Einstufung ausstehend: Aktuelle Debatten über die Behörden (USK, PEGI und Co.), Zensuren und Neuigkeiten [Update: 25.07 - Omega Labyrinth erscheint digital im Westen]

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    • Einstufung ausstehend: Aktuelle Debatten über die Behörden (USK, PEGI und Co.), Zensuren und Neuigkeiten [Update: 25.07 - Omega Labyrinth erscheint digital im Westen]

      Eure Meinung zu Altersfreigaben und den aktuellen Ereignissen (Aktueller Poll) 37
      1.  
        - Altersfreigaben sind wichtig, die Behörden sind aber unlängst über ihr eigentliches Ziel hinausgeschossen (22) 59%
      2.  
        - Sämtliche Systeme rund um Altersfreigaben benötigen eine Revision (11) 30%
      3.  
        - Fremde Individuen entscheiden, welches Spiel ich spielen darf und welches nicht? (9) 24%
      4.  
        - Altersfreigaben interessieren mich nicht, da ich alt genug für jedes Spiel bin (9) 24%
      5.  
        - Altersfreigaben sind pflicht und danach sollte sich jeder richten (4) 11%



      Es gibt bestimmt bereits einen Thread, der sich mit der USK befasst, ich habe aber was anderes mit dem Thread vor (und Mithilfe ist wie immer gerne erlaubt, um das Thema aktuell zu halten). Sinn des Threads ist es, alle bekannten Behörden rund um Altersfreigaben näher zu bringen, die Behörden und ihre Prüfvorgänge zu erklären. Da reicht es von altertümlich (USK), bis zu völlig abgedreht (CERO). Das ganze hier soll natürlich keine Hasstirade gegen die USK werden, sollte das Thema in solche Bahnen lenken, werde ich vermutlich beantragen, den Thread schließen zu lassen. Wichtig ist es, in die Debatte zu finden, und die wird von den Behörden, egal ob Deutschland, USA oder Japan, selbst befeuert mit der immer wieder gleichen Philosophie: "Die Behörden zensieren keine Spiele".
      Während der Spruch eine absolute Tatsache ist, ist es dennoch nichts weiter als heiße Luft, denn um kommerziell erfolgreich zu sein, braucht man heutzutage eine komfortable Altersfreigabe und der Entwickler hat manchmal kaum eine andere Wahl, als sich dem Publisher zu beugen, um die bestmögliche Altersfreigabe zu erhalten. Änderungen und zusätzliche Zensuren sind somit vorprogrammiert.

      Die Idee für den Thread gab mir nicht einmal das aktuelle Thema rund um die USK, sondern ein übersetztes Interview mit einem hochrangigen Mitglied der japanischen CERO, Kazuya Watanabe. In dem Interview mit 4Gamer geht es unter anderem darum, warum westliche Spiele in Japan häufig die höchste Altersfreigabe erhalten oder nachträglich für den japanischen Markt angepasst werden müssen oder unter Umständen erst gar nicht erscheinen.

      Daher würde ich die CERO auch gerne als primäres Gesprächsthema mit einbinden.

      Doch zuvor erst einmal ein kleines Behörden-101.


      Wer sind die bekanntesten Behörden, wenns um Altersfreigaben geht?

      Deutschland: USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Gründung: 1994

      Nordamerika: ESRB (Entertainment Software Rating Board). Gründung: 1994

      Australien und Neuseeland: OFLC (Office of Film and Literature Classification). Gründung: ???

      Japan: CERO (Computer Entertainment Rating Organization). Gründung: 2002

      Europa: PEGI (Pan European Game Information). Gründung: 2003


      Wer sind die härtesten Vertreter dieser Behörden?

      Alle Behörden haben ihre Eigenarten, auch die ESRB und die PEGI sind bekannt, relativ kleinlich sein zu können. Für Aufsehen sorgt aber stets die USK, die OFLC und die CERO. Die USK war besonders in den 90ern und Anfang der Jahrtausendwende ein unangenehmer Gegner für Publisher und Entwickler. Ähnlich agiert die OFLC, die jedoch noch strikter als die USK ist und erst seit einigen Jahren überhaupt eine "R18+" Freigabe anbietet. Trotzdem erhalten noch immer zahlreiche Videospiele in Australien und Neuseeland keine Altersfreigabe. Besonders abgesehen hat es die OFLC auf Spiele mit sexuellen Inhalten. Als nächstes kommt auch schon die CERO aus Japan, die 2003 gegründet wurde. Einer der Hauptanstöße für die Gründung der Behörde waren die Kindermorde von Kobe, wo ein 14 jähriger Schüler zwei Grundschüler auf brutale weise ermordet hat. Diese und viele weitere blutige Taten wie das berüchtigte "Sasebo Slashing" aus dem Jahre 2004, wo eine 11 jährige Schülerin ihre 12 jährigen Klassenkameradin grausam in der Schule erstochen hat. Aus diesen Gründen sieht man in japanischen Spielen extrem selten, dass man Gegner unter anderem Körperteile abtrennen kann. Solche Inhalte werden meistens mit einem Z-Rating (ab 18) oder einer Verwehrung der Freigabe geahndet. Eine hohe Altersfreigabe erreichen auch sexuelle Inhalte. Nacktheit ist verboten in von der CERO geprüften Spielen.

      Wie sehen die Prüfverfahren der Behörden aus?

      Jede Behörde setzt auf eigene, einzigartige Prüfverfahren. Am aufwendigsten dürfte das Prüfverfahren der USK sein, wo das jeweilige Gremium jedes Spiel selbst spielt und, laut ihren eigenen Angaben, durchspielt um sich ein endgültiges Urteil erlauben zu können. Die ESRB aus Nordamerika bewertet anhand von Videoclips, die sie von den Publishern zugesandt bekommen. Die ESRB setzt selbst keine Hand ans Spiel an, durch das Prüfverfahren der ESRB sind schon so manche Leaks zustande gekommen.
      Die CERO aus Japan setzt auf ein ähnliches Model wie die ESRB, nämlich Videoclips, prüft allerdings komplett anders und lässt die Inhalte von Menschen aus dem Volk bewerten (circa 3 Prüfer pro Spiel, Aufwandsentschädigung für die Prüfer, Teilnahme ab 20 Jahre).

      Was die Publisher in Europa wollen

      Die Publisher wollen für den europäischen Markt ein einheitliches Rating-System. Mit der PEGI hat man auch einiges an Zuspruch erhalten. Die britische BBFC hat sich relativ schnell davon verabschiedet, keine Videospiele mehr zu prüfen und diese Aufgabe der PEGI überlassen. Videospiele in Großbritannien werden also von der PEGI geprüft. Viele Publisher gaben ihre Unzufriedenheit preis, dass in Deutschland immer noch eine eigene Behörde Videospiele prüft. Aus kommerziellen Gründen (Geld für die Prüfung) und aus praktischen Gründen. In Deutschland ist jedoch auch in absehbarer Zeit nicht das Ende der USK in Sicht. Die Freigaben der PEGI haben in Deutschland keinen Wert.

      Welche Inhalte werden geprüft?

      Die USK prüft beispielsweise keine digitalen Inhalte. Theoretisch wäre es möglich, ungeprüfte Inhalte in den Konsolen-Stores zu veröffentlichen, sowohl Sony, Nintendo als aber auch Microsoft bestehen darauf, dass nur Inhalte mit einer Altersfreigabe im Store landen. Dies hat aber mehr mit den Entscheidungen der 3 großen Hersteller zu tun und wird auch international so gehandhabt. Die CERO tanzt hier wieder etwas aus der Reihe. Die Japaner prüfen hauptsächlich Konsolen-Titel, dafür aber nur ausgewählte PC-Spiele und digital angebotene Videospiele. DLC werden von der CERO nicht bewertet, weshalb ein "Uncut DLC" für The Evil Within in Japan möglich war, der das Spiel jedoch immer noch nicht "Uncut" gemacht hat.


      Die Websiten der Behörden, bei denen man aktuelle oder auch ältere Titel in ihrer Online Datenbank nachschlagen kann:

      USK: Link
      ESRB: Link
      OFLC: Link
      CERO: Link
      PEGI: Link


      Medien

      Mini Doku über die Gründung der ESRB von Gaming Historian (Englisch, sehr empfehlenswert, großartig recherchiert)

      [Youtube]https://www.youtube.com/watch?v=Wv3HDVd22P8[/Youtube]


      Aktuelles Thema: Das Prüfverfahren der japanischen CERO gewährt neue Einblicke in das System der japanischen Behörde

      Übersetztes Interview eines Gesprächs zwischen 4Gamer und der CERO (Englisch)

      Da das Interview doch recht lang ist, kann ich leider keine deutsche Übersetzung anfertigen, da mir dazu Nerv und Zeit fehlt :D Ok, eher der Nerv^^
      Wer Englisch jedoch beherrscht, eure Zeit wird sicherlich nicht geraubt. Das Interview gibt einen sehr interessanten Einblick in ein völlig kurioses Prüfverfahren, dass nicht nur für teilweise absurde und strenge Altersfreigaben in Japan sorgt, sondern das Prüfverfahren auch teilweise die westlichen Spiele daran hindert, sich in Japan zu etablieren da aufgrund der vielen hohen Freigaben und Verweigerungen seitens der CERO kaum eine wirklich faire Beurteilung möglich ist.


      Da das Thema erneut eine unglaubliche Relevanz gewonnen hat, wäre es natürlich schön, wenn es eine kleine Debatte gibt und der Thread nach und nach ergänzt wird, auch um neue News rund um Zensuren aus aller Welt und Verweigerungen von Altersfreigaben. Das Thema ist etwas mürb und trocken, aber sicherlich nicht unwichtig. Ich werde jedenfalls versuchen, den Thread aktuell zu halten.

      Wer was dazu beisteuern will: Censored Gaming darf gerne als Quelle benutzt werden, aber bitte nicht alles 1:1 kopieren. Danke : )
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      Dieser Beitrag wurde bereits 20 mal editiert, zuletzt von Somnium ()

    • Ich denke mal die Meisten, die mich kennen wissen, was ich über die USK halte.
      Dank der USK kaufe ich mir ja Spiele nur noch im Ausland, weil ich mir von so ein
      dahergekommener Verein nicht vorschreiben lasse, was ich spiele oder besser
      gesagt, welche Version ich spiele. Für mich gilt eh Zensur jeglicher Medien, als
      Zerstörung des eigentlichen Werk. Finde das Jugendschutzgesetz in sachen Filme
      oder Videospielen, zur unnötigsten sache aller Zeiten. Bei Alkhol, Zigaretten usw
      ist es verständlich. Aber nicht bei Unterhaltungsmedien. Ich unterschreibe ja auch
      jede Petition, die das PEGI-System nach De bringt. :D

      Um es Kurz zu sagen, ich bin ein Feind jeglicher Zensur von Spielen, Filme, Bücher
      und anderen Unterhaltungsmedien.
      Bedenkt man die wunderbare Komplexität des Universums, seine Perfektion, seine Ausgewogenheit in allen Dingen – Materie, Energie, Gravitation, Zeit, Dimension – muss ich einfach annehmen, dass unsere Existenz viel mehr ist, als Philosophie in ihr sieht. Das was wir sind, übertrifft alle Maßstäbe, die wir uns mit unserem mathematischen Denken vorstellen können. Unser Dasein ist Teil eines Ganzen, das wir mit unserem Verstand, unserer Erfahrung nicht erfassen können.
      -Picard-

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DarkJokerRulez ()

    • Jugendschutz ist schon ein wichtiger Aspekt bei Videospielen, wobei da aber auch viel Verantwortung bei den Eltern liegt. Habe neulich auf reddit einen Post gelesen, wie ein Kerl den fünfjährigen Sohn seines Freundes "traumatisiert" hat, weil der ihm beim Spielen von Shadows of Mordor (a.k.a. herumfliegende abgetrennte Orkköpfe im Sekundentakt) zugesehen hat. Da kann dann auch keine Behörde mehr helfen. Behörden sollten da eher Aufklärungsarbeit bei den Eltern leisten, damit diese Titel und deren Inhalte und eventuelle Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche besser einschätzen können. Aber bis so ein Umdenken stattfindet, wird noch eine Menge Zeit vergehen.

      Eine Frage hätte ich zu CERO: diese beanstandet ja auch sexuelle Inhalte, wie du schreibst. Wie verhält sich denn das mit dem Eroge-Markt in Japan? Ist der weitgehend unreguliert oder wird da dann einfach raubkopiert wie bescheuert? Eroges machen ja doch einen großen Teil vom PC-Markt aus (oder ist das nur ein Vorurteil?), wie reagieren die Publisher solcher Spiele auf so eine Kontrollbehörde?
    • Meiner Meinung nach ist das größte Problem einfach, dass man einem die eigenen Wertvorstellungen versucht aufzuzwingen. Nur weil bei ison Hampel bei der USK, irgendeine Gewaltdarstellung oder irgendein sonstiger Inhalt, nicht in seine eigene Moralwelt passt, bedeutet das nunmal nicht, dass es bei jedem anderen Menschen auch so ist.
      Deshalb ist es eben ein schwieriges Thema, weil jeder Mensch nun einmal individuell ist. Da kann und darf man einfach nichts verallgemeinern. Diese Institutionen tuen dies jedoch. Sie verallgemeinern. Da liegt eben der große Fehler meiner Ansicht nach.
      Ich persönlich empfinde diese Einstufungen eher als Richtlinien. Damit Eltern eben eine ungefähre Vorstellung haben, was in dem jeweiligen Produkt vorkommt und so selber entscheiden können, ob das Kind fähig ist damit umzugehen oder nicht. Dazu muss man natürlich das Kind gut kennen und eben auch viel beobachten, wie es bei welchen Dingen reagiert. Klar ist das viel Arbeit. Klar haben da viele Eltern kein Bock drauf, wenn sie nachm harten Arbeitstag nach Hause kommen und das Kind dann noch herumnervt. Aber das ist nunmal die schwere Bürde des Elterntums^^

      Dazu bin ich auch der Meinung, dass es KEIN Argument gibt auf der Welt, welches es rechtfertigt ein Spiel, Film, was auch immer, sogar zu verbieten. Das find ich absolut unrecht und verstößt einfach gegen Grundrechte, da einem so die Freiheit geraubt wird. Sei es als Mitwirkender am jeweiligen Produkt, wo einem die kreative Freiheit geraubt wird oder aber als normaler Konsument, dem die Entscheidungsfreiheit geraubt wird.

      Also kur und knapp bin ich der Meinung. Die Einstufungen, sollten nicht mehr wie ne Art "Gesetz" gelten, sondern einfach nur als Richtlinien und Empfehlungen, denn mehr sind diese in Wirklichkeit nicht. Dazu sollte, anstatt Medien zu verbieten, von mir aus noch ein "ab 21" Siegel eingeführt werden, oder was besser wäre, ne Art Sondersiegel, die das eben wiederspiegelt, dass dieses Medium niemandem empfohlen wird, aufgrund, was weiß ich, jedoch eben dennoch für jeden ganz stink normal zu erwerben ist. Bei Kindern bzw Minderjährigen, kann man von mir aus ja gerne weiterhin "nur bei Beisein eines Erziehungsberectigten" machen, da gerade jüngere Kinder noch zu dumm sind, um sich über sowas Gedanken zu machen.^^

      Ist natürlich schon ne komplexere Thematik. Die Abschaffung der USK und zum übergang zur PEGI für ganz Europa wäre zumindest bei uns wneigstens schonmal ein Anfang aber da Deutschland ständig ne Extrawurst braucht, um zu zeigen wie toll und besonders man ist, wird das wohl niemals passieren^^

      (Ich glaub, gerade das mit dem Sondersiegel hab ich mega dämlich formuliert, hoffe aber, dass trotzdem verstanden wird, was ich meine xD)


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    • Und wieder einmal fällt im Zusammenhang mit den Einstufungsbehörden der Begriff der "Zensur", dabei haben diese Behörden de jure keine Berechtigung zur Durchführung zur Zensur, die in Deutschland ohnehin nach Art. 5 GG nicht stattfinden darf. Den Herstellern liegt es frei, ob sie ihre Inhalte zum Zweck des Erreichens einer niedrigeren Stufe oder Vermeidung eines Verkaufsverbotes (oder in abgemildeter Form, einer Indizierung) schneiden möchten und in dem Fall liegt die Last eindeutig bei ihnen. Das ist zwar auch nicht schön, aber wenn man dadurch dann wieder endlose Pseudodebatten über die "Moral" (was ja in Zeiten des neu gefundenen Rechtsaußenfaschismus wieder en vogue zu sein scheint) in solchen Medien vermeiden kann, weil Mami und Papi zufällig das Cover vom Manga gesehen haben und darauf eine Schülerin ihren Schlüpper zeigt, obwohl das mit dem Inhalt nur marginal zu tun hat.

      Dabei muss man aber auch klar sagen, dass alle Medien in irgendeiner Kapazität Einfluss auf den Menschen haben können. Egal, ob es nun komplexe künstlerische Werke sind, Informationsmedien oder so etwas rudimentäres wie Alltagssprache. Der Grad des Einflusses ist natürlich variabel und hängt von verschiedenen Faktoren ab - Grad der Alphabetisierung, Stand der geistigen Entwicklung, Zustand des sozialen Umfeldes - aber zu behaupten, es gäbe gar keinen Einfluss ist, und ich weiß ich wiederhole mich, naiv und historisch betrachtet falsch. (Umgekehrt gilt der gleiche Schluss btw.)

      Zu den aktuellen Begebenheiten (womit sicher die Verweigerung der Einstufung von Valkyrie Drive: Bhikkuni und Criminal Girls 2 gemeint ist) kann ich von meiner Seite nur sagen, dass es der USK frei steht, Einstufungen zu verweigern. Man kann dort nun sicherlich auf ältere Fälle verweisen, aber die Zeit und die soziopolitischen Einflüsse ändern die Sicht auf bestimmte Inhalte konstant. Wäre man allgemein so strikt mit der USK und deren "Konsistenz", dann wäre der neueste Doom-Titel sicher entweder massiv geschnitten oder gar indiziert (wobei dies ja nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der USK fällt, sondern den der BPjM).

      Inwiefern allgemein staatlich verordnete Kontrolle von Medien nun richtig ist, muss man dahingestellt lassen. Mit Sicherheit ist es akzeptabel, die Verbreitung von Werken, welche dem Aufruf zu Straftaten dienen oder durch ihre Existenz strafbar sind (z.B. Üble Nachrede oder der Verweis auf eineindeutigen Kindesmissbrauch), juristisch einzudämmen. Jenseits dessen existiert aber eine massive, stets fluktuierende Grauzone, welche die Institutionen primär manövrieren müssen und sich der generelle Konsens, was gesellschaftlich akzeptabel ist, konstant ändert.

      Gleichzeitig muss man aber auch beachten, dass ein Spiel, nur weil es eine bestimmte Altersfreigabe hat, nicht direkt für diese Altersgruppe geeignet ist. Es gibt USK-0-Titel, die ein Kleinkind dennoch nicht spielen kann, weil der Grad der Alphabetisierung noch nicht weit genug fortgeschritten ist. Die Agenturen prüfen zur Zeit primär auf graphische Inhalte, geben aber keine bzw. nur wenig Auskunft darüber, inwieweit der Titel auch in anderen kognitiven Aspekten für Kinder geeignet ist (auch wenn es dafür private Institutionen gibt, die aber nicht ansatzweise die Reichweite der USK haben).

      Zum Eingangspost ergänzend muss ich noch auf die seit drei Jahren existierende International Age Rating Coalition (kurz IARC) eingehen, die anstrebt, gemeinsame Standards in der Einstufung von Spielen zumindest in der westlichen/westlich beeinflussten Welt (derzeitige Mitglieder umfassen neben der ESRB, der USK, der PEGI und dem ACB auch die brasilianische Classificação Indicativa (ClassInd) - aber nicht die japanische CERO) zu erarbeiten und internationale digitale Veröffentlichungen auf diese Weise zu erleichtern. Derzeit arbeitet man in diesem Bereich auch mit Google, Nintendo und Microsoft zusammen - aber nicht mit Apple und Sony. Diese haben dadurch aber einen Nachteil auf dem brasilianischen Markt, da eine Einstufung durch die ClassInd für alle Titel - retail und digital - gesetzlich vorgeschrieben ist und ansonsten der Verkauf nicht erlaubt wird. Apple, die gerne ihr eigenes System am Laufen haben wollen, haben in diesem Fall beschlossen, sich nicht auf den brasilianischen Markt zu begeben.

      @Falukoorv: Die Einstufung von PC-Spielen in Japan wird durch eine separate Kommission, die Ethics Organization of Computer Software (EOCS), vorgenommen. Darunter fallen auch Eroge (Sony verbietet ja grundsätzlich den Verkauf von R18-Versionen auf ihren Konsolen).
    • Bin prinzipiell auch kein Freund der Zensur von Videospielen (bzw. Kunst allgemein), aber da ich nie besonders auf Games abgefahren bin, die sich primär über ihre Brutalität definieren (davon abgesehen aber relativ kindisch sind), kamen mir USK und Co. noch nicht groß in die Quere.
      Es gibt mitunter schon sinnvolle Kriterien (z.B.: Gewaltverherrlichung) für bestimmte Altersfreigaben, aber die sollten dann nicht allzu kleinlich ausgelegt werden - genau die Gefahr sehe ich aber heutzutage, weil wir hierzulande in einem Zeitalter des "Tugendterrors" leben und unsere mental kaum noch belastbare, postmoderne Gesellschaft hinter jeder Kleinigkeit eine "Traumatisierung" befürchtet. Und der komplette, neu erwachte Sexismusquatsch (wo unverbesserliche SJWs sich die Welt eine ganze Ecke einfacher machen als sie jemals war und Probleme heraufbeschwören, die in Wahrheit nicht in relevanter Quantität existieren) setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
      Für Leute, die in kriegsgebeutelten Ländern leben, dürfte sich die deutsche Auffassung von "kindeswohlgefährdend" geradezu lächerlich anhören. Dort wäre man wahrscheinlich froh, wenn es brutale Straßenschlachten nur in Videospielen und nicht im realen Leben gäbe.
      "Now your're in the unknown
      Your name's written in stone
      I just want you to know
      You really had meaning"
      (Jarno Perätalo)

      In loving memory of Andreas "Männing" Männer (05.01.1963 - 10.08.2019)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • Zu Weirds Einfall mit einer weiteren Freigabe (hier in Deutschland haben wir ja seit Gründung der USK die gleichen Level an Freigaben, während es bei den anderen Behörden immer mal Revisionen gab), zum Beispiel der "Ab 21", das haarsträubende ist ja, so eine Altersfreigabe bedarf es gar nicht. Du bist mit 18 Jahren in Deutschland volljährig. Eine weitere Freigabe, also quasi eine Bevormundung Volljähriger, die würde wenig Sinn machen im System der USK. Es ist bereits eine Sache, für Volljährige zu entscheiden und immer noch zu sagen: "Dieser und Jener Titel sind nicht für Leute über die Volljährigkeit geeignet". Dieses Problem hat man dann aber auch mit den anderen Behörden, wie der OFLC oder der CERO, die Freigaben komplett verweigern und der jeweilige Titel in diesem Land dann gar nicht erst veröffentlicht wird (Deutschland und Australien: Criminal Girls 2 und Valkyrie Drive, Japan: Mortal Kombat X). Wobei man aber auch sagen muss, sowohl NISA als auch PQube haben Criminal Girls 2 und Valkyrie Drive in Australien gar nicht erst zur Prüfung vorgelegt, weil sie wussten, wie das Ergebnis ausfallen wird. Und Mortal Kombat X kann man sich als Import zum Beispiel von Amazon Japan bestellen, dort ist der Artikel auch lagernd. Genau so kann man es aber auch mit Criminal Girls 2 und Valkyrie Drive bei uns machen. Seit es PEGI-Versionen gibt, hindert eine verwehrte Freigabe der USK niemanden mehr daran, den Titel ganz normal Online bestellen zu können, sofern er nicht indiziert wird. Aber um auf das eigentliche Thema zurückzukommen: Eine weitere Freigabe würde die USK nicht bringen, da man mit 18 bereits die Volljährigkeit besitzt. Umso abstruser ist es halt, dass gewisse Spiele immer noch nicht bei uns erscheinen, obwohl ja nun viele Jahre ruhe war. Aber sobald etwas als jugendgefährdend angesehen wird, hat man halt das recht, die Freigabe zu verweigern.

      Um auf AnGer's Punkt nochmal zurückzukommen und auch nochmal zu bestätigen: Die Behörden haben kein Recht dazu, Videospiele zu zensieren. Das ist ein Grundsatz, der bei jeder Behörde der selbe ist. Im Interview mit dem CERO Repräsentant bestätigt der diesen Punkt auch noch einmal deutlich. Allerdings, und das habe ich ja auch geschrieben, drängen einen die Behörden mit ihren Verweigerungen oder hohen Freigaben oftmals dazu, etwas an den Spielen zu verändern. Theoretisch kann der Publisher darauf pfeifen sofern die Freigabe nicht komplett verweigert wird, aber hier spielt auch der kommerzielle Aspekt eine Rolle. Wobei eine hohe Altersfreigabe bei Videospielen noch lange nicht so entscheidend ist wie bei Filmen. Wobei aktuelle Filme ja immer wieder bewiesen haben in letzter Zeit, dass ein PG-13 bei Filmen die ein R-Rating verdient hätten, sich auch nicht wirkich ausgezahlt hat.

      Die Freigaben der USK waren übrigens über viele Jahre nur Empfehlungen. Glaube bis Erfurt war das sogar so. Und dennoch habe ich damals im Einzelhandel nie ein Spiel bekommen, was ab 16 oder 18 war. Bereits damals waren die Verkäufer angewiesen darauf, auf so etwas zu achten. Und da hatte Deutschland noch kein Problem mit jungen Amokläufern, die erst nach der Jahrtausendwende aus ihren Löchern hervorgetreten sind un diese ganze "Killerspiel" Debatte aufgekommen ist.

      Zensuren exklusiv für Deutschland gehören auch der Vergangenheit an. Damals wurde vermutlich jeder dritte Titel in Deutschland zensiert. All das hat sich geändert. Zum einen weil sie USK aber auch die FSK lockerer geworden sind. Zahlreiche Videospiel- und Filmklassiker wurden vom Index gestrichen (durch Listenstreichung, Ablauf der Sperre oder durch Anträge des Lizenzinhabers), und auf einmal kommen hier auch Spiele wie Mortal Kombat X und das neue Doom raus. Die aktuellen Entscheidungen um die bereits erwähnten Criminal Girls 2 und Valkyrie Drive werfen die USK mal wieder zurück, was ich aber sehr schätze (stand jetzt) ist, dass die Behörden in Deutschland nach München nicht wieder in Panik verfallen sind, quasi der neu entfachten Debatte um "Killerspiele", die von de Maizière ausging, trotzten und es nun nicht wieder neue, strengere Reformen gibt. Aber gut möglich, dass sich da hintern Vorhang gerade was tut. Vielleicht werden die Siegel der Altersfreigaben noch größer und vielleicht werden wieder einmal die üblichen Verdächtigen an Videospielen keinen Platz mehr in deutschen Regalen finden.

      Aktuell sehe ich da aber noch keinen Grund, in Panik zu verfallen. Gut möglich, dass es ein und die selbe Person war, die Criminal Girls 2 und Valkyrie Drive getestet hat und mit solchen Titeln ein Problem hat.
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    • Eine weitere Freigabe würde die USK nicht bringen, da man mit 18 bereits
      die Volljährigkeit besitzt. Umso abstruser ist es halt, dass gewisse
      Spiele immer noch nicht bei uns erscheinen, obwohl ja nun viele Jahre
      ruhe war. Aber sobald etwas als jugendgefährdend angesehen wird, hat man
      halt das recht, die Freigabe zu verweigern.
      Ja das ist klar. In der Richtung meinte ich es jetzt auch nicht^^ Das war jetzt nur als Beispiel, weil mir keine bessere Formulierung einfiel xD Viel mehr meine ich eben, dass man von diesem Vorschriften System wegkommen sollte und es mehr in ein "Empfehlungs System" umwandeln sollte. Da kann man dann ja gerne nen extra Sticker mit "keine Freigabe" raufpacken, jedoch würde es dann dennoch ganz normal erwerblich sein und fertig. Sowas meint ich da eher. Klar ist aber auch, dass sowas niemals passieren wird. In nem Land wo sich sone "Mafia" wie die GEZ durchsetzt, ist es sehr unrealistisch an sowas zu glauben aber es wäre meiner Ansicht nach einfach der Idealfall, wo eben weiterhin Jugendgefährdete Inhalte beurteilt werden, woran sich jeder halten kann aber eben nicht muss und vorallem dahin, dass nichts mehr verboten werden würde. Mir gehts eben in erster Linie einfach darum nen Weg zu finden, wie man einfach nichts mehr verbieten muss, ohne dass da ison Moralprediger gleich nen Herzkasper bekommt, da dieser noch immer in der Vergangenheit lebt oder den Stock nicht rausgezogen bekommt :D
      In anderen Ländern gibts für sowas vielleicht ne höhere Chance^^

      Die Freigaben der USK waren übrigens über viele Jahre nur Empfehlungen.
      das muss aber schon Ewigkeiten her sein und vor meiner Kindheit gewesen sein xD Da kamen ja auch Polizisten mal zur Schule und erklärten, dass man sich strafbar macht, wenn man Minderjährigen ab 18 DVDs verkauft^^
      Wobei deine Schilderung aber auch eher nach ner "Schein-Empfehlung" wirkt, quasi nach dem motto, wir tun so als ob, damit die Leute ihre Fressen halten, denn es merkt doch eh keiner, dass es nur nen Schwindel ist :D Aber das jetzt natürlich nur ne Vermutung aufgrund deiner Schilderung. Weiß ja nicht, wies zu der Zeit war, die du meinst^^

      was ich aber sehr schätze (stand jetzt) ist, dass die Behörden in
      Deutschland nach München nicht wieder in Panik verfallen sind, quasi der
      neu entfachten Debatte um "Killerspiele", die von de Maizière ausging,
      trotzten und es nun nicht wieder neue, strengere Reformen gib
      Ich denke aber, dass es heutzutage auch viel schwerer ist die Schuld ganz allein auf Videospiele zu schieben, einfach, weil es mittlerweile um Alltag dazu gehört. Es ist von der Gesellschaft akzeptiert und dieses ganze "Nerd" Bla ist ja sogar Trend geworden. Es ist halt leichter ner Nische gegens Bein zu pissen, als dem Mainstream^^


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    • @Weird

      Die neuen USK und FSK Freigaben sollen ja dafür sorgen, dass nur noch die Behörden entscheiden und die bereits von dir erwähnten Hampelmänner gar nicht mehr erst irgendwelche Beschwerden einreichen können. Videospiele und Filme können nicht mehr nachträglich indiziert oder beschlagnahmt werden (bestimmt gibts krasse Ausnahmen). Spiele, die hier keine Freigabe erhalten, damit will man uns weniger ärgern als viel mehr das Gesetz befolgen. Denn die Prüfer von Criminal Girls 2 und Valkyrie Drive sehen hier einen Gesetzesverstoß. Und genau darauf stützen sie sich leider.

      das muss aber schon Ewigkeiten her sein und vor meiner Kindheit gewesen sein xD Da kamen ja auch Polizisten mal zur Schule und erklärten, dass man sich strafbar macht, wenn man Minderjährigen ab 18 DVDs verkauft^^


      Die Freigaben der FSK waren schon immer bindend und keine Empfehlungen. Kinofilme, Verleih und Heimkino hatten immer fest vorgeschriebene Altersfreigaben. Videospiele hatten hingegen, wie ich schon geschrieben habe, bis nach dem Amoklauf von Erfurt keine bindenden Freigaben. Das erkennt man auch daran, dass auf den Freigaben bei Filmen immer "Freigegeben ab" und Videospielen, den alten USK-Logos "Geeignet ab" stand. Trotzdem waren die Empfehlungen der USK in den 90ern für Einzelhändler der Maßstab. Es gab noch die ELSPA Freigaben damals, die aber niemand wirklich ernst genommen hat.

      Als die USK Freigaben noch Empfehlungen waren, hatten wir einen kleinen Games-Shop hier in Dortmund, der hat das selbst gehandhabt wem er was verkauft. Spiele bis 16 verkaufte er an jedem, Spiele ab 18 und die indizierten Titel unterm Ladentisch verkaufte er nur an Volljährige oder, ausnahmsweise auch mal mit Vollmacht eines Erziehungsberechtigten. Sowas wäre heutzutage undenkbar. Mittlerweile tragen Videospiele und Filme aber sowieso die gleichen Logos, die Freigaben sind also alle bindend und nicht in Frage zu stellen, denn man kann nichts an ihnen mehr ändern wenn die Titel einmal geprüft sind.
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    • Videospiele und Filme können nicht mehr nachträglich indiziert oder beschlagnahmt werden (bestimmt gibts krasse Ausnahmen)
      da fällt mir sofort mad world für wii ein, welches nachträglich verboten wurde. Ich hatte es damals nämlich aus der videothek noch normal bekommen und zwei, drei jahre später oder so, als ichs endlich kaufen wollte, gabs das bei uns gar nicht mehr im lande und ich musste es importieren :D find ich immer noch so lächerlich die aktion^^

      aso ok nur bei videospielen. Hmm da weiß ich einfach nicht mehr wies bei mir war, da ich eh nur selten spiele bekam aber das ist durchaus interessant und zeigt auch wie komplex das thema dann doch wieder ist


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    • Ich wusste gar nicht, dass Mad World nachträglich noch indiziert wurde. Bei Mad World war es so, Sega hat das Spiel nie bei der USK zum prüfen eingereicht, weil sie wussten, dass das keine Freigabe erhalten wird. Ich hatte es, da hatte ich noch Zivildienst gemacht, damals in Bochum bei Primal Games gekauft, allerdings weiß ich nicht, obs da bereits indiziert war und ob es unterm Ladentisch verkauft wurde.

      Wenn es keine deutsche Version gibt, kann die USK natürlich auch ausländische Fassungen indizieren. Es muss nur wer einen Indizierungsantrag für die Österreichische Version einreichen, wenn die USK den Titel dann indiziert sind meines Wissens nach auch alle anderen Versionen wegen Inhaltsgleicheit.

      Zum Thema Inhaltsgleicheit listet die Bundesprüfstelle den passenden Eintrag:

      bundespruefstelle.de/bpjm/Aufg…nhaltsgleiche-medien.html

      Die OGDB listet für Mad World folgenden Vermerk:

      Zensur-Informationen:

      Indizierung EU-Version:
      BAnz. Nr. 79 vom 28.5.2010 (Liste A)


      ogdb.eu/index.php?section=game&gameid=26560

      Ein Blick in die OGDB ist auch immer wieder interessant, besonders, wenn man nicht weiß, wie es um einige Titel steht.

      Durch die neuen Freigaben ist von dieser Komplexität aber auch vieles abhanden gekommen zum Glück. Mad World hat es erwischt, weil es nie mit einer Freigabe versehen wurde. Überhaupt scheint die BPjM kein großes Interesse an Mad World gehabt zu haben, der Titel steht nur auf Liste A. Würde der Titel auf Liste B stehen, könnte theoretisch ein Beschluss zur Beschlagnahme erfolgen und somit wäre der Verkauf in Deutschland verboten (wie Dead Rising 1 und Dead Rising 2 zum Beispiel).
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    • Neuigkeiten 30.10.16


      Wie vermutlich einige schon mitbekommen haben, hier aber noch einmal verewigt:

      - Resident Evil VII erscheint völlig unzensiert in Deutschland (Keine Jugendfreigabe). Als Master dient die Grotesque Version, die in Japan neben einer zensierten Version erscheinen wird.

      - Killing Floor 2 erscheint ebenfalls unzensiert in Deutschland mit "Keine Jugendfreigabe". War nicht unbedingt zu erwarten.

      Kuriosum:

      Das jetzt in Japan veröffentlichte Sword Art Online: Hollow Realization ist unzensiert erschienen, wurde aber durch den Day 1 Patch zensiert (Capcom like). Betroffen ist eine Badeszene, wo Kirio, nur bekleidet mit einem Badehandtuch, und ein weiblicher Charakter, komplett nackt, ihren Rücken einseift. Nach der Änderung: Kirio trägt nun eine Badehose und der Dame hat man einen Bikini spendiert. Da das Spiel unzensiert in Japan durch die CERO freigegeben wurde, scheint die nachträgliche Zensur keinen Sinn zu ergeben. Der wahre Grund wird aber wohl sein, der Titel erscheint nun auch in einigen Tagen bei uns und mir großer Wahrscheinlichkeit werden wir den selben Day 1 Patch erhalten. Gut möglich, dass Bamco eine international einheitliche Version im Sinn hat und somit einen weiteren Aufschrei aus dem Westen vermeiden will. Da Sword Art Online ein bekanntes Franchise ist, könnte man wohl damit rechnen, dass sich bestimmt einige Gruppierungen stark über die Szene aufregen werden.

      Hier der Vergleich:



      Wird keinem den Spaß rauben, Patch-Zensuren scheinen seit Street Fighter V aber ein Trend zu werden.
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    • Immerhin kann man scheinbar die Zensur umgehen, wenn man auf den Day-One-Patch verzichtet. Sollte sich "Sword Art Online: Hollow Realization" auch ohne diesen halbwegs gut spielen lassen, würde ich jedem raten, genau das zu tun - ist doch eine solide Form von Protest, wenn der Hersteller auf seinen Patches sitzen bleibt. Hauptsache, das Spiel installiert seine Patches nicht automatisch...
      "Now your're in the unknown
      Your name's written in stone
      I just want you to know
      You really had meaning"
      (Jarno Perätalo)

      In loving memory of Andreas "Männing" Männer (05.01.1963 - 10.08.2019)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • Kelesis schrieb:

      Immerhin kann man scheinbar die Zensur umgehen, wenn man auf den Day-One-Patch verzichtet. Sollte sich "Sword Art Online: Hollow Realization" auch ohne diesen halbwegs gut spielen lassen, würde ich jedem raten, genau das zu tun - ist doch eine solide Form von Protest, wenn der Hersteller auf seinen Patches sitzen bleibt. Hauptsache, das Spiel installiert seine Patches nicht automatisch...

      Der Hersteller bekommt das doch garnicht mit, ob jemand nen Patch installiert oder nicht. Zumal denen das ganze doch eh völlig schnuppe ist.

      Auf PS4 kann man btw gezwungen werden einen Patch zu installieren. Estival Versus zum Beispiel lässt sich garnicht starten, wenn es nicht gepatched ist, da hilft auch kein LAN Kabel ziehen.
    • Da man nur mit aktueller Patchversion auch den Multiplayer spielen kann kommt das für mich nicjt in Frage da muss ich wohl in den Sauren Apfel beissen. Ausserdem hab ich an der Japanischen Fassung schon gesehen das der D1 Patch dringend nötig is.

      Sofern es möglich wird auch mit nem höheren Save auch auf 1.0 zuzugreifen werde ich warten und dann den Patch kicken wenn ich die Gallerie voll habe und mir dann alle Bilder angucken.
    • fr0schi schrieb:

      Auf PS4 kann man btw gezwungen werden einen Patch zu installieren. Estival Versus zum Beispiel lässt sich garnicht starten, wenn es nicht gepatched ist, da hilft auch kein LAN Kabel ziehen.


      Und genau um solche Spiele mache ich einen riesigen Bogen. Ich gebe keine Geld für Games aus, die in der beim Kauf vorliegenden Fassung nicht spielbar sind - auch eine Form von Protest.
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    • Das ist ja so sinnloszensur wie bei Fire Emblem, aber wenn es nur nen eh schon harmloses Artwork ist finde ich kann man es noch verschmerzen. Haben es eh nun gesehen und das wars ja letztendlich auch schon.

      Zensur wo wirklicher Ingame Content zensiert wird ist ja viel schlimmer oder dieser neue Trend mit dem Freigaben verweigern der USK (Valkyrie Drive und Criminal Girls 2) wordurch einem der Zugang zu den DLC verschlossen bleibt.

      Mein Standpunkt ist ganz klar, die USK hat für mich keine Daseinsberechtigung und hätte schon lange komplett von PEGI ersetzt werden müssen.
    • Kelesis schrieb:


      Und genau um solche Spiele mache ich einen riesigen Bogen. Ich gebe keine Geld für Games aus, die in der beim Kauf vorliegenden Fassung nicht spielbar sind - auch eine Form von Protest.

      Bei EV kann ich's noch verstehen, dadurch wird verhindert, das die Leute den Nackt-Glitch ausnutzen. Hat in dem Fall nicht's mit Zensur zu tun.
    • Es gibt ein Update zu der nachträglichen Zensur in Sword Art Online: Hollow Realization, die in Japan für einiges an Unmut gesorgt hat.

      Wie Censored Gaming nun berichtet, selbst mit dem Update ist die westliche Version komplett unangetastet. Die Änderung betrifft also überraschenderweise nur die japanische Version.


      Censored Gaming hat Bamco kontaktiert, aber wenig überraschend keine Antwort erhalten. Publisher sehen Censored Gaming als nicht wirklich relevant an und werden sich mit dem verantwortlichem YouTuber gar nicht erst auseinandersetzen. Grund dafür dürfte die immer noch eher geringe Relevanz sein, und welcher Publisher redet schon freiwillig gerne über Zensuren oder nachträgliche Zensuren?

      Warum es diese Änderung ausgerechnet in Japan gab, ist aber tatsächlich sehr kurios.
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