Was macht DEN Besten Antagonisten aus?

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    • Was macht DEN Besten Antagonisten aus?

      Wie der titel schon sagt, wollte ich mal eure Meinung zum Thema Antagonisten hören,
      es existieren Bösewichte in so gut, wie allen Spiele, nehmen wir jetzt als beispiel
      Sephiroth. Weshalb glauben, die meisten das er der Beste Antagonist überhaupt ist?
      Seine Beweggründe, oder sein Aussehen?

      Meiner Meinung nach sollte Aussehen nicht wirklich eine große Rolle sein, denn ich finde
      einen Guten Bösewicht macht ihn nicht sein Aussehen, sondern eher seine Taten, seinen
      Plan, so wie seine Beweggründe. Und Natürlich seine Boshaftigkeit.

      Ich sehe bei Sephiroth, zwar schon paar dieser Eigenschaften, doch mal im Ernst seine
      Beweggründe, sind zwar Nachvollziehbar, aber bestimmt nicht die die aus ihn den
      Besten Antagonisten machen. Da gab es in Final Fantasy schon Bösewichte, die Grausamer
      waren als er. Sephiroth ist meiner Meinung nach nur ein Erwachsener Mann, der Mutterliebe
      sucht. Und seine Längst verstorbene Mami, glücklich machen will in dem er auf Gaia für
      Schrecken und Unordnung sorgt. Vergleicht einfach andere FF Antagonisten mit ihren Taten,
      da bin ich mir sicher, das dabei rauskommt. Das Sephiroth Definitiv nicht der Beste Antagonist
      im FF Universum ist. :D

      Wie zum beispiel Kefka Palazzo, Kuja oder gar Königin Brane.

      Was denkt ihr?
      Bedenkt man die wunderbare Komplexität des Universums, seine Perfektion, seine Ausgewogenheit in allen Dingen – Materie, Energie, Gravitation, Zeit, Dimension – muss ich einfach annehmen, dass unsere Existenz viel mehr ist, als Philosophie in ihr sieht. Das was wir sind, übertrifft alle Maßstäbe, die wir uns mit unserem mathematischen Denken vorstellen können. Unser Dasein ist Teil eines Ganzen, das wir mit unserem Verstand, unserer Erfahrung nicht erfassen können.
      -Picard-

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DarkJokerRulez ()

    • Was einen guten Antagonisten ausmacht, lässt sich schwer beschreiben, weil das immer davon abhängt, wie man einen Antagonisten sehen will. Will man ihn einfach nur voller Inbrunst hassen und verkloppen können, so sind Sephiroth oder Seymor Guado sicher gelungene Antagonisten, wenn man sich aber nicht mit simpler Schwarz-Weiß-Malerei begnügen möchte, sind Kuja, Cifer oder auch Caius wesentlich besser.
      Ich persönlich mag tragische Figuren als Antagonisten und bin aus diesem Grund seit jeher ein großer Kuja-Fan. Sephiroth war nie mein Fall. Er ist für mich charakterlich einfach nur ein hysterisches, beleidigtes Kind, das auf großen Macker zu machen versucht (ein Cristiano Ronaldo im Kriegerkostüm, wenn man so will). Da ist mir Kefka noch lieber, weil er einen derart riesengroßen Sprung in der Schüssel hat, dass er fast schon wieder komisch ist - trotz aller Niedertracht.
      Die beiden in meinen Augen am besten charakterisierten Antagonisten hab' ich allerdings außerhalb der FF-Reihe gefunden: Kato aus "Shadow Hearts 2" und Duke aus "Tales of Vesperia". Beide hätten unter etwas anderen Umständen auch Teil der jeweiligen Heldentruppe sein können und insbesondere Duke hätte ich viel lieber gesteuert als bekämpft...
      "Wo bleibt der Morgen?
      Wo das Licht?"
      (Oswald Henke)

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • Die wichtigsten Kriterien sind wahrscheinlich ähnliche wie beim Protagonisten. Nachvollziehbare Motive und Charakterzüge, mit denen man sich identizifizieren kann. ein gewisses Maß an Originalität. Keine Darstellung durch die er lächerlich wirkt wie zuviel Feigheit, eine gewisse mystische und erhabene Ausstrahlung. Also irgendwas, was ihn besonders und überlegen wirken lässt.

      Eine spezifische Vorliebe habe ich ansonsten eher nicht.

      Will man ihn einfach nur voller Inbrunst hassen und verkloppen können, so sind Sephiroth oder Seymor Guado sicher gelungene Antagonisten, wenn man sich aber nicht mit simpler Schwarz-Weiß-Malerei begnügen möchte, sind Kuja, Cifer oder auch Caius wesentlich besser.


      Bzgl Seymour stimme ich zu. Aber Sephi gehört mit zu den tragischsten Figuren von allen. Konnte FFVII leider nie so richtig rüberbringen aber das wird das Remake hoffentlich nachholen. Was an Cifer besonders sein soll müsstest du aber mal erklären. In meinen Augen ist er nichts weiter als ein selbstgefälliger Loser, der nur große Reden schwingen und andere herumschubsen kann. Artemisia ist hier auch der wahre Antagonist. Alles Andere waren nur von ihr kontrollierte Zwischengegner. Bedauerlich, dass man das Potential dieser Figur nie annähernd ausgeschöpft hat.
    • OvO schrieb:

      In meinen Augen ist er nichts weiter als ein selbstgefälliger Loser, der nur große Reden schwingen und andere herumschubsen kann. Artemisia ist hier auch der wahre Antagonist. Alles Andere waren nur von ihr kontrollierte Zwischengegner. Bedauerlich, dass man das Potential dieser Figur nie annähernd ausgeschöpft hat.


      Finde Cifer ein bisschen wie Draco Malfoy aus "Harry Potter" - frei nach Dumbledores Motto: "Ich kannte einen Jungen vor sehr vielen Jahren, der einen völlig falschen Weg eingeschlagen hat."
      So richtig sympathisch ist er mir auch nicht, aber ich tu mich schwer, ihn wirklich zu hassen. Freilich, die wahre Antagonistin ist Artemisia, aber die taucht eben erst sehr spät im Spiel auf und man erfährt nur sehr wenig über sie, ist ein bisschen schade. Andererseits, hätte man Artemisia genauer ausstaffiert, könnten sich heute nicht so viele Spekulationen um diese Figur ranken, was zeigt: Mut zur Lücke an der richtigen Stelle, kann sehr förderlich für das Gesamtprojekt sein.
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      (Oswald Henke)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • Mir gefallen immer die Antagonisten am besten die prinzipiell ein lobhaftes Ziel verfolgen, nur mit den komplett falschen Mitteln.
      Beispielsweise gefiel mir Artorius in Tales of Berseria ganz gut.
      Seine Beweggründe waren recht ehrenhaft, das gefiel mir bei Berseria allgemein ganz gut das man nicht zwischen gut und schlecht unterschieden konnte, zumindest nicht ganz so klar.

      Ansonsten gefiel mir auch Duke Pantarei bei Tales of Vesperia ganz gut.
      Er hatte halt eigentlich einen guten Grund dafür den Glauben an die Menschheit zu verlieren. Mir gefiel es auch das er an sich schon von Beginn an immer wieder auftaucht, das wurde echt cool inzeniert.

      Mithos Yggdrasill aus Tales of Symphonia fand ich auch richtig klasse, vorallem wegen der Freundschaft zwischen ihm und Genis. Auch wen Mithos doch recht egoistisch war wen man sein Ziel bedenkt.^^


      Puh dreimal Tales, kein Zufall da mir die Charaktere in Tales Spielen allgemein ziemlich gut gefallen, meistens.^^

      Ansonsten finde ich Ouroboros allgemein bei der Trails Reihe ziemlich interessant, aber nicht unbedingt wegen einem einzelnen Charakter.

      Prinzipiell gilt die Regel die schon genannt wurde, vorallem nachvollziehbare Motive machen einen Charakter interessanter.
      Das einfache "Ich will die Welt zerstören!" ist inzwischen etwas ausgelutscht.
      Das ist aber jetzt nur auf Spiele bezogen, bei Serien oder Filmen sind viele andere Aspekte nochmals wichtiger, da kann man dann auch gerne einfach nur komplett durchgeknallt sein wie ich finde :P Ramsay Bolton zum Beispiel war klasse ;)
    • Was mir noch einfällt ist, dass Bösewichte auf jeden Fall nicht x mal wiederkehren sollten. Wenn eine Geschichte zu Ende ist, dann sollte sie halt auch zu Ende sein und nicht wegen ein paar Mark dann wiederbelebt werden. Selbst wenn das Ergebnis für sich genommen zu überzeugen weiß.

      Was Sephroth letztlich seinen Status eingebracht hat, dürfte wohl einfach seine Inszenierung gewesen sein. Eine schlichte aber gute Mischung aus desillusioniert, cool, übermächtig und böse. Zumindest für den Mainstream. Und die Tatsache, dass FF7 einfach damals halt alles abgeräumt hat weil es in allen anderen Belangen ebenfalls überzeugen konnte, dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben.

      Cifer war in der Hinsicht nicht cool, als das er eben eher als ein immerwährender Loser dargrestellt wurde.

      Kuja war für viele wahrscheinlich zu androgyn und der Look des Spiels trübt über die Qualität des Spiels hinweg.

      Seymour war eigentlich nie das, was man sich als klassischen stereotypen Bösewicht vorstellt. Er wirkt zwar myteriös, war am Ende aber nicht mehr als eine Luftnummer, der es ja nie zur eigentlichen Bedrohung geschafft hat (was ich sehr bedauere).

      Die Charaktere aus 12 waren allgemein zu blass und die 13ner Reihe leidet zu sehr unter ihrem schlechten Image. Dabei war Caius endlich mal wieder ein echt gutgelungener Antagonist.

      Die FFs davor kamen ja nie so richtig zu uns bzw. viel zu spät.

      Mit anderen Worten war FF7 eigentlich das einzige FF dass den Spagat zwischen Tiefe und westlichen Mainstream sehr gut geschafft hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von OvO ()

    • Aruka schrieb:

      Mir gefallen immer die Antagonisten am besten die prinzipiell ein lobhaftes Ziel verfolgen, nur mit den komplett falschen Mitteln.
      Beispielsweise gefiel mir Artorius in Tales of Berseria ganz gut.
      Seine Beweggründe waren recht ehrenhaft, das gefiel mir bei Berseria allgemein ganz gut das man nicht zwischen gut und schlecht unterschieden konnte, zumindest nicht ganz so klar.
      Die Tales Spiele machen das wirklich oft sehr gut mit den Bösewichten
    • Aruka schrieb:

      Beispielsweise gefiel mir Artorius in Tales of Berseria ganz gut.


      Absolut, Artorius ist ein äußerst charismatischer Antagonist, bislang definitiv der Beste in dieser Konsolengeneration - und "Tales of Berseria" ist sowieso bis in die Nebenrollen mit sehr tollen Figuren bestückt. Da können sich viele grafisch aufwendigere Games eine Scheibe von abschneiden.

      Um noch mal auf FF zurückzukommen: Selbst ein Ardyn Izunia aus FF 15 ist ein Widersacher, der sich durchaus sehen lassen kann - angsteinflößend und (ungewollt) komisch zugleich. Er ist letztlich sogar mein Lieblingscharakter in dem Spiel. Nur leider wurde bei weitem nicht das komplette Potenzial dieser Figur ausgereizt - aus Gründen, die bereits hinreichend diskutiert wurden.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • Da hat wohl jeder eigene vorlieben. Mir kann zwar auch ein Antagonist gefallen dessen Beweggründe lobhaft sind, aber tatsächlich bevorzuge ich es wenn die Beweggründe es nicht sind. Es ist etwas Schwarz-Weiß, aber ich hab es lieber wenn beim Antagonisten die boshaftigkeit die gutmütigkeit deutlich übersteigt.

      Die wichtigsten Faktoren sind allerdings die Inszenierung, also darstellung und taten des Antagonisten, sowie die Ausstrahlung bzw. das Charisma. Eine gewisse Coolnes find ich dabei auch nicht ganz unwichtig.

      Meine zwei Favorisierten Antagonisten aus Final Fantasy sind Caius und Ardyn.
    • Kelesis schrieb:

      Selbst ein Ardyn Izunia aus FF 15 ist ein Widersacher, der sich durchaus sehen lassen kann - angsteinflößend und (ungewollt) komisch zugleich. Er ist letztlich sogar mein Lieblingscharakter in dem Spiel. Nur leider wurde bei weitem nicht das komplette Potenzial dieser Figur ausgereizt - aus Gründen, die bereits hinreichend diskutiert wurden.


      Jep das stimmt. Abgesehen davon das er noch eine der besten Figuren mit genug Screentime war, war seine ganze Art klasse. Auch das er immer wieder zu den Jungs kam und sagte was er sagte, ohne das es gleich zum Kampf kam. Seine ganze Art war schon klasse. Sonst finde ich so Charaktere wie Sephi noch gut, auch was die Beweggründe betrifft. Bösewichte sollten meiner Meinung nach halt präsent sein in nem Spiel und nicht nur all Schaltjahr mal auftauschen auftauchen. Dazu entweder total geisteskrank oder cool drauf sein für nen Bösewicht. Am besten noch mit einem Plan, der erst gegen Ende des Spieles zeigt was der Böse wirklich vor hat. Halt damit man einen WTF O.O Moment hat.
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      Heute spiele ich Videospiele, um große Geschichten zu erleben."
      -CloudAC-
    • Antagonisten spiegeln meistens auch immer wieder den Zeitgeist einer Generation wider. Erst kürzlich ist mir bei Blade Runner wieder aufgefallen, was für ein grandioser Gegenspieler Roy Batty ist, der nicht unbedingt die Welt regieren will, sondern einfach nur mehr Lebenszeit haben möchte und als er erfährt, dass das nicht möglich ist, er seinem Erschaffer in sehr intimer weise die Augen ausdrückt.

      Die Tendenz, wenn man sich auch einmal Disney Filme ansieht (Moana zum Beispiel) geht immer weiter dahin, dass es entweder keinen Gegenspieler mehr gibt, dieser am Ende bekehrt wird oder andere seltsame Komplexe hat, die sich an moderne Probleme anpassen (siehe Frozen).

      Bei Videospielen ist dieser Trend ganz ähnlich. Ich bin da zum Beispiel bei Tales of anderer Meinung. Die Antagonisten in den meisten Tales of Spielen sind absolute Schnarchnasen. Bei Tales of Graces hat die Thematik rund um "Freundschaft" spätestens gegen ende das Niveau von Kasperletheater angenommen, bei Tales of Xillia ist mir bis heute nicht bewusst, wer von wem was wollte und wieso sich am Ende alle in den Armen lagen. Bei Tales of Zestiria hingegen hat man da aber schon einen großen Schritt nach vorn gemacht und was ich so von Berseria hörte klingt auch nicht verkehrt.

      Ich bin aber auch jemand, der Sephiroth relativ langweilig findet. Der langweiligste Antagonist der gesamten Final Fantasy Reihe ist für mich aber jedoch Barthandelus. Ich kann auch den "Hype" (falls man es so nennen kann) von Kefka nicht nachvollziehen. Kefka ist nur Anarchie, was ich auch etwas zu platt finde. Final Fantasy hat für mich aber in jüngerer Vergangenheit Antagonisten nach meinem Geschmack auf die Bildfläche gebracht. Caius in XIII-2 war großartig. Ein melancholischer Bösewicht, der über die Jahrhunderte komplett verrückt geworden ist. Gekrönt hat all das für mich Ardyn in Final Fantasy XV und ohne dessen Performance mir Final Fantasy XV vermutlich weitaus weniger Spaß gemacht hätte. Die Ähnlichkeiten zu Roy Batty aus Blade Runner sind dabei sogar sehr auffallend, wenn ichs mir mal recht überlege. Sie haben beide relativ ähnliche Motivationen, pendeln zwischen Gegenspieler und Antiheld, der am Ende doch noch Gefühle zeigt. Ich mag Gegenspieler, die zwischen Anarchie, Wahnsinn aber auch Bodenständigkeit pendeln.

      Anhand von Kaido, der ja die gleiche Wahl traf wie ich, sieht man ja auch, dass diese beiden Charaktere durchaus beliebt sind (zum Beispiel auch bei etlichen, die mit den Spielen an sich nicht viel anfangen konnten). Ardyn selbst wurde im Thread aber jetzt auch nochmal von Kelesis genannt, was mich bestätigt, dass die letzten Final Fantasy Gegenspieler ziemlich gelungen waren.

      Ich denke, der klassische Gegenspieler stirbt aus und man wird nur noch solche Zwischendinger erhalten. Undertale hat hier noch einen schönen Spagat hinbekommen. Einen Gegenspieler, den ich noch aus dem Hut zaubern könnte und der vermutlich, weil die Reihe eine Nische ist, keine Erwähnung findet. Das wäre Yuuya Kizami aus Corpse Party. Auch Danganronpa hat einige überzeugende Gegenspieler zu bieten.

      "I'm being chased by the Organization, so I can't expose my face to the media."

      Zuletzt durchgespielt: The Outer Worlds 7,5/10, Steins;Gate 9/10, Death Stranding 9,5/10


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    • Du fandest Barthandalus langweilig? Dabei hat er in jeden zweiten Satz das Wort Salvation ausgesprochen. Wenn das nicht kreatives und individuelles Schreiben ist, dann weiß ich auch nicht :D

      Im Prinzip denke ich, dass es egal ist wie ein Antagonist drauf ist, sofern es für die Handlung passt. Der Antagonist ist lediglich eine Zutat für das große Gebilde. Der Antagonist kann ein Weltenzerstörer sein, oder ein trauriger Prinz, der versucht seine Männlichkeit mit bloßer Macht und Befehlshaberei zu zeigen. Wenn man es schafft durch die Inszenierung und durch das Writing einen gelungenen Gegenspieler darzustellen, dann hat man im Prinzip alles richtig gemacht, denn im Endeffekt kommt es auf die Beweggründe an und in welcher Relation man zur Hauptgruppe, oder zu den NPC's steht. Unabhängig davon, ob man eventuell selbst der Antagonist ist durch zahlreiche self insert Charakter in Baldurs Gate ähnliches Games, oder durch die eventuelle Lebesphilosophie des Hauptcharakters, was teilweise der Fall ist bei Tales of Xillia 2, wo Jude/jyde erfährt, dass seine Entscheidung im 1. Teil doch nicht das Gelbe vom Ei war und er deswegen eine gewisse Teilschuld besitzt, bezüglich den internationalen Unruhen, wobei das leider nur äußerst dürftig angeschnitten worden ist. Der Antagonist muss auch nicht zwingend böse sein und kann durchaus im Graubereich sein, denn im Endeffekt kommt es auf die Sichtweise an wer der Böse ist und wer der Gute ist. Natürlich sind in manchen Games die Antagonisten sehr eindimensional und dementsprechend gibt es in manchen Games keine Sichtweisen. Ich denke, dass das erste Shin Megami Tensei für die SNES die Sache gut vollzogen hat mit dem Bösewicht, da wirklich alle Routen verschiedene Sichtweisen zeigen und den Antagonisten etwas Tiefe gibt durch die Philosophie und die Moral. Der Endtext macht die Sache noch epochaler, weil es eine gewisse literarische Tiefe wiedergibt. Ich bin selbst kein großer Fan von Final Fantasy Bösewichten, da die schlichtweg nicht genug Screentime bekommen und man kaum sieht, warum sie gewisse Dinge tun, allerdings fand ich die Idee und die Ansätze hinter Ardyn schon gut. SE hätte lediglich mehr Zeit gebrauchen können um ihn besser darzustellen, da war das Potenzial schon vorhanden in meinen Augen. Jetzt subjektiv betrachtet.
    • Somnium schrieb:

      was mich bestätigt, dass die letzten Final Fantasy Gegenspieler ziemlich gelungen waren.


      Würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das Beste an den jüngsten FF-Teilen die Antagonisten (z.B.: Caius, Ardyn) und die nicht spielbaren Nebenfiguren (z.B.: Jul, Lumina, Aranea, Gentiana) waren. Wäre super, wenn man sich bei den Protagonisten auch mal wieder so richtig Mühe geben würde - aber das zu erörtern gehört in einen anderen Thread.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kelesis ()

    • Ich denke mal, dass es am Ende darauf hinausläuft, einen Charakter einfach glaubwürdig sein zu lassen. Das heisst, der Spieler muss nachvollziehen können, warum ein Charakter so denkt und handelt wie er es tut. Ein Bösewicht der große Töne spuckt aber immer verliert oder abhaut, wenn es drauf ankommt, ist nicht besonders glaubwürdig, und deswegen macht es irgenddwann keinen Spaß mehr ihm zuzuhören. Es sei denn die generelle Tonalität ist eh auf Satire, Humor, kunterbunt ausgerichtet, das ist dann nochmal ne andere Schiene.

      In FF7 hat es meiner Meinung nach gut funktioniert, den Bösewichten genug Glaubwürdigkeit zu geben, auch wenn man kaum gegen sie angetreten ist, hat man viel über ihre Motive, Entwicklung und ihrem Wirken in der Spielewelt erfahren und auch quasi Live miterlebt. Das man aus Sephiroth im Nachgang noch ein kommerzielles Stehaufmännchen gemacht hat, würde ich an dieser Stelle mal ausklammern.

      In Final Fantasy 8 hat man das mMn vollkommen verpasst. Wir hatten Edea, Cifer, Adell, Artemisia, Raijin, Fujin, Biggs und Wedge vielleicht noch. Alle waren irgendwie da. Aber eigentlich wusste man nie warum und woher. Ein bisschen was wurde immer angedeutet aber man ist selten bis nie in die Tiefe gegangen, weil man offensichtlich die Romanze in den Vordergrund stellen wollte, was man dafür aber dann auch ganz gut über die Bühne gebracht hat.

      FF9 hat es dann geschafft, die Stärken beider Teile, also Antagonisten, Protagonisten, Konflikte und Romanzen, zu vereinen. Zu kurz kamen hier eigentlich nur Randfiguren wie Mahagon und Quina. Aber daran habe ich mich nie gestört. Ihre Daseinsberechtigung sah ich immer eher in der Gameplay-Abwechslung.

      Bei FF10 bin ich mir nicht so sicher, wie man das bewerten soll. Anfangs dachte man immer, Seymour sei der Bösewicht. Der wurde gegen Ende hin leider ziemlich blass und Jekkt geriet mehr in den Vordergrund. Wobei Jekkt halt auch kein richtiger Bösewicht war sondern eher das magische Wesen, dass von ihm Besitz ergriff. Diese ganze Sache mit Sins Hülle habe ich nie wirklich verstanden. Aber so wichtig war das vielleicht auch nie, da es ja um die Charaktere ging. Gewünscht hätte ich mir schon etwas mehr Infos und Bildmaterial zum Krieg zwischen Zanarkand un Yevon. Bin nach wie vor der Meinung, dass sich ein Spin Off in dieser Zeit noch lohnen könnte. Ansonsten hat es für mich eigentlich ganz gut funktioniert. Nicht so gut wie FF9 aber immernoch ne 2 als Schulnote wenn FF9 ne 1 war.

      Naja und FF12 und 13 waren für mich hinsichtlich der Glaubwüridgkeit beinahe aller Charaktere ohnehin schwierig. Beide Spiele mag ich eigentlich eher wegen ihre Welt, Soundtrack, Gameplay...
      It may bring joy, it may bring fear. But let us embrace whatever it brings.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Chocomog ()

    • @Boko
      Nun zu FFVII finde ich nicht wirklich, das Sephiroth so gut als Antagonist ist. Seine Motive sind seine Mami komplexe. Er ist nicht schlecht als Bösewicht, aber meiner Meinung nach nicht den glaubwürdigsten.

      Und zu FFVIII muss ich dir widersprechen, hier wurde nichts verpasst, die Antagonistin ist und bleibt Artemisia. Cifer ist nur seine Marionette, Rai und Fujin folgen Cifer nur. Bigs und Wedge tauchen, wie Don Corneo aus FFVII nur zweimal im Spiel auf. Auch in FFVII gab es Fussoldaten, wie Cifer, Raijin, Fujin, Biggs und Wedge. Die nannten sich halt dort nur Turks. Zwischen den zwei Teilen kommt am ende das gleiche raus, aber Sephiroth und Artemisia bleiben trotzdem die Antagonisten beider Spiele. Auch wenn es so viele "Fußsoldaten" gibt.

      In FFIX gab es Kuja, der aber vor dem Ende von einen der unglaubwürdigsten Antagonisten abgelöst wurde, den ich je in einem RPG gesehen habe. Necron ist plötzlich am Ende aufgetaucht, und hat meiner Meinung nach alles zerstört, was die Story ausgemacht hat.

      FFX, mir war klar, das Seymour nur eine Marionette war. Und für mich ist und bleibt Braskas Bestia/Jekkt den Antagonist. Ju-Yevon war armeslig. Für mich endet FFX mit Jekkts Vernichtung, und das Ende von FFX.


      FFXII habe ich nicht durch, kann ich also nicht einschätzen. FFXIII hat auch nicht wirklich einen festen Antagonist. Erst FFXIII-2 hatte Caius, der viel glaubwürdiger war als Sephiroth.

      FFXV hatte Ardyn der einfach super war, aber selbst nach Episode Ardyn schlecht umgesetzt wurde. Und zu viel von Jesus Christus Geschichte aus der Bibel, geklaut. Vor allem wenn man den Ardyn Anime und die Erzählungen von Jesus Christus Vergleicht, ähneln sie sich teilweise.

      Die Moral der Geschicht, es gibt keinen besten oder den glaubwürdigsten Antagonisten. Klar sie haben alle ihre Motive, aber nicht alle haben wirklich einen Grund auszurasten. Sephiroths Motiv war sehr naiv, hoffe das sie es im Remake etwas glaubwürdiger gestalten. Es heißt jetzt nicht, das ich Sephiroth schlecht finde, aber finde ihn nicht so, wie er immer gepriesen wird.
      Bedenkt man die wunderbare Komplexität des Universums, seine Perfektion, seine Ausgewogenheit in allen Dingen – Materie, Energie, Gravitation, Zeit, Dimension – muss ich einfach annehmen, dass unsere Existenz viel mehr ist, als Philosophie in ihr sieht. Das was wir sind, übertrifft alle Maßstäbe, die wir uns mit unserem mathematischen Denken vorstellen können. Unser Dasein ist Teil eines Ganzen, das wir mit unserem Verstand, unserer Erfahrung nicht erfassen können.
      -Picard-

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von DarkJokerRulez ()

    • DarkJokerRulez schrieb:



      In FFIX gab es Kuja, der aber vor dem Ende von einen der unglaubwürdigsten Antagonisten abgelöst wurde, den ich je in einem RPG gesehen habe. Necron ist plötzlich am Ende aufgetaucht, und hat meiner Meinung nach alles zerstört, was die Story ausgemacht hat.
      Irrtum, durch Necron (oder "Ewiges Dunkel") kriegt FF9 zu einem Zeitpunkt, wo man glaubt, alles gesehen zu haben, noch eine unerwartete Wendung verpasst. So etwas nennt man Dramaturgie - ist ein Stück weit aus der Mode gekommen in postmodernen RPGs.
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      (Oswald Henke)
    • Kelesis schrieb:

      Irrtum, durch Necron (oder "Ewiges Dunkel") kriegt FF9 zu einem Zeitpunkt, wo man glaubt, alles gesehen zu haben, noch eine unerwartete Wendung verpasst. So etwas nennt man Dramaturgie - ist ein Stück weit aus der Mode gekommen in postmodernen RPGs.
      Finde ich nicht, ich fand durch sein plötzliches auftauchen eher "Was zum Teufel, war das? Es hat überhaupt nicht dazu gepasst." und dadurch wurde mir das Spiel noch einweniger Unsympathischer, als es eh schon ist. Ich finde FFIX nicht schlecht, aber gehört definitiv, nicht zu meinen Favoriten.
      Bedenkt man die wunderbare Komplexität des Universums, seine Perfektion, seine Ausgewogenheit in allen Dingen – Materie, Energie, Gravitation, Zeit, Dimension – muss ich einfach annehmen, dass unsere Existenz viel mehr ist, als Philosophie in ihr sieht. Das was wir sind, übertrifft alle Maßstäbe, die wir uns mit unserem mathematischen Denken vorstellen können. Unser Dasein ist Teil eines Ganzen, das wir mit unserem Verstand, unserer Erfahrung nicht erfassen können.
      -Picard-
    • Ich finde ein guter Antagonist ist einer der sich auch Aktiv am Spiel beteiligt und nicht zur aller aller letzten Sekunde auftaucht mit einem Ziel den man nicht nachvollziehen da man seine Beweggründe nicht verstehen kann.

      Eine guter Antagonist muss einen im Spiel begleiten hier und da Gesicht zeigen.

      Sephiroth, Artemisia, Ramirez(Skies of Arcadia) haben es gut hingekriegt oder Ganondorf in OoT also die Begegung mit ihm war schon ein Showdown.

      Die aktuellen Spiele kriegen so etwas bedrohliche einfach nicht mehr hin.
    • DarkJokerRulez schrieb:

      Nun zu FFVII finde ich nicht wirklich, das Sephiroth so gut als Antagonist ist. Seine Motive sind seine Mami komplexe. Er ist nicht schlecht als Bösewicht, aber meiner Meinung nach nicht den glaubwürdigsten.
      Sephiroths Motive sind die Experimente, die mit ihm veranstaltet wurden. Er verfiel dadurch in eine Identitätskrise, woraus eine Mischung aus Gott- und Mutterkomplex entstand. Wir sahen wie er ewig lange in der Bibliothek war und wie er dann eben Nibelheim abgebrannt hat, weil er wahnsinnig wurde, weil er durch die alten Schriften den Ursprung seiner Übermacht erkannt hatte, daraus Verbindungen zwischen sich, Jenova, dem alten Volk etc. herstellte und daraus eine Bestimmung ableitete. Er drang in Clouds Bewusstsein, in den Lebensstrom, in den alten Tempel usw ein um sich alles zu Eigen zu machen und zu einem gottesähnlichen Wesen zu mutieren. Ich fand das unheimlich gut gemacht, auch wenn es aufgrund der Grafik an manchen Stellen nicht ganz so gut rüberkam. An dem ewigen Muttergerede kann man sich zwar stören, sich darauf zu beschränken wird dem aber absolut nicht gerecht.

      Außerdem gab es neben Sephiroth ja auch noch Hojo und Rufus die ich ebenfalls für recht gelungen halte.


      DarkJokerRulez schrieb:

      Und zu FFVIII muss ich dir widersprechen, hier wurde nichts verpasst, die Antagonistin ist und bleibt Artemisia. Cifer ist nur seine Marionette, Rai und Fujin folgen Cifer nur. Bigs und Wedge tauchen,

      In einem Spiel kann es durchaus mehrere Antagonisten geben und auch wenn Artemisia der Hauptantagonist war und die Anderen nur den Weg zu ihr ebneten, ändert das nichts an dem Problem, dass ich das Gefühl hatte, dass man viel zu wenig über diese Charaktere und die ganze Vorgeschichte zum Spiel erfahren hat. Kein anderes FF hat da so große Lücken hinterlassen.




      DarkJokerRulez schrieb:

      In FFIX gab es Kuja, der aber vor dem Ende von einen der unglaubwürdigsten Antagonisten abgelöst wurde, den ich je in einem RPG gesehen habe. Necron ist plötzlich am Ende aufgetaucht, und hat meiner Meinung nach alles zerstört, was die Story ausgemacht hat.
      Necron habe ich nie als Antagonisten wahrgenommen sondern eher halt als eine Art Zusatzgegner. Die Antagonisten waren Königin Brane und Beatrix zu anfang, die dann mehr und mehr durch Kuja und Garlant ersetzt wurden.

      Antagonisten haben nur peripher etwas mit Bosskämpfen zutun. Antagonisten sind einfach Charaktere, die dramaturgisch den Protagonisten gegenüber gestellt sind.

      DarkJokerRulez schrieb:

      FFX, mir war klar, das Seymour nur eine Marionette war. U
      Ich wüsste nicht von wem. Seymour war einfach nur ein eiskalter, machtgeiler, manipulativer Psychopath. Und als solcher fand ich ihn ganz gut inszeniert mit der ganzen Geschichte mit seinem Volk, dem Vatermord, der Warnung der Mutter und die manipulative Beziehung zu Yuna und so.

      Kelesis schrieb:

      Irrtum, durch Necron (oder "Ewiges Dunkel") kriegt FF9 zu einem Zeitpunkt, wo man glaubt, alles gesehen zu haben, noch eine unerwartete Wendung verpasst. So etwas nennt man Dramaturgie - ist ein Stück weit aus der Mode gekommen in postmodernen RPGs.
      Einen dramaturgischen Höhepunkt muss man aber eben halt auch dramaturgisch aufbauen, damit er wirkt. Leider fehlte das in diesem Fall. Vielleicht hätte Kuja mit dem Kristall verschmelzen können oder man hätte es als Beschwörungszauber einbauen können. Aber so aus dem Nichts find ich das auch nicht gut gelöst und es spielt für den Abspann ja auch keine Rolle mehr. Zidane hatte seinen Mut, seine Kraft und seine Entschlossenheit mit dem Kampf gegen Kuja ja eigentlich schon ausreichend bewiesen. Von daher, als Bonuskampf okay aber iwie fehlt der Sinn dahinter.



      DarkJokerRulez schrieb:

      Die Moral der Geschicht, es gibt keinen besten oder den glaubwürdigsten Antagonisten.

      Ist natürlich immer auch ne Geschmacksfrage. Die einen mögen diejenigen lieber, die coole Sprüche klopfen und ordentlich austeilen, andere mögen die lieber, die mehr strategische Finesse an den Tag legen und wieder andere mögen eher was Extravagantes wie Kefka. Je nachdem womit man sich lieber identifizieren mag. Aber trotzdem kann man schon ausmachen, wer im Vergleich besser oder schlechter umgesetzt wurde.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Chocomog ()

    • VenomSnake schrieb:

      Ich finde ein guter Antagonist ist einer der sich auch Aktiv am Spiel beteiligt und nicht zur aller aller letzten Sekunde auftaucht mit einem Ziel den man nicht nachvollziehen da man seine Beweggründe nicht verstehen kann.

      Eine guter Antagonist muss einen im Spiel begleiten hier und da Gesicht zeigen.
      Das birgt aber auch ein wenig die Gefahr, dass der Antagonist durch Überpräsenz zu nerven beginnt, vor allem, wenn die Heldentruppe ab einem gewissen Punkt des Spiels nichts anderes mehr macht, als dem Antagonisten um die ganze Welt zu folgen. Hab' ich bei Sephiroth und auch bei Nene (Blue Dragon) ein Stück weit so empfunden. Dachte irgendwann nur noch: "Mein Gott, jetzt streckt ihn doch endlich nieder". Bei Artemisia und Kuja fand ich das besser gelöst, weil die nicht so omnipräsent waren bzw. erst spät klar wurde, dass sie die jeweiligen Hauptantagonisten sind - ebenso bei Kato (SH2).
      "Wo bleibt der Morgen?
      Wo das Licht?"
      (Oswald Henke)