzukommen, oder Spiele die ich unbedingt frühstmöglich spielen will, weil ich mich so sehr drauf freue - das ist aber sehr selten der Fall. Der Rest dann später, wenn Lust/Zeit da ist.

      Den wirklichen Vorteil durch das Urteil erwarte ich mir hingegen bei Bestellungen von Artikeln, die gerade nicht verfügbar weil zB ausverkauft sind. Da stehen dann so Sachen wie "ausverkauft - mehr ist unterwegs" etc, was dann trotzdem bedeutet, dass es manchmal noch 2 Monate oder aber nur eine Woche dauert, bis Nachschub da ist. Nights of Azure lag eines Tages mal bei mir im Briefkasten, da hatte ich schon vergessen, dass ich es 6 Monate vorher für 10€ bestellt hatte... ^^"
    • Antimatzist schrieb:

      An sich natürlich ein gutes Urteil, aber ich kann mir kein praxisrelevantes Beispiel ausdenken, in dem das hilfreich sein könnte. Oder in dem die jetzige Praxis ein Nachteil sei.

      Ich sehe das auch so. Hoffe das klingt auch im Text ein wenig durch. Ich denke da schießen die durchaus guten Absichten des Verbraucherschutzes einfach ein bisschen am Ziel und der Praxis vorbei.

      Auf der anderen Seite nehmen Preorder-Kampagnen immer größere Auswüchse an. Zum Thema zu sensibilisieren, kann auch nicht verkehrt sein. Vorabzugänge, exklusive Inhalte und so Kram, das sind Dinge, die eindeutig Lockmittel sind und zwar leider ziemlich attraktive für Fans. Wenn das Produkt dann nicht hält, was es verspricht, kann das sehr ärgerlich sein. Auch die Tendenz zu immer näher am Release liegenden Embargos ist sehr ärgerlich. Das sind alles Dinge, die da mit reinspielen, aber auch extra betrachtet werden sollten. Eine ganz stinknormale Vorbestellung kann sich aber schon auch lohnen, wie jetzt bei Octopath Traveler, das vielerorts tatsächlich ausverkauft ist. Einem Assassin's Creed passiert das natürlich nicht.
    • Irgendwie kann ich das Urteil nicht ernst nehmen... Wenn man als Händler keine Angaben bekommt, wann etwas erscheint, dann hat man nun mal keine Angaben. :D Dieses Urteil sorgt dann eher dafür, dass sich die Händler iwelche Fantasiedaten bzw Platzhalter ausdenken und das hilft wirklich keinem. Man liest im Internet nämlich immer öfters, dass viele Menschen zu blöd sind um zu verstehen, dass es ein Platzhalter ist^^
      Ich frag mich da echt, obs ernsthaft nichts wichtigeres gibt, als wegen son Quatsch son Aufriss zu machen... Ich empfinde das Ganze jedenfalls als extremst unnötig. Mich hat es noch nie gestört, wenn da steht "Bald verfügbar" oder sowas. Dann weiß ich nämlich "Aha! Ein Releasedatum haben die noch nicht mitgeteilt bekommen. Also heißt es abwarten"
      Und gleichzeitig fände ich es auch extrem nervig, wenn die Sachen dann nun erst vorbestellbar sind, wenn ein Releasedatum feststeht. Mich nervt das zur Zeit schon tierisch bei Amazon, dass die Xenoblade 2 Erweiterung noch immer nicht vorbestellbar ist. Ich will es endlich vorbestellen! Genauso wie auch bei den Beiden Fairy Tail Filmen! >,<

      Bezüglich der Vorbestellungen ist das aber auch klar, dass die Unternehmen alles versuchen die Leute dazu zu bringen vorzubestellen. Die Day 1 Verkäufe sind und bleiben nun mal die wichtigsten Verkäufe für einen Entwickler. Das ist auch einer der Gründe warum ich nach wie vor stets vorbestelle. Dass der Preis dann 1-2 Wochen später fällt ist mir dann auch wurscht. Ich ärgere mich dann auch nicht. Ich will die Entwickler ja immerhin unterstützen, wenn ich ein Spiel mag, damits noch mehr davon gibt. Allerdings finde ich es auch für die Entwickler bedenklich, dass die Preise so schnell fallen. Die bekommen allgemein nicht wirklich viel pro verkauftes Spiel...^^
      Und wer ein Problem mit Vorbestellungen hat, solls halt einfach lassen. Ich nutze es auch gerne als Art "Reminder". Bei Amazon habe ich immer eine schöne Übersicht was wann ansteht, außerdem, falls der Preis doch mal fällt zwischendurch, bin ich stets auf der sicheren Seite, selbst wenns durch einen Fehler passiert. Da hab ich bei Amazon auch schon mal nen Anime für den halben Preis bekommen, weil die für einen Tag irgendeinen Fehler gemacht haben :D Ist natürlich in dem Fall wohl auch wieder blöd für den Publisher gewesen aber ich weiß auch nicht, wie das gehandhabt wird, wenns durch nen Fehler Amazons passiert^^

      Wegen den Tests sehe ich das auch nicht wirklich so kritisch. Wer sich unsicher ist soll dann eben warten. Notfalls kann man ein Spiel immer noch zurückgeben. Dann wartet man halt mit dem antesten und liest sich dann erst ein Test durch. Wo ist da das Problem?^^
      Mir persönlich werden Tests eh zu subjektiv so langsam... Es ist so selten geworden mal einen guten objektiven Test zu lesen, der mit einer subjektiven Meinung abgerundet wird. Das fällt mir gerade bei Seiten auf, wo neue Reviewer dazu kommen, die ihre Tests zu 100% subjektiv schreiben... Dann kommt auch son Quark raus wie bei IGN damals "zu viel Wasser" ... :D Ich meine objektiv schreiben ist wirklich wirklich schwer und es ist ja auch ok, wenns nicht immer klappt, allerdings sollte man sich da bemühen. Ein subjektiver Test bringt mir persönlich nämlich leider nichts. Das subjektive Empfinden ist nun mal bei jeden anders. Nur weil dem Einen dies oder das stört, heißt es ja nicht, dass es mich auch stört. Es erweckt dann lediglich einen falschen Eindruck und schreckt einem gegebenfalls von nem Spiel ab, was man eigentlich total mögen würde.
      Aber gute Reviews schreiben ist halt wirklich eine Kunft für sich, denke ich. Ich bin auch ganz dankbar, dass die hier auf JPGames meist wirklich gut sind aber ich glaube ich drifte langsam ab...^^


      "Evil? I´ve got a Newsflash for you Sweetheart! We are all evil... all of us! We´ve taken this planet of ours and fucked it..."

      "Hyeeeh kyaah hyaaah haa hyet haa haa jum jum haa!"

      Piece of Cake!


    • Weird schrieb:

      Mir persönlich werden Tests eh zu subjektiv so langsam... Es ist so selten geworden mal einen guten objektiven Test zu lesen, der mit einer subjektiven Meinung abgerundet wird. Das fällt mir gerade bei Seiten auf, wo neue Reviewer dazu kommen, die ihre Tests zu 100% subjektiv schreiben... Dann kommt auch son Quark raus wie bei IGN damals "zu viel Wasser" ... :D Ich meine objektiv schreiben ist wirklich wirklich schwer und es ist ja auch ok, wenns nicht immer klappt, allerdings sollte man sich da bemühen. Ein subjektiver Test bringt mir persönlich nämlich leider nichts.
      Ein wenig offtopic:
      Stimme dir bei allem bis auf dem Beispiel zu. Logisch gesehen macht es zwar Sinn wenn, da es in einer Wasser Region abspielt und deshalb viele Trainer ein Wasser pokemon mit sich schleppen. Aber das ist einfach schlechtes Balancing. Punkt. Das ihre Kritik so zum meme wurde, zeigt mir nur was heute bei den gamern falsch läuft. Wenn in einem Spiel mit Element Mechaniken eines so deutlich im Übermaß auftritt, kann man doch nicht mehr sagen es wäre gut balanciert. Vielleicht hätte sie einfach schlechtes balancing anstatt "too much water" hinschreiben sollen.
    • @Akira Das ist allerdings auch wieder sehr subjektiv. Die Wenigsten scheinen diese Meinung nämlich zu teilen, zumindest habe ich noch niemandem sich darüber beschweren hören. Ich selber empfand es auch nicht so. So viel Wasser war es nämlich nun auch wieder nicht, als dass man es als schlechtes Balancing bezeichnen könnte. Es war einfach so viel wie es zur Region und zur vor Allem zur Story passte. Ich habe jedenfalls erheblich weniger Zeit aufm Wasser, als am Land verbracht und sofern scheint ja alles in Ordnung gewesen zu sein. Wenns umgekehrt gewesen wäre könnte ich es ja sogar nachvollziehen. Wenn einem das mit dem Wasser nicht gefallen hat, dann hat einem lediglich die Region wohl nicht zugesagt. Es bleibt jedenfalls ein sehr subjektiver Kritikpunkt, den man subjektiv auch sehr gerne haben kann aber sowas gehört einfach nicht in nen guten Test rein (Höchstens als Randnotiz ala "mir persönlich gab es zu viel Wasser")^^
      Aber hier wird das wohl wirklich zu off topic und wir müssten sonst im jeweiligen passend Thread darüber schreiben^^


      "Evil? I´ve got a Newsflash for you Sweetheart! We are all evil... all of us! We´ve taken this planet of ours and fucked it..."

      "Hyeeeh kyaah hyaaah haa hyet haa haa jum jum haa!"

      Piece of Cake!


    • Als ich in dieser Woche über das Urteil des OLG München berichtete, nach dem vage Lieferangaben wie "bald verfügbar" bei Vorbestellungen unzulässig sind, habe ich auch einen Blick auf in meinen Augen besonders absurde Vorbestellerkampagnen geworfen und diese kritisiert. Trotzdem nutzen wir Affiliate-Links, natürlich auch für Vorbestellungen. Man warf mir daraufhin eine Doppelmoral vor und ich finde das einen ziemlich argen Vorwurf, den ich gerne kommentieren möchte.

      Zunächst sind Affiliate-Marketing-Einnahmen für JPGAMES eine Einnahmequelle, ohne die ich die Website nicht mehr betreiben könnte. Nicht wöllte, sondern nicht könnte. Aber darum soll es nicht gehen, es soll darum gehen, dass ich Vorbestellungen überhaupt nicht per se schlecht finde und verteufle. Sollte jemand das nach dem Artikel so aufgefasst haben, möchte ich es konkretisieren und vielleicht deutlicher machen. Ich selbst habe dutzende Male vorbestellt und oft genug von Boni profitiert oder einfach nur davon, das Spiel am ersten Tag in den Händen zu halten, während andere durch die Stadt laufen mussten auf der Suche nach Restposten.

      Vorbestellen macht in vielen Fällen Sinn, nicht nur für uns Kunden. Sondern aus logistischen Gründen auch für Publisher und Händler. Was ich möchte - und das war eigentlich die Intention und deshalb habe ich im Artikel über das OLG München auch einige besonders absurde Kampagnen herausgepickt - ist, dass wir darüber nachdenken, wann und warum wir vorbestellen. Ich wollte einfach, dass jeder sein eigenes Konsumverhalten diesbezüglich überdenkt.

      Es muss einfach jedem klar sein, dass die Chance besteht, dass Assassin's Creed Odyssey ein durchschnittliches Spiel wird. Auch wenn man Assassin's Creed Origins sehr mochte und sich sehr auf Odyssey freut. Die zusätzliche exklusive Mission, die es nur im Rahmen der Vorbestellung gibt oder in der teuersten Spielversion, kann ein Teil der Überlegung sein, das Spiel vorzubestellen. Aber sie sollte in meinen Augen nicht der Anlass sein. Es ist ein Lockmittel des Publishers, nicht mal ein verbotenes, sondern ein legitimes. Aber ich denke, dessen muss man sich eben bewusst sein. Wenn dem so ist, dann habe ich nichts dagegen, unseren Affiliate-Link zu nutzen. Zum Großteil sind das in normalen Artikeln nur Textlinks. Es ist ja nun nicht so, dass wir die exklusive Mission alle Nase lang plakativ und kritiklos hervorheben, um Affiliate-Käufe zu generieren. Ich möchte nicht ausschließen, dass eine Werbekampagne von Ubisoft, die unser Vermarkter bereitstellt, das eines Tages tut. Aber dann würde ich das zumindest für mich vom redaktionellen Inhalt trennen wollen und auch können.

      Genauso ist es ein Lockmittel, und zwar für viele ein ziemlich attraktives, wenn man Vorabzugänge vor dem Release erhält. Wie attraktiv das besonders für FIFA-Fans ist, kann ich mir nur ausmalen, aber ich kann es mir gut vorstellen. Dass FIFA-Fans den Kauf der jährlichen Iteration bereuen, scheint mir aber andererseits auch relativ unwahrscheinlich.

      Das Steelbook zu Shadow of the Tomb Raider habe ich als Beispiel gewählt, um zu verdeutlichen, wie wichtig dieser Vorbestellermarkt für Publisher ist und damit sich Leute auch darüber bewusst werden, wie wichtig ist. Wenn ein Publisher sich die logistische Mühe macht, Monate vor der Veröffentlichung nicht nur Plakate und Aufsteller zu platzieren, sondern auch Regale mit Steelbooks zu füllen, dann muss da einiges dahinterstecken. Dass es dieses Steelbook dann nur als Teil der Vorbestellung gibt, ist auch ein Faktor, aber dann nur noch ein logischer. Man kann doch dann Shadow of the Tomb Raider trotzdem vorbestellen, wenn man sich Gedanken darüber gemacht hat, dass die Reviews zwei Tage vor der Veröffentlichung vielleicht mittelmäßig ausfallen und man die 5 Euro für das Steelbook bei Nichtkauf der Vollversion nicht zurückerhält und auch nirgendwo anders anrechnen lassen kann. Zu diesen Gedanken anzustoßen und trotzdem einen Affiliate-Link bereitzuhalten, das schließt sich für mich persönlich nicht aus.

      Ein anderer Punkt, den ich im genannten Artikel ansprach, war der Preisverfall. Ich weiß gar nicht wie oft ich bei Twitter sinngemäß schon gelesen habe: "Alter. Jetzt kostet das 30 Euro. Ich habe das für 60 gekauft und noch nicht mal gespielt. Danke auch Amazon." Ja, Leute. Es gibt einige Vorteile für Vorbesteller und einer davon ist, dass man Early-Adopter ist. Das gilt übrigens auch für Konsolen. Die Preissenkung von Herstellern für Konsolen scheiße zu finden ist ja auch eine nette Mode. Man besitzt das Produkt und kann es nutzen, bevor andere es tun, die es noch nicht gekauft haben. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass man dann den maximal hohen Preis bezahlt. Wenn man sich ein Spiel vorbestellt, obwohl man erst Persona 5 und Xenoblade Chronicles 2 beenden will, dann sollte man vielleicht verzichten, denn zwei Monate nach dem Release stehen die Chancen gut, dass das Spiel günstiger ist. Wer ein Spiel unbedingt zum Launch möchte und weiß, dass es da höchstwahrscheinlich am teuersten ist, der kann aber gerne unsere Affiliate-Links nutzen.

      Ich wiederhole mich: Vorbestellungen sind nicht per se scheiße. So lange wir darüber nachdenken, warum wir vorbestellen und ob wir vorbestellen müssen. Und uns darüber im Klaren sind und abwägen, dass Boni ein Lockmittel sind und ob wir diese Boni wirklich brauchen. Und es gibt bestimmt ganz viele und da zähle ich mich auch dazu, die zum Entschluss kommen, dass sie diese Boni manchmal wollen. Und hey, auch dann dürft ihr gerne unsere Affiliate-Links nutzen.

      Ich habe einige in meinen Augen besonders krasse Beispiele für die Entwicklung dieses Vorbestellermarkts genannt und scheinbar nicht deutlich genug gemacht, dass ich sie persönlich nicht gutheiße. Ich möchte jedoch nicht für andere ausschließen, dass sie sich trotzdem dafür entscheiden. Aber manchmal habe ich doch das Gefühl, dass sich nicht jeder Gedanken darüber macht. Den zynischen Schlusssatz des besagten Artikels "Ein Lerneffekt trat bisher nicht ein." würde ich heute nicht wiederholen, denn eigentlich traue ich dem Großteil unserer Leser absolut zu, ihr Vorbestellerverhalten zu reflektieren. Es sollte auch keine Belehrung sein, der Schlusssatz liest sich ein wenig von oben herab betrachtet.

      Überhaupt bin ich im Artikelverlauf ein wenig vom Regen in die Traufe gerutscht. Ich wollte über das Urteil berichten und danach mir danach ein wenig anssehen, wie es in der Praxis läuft. An und für sich haben diese Vorbestellerpraktiken natürlich nichts mit dem Urteil des OLG München zu tun. Der Zusammenhang besteht allein darin, dass Publisher und Händler natürlich so früh wie möglich um Vorbestellungen werben, mitunter lange vor Bekanntgabe des Releasetermins. Vorbestellerboni sind dann nur ein Teil dieses Werbens, werden aber in der Praxis eigentlich auch meist erst relevant, wenn man sich dem Releasetermin zumindest nähert. Man hätte das durchaus auch getrennt betrachten können oder sogar müssen. Was ich in meinen Augen aber nicht muss ist, auf Affiliate-Links vollständig zu verzichten, weil ich dazu aufrufe, dass Fans ihr Vorbestellerverhalten reflektieren. Das zählt für mich sowohl im Hinblick auf die Boni als auch für Artikel ohne Releasetermin. Affiliate-Marketing zu nutzen bedeutet für mich keine Doppelmoral. Es nicht zu nutzen würde für mich vielmehr bedeuten, niemanden von euch zuzutrauen, verantwortungsbewusst vorzubestellen.