US- Wahlen und Aussenpolitik (Thema: Orange is the New Black)

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      Ich bin da komplett anderer Meinung als die meisten. Provokation, Lügen, Unruhe etc. Alles legitim sich drüber zu ärgern. So lange er seinen Account nicht nutzt um Straftaten zu begehen sollte eine Sperrung eigentlich nicht nötig sein. Sehe das insofern wie Lighning. Absolut keine Option seinen Account zu sperren, weil er sich im realen Leben falsch oder sagen wir mal moralisch fragwürdig verhalten hat. Ob das für eine Anklage gegen ihn reicht müssen Gerichte klären. So sind die Prinzipien unseres Rechtsstaates und unserer Freiheitlichen Demokratie. Mit jeder Zensur von unbequemen Menschen und Meinungen stellen wir uns auf eine Stufe mit Diktaturen und totalitären Systemen. Was Twitter da tut ist äußerst fragwürdig.

      Ich zitiere einfach mal Voltaire:

      "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen."

      Wenn jeder von uns seinen Beitrag leistet, kann man Menschen wie Trump und deren Äußerungen überflüssig machen. Ihm einen Maulkorb verpassen halte ich für gefährlich. Das wird auch die Stimmung zusätzlich anheizen, denn hiermit erklärt man ihn praktisch zum Märtyrer. Wenn man es nicht schafft so jemand mit Worten und guten Argumenten als Scharlatan dastehen zu lassen, haben wir als Gesellschaft versagt. Das ist jedoch kein berechtigter Grund ihm die Redefreiheit zu entziehen.

      Das ist politische Korrektheit auf allerhöchstem Niveau.

      Wenn Herr Biden einen Funken Anstand und Weitsicht hat, setzt er sich persönlich dafür ein das der Account wieder erlaubt wird. Damit könnte er wirklich ein Zeichen gegen diese Verhärtung setzen und seinen Gegnern eine Hand zur Versöhnung reichen. Mit Ausgrenzung und Denkverboten zementieren wir nur die eigene Ohnmacht. Wenn wir unsere eigenen Demokratie nicht auf dem Prinzip von Rechtsstaat verteidigen können haben die Feinde der Demokratie gewonnen.

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      Ich muss dich korrigieren, denn die Aussage, dass unser Rechtsstaat und unsere freiheitliche Demokratie auf dem Prinzip beruhen würde, dass eine "Sperre", ein "Block" oder auf gut Deutsch ein Platzverweis erst bei strafbaren Handlungen geschieht, ist vollkommen falsch. Genauso falsch ist es, hierbei von Zensur zu sprechen. Es ist keine Zensur. Meinungsfreiheit schützt das Inviduum davor, rechtlich für die Äußerung seiner Meinung verfolgt zu werden. Sprich, Meinungsfreiheit dient dazu, dass der Bürger Kritik am herrschenden System üben kann, ohne dafür im Gefängnis zu landen oder geschwärzte Texte zu bekommen. Zugegeben, das hat hier auch in Deutschland nicht immer sonderlich gut geklappt, gerade von Videospielen wissen wir das ABER weder ist Twitter ein staatliches Organ, noch geht es darum, missliebige Äußerungen zu unterdrücken.


      Die Redefreiheit wurde Trump nicht entzogen. Die Kanäle des Weißen Hauses und des Präsidenten der Vereinigten Staaten sind weiterhin offen. Ebenso kann der Präsident der Vereinigten Staaten jederzeit den Briefing Room nutzen und Erklärungen abgeben, jederzeit, wann immer er will. Also nicht nur, dass die Redefreiheit sowieso nicht entzogen werden kann, weil weder in den USA, noch in Deutschland die Meinunsfreiheit sich auf Firmen bezieht, nein die Möglichkeit sich zu äußern besteht sogar weiterhin.

      Überdies ist die Meinungsfreiheit nicht absolut. Sie ist eingeschränkt und war das immer schon. Beleidigung ist so ziemlich seit jeher etwas, das geahnded werden kann und geahndet wird. Verleumdung und Betrug sind ebenso Dinge, die man nicht tun kann. Auch Volksverhetzung ist hier verboten, die Planung einer Straftat oder das anstiften zu einer Straftat. Auch die Störung der öffentlichen Ordnung fällt nicht unter Meinungsfreiheit.
      In diesem Fall haben wir es mit einem Mann zutun, der über mehrere Jahre eine Anhängerschaft sukzessive radikalisiert. Dies geschieht nicht etwa, weil er ein tatsächliches Problem sachlich anspricht und diskutiert, sondern durch Lügen und das errichten von Feindbildern (gefüttert durch Lügen). Das Resultat war ein Putschversuch, dessen Ziel es war eine Wahl für Ungültig zu erklären. Die fundamentale Basis der freiheitlichen Demokratie, nämlich die freie Wahl, sollte ignoriert werden um einen Mann an der Macht zu halten und damit die Demokratie abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten. Worte haben eine Wirkung, genau deshalb gibt es Einschränkungen, wie die genannen. Deswegen haben wir hier Admins und eine Moderation, um Usern Grenzen aufzuzeigen und Notfalls auch zu entfernen.

      Die Unfähigkeit diese Regeln, dieses System, das jeder Chat und jedes Forum hat konsequent umzusetzen, hätte beinahe das Ende der U.S. Demokratie bedeutet und die Gefahr eines Bürgerkriegs mit sich gebracht. Die Idee, dass man Demagogie, Hass, Hetze, Lügen nicht verfolgen und ahnden sollte, rettet Demokratie nicht. Sie erhält Demokratie nicht. Es ist das Toleranz-Paradoxon. Universelle Toleranz führt unweigerlich in den Untergang, zu Tyrannei, Unfreheit und Leid.
      de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
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      Fur0 schrieb:

      Ich bin da komplett anderer Meinung als die meisten. Provokation, Lügen, Unruhe etc. Alles legitim sich drüber zu ärgern. So lange er seinen Account nicht nutzt um Straftaten zu begehen sollte eine Sperrung eigentlich nicht nötig sein. Sehe das insofern wie Lighning. Absolut keine Option seinen Account zu sperren, weil er sich im realen Leben falsch oder sagen wir mal moralisch fragwürdig verhalten hat. Ob das für eine Anklage gegen ihn reicht müssen Gerichte klären. So sind die Prinzipien unseres Rechtsstaates und unserer Freiheitlichen Demokratie. Mit jeder Zensur von unbequemen Menschen und Meinungen stellen wir uns auf eine Stufe mit Diktaturen und totalitären Systemen. Was Twitter da tut ist äußerst fragwürdig.
      Als Moderator eines Forums, sehe ich das anders. Ich sehe es da als legitim an das Leute die gegen die eigenen Hausregeln verstoßen, aus dem Verkehr gezogen werden. Ich finde Twitter hat in diesem Sinn richtig gehandelt, es müsste die Regeln nur deutlich unparteiischer anwenden. Im Vergleich zu Trump wurden normale User schon wegen weitaus unschädlicheren Sachen gebannt, bei ihm hat man sich richtig Zeit gelassen und ihn mit Samthandschuhen angefasst. Hier wäre es deutlich ungemütlicher, wenn wir nicht auch ab und zu vom Hausrecht gebrauch machen würden. :D
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      Da melde ich mich trotzdem nochmal zu wort. (Schon einen Ansatz für '21 gebrochen, das ich nicht immer sage ein Thema ist für mich beendet nur um dann auf eine Antwort nochmal zu reagieren).

      WolfStark schrieb:

      Die Aktion selber ist nichts anderes als wenn ein Moderator hier einem User die Möglichkeit entzieht zu schreiben.
      Doch ist es, und genau deshalb finde ich solche Vergleiche (wie ich auch schon lesen musste bezüglich Restaurant und Hausverbot) so absolut Banane. Mal ab davon das JPGames auch keine "allgemeine" Anlaufstelle für viele Themen ist, sondern eher Themenbezogen auf (Japanische) Videospiele, JPGames hat für die Öffentlichkeit und die Welt, also für unsere Gesellschaft absolut keine Relevanz.

      Wenn ich hier ein Politisches Statement raushaue, dann hat das keine Auswirkungen, keinen Impact, das höchste der Gefühle ist das damit eine unangenehme Diskussion zustande kommt, wo solche Sachen vielleicht Kritischer gehandhabt werden, weil man das Forenklima schützen will. Twitter funktioniert aber so nicht(oder größere Soziale Netzwerke im generellen), Twitter ist eine Anlaufstelle für vieles und hat dementsprechend Auswirkungen und Einflüsse auf unsere Gesellschaft(leider). Vorallem ist es seit den letzten Jahren immer mehr ins Politische gerutscht. Hier Leute zu Bannen/Sperren des Meinungen und Aussagen nicht konform ist mit dem derzeitigen allgemeinen Twitter tonus, wäre in etwa so als würde man Leute wegsperren, die wegen eine Sache auf der Straße demonstrieren/protestieren, aber die Regierung nicht haben will, weil es derzeitigen politischen Lage nicht entspricht. Man stelle sich vor Twitter hätte sowas im Sommer bei BLM abgezogen, weil da wurde auch einiges Menschenverachtendes rausgehauen (oder Dinge die so in dem Kontext einfach nicht stimmen), dann hätte Twitter aber gebrannt weil Free-Speech und so.

      Jetzt kann man noch argumentieren weil ja "Trump" über die stränge schlägt, aber wenn wir (als Gesellschaft) bei so einem Konzern wie Twitter so ein Verhalten wortlos einfach so durchgehen lassen, weil ja der "Große Böse Präsident" endlich weg vom Fenster ist, dann kann das in der Zukunft schlechte Auswirkungen für uns haben. Dann kann Twitter frei nach "der passt mir politisch nicht, weg damit" einfach alles bannen, was ihnen nicht passt. Ich verstehe warum ihr das so seht, ich kann nur halt nicht "allgemein" (jetzt nicht Trump per se bezogen) das was Twitter hier abgezogen hat befürworten.


      Mahiro schrieb:

      Man muss nicht gegen Trump sein, um diesen Schritt gut zu finden.
      Man kann aber auch gegen Trump sein, und diesen Schritt trotzdem schlecht finden. Trump ist dabei nicht mal das Kernproblem am Schritt selber.


      Mahiro schrieb:

      Da ist es vollkommen egal, ob er Oberhaupt irgendeines Landes ist. Warum sollte er auch Immunität besitzen?
      Das war nicht mein Punkt, sondern es ging mir darum das wenn selbst jemand so großes(und ich spreche nicht von immunität) einfach mal so ein Bann kassiert, hätte Twitter halt theoretisch die macht politische Propaganda zu betreiben wie es ihnen passt. Und das ist einfach nur schlecht. Jetzt mag man das vielleicht noch damit rechtfertigen weil Trump so nen scheiß abzieht, aber in Zukunft kann das ganz anders aussehen.


      Fur0 schrieb:

      Mit jeder Zensur von unbequemen Menschen und Meinungen stellen wir uns auf eine Stufe mit Diktaturen und totalitären Systemen. Was Twitter da tut ist äußerst fragwürdig.
      Das sehe ich so auch(wollte ich auch gerade schreiben bis ich deinen beitrag gelesen habe). Ich verstehe allgemein das Argument das hier vorgebracht wird mit dem Hausrecht, und in vielen Fällen sehe ich das auch Richtig so. Wenn mich bspw. ein Moderator anschreiben würde, das ich kontroverse oder kritische Argumente & Meinungen hier zu lassen, würde ich das so auch akzeptieren (und wenn nötig weil ich mich trotzdem noch "daneben" benehme, dann halt mit einem Bann rechnen und den akzeptieren). Nur das funktioniert für so ein großes Social Media wie Twitter nicht.

      Vorallem wird es aber dann heuchlerisch und zeigt doppelmoral, wenn dann wie erwähnt Uganda Social Media sperrt, und dann Twitter selber (quasi habe die Wörter jetzt nicht exakt 1zu1 im kopf) auch darauf hinweißt das Twitter eine Anlaufsstelle für die Gesellschaft ist und wir ein Anrecht darauf haben (inklusive freie Meinungsäußerung).

      Fur0 schrieb:

      Wenn jeder von uns seinen Beitrag leistet, kann man Menschen wie Trump und deren Äußerungen überflüssig machen. Ihm einen Maulkorb verpassen halte ich für gefährlich. Das wird auch die Stimmung zusätzlich anheizen, denn hiermit erklärt man ihn praktisch zum Märtyrer.
      Was das nächste Problem ist. Sowas ist Öl ins Feuer gießen. Ich mein glaubt hier wirklich jemand das nach so einer Aktion die ganzen Radikalen Fanatiker die auf sein Gelaber einen Senf geben, das sie nach so einer Aktion zu Vernunft kommen? Die fühlen sich erst recht bestätigt mit all den ganzen Mist.

      Fur0 schrieb:

      Wenn man es nicht schafft so jemand mit Worten und guten Argumenten als Scharlatan dastehen zu lassen, haben wir als Gesellschaft versagt.
      Im Endeffekt ist das aber ein Allgemeines Problem das wir Heute (tief sitzen) haben. Heute kann man keinen Dialog mehr führen. Wir sind festgefahren in unserer Ansicht und gehen springen schnell über die Stränge. Und die Leute die noch offener damit umgehen und vielleicht noch Dialog suchen, werden herangezüchtet. Weil es gibt nur die einen Bösen, und man selber ist immer absolut Fehlerlos und macht alles Richtig... vorallem ist man immer im Recht. Und man glaubt man hat den moralischen Imperativ, welches dann kritische Aktionen rechtfertigt... machen es andere auch fühlt man sich darin bestätigt und ist weiter bestärkt. Vorallem kennen wir alle aber auch keine Grenzen mehr und wir brauchen aber als Menschen auch irgendwo grenzen.

      Aber wieder mal offener mit Dialog umzugehen wäre wichtig. Und ich verstehe das Problem je nach Thema selber auch, gibt auch Dinge wo ich einfach Stur bin und den "Dialog" vielleicht gar nicht betreiben will, weil es einfach nur Anstrengend ist mittlerweile. Trotzdem wäre es wichtig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von LightningYu ()

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      LightningYu schrieb:

      Was das nächste Problem ist. Sowas ist Öl ins Feuer gießen. Ich mein glaubt hier wirklich jemand das nach so einer Aktion die ganzen Radikalen Fanatiker die auf sein Gelaber einen Senf geben, das sie nach so einer Aktion zu Vernunft kommen? Die fühlen sich erst recht bestätigt mit all den ganzen Mist.
      Das ist aber auf der Plattform auch erst entstanden weil nicht direkt von anfang an konsequent dagegen durchgegriffen wurde. Ein Problem was man von anfang an deutlich restriktiver und mit mehr härte hätte Angehen müssen, aber die Plattform wollte ja Wachstum und hat in vielerlei Hinsicht oft gegen ihre eignenen Regeln gehandelt, weswegen man jetzt teilweise auch einen Aufschrei macht und es als fehlerhafte Maßsnahme ansieht. Auf jeder Plattform gelten Regeln, wer sich nicht dran hält fliegt. Das sollte ungeachtet von Gesinnung und politischer Richtung passieren. Man sollte sich am Anfang doch mal die Hausregeln der Plattform durchlesen bevor man sich registriert, mit Bestätigung ist man ja einen verbindlichen Vertrag eingegangen das die Leute handeln dürfen, wenn man scheiße baut. xD
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      LightningYu schrieb:

      Doch ist es, und genau deshalb finde ich solche Vergleiche (wie ich auch schon lesen musste bezüglich Restaurant und Hausverbot) so absolut Banane. Mal ab davon das JPGames auch keine "allgemeine" Anlaufstelle für viele Themen ist, sondern eher Themenbezogen auf (Japanische) Videospiele, JPGames hat für die Öffentlichkeit und die Welt, also für unsere Gesellschaft absolut keine Relevanz.
      Wenn ich hier ein Politisches Statement raushaue, dann hat das keine Auswirkungen, keinen Impact, das höchste der Gefühle ist das damit eine unangenehme Diskussion zustande kommt, wo solche Sachen vielleicht Kritischer gehandhabt werden, weil man das Forenklima schützen will. Twitter funktioniert aber so nicht(oder größere Soziale Netzwerke im generellen), Twitter ist eine Anlaufstelle für vieles und hat dementsprechend Auswirkungen und Einflüsse auf unsere Gesellschaft(leider). Vorallem ist es seit den letzten Jahren immer mehr ins Politische gerutscht. Hier Leute zu Bannen/Sperren des Meinungen und Aussagen nicht konform ist mit dem derzeitigen allgemeinen Twitter tonus, wäre in etwa so als würde man Leute wegsperren, die wegen eine Sache auf der Straße demonstrieren/protestieren, aber die Regierung nicht haben will, weil es derzeitigen politischen Lage nicht entspricht. Man stelle sich vor Twitter hätte sowas im Sommer bei BLM abgezogen, weil da wurde auch einiges Menschenverachtendes rausgehauen (oder Dinge die so in dem Kontext einfach nicht stimmen), dann hätte Twitter aber gebrannt weil Free-Speech und so.

      Jetzt kann man noch argumentieren weil ja "Trump" über die stränge schlägt, aber wenn wir (als Gesellschaft) bei so einem Konzern wie Twitter so ein Verhalten wortlos einfach so durchgehen lassen, weil ja der "Große Böse Präsident" endlich weg vom Fenster ist, dann kann das in der Zukunft schlechte Auswirkungen für uns haben. Dann kann Twitter frei nach "der passt mir politisch nicht, weg damit" einfach alles bannen, was ihnen nicht passt. Ich verstehe warum ihr das so seht, ich kann nur halt "allgemein" (jetzt nicht Trump per se bezogen) das was Twitter hier abgezogen hat befürworten.
      Es ist eben nichts anderes. Wenn überhaupt ist es für Social Media, wie du selbst beschreibst, sogar aufgrund seiner Größe eben noch wichtiger zu moderieren. Eine Aussage erreicht hier nur wenige, über Social Media kann sie viel mehr erreichen. Falschinformationen verbreiten sich umso stärker. Es ist nicht richtig, dass ein Forum wie hier sich mehr anstrengen muss, mehr Verantwortung übernehmen muss als es Social Media Plattformen müssen. Etwas das viel weniger Relevanz besitzt, kümmert sich mehr um eine anständige Diskussionskultur, einem friedvollen Austausch als es die größten Plattformen für den Meinungsaustausch selber tun. Wie gesagt, das Ergebnis daraus ist bekannt. Ein Umsturzversuch. Und auch hier in Deutschland haben wir schon einen zarten Versuch erlebt ein Regierungsgebäude zu stürmen. Wir erleben sogar sehr aktuell, wie Menschen durch Falschinformationen und Demagogie abrutschen. Michael Wendler ist so ein Beispiel. Das ist das Resultat, wenn man meint, alles würde sich schon von selber richten und "die paar Spinner" und das was sie tun, äußern, verbreiten wäre harmlos.

      Und ja, unter Umständen hätte soetwas auch schon früher und an anderer Stelle geschehen sollen. Das ist aber kein Grund, warum das was wie gesagt überall in der gesamten Gesellschaft Usus ist, ausgerechnet dort plötzlich ein Problem wäre. Das was Twitter und Facebook nun tun, das existiert universell, in der Erziehung von Kindern, in Kneipen, Restaurants, Kaufhäusern, Bahnhöfen, Universitäten öffentlichen Plätzen, in jeder Sportart, jedem Stadion, jeder öffentlichen Veranstaltung, Chats, Foren bis hin zum eigenen Zuhause. Wer Ärger macht, der fliegt. Wer andere beleidigt und angreift, der wird bestraft.

      Es geht hier nicht um "non-konforme Aussagen und Meinungen". Wenn es darum ginge, dann würde das kritisiert. Es wird ja sogar kritisiert, wenn die Plattformen einfach nur deswegen Leute sperren, weil sie beispielsweise Nippel zeigen oder weil sie sich sarkastisch äußern und das nicht direkt erkannt wird vom System oder aber weil einfach nur viele Meldungen entstehen, ohne Überprüfung ob diese tatsächlich zustimmen. Tatsächlich Unrechtmäßige Sperrungen sind bereits Grundlage von Kritik. Nur handelt es sich nicht um eine Unrechtmäßige Sperre. Menschen sind tot und an noch mehr Leid ist man nur sehr, sehr knapp vorbeigeschrammt. Und die Ursache dafür ist eben erwähntes Toleranz-Paradoxon.

      Und zu Uganda:
      Genau das ist Zensur. Wenn der Staat selbst Plattformen an und für sich verbietet. Wenn der Staat mir, dem Bürger, verbietet meine Meinung zu äußern. Nicht etwa den Aufruf zum Umsturz oder Volksverhetzung, sondern wenn er zu verhindern versucht, dass der Bürger im Internet öffentlichkeitswirksam Kritik verhindern will. Das heißt übrigens nicht, dass ein Staat nicht auch bei Plattformen eingreifen können sollte bspw. wenn sie ein Sammelbecken für Terroristen ist, in der Planungen unternommen werden wie bspw. der 11. September. Aber das ist ja nicht der Fall bei Facebook und Twitter. Überhaupt, es geht nicht mal nur um Twitter und Facebook. Es geht um das Internet als solches:
      netblocks.org/reports/social-m…general-election-XB7aaO87
      Das ist staatliche Zensur zum Machterhalt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von WolfStark ()

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      LightningYu schrieb:

      Das war nicht mein Punkt, sondern es ging mir darum das wenn selbst jemand so großes(und ich spreche nicht von immunität) einfach mal so ein Bann kassiert, hätte Twitter halt theoretisch die macht politische Propaganda zu betreiben wie es ihnen passt.

      Es geht also nicht darum, dass man seine Position berücksichtigen soll, sondern darum, dass man seine Position berücksichtigen soll? :huh: Das er "einfach mal so" gesperrt wurde geht ja nun sehr an der Realität vorbei. Die monatelange Vorgeschichte wurde bereits erwähnt.

      Was soll überhaupt die Angst, Twitter könnte politische Propaganga betreiben? Was ist denn dann das, was Trump gemacht hat? Möchtest du jetzt behaupten, Trump hätte stets politisch neutrale Tweets geschrieben, die niemals ein verfremdetes Weltbild darstellten oder auch nur ein bisschen Empörung anstichelten? Ich sehe hier kein Argument Twitter etwas unterstellen zu können, denn dazu hätte Trump schon unschuldig sein müssen.
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      WolfStark schrieb:

      Die Unfähigkeit diese Regeln, dieses System, das jeder Chat und jedes Forum hat konsequent umzusetzen, hätte beinahe das Ende der U.S. Demokratie bedeutet und die Gefahr eines Bürgerkriegs mit sich gebracht. Die Idee, dass man Demagogie, Hass, Hetze, Lügen nicht verfolgen und ahnden sollte, rettet Demokratie nicht. Sie erhält Demokratie nicht. Es ist das Toleranz-Paradoxon. Universelle Toleranz führt unweigerlich in den Untergang, zu Tyrannei, Unfreheit und Leid.

      de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
      Wer spricht denn von Toleranz? Es ist eine Sache jemand abzuwürgen, oder ihm entschieden und kritisch entgegen zu treten. Das ist auch kein Allheilmittel, aber besser als sich der gleichen Methoden zu bedienen, die man anderen als moralisch verwerflich auslegt. Woher kommen diese tiefen Gräben in den USA wohl? Dort haben wir seit Ewigkeiten ein gegenseitiges Abwürgen, sich nicht mehr zuhören und vollendete Tatsachen schaffen. Die Leute einfach abzuwürgen bringt doch gar nichts. Diese Leute verschwinden nicht und werden sich neue Kanäle suchen, auf die eine Gesellschaft und insbesondere soziale Medien gar keinen Einfluss mehr haben werden. Das wird zwangsläufig so kommen. Am Ende wird auch Herr Trump nicht nur seinen eigenen TV Sender sondern noch seinen eigenen Kurzmitteilungsdienst aufziehen, mit seinen ganz eigenen Spielregeln.

      Die Leute die ihm folgen sind dann weg. Die erreicht keiner mehr. Ich weiß das es auch mit dem Prinzip von Free Speech schwer ist diesem "Lager" beizukommen, aber einfach nur wegsperren, Mauern bauen, usw. hat noch nie in der Geschichte geholfen irgendwelche Konflikte zu lösen.

      Ich bleibe dabei. Es wäre klüger wenn ein Präsident Biden hier einschreiten und eine Hand ausstrecken würde, um wenigstens die Bereitschaft zu zeigen das eigene Land zu einen. Jeder Graben der zusätzlich aufgerissen wird, ist ein Graben den niemand mehr ohne ein Entgegenkommen so schnell zuschüttet. Das wird man auch mit ein bisschen Reden nicht schaffen, aber letztlich liegt ein feiner Unterschied darin ob man um jeden Funken Hoffnung kämpft, oder ob man das Kind komplett in den Brunnen fallen lässt.
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      Wenn Taten keine Konsequenzen haben, ist das Resultat Leid. Wie diese Konsequenzen aussehen, muss man immer sehen, das ist eine andere Frage aber einfach zu sagen, man soll aufeinander zugehen, man soll nicht reagieren, sondern offen sein und wie die Republikaner meinten Einigkeit beweisen, das funktioniert nicht. Das fängt in der Kindheit an und zieht sich bis in die Politik. Appeasement-Politik nennt sich das, was man hier bei Trump und Konsorten verlangt. Diese Appeasement-Politik kann unter Umständen funktionieren, um ein Klima zu verbessern bspw. wenn man an Themen wie Iran, Kuba oder Nordkorea denkt, setzt aber auch ein Handeln voraus, eine sichtliche Verbesserung des Verhaltens. Die Einsicht, dass etwas falsch gelaufen ist und der Wille Fehler nicht erneut zu begehen. WieAppeasement scheitert, hat der Zweite Weltkrieg deutlich gezeigt und aktue sah man es auch in Nordkorea.

      Die Gräben werden nicht geöffnet, sie sind schon da. Und sie sind da, weil man nicht gehandelt hat und sie werden größer, wenn man weiterhin nichts tut. Das einige was man von einer ausgestreckten Hand hier erhält ist ein Messer in den Leib. Diese Hand kann es nicht geben, solange die Gegner der verfassungsrechtlichen Ordnung nicht tatsächlich besiegt sind. Abraham Lincoln selbst hat es angestoßen, die Versöhnung mit dem Süden. Und was hat diese ausgestreckte Hand letztendlich gebracht? Ein weiteres Jahrhundert der Unterdrückung der Schwarzen und eine kontinuierliche Bedrohung durch den politische Extremisten.

      Hier in Deutschland ist es nicht viel anders nach dem Ende der DDR. Man hat zu wenig aufgeräumt, den alten Filz weitestgehend in Ruhe gelassen und die Aufarbeitung nicht mit konsequenter Verurteilung verknüpft. Das ist ein Grund (nicht der einzige) für die Situation in Ostdeutschland.

      Gräben verschwinden eben nicht, wenn man eine Brücke zu denen baut, die nur darauf warten einem den Knüppel über den Kopf zu ziehen.
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      Wieso müssen es immer diese Extreme sein? Bestes Beispiel ist doch der eiserne Vorhang. Wie viele Jahrzehnte an Diplomatie sind da rein geflossen, ehe die Bemühungen Wirkung gezeigt haben? Gräben sind natürlich da, aber wenn man komplett zumacht, oder die Gräben vergrößert, wird das am Ende noch weniger bewirken, während der Versuch alleine es eben durchaus Wert ist. Keiner erwartet deswegen das Morgen alle Händchen halten. Keiner ist auch so naiv sich um den Friendswillen den anderen den Kopf unter den Knüppel zu halten. Auch wenn es temporär nicht möglich ist den Graben zu schließen, sollte man doch niemals den Dialog oder wenigstens den Versuch einstellen, wenigstens eine Brücke offen zu halten. Die kann schließlich irgendwann den Unterschied machen, wie wir bei der Wiedervereinigung, dem Kuba Konflikt oder eben Russland gesehen haben. Irgendwelche Gegner einer Verfassung wird es immer geben. Die kannst Du niemals komplett ausradieren, egal wie hart Du vorgehst. Wenn das im übrigen das erklärte Ziel sein sollte, wird es ohne Gewalteinsatz nicht funktionieren. Wohin uns dieses Denken, eine Gesellschaft vom Kranken und Schändlichen komplett zu säubern schon oft in der Geschichte gebracht hat, sollte wohl jedem bekannt sein. Zumal es höchst subjektiv ist, überhaupt Menschen in unterschiedliche Gruppen zu spalten. Denn die Coleur ist weitaus breiter und bunter, als nur Demokratien gegen Trumpisten.

      Gerade dies wurde einem Joe Biden auch stets als große Stärke angerechnet: Seine Fähigkeit auch Mehrheiten abseits von Parteigrenzen zu schaffen und untereinander auszusöhnen. Ich hoffe das ihm dies in seiner Amtszeit gelingen wird, und auch wenn nicht jeder Graben geschlossen wird, hoffe ich das er Amerika wieder ein Stück mehr einen wird als sein Vorgänger das getan hat.

      Aber ich denke wir drehen uns hier im Kreis. Von meiner Seite ist jedenfalls alles dazu gesagt.

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      Es geht hier nicht darum den Dialog einzustellen. Das tut man derzeit in Washington auch nicht. Es geht um Verantwortung und um Konsequenzen. Es geht nicht um die Verfolgung von Konservativen, sondern um einzelne Konservative inklusive dem Präsidenten und tendenzielle oder ganz reale terroristische Organisationen. Wer gestern die Reden gehört hat, hat dort viele verschiedene Stimmen wahrgenommen under den Republikaner. Man mag mit ihnen nicht übereinstimmen aber die meisten sind keine bösen Menschen. Dann gibt es allerdings Abgeordnete, deren Äußerungen einen ein Schaudern durch Mark und Bein gehen lässt. Zu nennen sind da vor allem Matt Gaetz, Lauren Boebert und Marjorie Taylor Greene, nicht nur falsche Behauptungen und Lügen, sondern angsteinflößendes Gebrüll. Das sind die Probleme der amerikanischen Politik und das sind die Menschen mit denen man nicht reden kann. Wir haben erlebt, dass man den Versuch gewagt hat, eine Wahl faktisch für ungültig zu erklären und die Demokratie damit abzuschaffen. Es gibt Bedrohungen von gewählten Repräsentanten, den Versuch sie zu ermorden, die Planung sie zu entführen und die Rhetorik, die dem Ganzen zu Grunde liegt, die Untätigkeit etwas dagegen zu unternehmen. Stattdessen sind da Menschen wie Lauren Boebert, die selbst mit einer Waffe ins Kapitol gehen wollen und die Sicherheitsmaßnahmen wie derzeit unterlaufen und ablehnen, Politiker mit Verbindungen in das Extreme Milieu, Politiker die dieses Milieu heranzüchten, nähren und letztendlich auch benutzen. Wir sprechen nicht von einer Uneinigkeit darin, ob die Rente um 0.5 oder 1 Prozent steigen soll, wieviele Tage Urlaub besser sind, ob eine Autobahn gebaut werden soll oder nicht.

      Edit:
      Da ich Greene erwähnte, hier mal ein.. interessant möchte ich es nicht nennen, viel mehr ein erschreckender Artikel über das, womit man es in den USA zutun hat washingtonpost.com/nation/2020…eene-georgia/?arc404=true

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      Ich finde das vorgehen von Social Media höchst kritikwürdig. Ich kann da den Film The Social Dilemma auf Netflix nur wärmstens empfehlen. Egal ob Twitter, Instagram, Youtube, Facebook oder sonst etwas. Diese Plattformen leben davon, dass wir mehr Zeit damit verbringen. Ein Mechanismus die Interaktionsdauer zu stärken ist der politische Extremismus.
      Wenn eine Mutter in einer Facebook-Gruppe für organische Babynahrung ist, werden ihr als nächstes Anti-Impfungsgruppen vorgeschlagen, weil das laut Algorhytmin die Gruppen sind, die für eine stärkere Verweildauer auf Facebook sorgen. Danach kommt dann Chemtrails... und so sorgen die Algorhytmen dafür, dass die Leute noch mehr in diese Rabbitholes reinfallen. Von daher sorgen sie allesamt für mehr Fake-News und Radikalisierung. Das wird seit Jahren bewusst in Kauf genommen, wei man weiß, dass es die Nutzungsdauer radikal erhöht. Die jetzigen Gegenmaßnahmen auf Social Media sind der Versuch eben dieser Netzwerke richtiger und notwendiger Regulierung der Politik vorzugreifen, aus Angst, dass es ihnen sonst mehr an die Gurgel geht. Sonst ist man eigentlich ganz froh über all den Dreck auf der eigenen Plattform. Nicht weil man es inhatlich unterstützt, sondern weil es profitabel ist. Trump zu sperren ist der gleiche Opportunismus den auch die Republikaner, die sich jetzt gegen Trump stellen an den Tag legen. Mehr nicht.

      Ich finde es gibt gute Gründe dafür im Sinne der Wehrhaftigkeit der Demokratrie einzuschreiten und es gibt auch welche es nicht zu tun, weil Twitter kein Plattform wie ein Forum ist, die sozialen Medien sind so stark, dass sie schon systemrelevant sind und Einschränkungen sind da auch schon sehr folgenreiche Einschritte in die öffentliche Meinungsbildung. Von daher finde ich es dann schwer zu verteidigen Trump zu sperren, wenn man sonst so gut und vor allem gerne davon profitiert.

      WolfStark schrieb:

      WieAppeasement scheitert, hat der Zweite Weltkrieg deutlich gezeigt und aktue sah man es auch in Nordkorea.
      Nordkorea ist finde ich ein Beispiel dafür wie Appeasement-Politik dringend notwendig ist. Dazu kann ich auch die zweiteilige Arte-Doku "Korea - Für immer geteilt" anschauen. Südkorea hat über Jahre hinweg mühsam mit der Sonnenschein-Politik darum gekämpft, dass die Länder sich weiter annähern. Die Politik zwischen den beiden Korea-Staaten wurde gerade in den 2000ern durch Außeneinflüsse sehr stark gestört. Als Bush Nordkorea zur Achse des Bösen hinzuzählte sind auch viele diplomatische Fäden gerissen. Was aber Jahre hinweg wieder eingebaut wurde.

      Das die Führungsebene Nordkoreas alle wegen erheblichen und massenhaften Verbrechen gegen die Menschenrechte vor ein Gericht gehören ist klar. Nur das weiß die Führungsebene auch selbst. Ein Kim Jong Un will weder wie die ehemalige DDR-Spitze nach einem schlaghaften Zerfall des Staats von Innen ins Exil flüchten oder gar vor solch einem Gericht landen. Weiterhin sieht er auch den Zerfall der Sowjetunion und ihre Politik von Glasnost und Perestroika, die ebenfalls nicht funktioniert hat. Von daher gibt es kein Modell was der Führung Nordkoreas verspricht, dass eine Öffnung möglich ist ohne dass es ihnen an den Kragen geht. Mit Gewalt von außen bekommt man sie so einfach nicht weg, vor allem bei einer Atommacht. Von daher ist Appeasement Politik in dem Fall eine schlechte Lösung aber eigentlich die einzige bzw. dennoch am wenigsten schlechteste.